04.11.2002

KARRIERENAngela rennt

Noch nie hatte eine Frau in Deutschland so viel politische Macht wie Angela Merkel. Vielen Westlern ist die CDU-Chefin aus dem Osten immer noch etwas unheimlich. Förderer staunen darüber, wie virtuos sie Menschen für ihre Ziele gewinnt - oder benutzt. Von Matthias Geyer
Es sind lange, hässliche Gänge, die zu den Anfängen von Angela Merkel führen. Man läuft über einen Plaste-Fußboden, der schon da lag, als es die DDR noch gab, und kommt an einem schallisolierten Raum vorbei, in dem Erich Honecker noch vor wenigen Minuten eine ZK-Sitzung abgehalten haben könnte.
Ehrhart Neubert sitzt in einem Zimmer am Ende des Gangs, ein schmaler Mann mit langen dünnen Haaren, 62 Jahre alt. Er trägt einen grauen Pullover, der so aussieht, als wäre er noch mit Ost-Mark bezahlt worden. Neubert raucht viel, der Dampf seiner Camel-Filter liegt über den Akten, er hat Türme davon in seinem Zimmer. Er ist Fachbereichsleiter für Bildung und Forschung bei der Stasi-Unterlagen-Behörde.
Neubert war der erste Mann im politischen Leben von Angela Merkel, vielleicht war er deshalb der wichtigste. Es ist gut möglich, dass Angela Merkel niemals Politikerin geworden wäre, wenn sie ihn nicht kennen gelernt hätte.
Er war einer der Erfinder des Demokratischen Aufbruchs, die Gründungsversammlung fand in seiner Wohnung statt. Er arbeitete im "Haus der Demokratie" an der Friedrichstraße - und an irgendeinem Tag im Dezember 1989 war sie da. "Sie fragte, ob sie mal zugucken könne", sagt Neubert. Sie begann als Bürohilfe. Dann gab er ihr für ein paar hundert Ost-Mark einen Vertrag als Pressesprecherin.
Er hat sie nur noch ein paar Wochen erlebt. Es war die Zeit, in der der Demokratische Aufbruch damit beginnen musste, richtige Politik zu machen. Es ging nicht mehr um Widerstand, es ging um Interessenvertretung, um Kompromisse, darum, mitzumachen. Neubert hatte sein ganzes Leben in der Opposition verbracht. Er konnte das nicht und zog sich zurück.
Angela Merkel blieb. "Sie hat die Macht, die andere zurückgelassen haben, einfach aufgehoben", sagt Neubert.
Ganz da vorn sitzt sie, auf einem blauen Stuhl in der ersten Reihe, es ist ein paar Minuten vor Sitzungsbeginn im Deutschen Bundestag, und sie wartet auf die Männer. Angela Merkel ist Partei- und Fraktionschefin der Christenunion. Sie ist 48 Jahre alt und die Frau mit der meisten Macht in Deutschland. Die Männer schlagen die Hacken zusammen. Michael Glos steht aufrecht vor ihr und küsst ihr die Hand.
Es ist der Dienstag voriger Woche, Angela Merkel tritt zum ersten Mal als Oppositionsführerin auf. Gerhard Schröder liest seine Regierungserklärung vor, er spricht wie jemand vom Verband der Allgemeinen Ortskrankenkassen - dann kommt sie.
Sie macht kurze schnelle Schritte, ihre Arme fliegen an den Hüften entlang, sie hat den Kopf nach vorn geschoben, sie sieht aus, als wollte sie Schröder wegrammen. Sie nennt ihn "den Kennedy-Verschnitt aus Hannover". Schröder guckt, als täte ihm etwas weh. Sie hat eine Runde gewonnen, schon wieder eine. "Das hat Spaß gemacht", sagt sie.
Am Abend vorher hatte sie noch an den Feinheiten gearbeitet, sie saß in ihrem Büro, von dem aus man die Reichstagskuppel sehen kann. Hinter der Kuppel liegt das Kanzleramt, es ist nicht weit von hier.
