09.02.2004

GESTORBENAlan Bullock

Alan Bullock , 89. Zum Ritter schlug ihn die Queen, dem adligen Oberhaus gehörte er seit 1976 an - doch auf Titel legte der berühmte Historiker mit dem schrägen Nachnamen (zu Deutsch "Ochse") keinen Wert. Wenn er sich vorstellte, tat der Engländer dies mit den Worten: "Bullock by name, and bullock by nature." Bereits 1952 brachte Bullock eine wuchtige Hitler-Biografie heraus. Mit seinen Kollegen Hugh Trevor-Roper und A. J. P. Taylor bildete er das Oxforder Triumvirat, das die Hitler-Forschung maßgeblich beeinflusst hat. Die Beschäftigung mit der Frage, "warum es zu alledem kam", mündete 1991 in sein Alterswerk "Hitler und Stalin - Parallele Leben", in dem er den Vergleich zwischen den Diktatoren und ihren Systemen wagte. "Ich glaube nicht an Theorien", bekannte Bullock einmal freimütig - er lieferte nüchterne Analysen zur Zeitgeschichte, klar und brillant formuliert. Alan Bullock starb am 2. Februar in Oxford.

DER SPIEGEL 7/2004
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