21.02.2004

GESTORBENJohanna Olbrich

Johanna Olbrich , 78. Wie alle Agenten aus Honeckers Reich trug sie einen Decknamen - Sonja Lüneburg. Die angebliche Frisörin war studierte Lehrerin, und sie ließ sich 1966 in die Bundesrepublik einschleusen, weil sie - Marxistin und überzeugte Antifaschistin - ihrem Regime helfen wollte. Als Sekretärin arbeitete sie erst für den FDP-Bundestagsabgeordneten (und DDR-Spion) William Borm, später saß sie sogar im Vorzimmer des FDP-Wirtschaftsministers Martin Bangemann. Sie verriet nicht nur Parteiinterna, sondern auch politisch Brisantes - Details über die Vorbereitung der Ostverträge, das Transitabkommen oder den Grundlagenvertrag. Als Olbrich 1985 in Rom ihre Papiere verlor, wurde sie in die DDR zurückbeordert. Olbrich alias Lüneburg, 1996 rechtskräftig wegen Spionage zu 21 Monaten Haft verurteilt, arbeitete seit einiger Zeit an ihren Memoiren. Johanna Olbrich starb am 18. Februar in Bernau bei Berlin.

DER SPIEGEL 9/2004
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