Anna Nobili , 34, italienische Nonne und ehemalige Table-Tänzerin, tanzt noch immer, doch jetzt zum Lobe des Herrn. Vor Jugendlichen im spanischen Wallfahrtsort Santiago de Compostela erzählte Schwester Anna, dass sie jahrelang in Nachtclubs aufgetreten sei, vorzugsweise sich halb nackt um eine Stange windend. Nonne sei sie geworden, als sie die Existenz als "Sexobjekt" nicht länger ertrug. "Sie alle wollten nur meinen Körper", grämte sie sich vor ihren Zuhörern, die schließlich frenetisch Beifall spendeten, als sie zu tanzen anhub, um "Freude im Namen Jesu zu verbreiten". Sie tanze immer noch, "aber jetzt tue ich es nicht mehr, um Männer zu fesseln, sondern zum Lobpreis Gottes".
DER SPIEGEL 35/2004
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