30.08.2004

„Das Kühnste wagen“

Multi-Künstler André Heller, 57, über die Inszenierung der Olympischen Spiele von Athen, seine ehrgeizigen Pläne als Leiter des Kulturprogramms der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 und die Fachsimpelorgien sportverrückter Politiker
SPIEGEL: Am Sonntag gingen die Olympischen Spiele zu Ende. Wie hat Ihnen die Präsentation des Sports in Athen gefallen?
Heller: Die Eröffnungsfeier war eine hübsch gestaltete Geldvernichtungsaktion. Die griechische Geschichtsparade erschien mir als eine nahe liegende Idee, die unleugbar und für mich unangenehm an gewisse lebende Bilder in den Festumzügen der Faschisten und Nazis erinnerte. Die Kosten für gezählte 40 Minuten inszeniertes Programm waren mit 100 Millionen Dollar eine Obszönität. Mir ist rätselhaft, wohin das Geld verschwunden ist. Vielleicht wurden an die Ehrengäste diamantbesetzte Slips verschenkt.
SPIEGEL: Das nächste sportliche Großereignis wird 2006 die Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland, als deren künstlerischer Leiter Sie wirken. Welche Lehren ziehen Sie aus Athen?
Heller: Es kann von den Kosten und der Ästhetik her als Gegenbeispiel zu unseren Bemühungen gelten.
SPIEGEL: Sie sind bekanntermaßen ein Sporthasser und empfanden Fußball schon in der Schule als Zumutung. Warum haben Sie sich vom Dreigestirn der WM - Franz Beckenbauer, Gerhard Schröder und Otto Schily - dennoch einspannen lassen?
Heller: Mein gestörtes Verhältnis zum Begriff Ball kommt ursprünglich von der schrecklichen Wiener Ballsaison, vor allem dem Opernball, den ich immer als Hochamt der geschmacklosen Angeberei empfunden habe. Dagegen ist ja guter Fußball reinste Grandezza. Aber ich bin Gott sei Dank weder als Trainer noch fürs Feld engagiert worden - ich wäre wahrscheinlich der Pelé der Eigentore. Ich fand es mutig, einen nicht gerade pflegeleichten, exzentrischen Ausländer wie mich zu nehmen, von dem jeder weiß, dass ihn die Gesellschaft einer anmutigen, wohlriechenden Dame mehr interessiert als elf verschwitzte, Trikot tragende Mannsbilder.
SPIEGEL: Schröder trug als Mittelstürmer des TuS Talle den Spitznamen "Acker", weil er mit großem Einsatz für den Sieg gekämpft hat. Ackert er jetzt auch für die WM?
Heller: Er will auf dieser einzigartigen Bühne der WM verständlicherweise die wirksamste und qualitätvollste Werbeaktion für ein einigermaßen friedlich wiedervereinigtes Land. Wir treffen einander regelmäßig, und er interessiert sich sehr für Details. Ich bremse mich dabei, weil ich finde, man kann den Bundeskanzler doch nicht mit unserem Orga-Kram belasten. Aber er sagt, die Sache ist wichtig genug.
SPIEGEL: Ist Sportminister Schily genau so enthusiastisch?
Heller: Er treibt uns alle stets an, das Kühnste zu wagen. Wenn ich den Korb gelegentlich ein bisserl niedriger hängen will, kommt der Herr Minister und sagt: Warum ein Kompromiss?
SPIEGEL: Zum Beispiel?
Heller: Warum mit Mark Knopfler reden, wenn man noch nicht Bob Dylan gefragt hat? Warum Montserrat Caballé nehmen, wenn man Jessye Norman haben könnte?
SPIEGEL: Warum braucht so ein Mega-Sportereignis überhaupt ein Kulturprogramm für 30 Millionen Euro?
Heller: Weil es nicht schaden kann, der Welt zu zeigen, wes Geistes Kind der Gastgeber eigentlich ist. Da kann man viel Sympathie gewinnen - oder sich grandios blamieren.
