08.04.2002

ISLAM

Allahs Schattenmann

Von Hoppe, Ralf

Er kommt aus Stuttgart, sein Partner heißt Bin Laden, sein Gott Allah: Der Architekt Bodo Rasch rüstet in Saudi-Arabien die heiligen Stätten des Islam auf. Von Ralf Hoppe

Die Medina Road ist dicht, sieht nach Vollsperrung aus. Der Mann kurbelt das Fenster runter, er denkt an sein Pensum heute, er stöhnt. Wenn er nicht wüsste, dass Gott es gut meint mit ihm, der Barmherzige und Allmächtige, alrahman al-rahim, könnte er glatt durchdrehen.

Sind die Marmorproben aus Indien gekommen? Warum funktioniert das Kühlsystem an der Kaaba nicht? Sind die Wassertanks falsch angebaut? Außerdem muss er seinen Porsche aus der Werkstatt holen. Das hydraulische System für die Großschirme checken. In Abu Dhabi anrufen. In Kuala Lumpur anrufen. Und Scheich Bin Laden anrufen.

Bin Laden. Der wichtigste Termin von allen.

Der Mann sitzt in einem kleinen, japanischen Mietwagen, er starrt durch die staubige Windschutzscheibe, die Autos vor ihm stehen da wie einbetoniert. Ein Montagmorgen in Dschidda, Saudi-Arabiens wichtigster Hafenstadt, kurz nach acht.

Die Sonne scheint wie Allahs erhabener Schneidbrenner. Und links und rechts ragen sie auf: die Explorer, Grand Cherokees und Freelander, die Defender, Trooper und Land Cruiser, Geländewagen, groß und glitzernd, mit Wüstenblechen und Batterien von Scheinwerfern auf dem Dach. Ab und zu eine Stretchlimousine. Ein Mercedes 500 SL. Ein Ferrari, aus dem ein Wüstenscheich mit freundlicher Verachtung herüberlächelt.

Der Mann im Mietwagen heißt Dr. Bodo Mahmud Rasch: gelernter Schreiner, promovierter Architekt, gläubiger Muslim. Er ist 58 Jahre alt und der Sir Norman Foster des Orients - der Mann fürs Große. Braucht die Moschee von Medina ein paar goldene Kuppeln, sucht man für die heiligen Stätten des Islam einen Baumeister, wollen Prinzen, Emire, Sultane ihre Parks umbauen - dann rufen sie Rasch.

Einen Schwaben mit verschnittener Igelfrisur und einer wilden Vergangenheit. Einen Mann, der früher mal ein Hippie war, der gern kiffte, für Pink Floyd die Bühnen baute und von Freiheit und Aufbruch träumte. Und der jetzt gleichsam dazugehört, zum Establishment von Saudi-Arabien. Wo es, zumindest aus westlicher Sicht, keine Freiheit gibt und keinen Aufbruch, weder Demokratie noch Menschenrecht. Und wo in den Nischen Dekadenz und der islamistische Terror gedeihen. Es ist ein Land, in dem nur zwei Dinge wichtig sind: Petro-Dollar und Allah, der Allmächtige.

Irgendwann löst der Stau sich auf. Rasch fädelt seinen Honda zwischen den anderen Autos hindurch, ein riskantes Manöver, weil auch die Araber fahren, als wichen sie feindlichem Sperrfeuer aus. Rasch passiert den Richtplatz, rechts von der Medina-Road.

Ein paar hundert Menschen stehen dort. Männer im weißen Thaub, dem langen, weißen Gewand, sie gestikulieren, ihre Gesichter sind ernst. Die Frauen stehen abseits, schwarz verhüllt, gesichtslos. Uniformierte verladen etwas Längliches in einen grünen Kastenwagen. Ein Polizist spritzt mit einem Schlauch den Boden ab.

"Eine Hinrichtung", sagt Rasch leise.

Eine Hinrichtung? Nur ein paar Meter von der Straße entfernt, mitten in Dschidda, ist gerade ein Mensch mit dem Schwert und vor Zuschauern getötet worden? Für einen Besucher aus dem Westen ist dies ein barbarischer, ungeheuerlicher Vorgang. Auch Rasch wirkt beklommen, aber will sich nur wenig anmerken lassen. Er wirft einen scheuen Blick, hinter ihm hupt jemand, er gibt Gas.

