07.03.2005

TSUNAMIDie letzte Fahrt der Königin

Es war, inmitten einer Jahrhundertkatastrophe, ein tausendfaches Unglück: Ein überfüllter Zug fährt von Sri Lankas Hauptstadt Colombo nach Süden, am Meer entlang - direkt der Welle entgegen, die schon die Küste verschlingt. Keine Warnung stoppt den Zug.
Sri Lanka, Colombo, Fort Station, 7.08 Uhr (8.08 Uhr Sumatra-Zeit)
Karunathilake Wanigaratne, der Hauptschaffner des Zugs von Colombo nach Matara im Süden Sri Lankas, blickt auf die Uhr an seinem linken Handgelenk, eine silberne Citizen, der er mehr vertraut als den Uhren am Bahnsteig. In zwei Minuten soll der Zug laut Fahrplan die Station verlassen. Doch Wanigaratne merkt, dass es nicht zu schaffen ist. Es sind zu viele Menschen. Immer noch stehen Hunderte auf dem Bahnsteig, schieben und schubsen und zwängen sich in die Waggons. Er glaubt, dass jetzt mehr als 1500 Menschen an Bord sind. Aber genau weiß er es nicht, weil niemand zählt, wie viele Fahrkarten verkauft werden.
Wanigaratne wedelt mit den Armen und ruft den Menschen am Bahnsteig zu, zwei Schritte zurückzutreten. Sie verharren kurz, blicken ihn verständnislos an, dann schieben sie weiter, hektischer, ruppiger als zuvor.
Vorn in der Lok lehnt sich Lokführer Janaka Fernando aus dem Fenster und sieht Wanigaratne fragend an. Wanigaratne blickt auf seine Uhr, 7.12 Uhr. Er zögert noch einen Moment, dann gibt er Fernando das Zeichen, vorsichtig anzufahren. Der Lokführer lässt das Horn erklingen, tief schallt es durch den Bahnhof, und langsam, ganz langsam setzt sich die "Königin des Meeres" in Bewegung, so heißt der Zug: "Samudradevi".
Am Bahnsteig laufen Männer dem Zug hinterher, greifen nach Händen, die sich ihnen entgegenstrecken. Der Zug gewinnt an Fahrt, und einige lassen die Hände, die sie halten, wieder los. Andere springen im letzten Moment auf die Trittbretter und hängen wie Surfer an den Haltegriffen der Türen. Dutzende bleiben am Bahnsteig zurück, wütend, fassungslos, fluchend. Nicht ahnend, dass es ihr Glück ist.
Sri Lanka, Matara, 7.10 Uhr (8.10 Uhr Sumatra-Zeit)
In Matara, wo die "Königin des Meeres" gegen Mittag erwartet wird, erwacht der Straßenfeger Kumaran Velukrishnan in einem meerblauen Haus unter einem Kreuz Jesu Christi. Er kniet sich auf den Boden seines kleinen Gebetsraums und verneigt sich vor den acht Bildern, von denen Jesus auf ihn herabblickt.
Velukrishnan, 29, wurde als Tamile geboren und als Hindu erzogen, doch vor vier Jahren konvertierte er zum Katholizismus. Sein Glaube ist seitdem die alles bestimmende Kraft in seinem Leben, und wie jeden Sonntag will er auch an diesem Morgen mit seiner Frau und seinen drei Kindern den Gottesdienst in der "Our Lady of Matara"-Kirche besuchen. Sie steht einen Steinwurf vom Meer entfernt.
Während Eltern und Kinder ihre besten Kleider anziehen, erzählt Velukrishnans Frau ihrem Mann eine Geschichte. Ihre achtjährige Tochter Niroshani konnte in der vergangenen Nacht nicht schlafen und fragte die Mutter, ob sie Angst vor dem Sterben habe. Warum sollte ich, sagte die Mutter, wir sind schließlich die Kinder von Jesus Christus. Gehen wir nach dem Tod zu ihm?, fragte die Tochter. Natürlich, sagte die Mutter. Dann will ich sterben, sagte die Tochter und lachte.
Velukrishnans Frau Lechami trägt einen Jeansrock bis über die Knie, eine schwarze Bluse mit weißen diagonalen Streifen und offene braune Schuhe. Sie dreht sich, breitet die Arme aus und sieht ihren Mann fragend an. Er lächelt und denkt, sie ist schön.
Es ist der Morgen nach Weihnachten, und in Velukrishnans Haus führt sich die Familie ihre Geschenke vor. Es ist ein seltener Moment in einem Haus, in dem materielle Dinge nicht zählen und wenige vorhanden sind.
