Franz Müntefering , 64, SPD-Vorsitzender, gewährte einen unverhofften Blick auf seine Karriereplanung. Bei einem Treffen mit 120 sozialdemokratischen Kommunalpolitikern auf dem Motorschiff "Leineschloss" hatte "Münte" erst mal die anstehenden Fragen notiert. Dann erhob er sich und sagte den "lieben Genossinnen und Genossen aus der Kommunalpolitik", heute wolle er "mal ein Geheimnis verraten", nämlich: "Warum ist der Franz Müntefering in die Politik gegangen?" Die Antwort auf die selbst gestellte Frage ist einfach: "Weil der Franz immer Oberbürgermeister werden wollte." Doch die Realisierung des Berufswunsches erwies sich als ganz und gar nicht einfach: "Später hat der Franz erkannt, dass er zwei Probleme hat. Erstens, im Sauerland sind die Gemeinden zu klein, da kannste kein Oberbürgermeister werden, und zweitens, im Ruhrgebiet wollen sie mich nicht haben." Daraus folgt: "Also mach ich jetzt den Job hier, und so isses dann halt."
DER SPIEGEL 35/2004
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