15.03.2004

„Schwarze Löcher in der Seele“

Salomon Korn, Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, über die Judenfeindlichkeit in der Bundesrepublik, die Berliner Antisemitismus-Konferenz der OSZE und den Mel-Gibson-Film „Die Passion Christi“
SPIEGEL: Herr Korn, die jüdischen Gemeinden in Deutschland fühlen sich von einem wachsenden Antisemitismus bedroht. Teilen Sie diese Empfindung?
Korn: Ich hatte immer den Eindruck, dass der Antisemitismus hier nicht spürbar zunimmt. Er zeigt sich mal offener, mal weniger deutlich, aber die Umfragedaten, die ich kenne, weisen seit Jahren auf 15 bis 20 Prozent der Bevölkerung hin, die judenfeindlich eingestellt sind, also bis zu 16 Millionen Menschen. Das wird sich kurzfristig auch nicht ändern, weil der Antisemitismus über Jahrhunderte gewachsen ist und nur über einen langen Zeitraum abnehmen kann.
SPIEGEL: Woher resultiert dann das gesteigerte Bedrohungsgefühl?
Korn: Zum einen treten Antisemiten heute dreister auf, begünstigt durch einen militanter werdenden islamischen Antisemitismus im europäischen Ausland. Zum anderen liegt es paradoxerweise auch daran, dass die Demokratie funktioniert. Die Medien reagieren schnell auf antisemitische Aktionen und heben diese immer wieder ins öffentliche Bewusstsein. Das ist ein Akt sich aufschaukelnder Aufmerksamkeit.
SPIEGEL: Nach einer - allerdings umstrittenen - EU-Studie war in Westeuropa eine "Welle antisemitischer Zwischenfälle" zu beklagen. Die Täter seien vielfach junge Muslime gewesen. Fürchten Sie eine Radikalisierung unter Türken in Deutschland?
Korn: Das gibt es allenfalls in abgemilderter Form. Die türkischen Muslime kommen aus der Tradition eines Staates, in dem seit den zwanziger Jahren Staat und Religion getrennt sind. Da hat man ein ganz anderes, entspannteres Verhältnis zu Juden als in jenen nordafrikanischen Ländern, aus denen die Muslime stammen, die heute in Frankreich, England oder anderen Ländern Westeuropas leben.
SPIEGEL: Wie erklären Sie sich die neue Welle des Antisemitismus bei unseren Nachbarn?
Korn: Antisemitismus unter Muslimen gibt es schon über hundert Jahre. Das ist nichts Neues. Die Aktivierung kommt durch globale Ereignisse: den 11. September, den Irak-Krieg und die Intifada. Da spielt auch eine Rolle, dass sich Menschen aus islamischen Ländern zunehmend dem Westen unterlegen fühlen.
SPIEGEL: Wieso richtet sich das gegen Juden?
Korn: Wir gelten als Mitbegründer der christlichen Religion, stehen für Kosmopolitismus, westliche Zivilisation und sind in den islamischen Ländern jahrhundertelang zwar geduldet worden, wurden aber auch verachtet. Juden waren dort niemals gleichberechtigte Bürger.
SPIEGEL: Die Angst von Modernisierungsverlierern hat schon im letzten Jahrhundert dem Antisemitismus Auftrieb gegeben. Droht sich diese Entwicklung infolge der Globalisierung zu wiederholen?
Korn: Möglicherweise ja, und das macht mir große Sorgen. Wie kann man einen Strom, der immer breiter wird - und die Globalisierung scheint mir ein Strom zu sein, der immer breiter wird -, kanalisieren? Vielleicht stehen wir vor einem Phänomen, das wir nie in den Griff bekommen werden.
SPIEGEL: Glauben Sie, dass eine Lösung des Nahost-Konflikts dem Antisemitismus das Wasser abgraben würde?