Sie haben alle neue Kleider bekommen, der Vater schwarze Jeans und ein braunes kurzärmeliges Hemd aus Seide, die Tochter Niroshani eine blaue Jeans und ein weißes Top, der dreijährige Sohn Prasad eine blaue Jeans, ein gelbes T-Shirt und eine blaue Baseballkappe. Den einjährigen Sohn Prasada kleidet die Mutter ganz in Rot: kurze rote Hosen, rotes T-Shirt, rote Baseballkappe.
Das Haus, in dem die Familie lebt, steht am Ende eines staubigen Wegs, neben einem Kanal, aus dem der Gestank von Fäkalien aufsteigt. Es hat drei kleine Zimmer und ein Dach aus Wellblech. Velukrishnan hat das Haus vor einigen Jahren für 100 000 Rupien gekauft, das sind rund 1800 Euro, und seitdem versucht er, es von den 4600 Rupien abzubezahlen, die er als Straßenfeger jeden Monat verdient. Es wird lange dauern, und am Ende wird er es nicht wirklich
besitzen. Der Boden, auf dem das Haus steht, gehört ihm nicht. Er gehört zu einem buddhistischen Tempel.
Für den Tamilen Velukrishnan war es nie leicht, inmitten von Singhalesen zu leben. Seine Eltern erzogen ihn als Hindu, sie lehrten ihn, tolerant und demütig zu sein. Aber der Sohn spürte früh, dass er zu einer Minderheit gehörte hier unten im Süden, dass ein Graben verlief zwischen hinduistischen Tamilen und buddhistischen Singhalesen. Doch der Glaube an einen Gott war nie etwas, das sein Leben bestimmte.
Bis er Reverend Charles Hewawasam begegnete, dem Pfarrer der "Our Lady of Matara Church". Der Katholik lud den Hindu ein, ihn in seiner Kirche zu besuchen, Velukrishnan begann in der Bibel zu lesen, glaubte eine Stimme zu hören, die zu ihm sprach. Er nahm seine Frau mit, und auch sie hörte die Stimme, und vor einem Jahr brachte Velukrishnan seine Frau und die Kinder zur Kirche, und der Pfarrer taufte sie, am 8. September, dem Geburtstag der Jungfrau Maria.
Seitdem hängt das Holzkreuz über dem Eingang zu Velukrishnans Haus. Es ist ein kleines Kreuz, doch er spürt, dass manche Nachbarn es mit Argwohn betrachten. Drinnen im Haus, ganz rechts in der Ecke, hat er einen Gebetsraum eingerichtet. Er hat einen kleinen Altar gebaut mit Maria, Josef und Jesus als Plastikfiguren, den nachts eine blaue Glühlampe bescheint. Jetzt lebt er als Christ inmitten von Buddhisten, und es hat sein Leben nicht leichter gemacht. Doch sein Glaube ist fest, er wüsste nicht, was ihn erschüttern könnte.
Velukrishnan, schlank, fast schwarz, hat ein schmales Gesicht und hohe Wangenknochen. Ohne den Schnurrbart sähe er aus wie ein Teenager. Er hat sanfte Augen, mandelförmig und weit auseinander, und die aufgerauten Hände eines Arbeiters. Er geht auf nackten Füßen durch die Stadt, weite Wege fährt er mit einem schwarzen Fahrrad, Marke Hero, ein Skelett ohne Licht und Bremsen. Das ist alles, was er außer seinem Haus besitzt.
Als Velukrishnans Schwägerin kommt, gehen sie alle zusammen zur Tür hinaus, unter dem kleinen Kreuz hindurch, und machen sich auf den Weg in die Kirche.
Indischer Ozean, 9.15 Uhr (Sumatra-Zeit)
Auf ihrem Weg nach Westen hat die tödliche Welle, in die Welt gesetzt vom Beben zweier Kontinentalplatten vor Sumatra, nun den Ostindischen Rücken überquert. Das ist ein unterseeischer Gebirgszug, der sich fast exakt in Nord-Süd-Richtung am 90. Längengrad entlangzieht. Über 3000 Meter ragt er an den höchsten Stellen über dem Tiefseeboden auf, das einzige wesentliche Hindernis auf dem Weg nach Indien und Sri Lanka.
Der Tsunami, seit 75 Minuten unterwegs, bremst auf weiter Front ab, als er die Bergkette erreicht, die Welle verschnauft, aber sie verliert nicht ihre Kraft.