Dschidda, gelegen am Roten Meer, rund zwei Millionen Einwohner, sieht aus, als hätte jemand Los Angeles nachgebaut. Kentucky-Fried-Chicken und McDonald''s, Sandalengeschäfte und Zara-Boutiquen. Dazwischen protzige Hochhäuser und Villenviertel mit Palästen und Palmengärten hinter hohen Mauern. Und mittendrin ein kompakter Kern, die arabische Altstadt. Als beträte man ein Museum: Die Gassen sind menschenleer, die Häuser, aus Lehm und Treibholz, sind schmal und sehr hoch. Das Holz der Haustüren ist verblichen, die Luft schmeckt nach Staub.

So gibt es das Dschidda vor und das Dschidda nach dem Öl-Boom. Soziologen sprechen von "Ungleichzeitigkeit" und meinen: Hinrichtungen gleich neben dem Drive-in-Imbiss.

In der Altstadt hat Rasch sein Büro, gleich gegenüber der Schafi-Moschee, der ältesten von Dschidda. Es ist ein Schlauch, voll gestopft mit Computern, seine Leute fallen über ihn her. Zeichnungen, Rechnungen, Baupläne. Hier die Marmorproben. Hier die Skizze für Abu Dhabi. Hat Bin Laden zurückgerufen? Ein Gewirr aus Arabisch, Englisch, Deutsch füllt den Raum. Rasch arbeitet sich durch Berge von Papier. Bis, gegen Mittag, der Muezzin ruft.

Rasch lässt alles fallen, flitzt in die winzige Toilette, wo er sich Hände, Füße, Gesicht wäscht, und dann nickt er seinen Leuten zu: "Ich geh g''schwind mal beten."

Rasch ist ein Mann mit liebenswürdigen Manieren. Er sieht aus wie ein freundlicher Erdkundelehrer und kann stundenlang von hydraulischen Antrieben schwärmen. Aber er liebt auch Vivaldi und bewundert die mathematische Reinheit bei Bach. Er spricht ein gemütliches Schwäbisch, aber lernte in Tübingen zwei Jahre lang Arabisch, um endlich den Koran im Original zu lesen. Er arbeitet bis zu 70 Stunden die Woche und ist trotzdem ein Familienmensch: neun Kinder, der Jüngste, Mohammed, ist noch kein Jahr alt.

"Wenn schon, denn schon", sagt Rasch.

Zwischen Kuala Lumpur, Dschidda und Leinfelden-Echterdingen, wo er seine deutsche Niederlassung hat, beschäftigt Rasch rund zwei Dutzend Angestellte. Was bedeutet, dass er jeden Monat gut hunderttausend Euro an Gehältern heranschaffen muss. Dass er mit Millionen jongliert, ständig um die Welt düst - und dass ein unauffälliger Kalkulationsfehler reicht, die Firma in den Ruin zu schicken.

"Ein bissle Risiko", sagt Rasch, "hält einen wach." Er lächelt.

Für seine Projekte hat er sich nicht nur eine risikoträchtige Bühne ausgesucht, Saudi-Arabien mit seinen Öl-Dollar und seinem Puritanismus, sondern auch einen prominenten Partner: Bakr Bin Laden, Oberhaupt des mächtigen Bin-Laden-Clans, Ingenieur und Chef der Saudi Binladin Group. Der Mann mit dem gesuchtesten Bruder der Welt.

Besucher aus dem Westen sind in Saudi-Arabien unerwünscht. Fürs Visum braucht man eine Einladung, Bürgen, es geht durch zig Kontrollen. Die Millionen von Menschen, die jedes Frühjahr hierher kommen, haben es leichter. Sie kommen zu Gott. Sie legen ein weißes Gewand an, rasieren sich den Schädel und marschieren mit Eseln oder fahren mit Bussen oder Limousinen nach Mekka und Medina. Wo sie unentwegt beten, die Kaaba umrunden und mit Kieseln werfen, um nach Mohammeds Vorbild den Teufel zu verscheuchen.