Angela Merkel hat meistens müde Augen. Sie trinkt ständig Kaffee. Sie muss wach bleiben, sie darf jetzt nichts falsch machen, sonst stimmt am Ende das Ergebnis nicht. Sie ist mitten in einem Experiment, und wenn es aufgeht, wenn sie alle nächsten Schritte richtig gemacht hat, könnte sie die erste Kanzlerin der Bundesrepublik Deutschland werden.
Man kann es sich sparen, sie danach zu fragen. Vor kurzem hat es Reinhold Beckmann in seiner Talkshow versucht. Ihr Mund wurde spitz, und dann sagte sie: "Den Fall sprechen wir jetzt mal nicht durch."
Sie ist in Templin aufgewachsen, als Tochter eines Pfarrers. Im Wohnzimmer ihres Vaters wurden Gespräche geführt, die draußen keiner hören durfte, sie hat gelernt, misstrauisch zu sein. Wahrscheinlich guckt sie deshalb die Medienleute manchmal an, als kämen die von der Stasi.
Angela Merkel ist von außen in die Bundesrepublik gekommen. Sie musste mehr über das Land nachdenken als die, die in dem Land groß wurden. Vielleicht hat sie es deshalb besser begriffen. "Man sieht die Schwachstellen besser. Man hat einen anderen Blick als jemand, der mit dem System verwoben ist", sagt sie.
Sie wohnt jetzt in Berlin-Mitte, ganz oben in einem Haus gegenüber vom Pergamon-Museum. Im Erdgeschoss ist eine Anwaltskanzlei untergebracht, aber sie sieht den Anwalt nie; wenn er morgens um zehn kommt, ist sie schon wieder weg. Die Kanzlei gehört Lothar de Maizière.
Merkel war de Maizières stellvertretende Pressesprecherin, damals, als er der erste und letzte frei gewählte Regierungschef der DDR war. De Maizière ist nicht mehr so dünn wie damals, als er neben Helmut Kohl
immer aussah wie jemand, der im Osten nicht genug zu Essen gekriegt hat.
"Ich habe ihr zweimal angeboten: Wenn du Zeit hast, komm vorbei, eine Tasse Kaffee kriegst du immer", erzählt de Maizière. "Aber sie ist leider noch nicht ein Mal hier gewesen. Ich habe das Gefühl, dass Angela Berührungsängste hat mit allen Leuten, die sie in ihrer Karriere gefördert haben oder mal wichtig waren."
Lothar de Maizière versteht das nicht. Er ist Jurist. Sie ist Physikerin. Physiker denken anders als Juristen. Wahrscheinlich wird er sie nie ganz verstehen.
Früher hat Angela Merkel in Physiklabors chemische Reaktionen beobachtet. Sie musste ausrechnen, wie lange es dauert, bis Kohlenwasserstoffmoleküle unter hohen Temperaturen zerfallen, um dann Kohlenwasserstoffketten zu bilden. Heute beobachtet sie Berufspolitiker und rechnet sich aus, wie es weitergehen wird. Vielleicht ist diese Berliner Republik so etwas wie Angela Merkels großes Versuchslabor. "Ich denke vom Ende her, aber induktiv, ich reihe eine Perle an die nächste", sagt sie.
Wenn man Lothar de Maizière fragt, was der Unterschied ist zwischen seiner früheren Pressefrau und der CDU-Chefin von heute, dann sagt er: "Sie ist wie eine Westpolitikerin geworden. Sie hat Spaß daran wie jemand, der eine Marionette bewegt: Wenn ich an dieser Strippe ziehe, dann wackelt''s da. Es ist der Spaß an der Herrschaft über die Mechanik, aber auch an der Herrschaft über Menschen."
Sie ist umstellt von Männern, deshalb achtet sie darauf, dass sie immer mächtig wirkt. Sie hat vor längerer Zeit in der "FAZ" einen Beitrag gelesen, der davon handelte, dass ihr die Aura der Macht fehlt, und sprach mit Vertrauten darüber, weil sie das ändern wollte. Sie bekam viele Ratschläge: dass sie niemals zu den Leuten gehen soll, sondern dass die Leute zu ihr kommen müssen. Dass sie eine Handtasche tragen soll, wie Maggie Thatcher sie hatte. Dass sie niemals allein irgendwo auftaucht, sondern immer mit Begleitern. Sie fand das alles nicht dumm. Sie lässt inzwischen ganz gern die Leute zu sich kommen. Wenn ein Mann sie fragt: "Wollten Sie zu mir?", dann antwortet sie: "Nein, Sie wollten zu mir."
