Czeslaw Milosz , 93. Als er 1980 den Nobelpreis für Literatur erhielt, zögerte die polnische Regierung zunächst, ihm zu gratulieren: Seit 29 Jahren lebte der im polnisch-litauischen Grenzgebiet aufgewachsene Poet, Essayist und Romancier im feindlichen westlichen Ausland. Der gelernte Jurist hatte im Widerstand gegen die deutsche Besatzung gewirkt - unter anderem mit Gedichten - und war seit 1945 Kulturattaché in New York, Washington und Paris. Die Stalinisierung des Landes veranlasste ihn 1951, zunächst in der französischen Hauptstadt zu bleiben. 1960 folgte er einer Einladung an die University of California in Berkeley und lehrte dort bis 1978 slawische Sprachen und Literatur. Czeslaw Milosz starb am 14. August in Krakau.
DER SPIEGEL 35/2004
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