SPIEGEL: Andere Länder zeigen bei solchen Gelegenheiten meistens sich und ihre Stärken. Sie wollen mit internationalen Stars und Tausenden ausländischen Akteuren arbeiten. Warum?
Heller: Die Ereignisse um die WM dürfen keine protzige Nabelschau und gnadenlose Selbstdarstellung werden, wie es bisher die öde Regel war. Das Kulturprogramm wird sich bemühen, zumindest die deutschen Lande mit sinnlichen Anregungen, Diskussionsstoff und dem so genannten Fremden zu durchlüften. Einige der phantasievollsten und durchaus auch provokantesten Meister aus unterschiedlichen Kulturen sollen für schöne Wachheit sorgen. Darum auch das Motto: Die Welt zu Gast bei Freunden. Und nicht: Deutschland allein zu Haus.
SPIEGEL: Schwierig wird ja schon die Eröffnungsveranstaltung im Berliner Olympiastadion. Wie wollen Sie mit der historischen Hypothek von Hitlers Olympischen Spielen 1936 umgehen?
Heller: Wir werden das thematisieren und dürfen uns nicht aus der schrecklichen Wahrheit stehlen. Ich schon gar nicht, da würde mich mein armer, lange toter, jüdischer Herr Vater zu Recht noch aus dem Grab heraus ohrfeigen. Das Olympiastadion ist immer noch Riefenstahls Filmkulisse, dort stehen auch nach dem Umbau immer noch die Statuen von Arno Breker und Hitlers Glockenturm. Ich glaube nicht, dass der Ungeist schon völlig wirksam exorziert worden ist. Ein politischer Künstlerkopf wie etwa Hans Haacke, der im Reichstag in einer sehr interessanten Installation Erde aus vielen Teilen Deutschlands zusammengebracht hat, soll für 2006 einen unmissverständlichen Kommentar erarbeiten.
SPIEGEL: Es gibt zwei Eröffnungen, die offizielle in Berlin und anderntags die der Fifa, vor dem ersten Spiel im Münchner Olympiastadion. Wird die WM hier für eine öffentlichkeitswirksame Veranstaltung von der Bundesregierung so kurz vor der Bundestagswahl missbraucht?
Heller: Wenn wir uns nicht vor aller Welt blamieren wollen, geht es aus professionellen Gründen gar nicht anders. An der Eröffnung in Berlin nehmen etwa 25 000 Tänzer, Sänger, Musiker und Akrobaten sowie 5000 Helfer hinter den Kulissen teil. Wir benötigen komplizierte Bühnenaufbauten am Boden und unter dem Stadiondach. Deren Demontage wird mit Sicherheit drei bis vier Tage dauern. Wie wollen Sie das machen, wenn zehn Minuten nach Ende der Show ein Fußballspiel angepfiffen wird? Wir wollen ein sinnliches Qualitätsereignis bieten - die unübertroffene Olympia-Eröffnung in Sydney hat da hohe Maßstäbe gesetzt. Das soll kein unseliges Freizeitparkspektakel wie bei der WM 1998 in Frankreich werden, mit ein paar Blumenmädchen in aufblasbaren Plastikkelchen am Spielfeldrand.
SPIEGEL: 30 000 Mitwirkende sind alleine schon eine große Herausforderung.
Heller: Ich habe da gewisse Ängste. Bis zum Beweis des Gegenteils kann ich mir noch nicht vorstellen, dass wir in Deutschland 20 000 Freiwillige finden, die, wie in Sydney, monatelang vor der Olympiade dreimal die Woche unbezahlt zu Proben erscheinen. Ob das der deutschen Mentalität entspricht? Außerdem ist es Winter, wenn wir mit den Proben beginnen. Wir suchen deshalb einen Flugzeughangar in Tempelhof. Da wir Tausende Akteure aus Afrika, Südamerika und Asien dabeihaben wollen, werden einzelne Teile zunächst auch im Ausland geprobt.
SPIEGEL: Als Erfinder von "Roncalli" und "Kristallwelten" haben Sie Erfahrung mit Großprojekten. Dennoch: Keines hatte bisher einen derart gigantischen Rahmen. Überkommen Sie manchmal Selbstzweifel?