Die Geschwindigkeit des Tsunami hängt von der Wassertiefe ab. Je tiefer das Meer, desto schneller die Welle. Die Wassersäule reicht ja von der Oberfläche bis zum Grund, in tiefem Wasser drückt dementsprechend mehr Gewicht von oben nach unten.
Bei einer Tiefe von 100 Metern ist der Tsunami rund 112 Stundenkilometer schnell, bei 200 Metern saust er schon mit 159 Stundenkilometern, 1000 Meter Wassertiefe entsprechen 356 km/h.
Die berühmte Jetgeschwindigkeit von 700 Stundenkilometern und mehr erreicht der Tsunami erst, wenn das Meer 4000 Meter tief wird.
Im Osten hat die Welle bereits Banda Aceh getroffen, die Inselgruppe der Nikobaren und Andamanen überflutet, und von den Stränden Thailands ist sie gerade mal noch zwischen 100 und 150 Kilometer entfernt. Richtung Westen, nach Sri Lanka, hat die Welle noch 400 Kilometer vor sich. Trotzdem wird sie an beiden Küsten fast gleichzeitig aufschlagen, die Andamanensee vor Thailand ist nicht tief, 100 bis 200 Meter nur, die Welle bremst schon.
Der Ozean vor Sri Lanka reicht 3000 bis 4000 Meter in die Tiefe, seit die Welle den Bergrücken überquert
hat, rast sie wieder mit 600 und mehr Stundenkilometern heran. Man kann das gespenstisch finden, unheimlich, so, als ob der Tsunami einen Willen hätte, es ist aber wiederum reine Physik: Geschwindigkeit ist gleich Wurzel aus Wassertiefe mal 9,81.
Der Ostindische Rücken hat den Tsunami nicht mal 20 Minuten gekostet, im Norden noch weniger, weil da der Bergrücken ohnehin niedrig ist.
Kurz vor Kalutara, 8.20 Uhr (9.20 Uhr Sumatra-Zeit)
Wie eine Träne liegt Sri Lanka im Indischen Ozean, und die "Königin des Meeres" folgt der Küste in einem langen, sanften Bogen. In den Waggons pressen sich die Passagiere aneinander, 60 Sitzplätze gibt es in jedem Wagen, Hunderte müssen stehen. Auf den Gängen ist kein Durchkommen. Die zuletzt Zugestiegenen stehen vor den Türen und atmen den Geruch der Toiletten, in denen Generationen von Männern danebengepisst haben.
Im letzten Wagen sitzt Wanigaratne, Schweiß rinnt ihm über die Schläfen. Er ist 49, seit 28 Jahren arbeitet er bei der staatlichen Eisenbahn Sri Lankas, die letzten 11 davon als Zugchef auf der Strecke Colombo-Matara. Er ist das Musterbeispiel eines Beamten, der sein Leben lang Vorschriften befolgte und in der Welt seiner Möglichkeiten weit gekommen ist. Glatt rasiert, das silbergraue Haar links gescheitelt, blickt Wanigaratne aus dunklen, tiefliegenden Augen. Er hat mokkafarbene Haut und gute Zähne, die weiß sind wie seine Uniform. Doch er lächelt selten. Er kennt die Strecke im Schlaf, jedes Signal, jeden Übergang, jedes Haus, und er hat viele hässliche Unfälle auf ihr erlebt. Immer wieder geraten Passagiere unter die Räder, weil sie auf überfüllte Züge springen und stürzen. Am schlimmsten ist der Anblick der Frauen, wie sie in ihren leuchtenden Saris auf den Schienen liegen.
Doch an diesem Morgen ist bisher nichts passiert, und Wanigaratne lehnt sich zufrieden zurück. Er zieht sein Frühstück aus einer Plastiktüte, brauner Reis mit Brotfrucht und Chicken Curry, und isst es mit bloßen Händen. Wie die meisten seiner Passagiere ist auch Wanigaratne auf dem Weg nach Hause. In Weligama, keine Stunde vor Matara, erwarten ihn seine Frau und die Kinder, um das Vollmondfest zu feiern.
Und da ist noch etwas, das Wanigaratne glücklich macht: Die "Königin des Meeres" wird an diesem Morgen nicht wie üblich von einer M7-Lok gezogen, sondern von einer M2, dem Traum aller Lokführer Sri Lankas. Sie ist stärker und schneller als die M7, ein 80 Tonnen schweres, Diesel saufendes Ungeheuer, das vor 50 Jahren aus der Kälte Kanadas über den Ozean kam.
