22.04.2002

GLOBALISIERUNG Attac sucht Rat

Künftig will sich die Globalisierungskritiker-Organisation Attac, die in Deutschland inzwischen rund 6000 Mitglieder zählt, von einem Wissenschaftlichen Beirat beraten lassen. Dem Gremium, das Gutachten erstellen und die "Problemanalyse" schärfen soll, gehören zahlreiche bekannte Wissenschaftler an - darunter Heiner Flassbeck, einst Berater des früheren SPD-Chefs Oskar Lafontaine. Der frühere Staatssekretär im Bundesfinanzministerium arbeitet heute als Chefökonom für die Uno-Handelsorganisation Unctad. Mitglieder des Beirats sollen ferner sein: der Theologe Friedhelm Hengsbach, der Sozialrichter Jürgen Borchert und der SPD-Bundestagsabgeordnete Ernst Ulrich von Weizsäcker. Weizsäcker leitet im Bundestag die Enquetekommission "Globalisierung der Wirtschaft". Der Beirat soll, so heißt es im bislang unveröffentlichten Konzept von Attac, vor allem Themen bearbeiten, die "für den weiteren Prozess der Globalisierung strategisch bedeutend sind und die politisch und/oder fachlich besonders umstritten sind". Dazu zählt nach Ansicht von Attac etwa der globale Schutz von Patenten auf Lebewesen oder das geplante Welthandelsabkommen für Dienstleistungen.


DER SPIEGEL 17/2002
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