Es funktioniert. "Netzwerke spinnen, Deals machen", vermutet Angela Merkel, seien Fähigkeiten, die man gemeinhin eher in männlichen Skatrunden findet. Aber das kann sie auch, "inzwischen ganz gut sogar".
Vor wenigen Wochen hat der CDU-Bundestagsabgeordnete Volker Kauder ein neues Büro bezogen. Es ist ein paar Quadratmeter größer als ein normales Abgeordnetenbüro, und er kann jetzt auch auf die Kuppel gucken. Kauder war mal einer der größten Gegner, die Angela Merkel hatte. Kauder hat Stimmung gegen sie gemacht, er war gegen die von ihr angestrebte Kanzlerkandidatur. Er traute ihr nicht zu, dass sie das kann.
Kauder saß in Berlin in den hinteren Reihen. Als Merkel Fraktionschefin der Union wurde, rief sie ihn an und bot ihm den Posten des Ersten Parlamentarischen Geschäftsführers an. In diesem Amt macht man die Drecksarbeit für einen Fraktionschef, aber man steigt auch auf dabei.
"Mit allem habe ich gerechnet", sagt Kauder, "aber damit nicht."
Er sitzt im Bundestag neuerdings in der ersten Reihe, direkt neben ihr. "Zu kluger Machtpolitik gehört es eben, Mehrheiten zu organisieren", sagt Frau Merkel.
Ehrhart Neubert, der Mann, durch den sie Politikerin wurde, sieht hinter den Türmen von Akten hervor, die in seinem Zimmer stehen, und sagt: "Nach Hannah Arendt ist Macht die Fähigkeit, Beziehungen herzustellen und diese Beziehungen zu konsolidieren." Angela Merkel habe das schon damals gekonnt. Der Unterschied zu früher sei, dass sie nicht mehr nur in Lücken reinspringe, die andere frei machten. "Inzwischen kann sie auch Situationen schaffen, in denen Lücken entstehen." Man habe das am Beispiel von Friedrich Merz schön beobachten können, sagt Neubert.
Merz hatte als Fraktionschef die Macht, die Merkel noch fehlte. Dieses Mal hat sie auf die Kanzlerkandidatur verzichtet, weil die meisten Männer, auch Merz, meinten, Stoiber könne das besser. Manchmal, wenn Stoiber während der Morgenkonferenzen einen Satz anfing und den dann ins Nirgendwo ausfliegen ließ, hat sie den Satz für ihn an ein Ende gebracht.
Sie war loyal, aber jetzt ist sie dran. Merkel hat Merz aus dem Weg geräumt, so wie man Bäume umhaut, wenn man eine neue Autobahn bauen muss.
Vier Wochen danach ist sie im Flugzeug unterwegs, es ist Sonntag, sie kommt von Düsseldorf und muss nach Berlin. Sie sitzt auf Platz 3D und liest die neuen Zeitungen. In den Zeitungen steht, dass Merz gekränkt ist, dass er diese Niederlage nicht vergisst, dass er ein starker Gegenspieler für sie werden kann und dass sie dann nicht nur auf den Hessen Roland Koch aufpassen muss, der in vier Jahren natürlich auch Kanzler werden will.
Bevor diese Artikel erschienen waren, hatte sie eine Stunde lang mit Merz geredet und ihm angeboten, ihr Stellvertreter zu werden. Sie brauchte ihn, weil sie weiß, dass er auf dem weiten Feld der Wirtschaft der Beste ist, den die Union hat. Merz sollte der Gegenspieler zum Superminister
Clement werden, der Super-Vize-Fraktionschef gewissermaßen. Sie hatte danach auch noch mal mit ihm telefoniert, es war eigentlich alles klar, und jetzt liest sie so was. Sie steckt die Zeitungen in ihre Handtasche zurück, dann packt sie Briefpapier aus und einen grünen Stift. Sie schreibt Merz einen Brief. Sie macht ihr Angebot noch einmal schriftlich, zur Sicherheit.
