14.10.2002

POPPrince fast privat

Jahrelang machte sich der Mann in einem bizarren Kampf um Unabhängigkeit zum Narren, nun hat er offenbar zu sich zurückgefunden - und zu dem Namen, der ihn einst berühmt machte: Der amerikanische Popstar Prince, in den achtziger Jahren durch Hits wie "Purple Rain" oder "When Doves Cry" berühmt geworden, heißt wieder Prince; und ist diese Woche in Deutschland auf Tournee. In einem bizarren Streit mit dem Musikkonzern Warner, von dessen Verträgen er sich geknebelt fühlte, hatte sich der Musiker in den vergangenen Jahren wechselnde Pseudonyme zugelegt und jede Menge Energie ohne künstlerischen Ertrag verschleudert. Nun fühlt er sich befreit, vertreibt seine CDs wie das aktuelle, rasante Gospel- und Soul-Album "The Rainbow Children" auf eigene Faust über das Internet. Viele Kritiker und eine erstaunliche Zahl von Fans verehren ihn nach wie vor in treuer Ergebenheit, der Vorverkauf für die Deutschland-Tour lief trotz stolzer Preise gut - wohl auch, weil der mittlerweile 44-Jährige von jungen Popstars wie Macy Gray, Alicia Keys und Beck als großes Vorbild gepriesen wird. Alicia Keys hat gar die alte Prince-Nummer "How Come U Don't Call Me Anymore" neu aufgenommen.

DER SPIEGEL 42/2002
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