16.02.2004

GESTORBENRyszard Kuklinski

Ryszard Kuklinski , 73. Der Oberst spaltet noch immer die polnische Nation: Die einen halten ihn für einen "Spion der Freiheit", die anderen für einen Verräter. Kuklinski machte nach dem Krieg im polnischen Heer Karriere. Er war an den Vorbereitungen zur Invasion in der Tschechoslowakei 1968 beteiligt. Doch 1972 wechselte er die Seite. Als Stabsoffizier versorgte er die CIA mit über 35 000 Seiten Geheimmaterial. Dank ihres Maulwurfs kannten die Amerikaner sowjetische Pläne für den Einsatz von Atomwaffen, wussten über die Niederschlagung der Gewerkschaft Solidarität und die Verhängung des Kriegszustandes 1981 im Voraus Bescheid. Im selben Jahr setzte sich Kuklinski ab - während einer Feier zum Jubiläum der Oktoberrevolution in der Sowjetbotschaft in Warschau. Er unterzog sich einer Gesichtsoperation und lebte fortan mit neuer Identität in den USA. Erst 1998 konnte er sein Heimatland besuchen. Kuklinski hat immer wieder beteuert, nicht aus Geldgier zum Spion geworden zu sein. Vielmehr habe er sich zum Gegner des diktatorischen Sowjetsystems entwickelt. Ryszard Kuklinski starb am 10. Februar in Tampa, Florida, an einem Schlaganfall.

DER SPIEGEL 8/2004
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


DER SPIEGEL 8/2004
Titelbild
Abo-Angebote

Den SPIEGEL lesen oder verschenken und Vorteile sichern!

Jetzt Abo sichern
Ältere SPIEGEL-Ausgaben

Kostenloses Archiv:
Stöbern Sie im kompletten SPIEGEL-Archiv seit
1947 – bis auf die vergangenen zwölf Monate kostenlos für Sie.

Wollen Sie ältere SPIEGEL-Ausgaben bestellen?
Hier erhalten Sie Ausgaben, die älter als drei Jahre sind.

Artikel als PDF
Artikel als PDF ansehen

GESTORBEN:
Ryszard Kuklinski

  • Safaritour: Touristen treffen wütende Elefantenherde
  • Plasmablitze in der Mikrowelle: Das Weintrauben-Experiment
  • Unfall bei Flugshow: Kampfflieger kollidieren in der Luft
  • Daytona 500: Massenkarambolage bei US-Rennen