Es sind Pakistaner, Inder, Jemeniten; Familien aus den Emiraten, Sudan oder Mali. Es sind junge Frauen, Greise, Säuglinge, Gelähmte, Todkranke. Sie alle müssen irgendwo schlafen, trinken, kochen, abends ein Feuer machen und aufs Klo. Es kommt zu Ekstasen, Ohnmachtsanfällen, Zeltbränden: Die Hadsch richtete jedes Jahr ein schauderhaftes Chaos an.

Bis sich Dr. Rasch der Sache annahm.

Zwischen 1995 und 1998 baute er eine neue Zeltstadt für die Pilger: auf einer riesigen Fläche, zweieinhalb Millionen Quadratmeter. Sein Clou war ein Konstruktionsmodul, das es möglich machte, die Zelte auch an den Berghängen zu errichten: So können viel mehr Menschen unterkommen. Das Ganze war feuerfest und mit einem am Computer ausgeklügelten Wegeplan versehen. Plötzlich kehrte Ordnung ein.

Es war nicht Raschs erster Coup. Zuvor hatte er die berühmte Moschee von Medina umgebaut. Zwölf fahrbare Kuppeln setzte er auf den Innenhof, jede 80 Tonnen schwer und mit vier Motoren und 14 000 Watt betrieben. Gebaut aus Stahl, Zedernholz, Glasfaser, belegt mit 50 Kilo Blattgold und Halbedelsteinen.

Die Kuppeln sehen nicht nur märchenhaft schön aus, wenn die Abendsonne das Blattgold zum Gleißen bringt - sie sind auch wohltuend. Sie bringen Schatten, Kühle. Und zwar flexibel, je nach Sonnenstand. Dazu stellte Rasch noch ein Dutzend riesiger Standschirme vor die Moschee, mit Teleskoparmen, die abends oder bei Wind einfach zugeklappt werden.

Rasch, der Schattenmann.

Ein Mann, der Schatten zaubern kann, ist in Arabien so wichtig wie ein Heizungsbauer in Nordnorwegen. Inzwischen baut Rasch Zeltkolonien in Abu Dhabi, Predigerkanzeln in Mekka, ausfahrbare Riesenschirme, Moscheen, Bibliotheken für die orientalischen Herrscher. Er ist ein Teil der deutschen Exportmaschine: "Bei wandelbaren Dachkonstruktionen spielen wir in der obersten Liga mit", sagt er, "und bei Großschirmen sind wir Weltmarktführer."

Das Märchenpersonal der arabischen Welt, Kronprinzen, Scheichs und Sultane, akzeptiert ihn als ebenbürtig. Weil sie merken, dass er sie versteht, weil er sie verstehen will. Seine Crossover-Identität hat nichts Folkloristisches, nichts Gewolltes. Gemeinsam mit Freunden von der Kairoer Azhar-Universität, der wichtigsten Hochschule des sunnitischen Islam, gibt er zum Beispiel eine Neufassung der "Hadith", der Sprüche des Propheten, heraus. 15 Bände sind bereits erschienen, arabischer Computersatz, prachtvoll editiert. 20 Jahre lang hat er daran gearbeitet. Weitere Bände folgen.

Rasch wuchs auf in Stuttgart. Seine Mutter, Lilo Rasch-Naegele, war Malerin, sein Vater ein bekannter Architekt der Bauhaus-Richtung. Leute wie Gropius und Mies van der Rohe, Otto Dix und Willi Baumeister waren Gäste und Freunde, ebenso wie Frei Otto, Architekt der Münchner Olympiadächer und später Lehrer von Bodo Rasch. Im Hause Rasch diskutierte man über Freischwingersessel und Kleinschreibung. So eine Kindheit ist ein Geschenk. Oder eine Bürde.

Bodo Rasch studierte Architektur, ließ sich die Haare wachsen, experimentierte mit Drogen und ging für zwei Jahre nach Arizona, als Gast-Dozent. Lausig bezahlt, aber Geld war nicht wichtig. Freunde waren wichtig. Zum Beispiel Sami Angawi, ein Architekturstudent aus Mekka.

1972 kam Rasch zurück aus Amerika, er hatte ein paar wilde Jahre hinter sich, mit viel Sex und Rock''n''Roll, und er suchte noch immer. Nach der Wahrheit, dem Sinn seines Lebens. Und hatte kaum noch Hoffnung: Er war depressiv. Da klingelte das Telefon, am Hörer ein ehemaliger Student aus Arizona: Sami Angawi, Architekt aus Mekka.

