DER SPIEGEL



FUSSBALL

Nachhilfe für Nationaltrainer

Nach dem gelungenen Länderspiel-Debüt beim 3:1-Sieg gegen Österreich am vergangenen Mittwoch in Wien arbeitet das neue Trainergespann der deutschen Fußball-Nationalelf an der eigenen Außendarstellung. Joachim Löw, Assistent des Bundestrainers Jürgen Klinsmann, soll sich einem professionellen Medientraining unterziehen. Sein Agent Harun Arslan hatte bereits vor Monaten mit einem Imageberater Kontakt aufgenommen und hält die Notwendigkeit einer Schulung seines Klienten für "jetzt erst recht aktuell". Bei seinem Einstand in Diensten des DFB war Löw mit einsilbigen Antworten etwa zu Fragen von Spielerauswechslungen aufgefallen: Ein Trainer müsse "nicht immer alles begründen". In Interviews offenbart er überdies schon mal mangelndes Fachwissen, etwa als er erklärte, der niederländische Nationalstürmer Arjen Robben habe "das ganze Jahr bei Ajax Amsterdam" gespielt. Tatsächlich stand der inzwischen zu Chelsea London gewechselte Offensivspieler beim PSV Eindhoven unter Vertrag. Derweil bemüht sich Bundestrainer Klinsmann, die Autorität seines Assistenten zu stärken - indem er Löws in der Branche geläufigen Kosenamen meidet: Er nennt ihn öffentlich nicht mehr "Jogi", sondern Joachim.


DER SPIEGEL 35/2004
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