28.02.2005

FILM

Liebe ist ganz einfach

Die Hollywood-Schauspielerin Eva Mendes, 30, über die Sprachverwirrung zwischen den Geschlechtern und ihre Komödie "Hitch - Der Date Doktor"

SPIEGEL: Mrs Mendes, in Ihrem neuen Film "Hitch" verlieben Sie sich in einen von Will Smith gespielten Psycho-Coach, der Männer für Verabredungen mit Frauen schult. Können wir uns nicht mal mehr ohne fremde Hilfe richtig verlieben?

Mendes: Ich glaube, dass die Geschlechter manchmal einen Dolmetscher brauchen, um miteinander zu reden. Wir haben ja auch Spezialisten, die Geschäftsleuten die richtige Wortwahl bei Verhandlungen beibringen. Eine ähnliche Beratung brauchen wir für unser Privatleben. Wie oft reden wir in einer Beziehung aneinander vorbei, obwohl wir genau das Gleiche meinen? Wie schwierig ist es, sich richtig zu streiten, sich klar die Meinung zu sagen, ohne einander zu verletzen. Und bei einem Date muss man höllisch aufpassen, kein falsches Wort zu sagen. Dabei ist die Liebe heute doch eigentlich viel einfacher als früher.

SPIEGEL: Tatsächlich?

Mendes: Ich finde schon. Wir verfügen heute über viel mehr Mittel der Kommunikation. Egal wie weit man voneinander entfernt ist, per E-Mail und SMS kann man sich kleine Botschaften oder Fotos zuschicken. Mit dem Internet kann man als Amerikanerin sogar in Chile nach einem Lebenspartner suchen. Und die schriftliche Kommunikation hat den großen Vorteil, dass sie weniger Halbheiten und Ausflüchte duldet. "Ich komme. Sei um 20 Uhr dort." Das ist alles andere als unverbindlich.

SPIEGEL: Der Film "Hitch" beschreibt die Rituale, die in den USA für ein Date, eine Verabredung, gelten. Sind die überhaupt dazu geeignet, den richtigen Partner zu finden?

Mendes: Das Date ist eine ganz furchtbare Institution, und seine Rituale habe ich immer gehasst. Das sind Verkaufsmessen in eigener Sache. Ich habe dabei zwar verdammt viel über Männer gelernt, mich aber immer total unwohl gefühlt. Diese ganze strategische Planung, dieses Herumtaktieren - das ist nichts für mich. Ich verstelle mich nicht gern.

SPIEGEL: Aber hat man's als professionelle Schauspielerin beim Date nicht besonders leicht?

Mendes: Nein, das finde ich nicht. Denn für eine Darstellung und ein Date gilt gleichermaßen: Wer lediglich vorgibt, ein anderer zu sein, hat keinen Erfolg.


DER SPIEGEL 9/2005
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGEL-Verlag Rudolf Augstein GmbH & Co. KG.

Dieser Artikel ist ausschließlich für den privaten Gebrauch bestimmt. Sie dürfen diesen Artikel jedoch gerne verlinken.
Unter http://www.spiegelgruppe-nachdrucke.de können Sie einzelne Artikel für Nachdruck bzw. digitale Publikation lizenzieren.

DER SPIEGEL 9/2005
Titelbild
Abo-Angebote

Den SPIEGEL lesen oder verschenken und Vorteile sichern!

Jetzt Abo sichern
Ältere SPIEGEL-Ausgaben

Kostenloses Archiv:
Stöbern Sie im kompletten SPIEGEL-Archiv seit
1947 – bis auf die vergangenen zwölf Monate kostenlos für Sie.

Wollen Sie ältere SPIEGEL-Ausgaben bestellen?
Bei Spodats erhalten Sie Ausgaben, die älter als drei Jahre sind.

Artikel als PDF
Artikel als PDF ansehen

FILM:
Liebe ist ganz einfach