Die Pläne, die europäischen Entwicklungshilfeausgaben durch eine Besteuerung von Flugbenzin aufzustocken, werden immer konkreter. Am Rande des G-7-Treffens Anfang Februar in London haben sich die europäischen Finanzminister darauf verständigt, dass die geplante Kerosinsteuer auf Flüge in Europa "zwischen vier und acht Milliarden Euro" einbringen soll. "Mit den Einnahmen soll ein Impfschutzprogramm für Afrika aufgelegt werden", sagt ein Teilnehmer. Weil Amerika eine solche Steuer ablehnt, wollen die europäischen Finanzminister Kerosin allein auf innereuropäischen Strecken verteuern. Derzeit rechnet das Bundesfinanzministerium aus, wie hoch eine solche Steuer sein muss, um die gewünschten Einnahmen zu erzielen. Eichels Experten schlagen einen Steuersatz von "300 Euro pro Tonne" vor, der allein den deutschen Kerosinverbrauch um mehr als 650 Millionen Euro pro Jahr verteuern würde. Flugtickets würden dann zwischen fünf und zehn Euro pro Strecke mehr kosten. Eichel will diese Daten seinen Kollegen auf dem nächsten Treffen der EU-Finanzminister in dieser Woche vorstellen. Der größte Widerstand gegen eine europaweite Kerosinsteuer wird von der irischen Regierung erwartet.
DER SPIEGEL 7/2005
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