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Weibliche Rowdys am Steuer

Wer auf der Überholspur tobt, hupt und flucht, muss nicht unbedingt männlich sein - auch Frauen fallen nach Erkenntnissen amerikanischer und japanischer Psychologen immer häufiger durch Rowdytum auf der Straße auf. Die Wissenschaftler befragten in beiden Ländern knapp 400 Studenten unterschiedlichen Geschlechts. Ergebnis: In ihrer Aggressivität am Steuer standen zumindest die amerikanischen Testteilnehmerinnen ihren männlichen Kollegen nicht nach, in einigen Bereichen übertrafen sie diese sogar: Sie gaben an, häufig zu dicht aufzufahren, riskant zu überholen und ausgiebig von Hupe, Lichthupe und obszöner Zeichensprache Gebrauch zu machen. Auch der Verlockung, aufgestauten Ärger oder Langeweile mit dem Thrill der Tachonadel zu bekämpfen, erlagen die US-Fahrerinnen überdurchschnittlich oft, während ihre japanischen Geschlechtsgenossinnen sich insgesamt gesitteter verhielten. Die Zeiten, in denen der weibliche Teil der Menschheit als rücksichtsvoll im Straßenverkehr galt, scheinen nach Ansicht der Forscher vorüber: "Frauen halten sich nicht mehr an die Regeln", urteilt Studienleiter John Houston, Psychologe am Rollins College in Florida. "Sie mögen in der Vergangenheit die vorsichtigeren Fahrer gewesen sein, aber inzwischen lässt sich das nicht mehr aufrechterhalten." Deutschen Statistiken zufolge ist zu schnelles Fahren allerdings noch immer eine männliche Domäne: Nur 17 Prozent der an das Flensburger Kraftfahrtbundesamt gemeldeten Raser sind Frauen.


DER SPIEGEL 3/2005
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