Die mächtigste Frau Deutschlands hat eine klare, runde Handschrift, sie würde in der Schule beim Schönschreiben gewinnen. Wenn man nur ihre Handschrift kennen würde, könnte man meinen, sie sei noch immer Helmut Kohls "Mädchen". Man würde sie wieder unterschätzen.
Vielleicht hat dieser Brief noch gefehlt. Jedenfalls sagte Merz zu, nachdem er ihn gelesen hatte. Mit Merz war es wie mit einem Kohlenwasserstoffmolekül. Erst ist es unter großer Hitze zerfallen, und dann hat es mit anderen eine Kette gebildet. Es war nur eine Frage der Zeit.
Es ist schon lange dunkel draußen, die CDU-Chefin ist noch in ihrem Büro, die Kuppel vom Reichstag ist erleuchtet, man sieht ein paar Touristen, die darin spazieren gehen. "Als ich zum ersten Mal im Kabinett saß, habe ich gedacht, ich bin hier auf Besuch." Sie betreibt gerade mal zwölf Jahre Politik, aber sie war schon von allem etwas. Sie war Frauenministerin, Umweltministerin, Generalsekretärin, sie wurde Parteichefin und jetzt Fraktionschefin. Die Frage ist, ob sie sich noch über sich wundern kann.
Sie überlegt etwas länger als sonst. Dann sagt sie: "Wenn ich mehr Zeit hätte, dann würde ich mich über mich wundern." Man könnte fast Mitleid kriegen bei so einem Satz. Wahrscheinlich bedeutet er aber nichts anderes, als dass sie nicht so gern zurückguckt. Sie hat meistens eine Armbanduhr vor sich liegen, wenn sie Gespräche führt. Es gibt noch immer etwas danach zu tun, was wichtiger zu sein scheint. Sie muss ständig weiter.
Als Angela Merkel noch in der DDR lebte, ging sie jeden Donnerstagabend mit einer Freundin in die Damensauna. Der 9. November 1989 war ein Donnerstag. Im Fernsehen sah sie Günter Schabowski, der etwas von "Privatreisen nach dem Ausland" stammelte. Die meisten Berliner gingen an die Grenzübergänge - Merkel ging in die Sauna. Als sie zurückkam, war die Grenze an der Bornholmer Straße auf. Sie lief einfach den anderen hinterher, mit ihrer Saunatasche in der Hand.
So hat sie es immer gemacht. Sie beobachtete erst mal, wohin sich die Dinge entwickelten, dann rannte sie los und blieb nicht mehr stehen. Manche behaupten, Merkel habe auf ihrem Weg nach oben jede Menge Männer geopfert.
Wenn Wolfgang Schäuble über Angela Merkel spricht, beugt er sich manchmal in seinem Rollstuhl nach vorn und guckt an die Decke. "Sie ist einer der intelligentesten Menschen, die ich in der Politik kennen gelernt habe", sagt er dann. Er macht den Eindruck, als müsse er sich zu diesem Satz quälen.
Schäuble war mal genauso mächtig, wie sie es jetzt ist. Als er nach Helmut Kohl Parteichef wurde, machte er sie zur Generalsekretärin. Dann flogen Helmut Kohls schwarze Kassen auf, die Spendenaffäre klebte an der CDU und an ihrem Vorsitzenden Schäuble, und die Generalsekretärin veröffentlichte einen Artikel in der "FAZ". Es hieß darin, die CDU müsse sich von Kohl befreien. "Die Partei muss laufen lernen", schrieb sie.
Angela Merkel hat mit diesem Artikel gleich zwei Männer erledigt, Kohl und Schäuble. Schäuble wusste nichts von dem Beitrag, und er selbst hätte die Partei niemals von Kohl befreit, weil ihm der Mut dazu fehlte. De Maizière sagt, Merkel habe mit diesem Brief die Strategie der Partei an Schäuble vorbei bestimmt: "Sie hat ihn demontiert, auf Deutsch gesagt."