Der lud ihn ein, es gebe da ein Forschungsprojekt. Hätte mit der Hadsch zu tun. Der was? Der Pilgerfahrt. Ob Rasch sich ein Flugticket kaufen könne?

Rasch guckte im Atlas nach, wo Saudi-Arabien liegt, ein paar Tage später landete er in Dschidda. "Dann gingen mein Freund Sami und ich zum Gericht und reichten ein Papier ein", erinnert sich Rasch. Tags darauf war er Muslim.

Vielleicht war die Wahrheit bei Allah zu finden?

Das Mittagsgebet in der Schafi-Moschee hat keine 20 Minuten gedauert. Nun strömen sie alle heraus: pakistanische Taxifahrer, Mechaniker aus dem Jemen, Hafenarbeiter aus Damaskus. In der Altstadt von Dschidda leben vor allem Gastarbeiter, die als bessere Sklaven den Saudi-Arabern ihr Land in Schuss halten.

Rasch kommt als Letzter aus dem Gebetshof. Er schlüpft in seine Schuhe, wirkt erfrischt. "Jetzt gehen wir g''schwind noch was arbeiten!" Der Nachmittag vergeht über Zeichnungen, Telefonaten, Berechnungen. Bin Laden hat immer noch nicht zurückgerufen.

Am späten Abend, auch Rasch ist jetzt erschöpft, besucht er seinen Freund Sami. Den Mann, mit dem alles anfing.

Das Besondere an Mr. Sami Angawi ist nicht sein Oxford-Englisch, nicht seine Promotion in London, auch nicht sein kluges Buch, das er über die Stadtgeschichte Mekkas schrieb.

Das Besondere an ihm ist sein Haus.

Rund 30 Zimmer, 2000 Quadratmeter auf sechs Etagen um einen großen Innenhof, der einen mit kostbaren Mosaiken geschmückten Swimmingpool birgt. Zwölf Jahre hat Angawi an seiner Residenz gebaut; es hat ein Vermögen gekostet. Angawi begrüßt Rasch wie einen Bruder, der philippinische Diener schleppt Feigen, Datteln, fädenziehende Süßigkeiten an.

Angawi ist ein arabischer Aristokrat. Seinen Stammbaum kann er bis ins 9. Jahrhundert verfolgen, bis vor kurzem war er Direktor des Hadsch-Forschungszentrums, ein einflussreicher Posten - ihm oblag alles, was mit der Pilgerfahrt zu tun hatte. Seit er sich, mit 53, vom Arbeitsleben zurückgezogen hat, führt er das Leben eines wohl versorgten Müßiggängers. Er schläft bis in den Nachmittag, dann kümmert er sich um seine beiden Ehefrauen, und die Nacht hindurch sitzt er mit Besuchern, Freunden, Verwandten zusammen. Man vertilgt, auf weiche Kissen gebettet, Hammelbraten mit Safranreis, und Angawi geht seiner Lieblingsbeschäftigung nach. Er philosophiert.

Zum Beispiel über die Frage, ob es Schönheit ohne Gott geben kann.

Was Angawi kultiviert, ist mehr als Zeitvertreib. Es ist das Prinzip der Diwanija.

Weil sich, mangels Aufklärung, im Orient

nie eine nennenswerte öffentliche Streitkultur entwickelt hat, weil Medien und Parlamente traditionell den Herrschenden gehören, finden Diskurs und Meinungsbildung in den Privatsalons statt. Dann wird alles ornamentreich verknüpft: Religion, Philosophie, Politik.

Angawi und Rasch reden auch über den 11. September und den Schock, den der Anschlag bei ihnen auslöste, wo doch 15 Attentäter hierher kamen. Darüber, dass der Islam trotzdem friedlich sei und lebendig und heiter, während im Westen Religion keine Rolle mehr spielt. Noch. Aber Rasch ist zuversichtlich. "Das 21. Jahrhundert wird religiös sein - anders ist die Spannung zwischen technischer Kultur und Gefühl gar nicht auszuhalten."

