19.08.2002

ARABISCHE EMIRATE Jagd auf Kinderhändler

Durch scharfe Kontrollen, Geldstrafen und Startverbote wollen die Behörden der Vereinigten Arabischen Emirate den Menschenhandel mit kleinen Kindern für die am Persischen Golf hoch beliebten Kamelrennen endlich unterbinden. Bereits seit 1993 ist der Einsatz von Kindern als Jockeys gesetzlich verboten, bislang jedoch ohne nennenswerte Folgen. Immer wieder sorgen Kindesentführungen aus Pakistan oder Bangladesch für Schlagzeilen, erregen schwere Verletzungen der kleinen Jockeys, bisweilen sogar tödliche Stürze die Öffentlichkeit. Ab 1. September wollen die Behörden nun hart durchgreifen, um Minderjährige, die jünger als 15 oder leichter als 45 Kilogramm sind, zu schützen. Besonders gefragt als Jockeys sind bei den Rennen Jungen bis zu zehn Jahren, die zwischen 15 und 17 Kilogramm wiegen. Sie werden auf den Rennkamelen festgebunden und sollen die Tiere durch ihre Angst- oder Schmerzensschreie angeblich sogar zu höherem Tempo anspornen. Menschenrechtsorganisationen beklagen seit Jahren nicht nur das hohe Verletzungsrisiko der Kinder, sondern auch den Menschenhandel mit ihnen. Die meisten der Leichtgewichte werden vom Subkontinent in die Golfstaaten geschmuggelt. Das geschieht oft mit Wissen ihrer Eltern und gegen Geld. Bisweilen werden die Kids aber auch unter Drogen gesetzt und verschleppt. Erst vor wenigen Tagen nahm die pakistanische Miliz in Taftan an der Grenze zu Iran drei Menschenhändler fest, die fünf drei bis neun Jahre alte Kinder durch den Nachbarstaat nach Dubai schleusen wollten.


DER SPIEGEL 34/2002
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