Korn: Mit Ausnahme jener radikalen Islamisten, die in Israel immer den bedrohlichen Vorposten westlicher Zivilisation sehen werden, würde der Antisemitismus unter Arabern wahrscheinlich zurückgehen, weil eine der Ursachen der arabischen Judenfeindlichkeit damit entfiele. Diese ist zudem nicht so alt wie die europäische und sitzt auch nicht so tief. Auf den klassischen Antisemitismus der Europäer würde eine Beendigung des Nahost-Konflikts allerdings keinen Einfluss haben. Antisemiten im linken wie im rechten Spektrum fühlen sich immer durch alles bestätigt, selbst durch das Gegenteil dessen, was sie eben noch vertreten haben.
SPIEGEL: In Deutschland läuft in dieser Woche der umstrittene Film "Die Passion Christi" von Mel Gibson an. Ihr Amtsvorgänger Michel Friedman wirft Gibson "Antisemitismus unter dem Deckmantel eines Films" vor. Tun Sie das auch?
Korn: Man muss schon eine eigenartige religiöse Überzeugung haben, sado-masochistisch veranlagt sein und darf Kitsch nicht scheuen, um eine solche Gewaltorgie zu inszenieren und zu mögen. Antisemiten wird er in ihrer Anschauung über Juden nur bestätigen.
SPIEGEL: Und Nicht-Antisemiten?
Korn: Dieser Film ist ein Blutrausch, der jede wie auch immer beabsichtigte Botschaft ertränkt.
SPIEGEL: Im vergangenen November wurde eine Umfrage veröffentlicht, nach der 59 Prozent der EU-Bürger Israel als das größte Problem für den Weltfrieden bezeichnen. Der Schriftsteller Leon de Winter etwa sieht darin einen Beleg für wachsenden Antisemitismus.
Korn: Ich vermag nicht die Motive der Fragesteller zu beurteilen. Aber die Fragen wurden nicht umfassend gestellt. Es wurde im Zusammenhang mit dem Nahost-Konflikt nicht nach den Palästinensern, sondern nur nach Israel gefragt. Dennoch lässt das Ergebnis erschrecken. Man kann eine solche Wahrnehmung nicht als normal bezeichnen.
SPIEGEL: In der liberalen Öffentlichkeit Deutschlands gab es über Jahrzehnte hinweg eine besondere Sympathie für Israel.
Korn: Ja, solange Israel der David war. Als es nach dem Sieg im Sechs-Tage-Krieg 1967 zum Goliath wurde, ging auch die Sympathie zurück, bis hin zu dem Vergleich der Israelis mit Nazis und der Palästinenser mit Juden. Da geht es dann vor allem um Schulddruckabfuhr: Die Israelis sind genau so schlimm, wie die Nazis einst waren, also können die Nazis nicht so schlimm gewesen sein. Diese Waagschalenmentalität lässt sich insbesondere bei jenen beobachten, denen das Schicksal der Palästinenser sonst ziemlich egal ist.
SPIEGEL: Woran denken Sie dabei?
Korn: Die Ermordung Tausender Palästinenser in Jordanien 1970 oder die vielen palästinensischen Opfer im libanesischen Bürgerkrieg haben nicht annähernd die Reaktion ausgelöst wie das, was in Sabra und Schatila geschah ...
SPIEGEL: ... christliche Milizen hatten in den beiden Flüchtlingslagern im Libanon 1982 Hunderte Menschen ermordet ...
Korn: ... und israelische Soldaten sind nicht eingeschritten.
SPIEGEL: Sie sind 1947 aus Polen in die spätere Bundesrepublik gekommen und in Frankfurt aufgewachsen. Wurden Sie als Jugendlicher im Alltag mit Antisemitismus konfrontiert?
Korn: Nur in Ausnahmefällen. Es kam vor, dass jemand, der genau wusste, wen er vor sich hatte, fragte: Was sind Sie denn für ein Landsmann? Da habe ich dann gesagt: Ich bin polnischer Jude, habe sozusagen die doppelte Diskriminierung auf den Tisch gepackt - meist lief es dann besser.
SPIEGEL: Ihre Eltern haben zahlreiche Angehörige im Holocaust verloren. Wurde bei Ihnen zu Hause über das Familienschicksal gesprochen?