Vielleicht hat Rasch Recht. Vielleicht ist er sogar der Prototyp des religiösen Menschen: ein ehemaliger 68er, der nicht bei der RAF landete oder sich ins Außenministerium vorkämpfte; der Lebenssinn suchte und Allah fand. Für Rasch ist Gott Wahrheit. Absolut. Alles andere ist zweitrangig. Dass es keine Demokratie gibt in Saudi-Arabien, dass Frauen nicht Auto fahren dürfen, dass mitten in der Stadt ein Mensch hingerichtet wird - solche Fragen, Zweifel hält sich Rasch vom Leib. So wie auch die Bin Ladens die peinliche Angelegenheit mit dem schwarzen Schaf der Familie behandelt haben - keine Interviews, alles ausblenden, die Geschäfte gehen weiter, in Gottes Namen.

Es ist Mitternacht. Auf dem Rückweg klingelt Raschs Handy.

Scheich Bin Laden. Untröstlich, dass er nicht früher zurückgerufen habe. Er habe im Königshaus auf eine Audienz gewartet, wegen des neuen Projekts. Ob Rasch noch mal kommen könne. Ja, sofort.

Die Konzernzentrale der Saudi Binladin Group, nahe der Prince-Abdullah-Street, ist eine Festung, hell beleuchtet. Rasch wird anstandslos durch die Schranke gewunken, er parkt seinen staubigen Honda neben den teuersten Autos der Welt.

Innen ist die Festung ein Palast. Überall Marmor, Gold, Kristall, man schreitet über persische Seidenteppiche, die Tea-Boys tragen rot-goldene Zirkusuniformen. Nirgendwo Frauen, dafür überall Schalen mit duftenden Rosenblättern. Noch durchdringender aber ist das Aroma von Geld und Macht.

Dies also ist das Milieu, dem Osama Bin Laden ums Verrecken entkommen wollte. Von hier aus floh er in eine afghanische Höhle. Dies ist die Welt, die er hasst und vernichten will.

Rasch wartet. Im Vorzimmer hängen goldgerahmte Fotos, die Bin Laden mit Besuchern zeigen: George W. Bush, Geschäftspartner der Bin Ladens, hängt neben Helmut Kohl und Lionel Jospin. Rasch wartet. Eine Stunde, zwei. Und dann kommt Bakr Bin Laden: Ende 40, klein, schlank, mit energischen Bewegungen, er trägt ein gepflegtes Bärtchen und wie alle Männer die traditionelle arabische Tracht. Die Hände sind manikürt, er duftet nach Badeöl und hat keine Ähnlichkeit mit den Videobildern seines Halbbruders, bis auf die Augen.

Sie umarmen sich, dann schnappt Rasch sich die Mappe mit seinen Konstruktionsskizzen, Bin Laden führt den Deutschen in einen Besprechungsraum, groß wie ein Ballsaal.

Hinter der schalldichten Tür wird Rasch dem Partner seine Ideen für das geheime Großprojekt vorstellen, millionenschwer, wunderschön und wie immer sehr schwierig. Aber Gott, alrahman al-rahim, das weiß Rasch genau, meint es gut mit ihm.

* Vor der Moschee in Medina 1992.

DER SPIEGEL 15/2002
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGEL-Verlag Rudolf Augstein GmbH & Co. KG.

Dieser Artikel ist ausschließlich für den privaten Gebrauch bestimmt. Sie dürfen diesen Artikel jedoch gerne verlinken.
Unter http://www.spiegelgruppe-nachdrucke.de können Sie einzelne Artikel für Nachdruck bzw. digitale Publikation lizenzieren.

DER SPIEGEL 15/2002
Titelbild
Abo-Angebote

Den SPIEGEL lesen oder verschenken und Vorteile sichern!

Jetzt Abo sichern
Ältere SPIEGEL-Ausgaben

Kostenloses Archiv:
Stöbern Sie im kompletten SPIEGEL-Archiv seit
1947 – bis auf die vergangenen zwölf Monate kostenlos für Sie.

Wollen Sie ältere SPIEGEL-Ausgaben bestellen?
Bei Spodats erhalten Sie Ausgaben, die älter als drei Jahre sind.

Artikel als PDF
Artikel als PDF ansehen

ISLAM:
Allahs Schattenmann