22.09.2003

PRESSE

Diekmann macht die taz

Feindlich übernehmen lässt sich in Zeiten der andauernden Flaute auf dem Medienmarkt nun die Berliner Tageszeitung "taz" - allerdings freiwillig, auf eigene Anregung und nur für einen Tag. Aus Anlass des 25-jährigen Bestehens des Blattes haben die Zeitungsmacher ihre "Lieblingsfeinde" eingeladen, am kommenden Freitag im Berliner Redaktionsgebäude an der Samstagsausgabe mitzuarbeiten - allen voran "Bild"-Chef Kai Diekmann, mit dem die "taz" im vorigen Jahr wegen eines satirischen Beitrags zum Thema Penisverlängerung monatelang im juristischen Clinch lag. Diekmann hat zugesagt - wie auch Ex-BDI-Chef Hans Olaf Henkel, Fernsehpfarrer Jürgen Fliege und Ex-Verteidigungsminister Rudolf Scharping. Springer-Mann Peter Boenisch unterbricht eigens seinen Urlaub. Die Gäste sollen mit dem "taz"-eigenen Redaktionssystem vertraut gemacht werden und selbst Beiträge verfassen, Diekmann will auch Grafiker mitbringen. Nicht alle "taz"-ler waren von der Idee begeistert: Widerstand kam vor allem aus der Kulturredaktion sowie aus dem Verlag, wo noch einige Mitarbeiter der ersten Stunde arbeiten. Ein Zugeständnis an die alternativen Anfänge immerhin wird gemacht: Diekmanns Anspruch auf die Chefredaktion wurde nicht einfach geschluckt, er muss sich ganz basisdemokratisch wählen lassen. Ihren Lieblingsfeinden traut die "taz" offenbar einiges zu: Die Kioskauflage soll am Sonnabend um bis zu 30 000 Exemplare erhöht werden.


DER SPIEGEL 39/2003
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