24.01.2005

INTERNETKriminelle Wellenreiter

Das FBI hat den ersten Betrüger festgenommen, der versucht hat, per Massen-E-Mail die Spendenbereitschaft nach der Flut in Asien auszunutzen. Matthew S., ein arbeitsloser Anstreicher aus Pittsburgh, verschickte nach Angaben des zuständigen Gerichts rund 800 000 Bittbriefe, in denen er sich als Mitarbeiter der internationalen Hilfsorganisation Mercy Corps ausgab, auf eine entsprechende Web-Seite aufmerksam machte und um Spenden bat. Weil die Seite aber auf seinen realen Namen eingetragen war, konnte ihn das FBI schnell ausfindig machen. Während der gerichtlichen Anhörung sagte S., er habe mit dem Geld Rechnungen bezahlen wollen. S. ist einer von vielen Betrügern, die zurzeit versuchen, das Mitleid mit den Flutopfern auszunutzen. Die Internet-Firma NameProtect, die sich auf das Aufdecken von Netz-Betrügereien spezialisiert hat, zählte bislang 133 Versuche, per Internet Profit aus dem Unglück der Flutopfer zu schlagen. Matthew S. war mit seinem Versuch allerdings nicht besonders erfolgreich. Auf dem vermeintlichen Hilfskonto waren zum Zeitpunkt seiner Verhaftung erst 150 Dollar eingegangen. Gegen eine Kaution von 25 000 Dollar wurde S. aus der Untersuchungshaft entlassen.

DER SPIEGEL 4/2005
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Kriminelle Wellenreiter

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