Heller: Wer sich selbst nicht in Frage stellt, ist entweder strohdumm oder der liebe Gott. Ich will mich lernend verwandeln und habe nicht die Hybris, alles besser zu wissen als diejenigen, die mehr Kenntnis haben als ich.
SPIEGEL: Sie setzen auf die Hilfe erfahrener Leute. Wer gehört dazu?
Heller: Unser Team kann sich sehen lassen. Etwa Ric Birch, der genial Regie geführt hat bei den Olympia-Eröffnungen von Los Angeles und Sydney. Der legendäre Mark Fisher, der die Bühnenbilder für die Rolling Stones, Pink Floyd, U2 und Peter Gabriel entwirft. Musikkurator ist mein Freund Brian Eno, einer der wohl weltweit respektiertesten Feuerköpfe unter den innovativen Klangkünstlern. Seine Arbeitsverbindungen zu Eminem, Paul Simon, David Bowie sowie Bono und Norah Jones sind für uns sicher kein Schaden. Stellen Sie sich vor, auf der Schlussveranstaltung stimmt ein Chor von 400 Künstlern mit Simon and Garfunkel "Bridge over Troubled Water" an - und das ganze Stadion singt mit.
SPIEGEL: Gibt es denn gar keine Künstler aus deutschen Landen?
Heller: Mit Herbert Grönemeyer bin ich im guten Gespräch. Auch an Ausnahmeerscheinungen wie Pina Bausch und Wolfgang Rihm sind Einladungen unterwegs.
SPIEGEL: Für die Eröffnungen und die Schlussveranstaltung stehen Ihnen rund 22 Millionen Euro zur Verfügung. Reicht das?
Heller: Die besten Ideen sind nicht immer die teuersten. Sparen empfinde ich nicht als Schande. Ich bin erhobenen Hauptes zu Brian Eno gegangen und habe gefragt: "Hast du Lust, für ganz wenig Geld ganz viel zu arbeiten?" Auf sein "Warum sollte ich das?", war meine Antwort: "Weil wir in einem einzigartigen Team unbändige Freude am Verwirklichen von ungewöhnlichen Projekten haben werden." Auf dieser Basis haben wir uns dann kostengünstig geeinigt. So würden auch Stars wie Grönemeyer und Sir Simon Rattle bei uns nur einen Bruchteil ihrer gewohnten Gage erhalten.
SPIEGEL: Und was verdienen Sie und Artevent, Ihr Wiener Produktionspartner?
Heller: Vernünftigerweise rangiert der Enthusiasmus einige Plätze vor dem Abkassieren. Normale Agenturmargen liegen bei 15 bis 22 Prozent, Artevent arbeitet in diesem Sonderfall für 10 Prozent. Und ich habe für mich den eher symbolischen Betrag von 5500
Euro im Monat verlangt. Die Erfahrungen, die wir bis Ende 2006 sammeln werden, sind ohnedies unbezahlbar.
SPIEGEL: Gibt es schon Pläne für die Schlussveranstaltung, die wieder in Berlin sein soll?
Heller: Aus meinem neuen Studium des Fußballs ist mir klar geworden: Wenn der Weltmeister feststeht, dann wird nur noch gefeiert, dann wird ausgeflippt. Mit einer großen, geordneten Inszenierung kann man sich dann nur noch lächerlich machen.
SPIEGEL: Also ein kurzes Finale?
Heller: Ja, und danach ein rauschendes Fest bis zum anderen Tag. In meiner Phantasie stelle ich mir eine Staffelübergabe an den nächsten WM-Ausrichter vor - und da haben wir mit Südafrika ein Gnadengeschenk bekommen. Bei der Fete soll dann die ganze sinnliche Uferlosigkeit der Afrikaner ausbrechen, die den Deutschen leider so fremd ist.
SPIEGEL: Die großen Feiern sind aber nur ein Teil des Kulturprogramms, das schon mit dem Fußball-Globus mit Dichterlesungen und Diskussionen an allen Austragungsorten begonnen hat. Was kommt noch auf uns zu?
