07.07.2003

THEATER Im Inneren der Körper

Der Abend "LSD" von René Pollesch, so kündigt das Staatstheater Stuttgart bedeutungsschwer an, beschreibe Drogen "als Konsumgüter, als Erlebniskauf und Technologien des Selbst, mit Hilfe deren sich Kontrolle und Steuerung ins Innere der Körper verlängern lassen". Wie bitte? Aber keine Bange: Die Abende von Regie-Desperado Pollesch sind allemal sinnlicher und chaotischer als das, was theorieverliebte Dramaturgen-Dichter ihnen vorab anhängen wollen. In Stuttgart glänzte Pollesch, 41, zuletzt 2001 mit "Smarthouse (1+2)", einer Produktion, die wegen ihres im Theaterbetrieb mittlerweile legendären Schreiwettbewerbs auf offener Bühne bei Pollesch-Parteigängern Kultstatus genießt. In gleicher Besetzung geht der Regisseur, der seine Textcollagen am liebsten selbst verfertigt, am kommenden Freitag nun mit seinem "LSD"-Spektakel an den Start.


DER SPIEGEL 28/2003
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