29.04.1953

Mißtrauen

Unter Vorsitz des heutigen US-Hochkommissars für Deutschland, James B. Conant, gründeten vor zwei Jahren angesehene amerikanische Bürger ein "Mißtrauens-Komitee", weil sie den offiziellen Kommissionen und Berichten aus Washington wenig Glauben schenkten. Die Organisation schickt ihre eigenen Experten in alle Welt, um unabhängige Berichte zu erhalten. Vor kurzem kehrte unter der Leitung des Generals William J. Donovan eine

sechsköpfige Asien-Kommission von Formosa zurück, die berichtete, daß Tschiang Kai-scheks Armee so gut wie keine Munition besitze. Sie habe jetzt Anweisung geben müssen, daß für Ausbildungszwecke je Gewehr und Maschinengewehr wöchentlich nur drei Schuß abgefeuert werden dürfen. Die Artilleriemunition reiche kaum für drei Tage. Die Kommission bezeichnete die Ansicht, daß Tschiang Kai-schek ernstlich kommunistische Kräfte binden könne, als eine typisch amerikanische Wunschvorstellung.


DER SPIEGEL 18/1953
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