15.03.2004

ÖSTERREICH

Kampf der Erzrivalen

Nach dem fulminanten Sieg des Rechtspopulisten Jörg Haider und der herben Schlappe für Wolfgang Schüssels Österreichische Volkspartei (ÖVP) bei den Landtagswahlen in Kärnten und Salzburg gerät der Kanzler im eigenen Lager unter Druck. Während der Präsident der ÖVP-nahen Wirtschaftskammer, Christoph Leitl, von der "Pleiten-, Pech- und Pannen-Regierung" Schüssel spricht, erklärt der Vorarlberger Landeshauptmann Herbert Sausgruber seiner ÖVP als Kanzlerpartei den Krieg. Dass Haider mit 42,5 Prozent gegenüber dem Urnengang von 1999 noch zulegen konnte, während die ÖVP in Kärnten mit 11,6 Prozent zur kleinen Partei schrumpfte und in Salzburg erstmals seit 1945 nicht mehr den Sieger stellt, wird vor allem Schüssel angelastet. Die Strategie des Kanzlers, Haiders Freiheitliche Partei (FPÖ) in seine Regierung aufzunehmen, um sie langfristig zu schwächen, habe sich als Fehler erwiesen, sagen Schüssels Gegner. Vor allem aber sei seine krude neoliberale Reformpolitik ("Reformen müssen wehtun") für Haiders Comeback verantwortlich. Dass der bisherige und künftige Kärntner Landeshauptmann seinem Erzrivalen Schüssel nicht mehr viel Zeit bis zur nächsten Attacke geben wird, hat der FPÖ-Politiker gleich nach dem Wahlsieg in ersten Interviews durchblicken lassen. Im Europawahlkampf möchte der Populist wieder landesweit gegen den als kommenden EU-Kommissionspräsidenten gehandelten Schüssel zu Felde ziehen.


DER SPIEGEL 12/2004
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