17.03.2003

INTERNET

Afghanistan online

Vor acht Monaten saß Mohammed Masoom Stanakzai, Afghanistans Minister für Kommunikation, im fünften Stock seines Ministeriums in Kabul, und er beschrieb den Weg, der Afghanistan vom 12. in das 21. Jahrhundert führen soll: erst die Bodenstationen für Satelliten, dann die High-Speed-Knoten für das Internet, schließlich Mikrowellen-Verbindungsstationen und Glasfaserkabel. So ist die Infrastruktur eines modernen Staats beschaffen, und zu ihr gehört auch eine eigene Länderkennung im Internet. Deutschland hat sein ".de", Großbritannien ".uk", Afghanistan hatte nichts. Auch das wollte Stanakzai ändern. In der vergangenen Woche endlich hat Afghanistan von der ICANN, dem obersten Internet-Gremium, sein ".af" bekommen: "Das ist", sagt Stanakzai, "ein Schritt in Richtung eines souveränen Staats." Die ersten Netzadressen wurden an Ministerien vergeben. Wer sie eintippt, landet jedoch nicht bei einem Rechner in Afghanistan, sondern in New York, bei der Uno. Der Grund: In Afghanistan kann noch kein sicherer Betrieb der Computer garantiert werden.


DER SPIEGEL 12/2003
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