"Ha ja", sagt Schäuble. Ha ja heißt bei ihm immer, dass er etwas kleiner machen will, als es ist.
Er braucht sie ja noch. Sie hat ihn in der Fraktion als einen ihrer Stellvertreter durchgesetzt. Ohne sie wäre er jetzt nur ein gestürzter Parteichef mit einem einfachen Bundestagsmandat. Auch sie braucht ihn noch. Sie muss die Richtung bestimmen. Schäuble hat schon Kohl geholfen, als der die Richtung suchte.
Von Wolfgang Schäuble weiß die CDU, warum er ausgerechnet in dieser Partei ist. Von Angela Merkel weiß die CDU das immer noch nicht so genau.
Die Pfarrerstochter wuchs in einem linken Milieu auf, und sie hat damals, als die Mauer gerade weg war, auch bei der SPD vorbeigesehen. Aber bei der SPD sprach man sich mit "Genosse" an und sang "Brüder, zur Sonne, zur Freiheit", und deshalb gefiel es ihr da nicht. Sie ging zum Demokratischen Aufbruch, und der ließ sich irgendwann von der CDU verschlucken.
Manchmal ist sie in ihrer Partei noch immer so fremd wie damals bei der SPD. Als die letzte Wahl verloren war, hat sie eine kleine Debatte losgetreten, es war gewissermaßen ein Experiment im Experiment. Sie sagte, um die Leute in den Städten zu erreichen, müsse sich die CDU auch anderen Lebensformen öffnen. Natürlich gab es Geschrei. Für Angela Merkel geht es um Mehrheiten. Für die Konservativen geht es ums Prinzip.
Jörg Schönbohm ist ein Konservativer. Der Innenminister von Brandenburg ist 65 Jahre alt, er macht jetzt keine Karriere mehr. "Wofür Frau Merkel steht", sagt er, "ist nicht so schnell so klar erkennbar wie bei anderen gestandenen CDU-Politikern." Dann brummt er: "Wir passen schon auf."
Wir. Die Männer aus dem Westen. Sie ist eine Frau aus dem Osten. Sie sind sich noch immer nicht geheuer.
Neulich, am 3. Oktober, sind sie zum Festakt der Deutschen Einheit zusammengekommen, die ganzen Männer aus dem Westen und die Frau aus dem Osten. Es gab einen Empfang im Konzerthaus am Gendarmenmarkt, Angela Merkel stand etwas am Rand und guckte sich die Männer an. Die Männer nickten immer freundlich, wenn sie sie sahen.
"Manchmal komme ich mir vor, als wenn ich in einem permanenten Fernseh-Interview wäre", sagt sie. Sie mag keine Fernseh-Interviews. Sie fühlt sich zu sehr beobachtet. Die Leute vor dem Fernseher könnten darauf warten, dass sie einen Fehler macht, und manchmal glaubt sie, dass auch die CDU-Männer aus dem Westen darauf warten.
Sie hat noch vier Jahre vor sich. Sie darf nicht viel falsch machen in diesen vier Jahren, sonst kommt Roland Koch aus seinem Versteck und wird Kanzlerkandidat. Koch sagt nichts über Merkel, er wartet nur.
Ehrhart Neubert sitzt unten vor dem Eingang zur Stasi-Behörde auf seinem Fahrrad, er will nach Hause, in die Wohnung, wo der Demokratische Aufbruch gegründet wurde. Bevor er losfährt, sagt er noch: "Sie wird es werden. Sie wird Kanzlerin." Angela Merkel hebt die Macht auf, die andere fallen lassen, sagt er. Sie lässt sie nicht fallen.
* Oben: in einer Fischerhütte im Ostseebad Baabe auf Rügen; rechts: am 12. September 1990 auf dem Flug zum Zwei-plus-Vier-Außenministertreffen in Moskau. * Links: im Mai 1998 auf dem CDU-Parteitag in Bremen; rechts: Ende September im Bundestag.
Von Matthias Geyer

DER SPIEGEL 45/2002
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