15.07.2002

AFFÄREN Teurer Filz an der Saar

Neue Filz- und Korruptionsvorwürfe erschüttern den saarländischen SPD-Landesverband. Vergangene Woche erhob die Staatsanwaltschaft Anklage wegen Untreue und Steuerhinterziehung gegen den früheren Geschäftsführer der Saarbrücker Entwicklungs- und Sanierungsgesellschaft (ESG), Alfred Kirst. Kirst, 69, einst Vertrauter von SPD-Größen wie Oskar Lafontaine und Reinhard Klimmt, soll die stadtnahe ESG durch Manipulationen bei der Ausschreibung und Vergabe von Großprojekten um rund 700 000 Euro geschädigt haben. Die Staatsanwaltschaft bezichtigt Kirst, er habe befreundeten Architekten, Ingenieuren und Bauunternehmern Millionenaufträge "ohne Wettbewerb" zugeschanzt. Einige Firmen soll er auch zu Spenden an den 1. FC Saarbrücken gedrängt haben, dessen Präsident damals Klimmt hieß. Allein im Sommer 1996 zahlten ESG-Auftragnehmer laut Staatsanwaltschaft 100 000 Euro an den Verein. Kirst, der sich bisher zu den Vorwürfen nicht öffentlich geäußert hat, ist inzwischen aus der SPD ausgetreten.


DER SPIEGEL 29/2002
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGEL-Verlag Rudolf Augstein GmbH & Co. KG.

Dieser Artikel ist ausschließlich für den privaten Gebrauch bestimmt. Sie dürfen diesen Artikel jedoch gerne verlinken.
Unter http://www.spiegelgruppe-nachdrucke.de können Sie einzelne Artikel für Nachdruck bzw. digitale Publikation lizenzieren.