23.08.2004

GESTORBEN

Günter Rexrodt

Günter Rexrodt , 62. Politik sei eine Droge, von der er nicht lassen könne, bekannte der frühere Bundeswirtschaftsminister, nachdem er 1996 eine lebensgefährliche Malaria-Infektion überwunden hatte. Rexrodt zog es immer wieder auf die große Bühne. Vom Posten des Finanzsenators im hoch subventionierten West-Berlin wechselte Rexrodt 1989 in den Vorstand der Citibank, bis Helmut Kohl den promovierten Diplomkaufmann in die Chefetage der Treuhandanstalt berief. 1993 löste er den zurückgetretenen Erzrivalen Jürgen Möllemann als Bundeswirtschaftsminister ab. Credo seiner unternehmensfreundlichen Amtsführung: "Wirtschaft findet in der Wirtschaft statt." Persönlich hielt "Hexi-Rexi", wie Parteifreunde ihn spöttisch nannten, sich weniger an diese strenge Definition. Mehrfach geriet Rexrodt wegen Verquickung von Geschäft und Politik in die Schlagzeilen. Im Mai musste er sich einer schwierigen, zehnstündigen Operation an den Stimmbändern unterziehen. Günter Rexrodt starb am 19. August in Berlin an einem plötzlichen Herztod.


DER SPIEGEL 35/2004
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