Korn: Viele der Überlebenden konnten aus Scham nicht über das Erlebte zu ihren Kindern sprechen. Meine Eltern auch nicht. Ich habe dann im Keller unseres Hauses Bücher mit furchtbaren Fotos von KZ-Häftlingen gefunden. Ich war damals elf Jahre alt und kann mich noch ganz genau an die Situation erinnern: Die Sonne schien, doch mir ist noch nie ein Tag so schwarz vorgekommen.
SPIEGEL: Wurde die Traumatisierung der Opfer durch das Schweigen an die nächste Generation weitergegeben?
Korn: Ja, das Unausgesprochene geht - sozusagen als schwarze Löcher in der Seele - auf die zweite Generation über, die ihrerseits einen Teil davon weitergibt. Erst die vierte Generation kann frei davon sein. Und wir sind gerade in der Mitte dieses Prozesses. Nach allem, was zwischen 1933 und 1945 geschehen ist, ist es hier normal, dass nicht alles normal ist.
SPIEGEL: Vor der letzten Bundestagswahl hat der FDP-Politiker Jürgen Möllemann in einem Flugblatt behauptet, Israels Premierminister Ariel Scharon lehne einen Palästinenserstaat ab und missachte Entscheidungen der Uno. Außerdem erklärte Möllemann, dass Ihr Vorgänger Friedman das Vorgehen der Scharon-Regierung verteidigt habe und ihn, Möllemann, fälschlicherweise als Antisemiten abstemple. In der Öffentlichkeit wurde Möllemanns Aktion als antisemitisch kritisiert - wir behaupten, dass viele Menschen bis heute nicht wissen, warum eigentlich. Können Sie das erklären?
Korn: Es wäre falsch, Möllemann als Antisemiten zu bezeichnen. Aber er hat billigend in Kauf genommen, antisemitische Assoziationen hervorzurufen. Das Problem beim Antisemitismus ist die Unschärfe des Begriffs. Eine klare Abgrenzung - vom eliminatorischen, also mörderischen Antisemitismus einmal abgesehen - gibt es nur selten. Dennoch steht für mich außer Zweifel, dass Möllemann wusste, was er tat.
SPIEGEL: Sie würden das Flugblatt also nicht als antisemitisch bezeichnen?
Korn: Im strengen Sinne nicht. Möllemann hat einzelne Puzzleteile genommen, sie schwebend im Ungefähren gelassen und nicht zu einem antisemitischen Wort oder Begriff zusammengesetzt. Das hat er anderen überlassen, wohl wissend, dass die Botschaft verstanden wird.
SPIEGEL: Scharon und der israelische Botschafter in Berlin, Schimon Stein, neigen dazu, Kritik an Israels Umgang mit dem Palästinenserproblem als antisemitisch zu brandmarken.
Korn: Gegen sachliche Kritik ist nichts einzuwenden. Man darf nicht vergessen: Die schärfsten Kritiker Scharons sitzen in Israel. Allerdings ist es in Deutschland für Juden wie Nichtjuden schwierig, neutral zu bleiben. Letztere neigen dazu, Israel aus schlechtem Gewissen vieles zuzubilligen, oder möchten den Schulddruck loswerden. Für viele Juden wiederum ist Israel das Land, in das sie fliehen würden, falls sie noch einmal die Koffer packen müssten. Und deshalb möchten sie Israel nicht beschädigen.
SPIEGEL: Wann ist aus Ihrer Sicht die Grenze der legitimen Kritik an Israel überschritten?
Korn: Das kann man nur im Einzelfall sagen.
SPIEGEL: Im Jüdischen Museum in Wien läuft die Ausstellung "Kosher Nostra" über jüdische Gangster in Amerika. Besucher warfen den Ausstellungsmachern vor, dem Antisemitismus Vorschub zu leisten. Stören auch Sie sich daran?
Korn: Mir ist lieber, dass einmal zu viel als zu wenig Alarm geschlagen wird. Dennoch: Kosher Nostra ist eine witzige Formulierung. Ich habe immer gesagt, wir sind erst dann in der Normalität angekommen, wenn im deutschen Fernsehen sich jüdische Komiker über Juden lustig machen - etwa wie in der Sendung "Was guckst Du?!", in der ein Türke über Türken Witze macht.
