16.12.1953

Hermann Staudinger

Hermann Staudinger, 72, Professor der Chemie in Freiburg, berichtete letzte Woche anläßlich der Entgegennahme des Nobelpreises für seine Entdeckung der Makro-(Riesen-)Moleküle in Stockholm vor der Presse, wie er während der Reichsmarkzeit seine Forschungsarbeiten finanziert hat. Er habe künstlichen Pfeffer hergestellt, der sogar besser, wenn auch erheblich teurer gewesen sei als Naturpfeffer. "Damals versuchte ich auch, synthetischen Kaffee zu machen, aber der wurde weniger gut." Professor Hans Adolf Krebs, 53, seit 1933 in London lebender deutscher Emigrant und Träger des diesjährigen Nobelpreises für Medizin, klärte die Schweden ebenfalls über privatfinanzielle Probleme auf: "Das erste, was ich mir von dem Nobel-Geld kaufen werde, ist ein erstklassiger Füllhalter."

DER SPIEGEL 51/1953
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGEL-Verlag Rudolf Augstein GmbH & Co. KG.

Dieser Artikel ist ausschließlich für den privaten Gebrauch bestimmt. Sie dürfen diesen Artikel jedoch gerne verlinken.
Unter http://www.spiegelgruppe-nachdrucke.de können Sie einzelne Artikel für Nachdruck bzw. digitale Publikation lizenzieren.