Heller: Es sind schon Hunderte Projekte in Planung: Eine von Harald Szeemann kuratierte Schau im Berliner Gropius-Bau beschäftigt sich mit Fußball und bildender Kunst; zum Thema Spiel finden auf vier Kontinenten mit Nobelpreisträgern gespickte Symposien statt; der Berlinale-Chef Dieter Kosslick organisiert sieben Kinofilme mit internationalen Regie-Koryphäen; Elfriede Jelineks wunderbare Hass-Vulkanerie "Ein Sportstück" wird von der Deutschen Staatsoper in Berlin als Musikdrama produziert; Georg Baselitz und andere seiner Spielklasse entwerfen Plakate, die uns weltweit in Hauptstädten repräsentieren; mit dem Goethe-Institut gibt es Projekte in 127 Ländern; dazu Filmdokumentationen, eine Buchreihe und eine Zeitschrift.
SPIEGEL: Wo kommen die ganzen Ideen her?
Heller: Das meiste entsteht im Team, wir bekommen auch Ideen zugeschickt. Manche sind interessant, die Masse ist aber grottenschlecht. Damit könnte man eine ganze Sondernummer eures "Hohlspiegel" füllen. Da will beispielsweise das Neanderthal Museum eine Aktion machen nach dem Motto: Die Welt zu Gast bei den Neandertalern.
SPIEGEL: Welche Vorschläge greifen Sie auf?
Heller: Jean-Luc Godard will Regie bei Liveübertragungen einiger WM-Spiele übernehmen.
SPIEGEL: Wie soll das ausschauen?
Heller: Keine Ahnung. Er wünscht sich einige Kameras - und bekommt weiter keine Vorgaben. Ich rechne mit einer unvergesslichen Überraschung durch ein Genie.
SPIEGEL: Kann das nicht fürchterlich ins Auge gehen? Der gemeine Fußball-Fan will keine künstlerische Inszenierung, sondern alle Spielzüge genau auf dem Bildschirm verfolgen können, mit möglichst vielen Großeinstellungen und Wiederholungen.
Heller: Das wird er in gewohnter Form im Ersten oder Zweiten Programm bekommen. Godard wird wahrscheinlich auf Arte ausgestrahlt.
SPIEGEL: Und der Kultursender bekommt Übertragungsrechte, wofür die großen Anstalten zig Millionen bezahlen müssen?
Heller: Da hat Günter Netzer, der die Rechte vertritt, sehr nobel und verstehend geholfen. Jetzt verfügt die WM neben dem offiziellen Bier- und Frittenlieferanten auch erstmals über einen offiziellen Kultursender, der auch außerhalb Deutschlands künstlerische Qualität im Namen der WM ausstrahlen wird. Dafür wünsche ich mir fußballsüchtige Moderatoren wie Daniel Cohn-Bendit und Günter Grass. Vielleicht bekommen wir eine Art literarisches Quartett zusammen, das allabendlich unter Harald Schmidts anarchischer Leitung über WM-Spiele diskutiert.
SPIEGEL: Sie planen auch Themen-Abende auf Arte. Um was soll es gehen?
Heller: Wir beleuchten das Thema Fußball aus ungewöhnlichen Blickwinkeln: Was war Real Madrid unter dem Diktator Franco? Wie wird Fußball durch Berlusconi politisch missbraucht? Über Sport und Homosexualität entsteht eine Dokumentation, mit dem Schwerpunkt auf Frauen-Fußball, was ein ganz großes Thema für die lesbische Bewegung in den USA ist. Außerdem zeigen wir die Gedanken zum Spiel auf dem grünen Rasen von Ausnahmewesen wie Nelson Mandela über den Dalai Lama bis zu García Márquez und Susan Sontag.
SPIEGEL: Schwere Kost ...
Heller: ... wir machen keinen Fußball-Musikantenstadl. Und mein Sohn soll sich nicht für seinen Vater genieren müssen.