SPIEGEL: Sie haben also kein Problem damit, Schattenseiten der jüdischen Vergangenheit zu thematisieren?
Korn: Die Frage ist: Unterscheiden sich Kriminelle in Amerika, die Juden sind, von anderen dortigen Kriminellen, und ist das wert, untersucht zu werden? Wenn es ein bestimmtes Milieu gibt, das sich unterscheidet von anderen Milieus ...
SPIEGEL: ... etwa dem der Italo-Amerikaner.
Korn: Genau, dann ist es gerechtfertigt.
SPIEGEL: Sie hätten also auch keine Bedenken, die Rolle von Juden im Sowjetkommunismus zu thematisieren, die nach der Russischen Revolution in der kommunistischen Führung zunächst weit überrepräsentiert waren?
Korn: Solange man das als Spezifikum der Russischen Revolution ergebnisoffen untersucht und nicht Juden als Revolutionäre per se darstellt, habe ich damit keine Schwierigkeiten.
SPIEGEL: Der CDU-Bundestagsabgeordnete Martin Hohmann hatte in einer Rede zum 3. Oktober im Zusammenhang mit der Rolle jüdischer Revolutionäre in Russland die Frage erörtert, ob die Juden ein "Tätervolk" seien, und versucht, die Deutschen zu exkulpieren. Nun soll er aus der CDU ausgeschlossen werden, doch die Parteibasis scheint den Fall lieber vergessen zu wollen.
Korn: Die Medien haben schnell und eindeutig reagiert. Aber viele seiner Verteidiger teilen seine Auffassung. Unter dem Vorwand, ein Tabu zu brechen, möchten sie endlich ihren Vorurteilen ungehemmt freien Lauf lassen.
SPIEGEL: Glauben Sie, dass die CDU Hohmann noch ausschließen wird?
Korn: Ich bin Architekt und kein Prophet. Mit Sicherheit kann ich aber sagen, dass man Hohmann mit einiger Berechtigung als Antisemiten bezeichnen könnte - als Konjunktiv-Antisemiten allemal.
SPIEGEL: Der Zentralrat der Juden ist kürzlich mit der Union über eine andere Frage aneinander geraten, nämlich die Gedenkstättenarbeit in Deutschland.
Korn: Wir sind in Sachsen aus der Stiftung Sächsische Gedenkstätten ausgetreten, weil der Text des entsprechenden Landesgesetzes, das die Union auch auf die Bundesebene übertragen wollte, NS-Verbrechen gegenüber denen des Stalinismus in der DDR relativiert. Wir fordern deshalb eine Überarbeitung des sächsischen Gesetzes.
SPIEGEL: Soll denn nicht sowohl der Opfer der SED wie jener Hitlers gedacht werden?
Korn: Natürlich. Aber es muss klar werden, dass NS-Verbrechen, die viele Millionen Menschen das Leben kosteten, Deutsche
an Europäern verübt haben, während es sich in Ostdeutschland um Verbrechen handelt, die auf einem Drittel des deutschen Staatsgebiets Zehntausende erlitten haben. Das ist quantitativ und qualitativ eine andere Dimension.
SPIEGEL: Wie erklären Sie die Position der sächsischen Landesregierung?
Korn: Es heißt in den "Sprüchen der Väter", man soll jeden Menschen zu seiner günstigen Seite hin beurteilen. Wenn ich das tue, dann würde ich sagen: Sie will einer notwendigen Debatte aus dem Wege gehen und hat deshalb beide Opfergruppen terminologisch gleich behandelt. Die andere Interpretation wäre, dass sie das Leid der Deutschen gegen jenes Leid aufrechnen will, das Deutsche anderen Europäern angetan haben. Das geht nicht, dagegen werden wir uns wehren.
SPIEGEL: Was werden Sie tun?
