15.11.2004

RTLSchwerer Start für Conrad

Von der Regenwald-Party direkt in die Quotentraufe rutschte RTL in der zweiten Amtswoche des neuen Senderchefs Marc Conrad: Nach dem furiosen Dschungelfinale von "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!" mit 39,3 Prozent Marktanteil floppten ausgerechnet die mit viel PR-Getrommel gestarteten Event-Programme, die freilich noch von Conrads Vorgänger Gerhard Zeiler ins Programm gehoben wurden. Die dritte Ausgabe von Reiner Calmund als "Big Boss" sackte auf 12,4 Prozent Marktanteil ab, das Inseldrama "Verschollen" auf 12,5 Prozent - beides weit unter dem aktuellen Senderschnitt von knapp 18 Prozent. Noch desaströser lief es für die erste Folge der Kuppelshow "Bachelorette": Nur 2,63 Millionen Zuschauer wollten vergangene Woche sehen, wie die blonde "Traumfrau" Monika in einer quälend langen Prozedur rote Rosen an ihre ersten Auserwählten verteilte - ein Marktanteil von 7,9 Prozent. ProSieben hatte seinen "Big Boss"-Klon "Hire or fire" nach ähnlich miserablem Start sofort abgesetzt - nach der ersten Folge. Bei "Big Boss" hat der Sender schon reagiert: Der Werbepreis für einen 30-Sekunden-Spot wurde laut Vermarkter IP von 61 890 Euro auf inzwischen 43 140 Euro gesenkt. Conrad will seine zweite RTL-Karriere offenbar trotz der miserablen Werte nicht mit noch schärferen Schnitten beginnen: "Unsere Sendungen sind qualitativ sehr gut und bekommen Zeit, sich zu entwickeln", so RTL-Sprecher Christian Körner.

DER SPIEGEL 47/2004
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