DER SPIEGEL



23. August 2004 Betr.: Nato

Wer den mächtigsten Soldaten Europas persönlich erleben will, muss früh aufstehen: James Jones, amerikanischer Nato-Oberkommandeur in Europa und Chef aller US-Truppen dort, joggt bereits morgens um sieben durch das Allianz-Hauptquartier im belgischen Mons. Vergangene Woche rannten nicht nur seine Bodyguards mit, sondern auch SPIEGEL-Reporterin Susanne Koelbl, 38. Beim zügigen Dauerlauf durch das ausgedehnte Gelände berichtete der fitte Vier-Sterne-General auch Privates: etwa von seiner "ständigen Angst" um den eigenen Sohn, der im Irak kämpft und sich allabendlich per E-Mail von der Front meldet. Außer Atem kam der 60-Jährige nicht - selbst als es um heikle Themen ging wie die Haltung des "alten Europa" zu Amerikas weltweitem Krieg gegen den Terror. Höchst hilfreich für Jones' Aufgabe in Mons ist freilich, dass er seine Jugend in Frankreich verbrachte. Mit dem schwierigsten Bundesgenossen Amerikas hat der loyale Gefolgsmann von US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld daher nie Verständigungsschwierigkeiten. Nur Meinungsunterschiede (Seite 95).


DER SPIEGEL 35/2004
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