Korn: Wir werden demnächst ein Gespräch mit Frau Merkel führen und das Problem auf dieser Ebene zu lösen versuchen.
SPIEGEL: Es gibt ja allerlei pädagogische Anstrengungen, dem Antisemitismus zu begegnen, etwa in Schulen. Eine große Konferenz der OSZE zum Thema Antisemitismus soll im April ein ganzes Bündel von Gegenmaßnahmen beschließen. Kann man Antisemitismus überhaupt durch Aufklärung bekämpfen?
Korn: Nur frühzeitig. Menschen, die älter sind als 25 Jahre, sind kaum noch zu beeinflussen. Man muss Kindern und Jugendlichen erklären, dass es eine gemeinsame Geschichte von Juden und Nichtjuden in Deutschland gibt, die fast 2000 Jahre alt ist.
SPIEGEL: Was würde das ändern?
Korn: Wenn Schüler begreifen, dass die Geschichte der Juden in Deutschland auch deutsche Geschichte ist, dann werden "die Juden" nicht mehr die anderen sein, sondern als Teil des eigenen Volkes empfunden.
SPIEGEL: Erwarten Sie vom Holocaust-Mahnmal, dass es den Antisemitismus in Deutschland eindämmen wird?
Korn: Nein. Das kann ein Denkmal nicht leisten. Übrigens: Dass Sie vom Holocaust-Mahnmal sprechen und nicht die korrekte Bezeichnung "Denkmal für die ermordeten Juden Europas" wählen, deutet darauf hin, dass es im kollektiven Bewusstsein der Deutschen vermutlich zum Holocaust-Denkmal schlechthin für alle Opfer, nicht nur Juden, wird.
SPIEGEL: Das sehen Sinti und Roma oder Homosexuelle anders, die ihrer Verfolgung an eigenen Orten gedenken möchten.
Korn: Der Geburtsfehler war, dass dieses Denkmal das Resultat einer Bürgerinitiative ist. Zwar hatte die Bürgerinitiative jedes Recht, ein solches Mahnmal zu fordern, doch dann hätte der Bund sagen müssen: Wir errichten ein Mahnmal für die Totalität der nationalsozialistischen Verbrechen, nicht nur für die Verbrechen an den Juden. Diese Chance wurde leider vertan.
SPIEGEL: Von wem?
Korn: Von Bundesregierung und Bundestag.
SPIEGEL: Soll das Parlament seine Entscheidung jetzt noch einmal revidieren?
Korn: Nein, der Beschluss sollte respektiert und die Schlachten von gestern sollten nicht immer wieder geschlagen werden.
SPIEGEL: Sie, Herr Korn, sind Architekt, und das Berliner Denkmal wurde vom amerikanischen Architekten Peter Eisenman entworfen. Sind Sie mit dem Werk des Kollegen zufrieden?
Korn: Es ist ein respektables Werk. Ich hatte anderes vorgeschlagen, etwa eine Säule des Brandenburger Tors provisorisch zu verkleiden. Oder einen ganz schmalen Graben vor dem Reichstag zu ziehen, als Ausdruck einer offenen Wunde. Man muss dann über den Graben gehen, wenn man in den Reichstag will oder aus ihm kommt. Als integraler Bestandteil der deutschen Geschichte hätte ein solches Mahnmal eher geschmerzt, als es ein isoliert stehendes Mahnmal auf freiem Gelände vermag.
SPIEGEL: Herr Korn, wir danken Ihnen für dieses Gespräch.
Salomon Korn
wurde 2003 zum Vizepräsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland gewählt. Der Architekt erregte mit dem Bau des Jüdischen Gemeindezentrums in Frankfurt am Main 1986 Aufmerksamkeit. Korn, 60, Sohn einer Lubliner Rabbinerfamilie, ist Autor zahlreicher beachteter Bücher. Zuletzt erschien von ihm der Essay-Band "Die fragile Grundlage" im Philo-Verlag.
* Martin Doerry und Klaus Wiegrefe in Korns Frankfurter Büro.
Von Martin Doerry und Klaus Wiegrefe

DER SPIEGEL 12/2004
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