SPIEGEL: Diese Woche werden Sie bei der Eröffnung des WM-Globus vor dem Hamburger Rathaus wieder Franz Beckenbauer und andere Branchengrößen treffen. Ist bei so viel prominentem Einfluss der Fußball-Bazillus inzwischen übergesprungen?
Heller: Wenn der Kaiser, Schröder und die anderen Großfürsten ihre Fachsimpelorgien abhalten, sitze ich als Banausendepp vom Dienst zufrieden lächelnd im völligen Out. Für sehr viele hat der Fußball eine fast räudige Aura, oder sie halten ein Match für nichts anderes als die Variation einer Stammesfehde. Gleichzeitig haben einige der bedeutendsten Begabungen von Rilke bis Kafka, von Sartre bis Nabokov intensive Ballbetrachtungen angestellt. Es gehen mit Sicherheit mehr Intellektuelle ins Stadion als ins Theater. Deutschlands Suche nach einem Nationaltrainer beschäftigte
die ernsthaftesten Leitartikler bis hin zu den Feuilletonisten.
SPIEGEL: Und gefällt Ihnen die Wahl von Klinsmann? Immerhin hat seine Truppe Ihre Landsleute jüngst in Wien geschlagen.
Heller: Das war kein Kunststück, sondern eher schon Tradition. Ich trauere allerdings um Rudi Völler. Er hat das Volk zu großen Reimen animiert. Ich hörte in einem Münchner Wirtshaus einen Vater zu seinem Sohn sagen: "Iss brav leer den ganzen Töller, dann freut sich der Rudi Völler." Was reimt sich schon auf Klinsmann?
SPIEGEL: Hockt auch Heller zuweilen auf der Tribüne?
Heller: Mir ist die TV-Übertragung lieber, da kann ich, wenn''s fad wird, weiterzappen. Vielleicht schießt ja auf einem anderen Kanal gerade Igor Strawinski oder Woody Allen ein künstlerisches Tor, das mein Herz erwärmt. Allerdings hat das öffentliche Leiden in Technicolor von Oliver Kahn oder David Beckham in Versagensmomenten einen Splitter Shakespeare und einen Hauch von Italo-Western, wie bei "Spiel mir das Lied vom Tod". Das ist erfrischender als etwa die stets lächelnde Aalglattheit eines Herrn Ackermann von der Deutschen Bank.
SPIEGEL: Das Selbstbewusstsein mancher Fußball-Funktionäre steht hinter dem solcher Banker kaum zurück. Umweht Fifa-Präsident Sepp Blatter nicht manchmal ein Hauch von Größenwahn?
Heller: Da muss ich Ihnen jetzt einen Text vorlesen, den die Fifa unlängst veröffentlicht hat: "Die Fifa kann zu ihrem 100-jährigen Bestehen auf eine Historie zurückblicken, die das Leben der gesamten Menschheit über alle Grenzen und Kulturen hinweg dauerhaft beeinflusst hat." So etwas würde ich nach längerem Nachdenken vielleicht über Thomas Alva Edison sagen oder mit Einschränkungen von Mozart und Jesus behaupten. Doch ich glaube, dass die Fifa bis zu einem gewissen Grad sogar Recht hat. In Afrika und Lateinamerika ist Fußball eine Droge von gigantischer Intensität. Spielverläufe haben dort Kriege ausgelöst und wochenlange, himmlische Freudentaumel. In Mali oder Kolumbien ist Beckenbauer weitaus populärer als der Papst oder Madonna.
SPIEGEL: Und manchmal geschehen auch Wunder, wenn Griechenland Fußball-Europameister wird. Haben Sie mitgefiebert?
Heller: Mich interessieren als Fallstudien meist mehr die Verlierer. Aber das euphorische Rehaklestum war schon eine köstliche Bosheit gegenüber der Arroganz der Favoriten.
SPIEGEL: Herr Heller, wir danken Ihnen für dieses Gespräch.
Das Gespräch führten die Redakteure Jürgen Kremb, Barbara Schmid und Michael Wulzinger.
Von Jürgen Kremb, Barbara Schmid und Michael Wulzinger

DER SPIEGEL 36/2004
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