Feuchte Hitze hängt in den Abteilen der acht Waggons, die Passagiere ertragen sie mit glänzenden, glühenden Gesichtern. Nur an den Fenstern kühlt sie der Fahrtwind, doch nicht alle lassen sich öffnen. Sie verkanten sich, wenn sie einmal geschlossen sind. Das wird später über Leben und Tod entscheiden. An den Decken hängen Ventilatoren, doch die wenigsten funktionieren. Mütter beugen sich über die Babys in ihrem Schoß und fächern ihnen Luft zu.
Es ist eine beschwerliche Reise, doch die Passagiere sind glücklich, es bis an Bord geschafft zu haben, und freuen sich wahrscheinlich schon darauf, in wenigen Stunden bei ihren Familien zu sein.
In Wagen TC-15751 liest P. K. A. Shaman in einem Lehrbuch für "Business Lessons". Miss Kumari, geboren am 29. Dezember 1977, in drei Tagen hätte sie Geburtstag, trägt ihren Kontoauszug bei sich, Nummer 1-0033-80-3854-6, Commercial Bank of Ceylon. Mrs. Iruka Fernando, 30 Jahre, kehrt von einer Untersuchung im Oasis Hospital in Colombo zurück, Patientenakte L-05840, es geht ihr nicht gut. Auch Amitha Senarath kehrt von einer Untersuchung in Colombo zurück, doch sie hat Glück. Das Kind in ihrem Bauch ist gesund, sie kann es auf den Ultraschallbildern sehen. "Expected delivery: 19/01/2005."
Irgendwo in ihrer Nähe steht Mr. Prasad und wäre gern Vater. Er war im Asiri Hospital in Colombo, Kirula Road 181, und ließ dort 2,1 Milliliter seines Spermas untersuchen. "Seminal Fluid Analysis" nennen die Laboranten das. Sie fanden 49 Millionen Spermien pro Milliliter, das ist guter Durchschnitt. Auch die "Functional Sperm Concentration" ist zufriedenstellend: 9,3 Millionen pro Milliliter. Vielleicht sieht Mr. Prasad den sich wölbenden Bauch von Mrs. Senarath.
So sitzen und stehen sie in den Waggons, die älteren Frauen in ihren Saris, die jüngeren in Blusen, auf deren Etikett westliche Namen stehen und ihnen den Glamour einer fernen Welt vorgaukeln: "Diana", "Erika", "Super Marie". Kleine Jungen mit Bärensöckchen. Mädchen mit Musikkassetten singhalesischer Popstars. Säuglinge, die nach "Pears Baby Powder" riechen. Männer in schwarzen Sandalen der Marke "Ronaldo". Sie lutschen "Cheer Up Toffees", trinken "Lion Club Soda", rauchen "John Players Gold Leaf", auch wenn an den Wänden steht, dass Letzteres verboten ist.
Ein paar Touristen zwängen sich zwischen die Einheimischen, Schweden, Engländer, Israelis. Für sie soll die Zugfahrt ein kleines Abenteuer sein, eine Reise mit dem Hauch des Authentischen. In Gedanken sind sie vermutlich schon an den Stränden des Südens. Sie tragen neongelbe Taucherflossen aus Taiwan in ihren Rucksäcken, Schlüsselkarten für Zimmer im Colombo Hilton, einen "Lonely Planet"-Reiseführer für Sri Lanka, ein Kochbuch für Christmas Cake, Lippenstift "Blushing Nude No. 12", made in Belgium, ein Lederetui, made in Germany.
Wie ein Gemälde schimmert der Indische Ozean hinter den Fenstern, wölbt sich
und wirft Wellen ans Ufer, die kurz davor brechen, weiß und schäumend. Es sieht alles aus wie immer, das Wasser, der Strand, die Palmen. Die "Königin des Meeres" rattert über die Schienen, als zählte sie jede einzelne. Die M2 zerrt sie vorwärts, und die Waggons schwanken wie Schiffe in schwerer See.
Indischer Ozean, vor der indischen Küste nördlich von Sri Lanka, 9.35 Uhr (Sumatra-Zeit)
Durch das tiefe Wasser des Indischen Ozeans stampft eine geschlossene Wellenfront nach Indien, Sri Lanka und Afrika. Eine durchgehende Linie, die sich bogenförmig Richtung Westen schiebt.
Ende November, Anfang Dezember beginnt der Winter-Monsun. Die Winde über dem Meer wechseln jetzt, und auch die Meeresströmung dreht sich. Im Sommer strömt das Meer von der Arabischen See um die Südspitze Indiens herum in den Golf vom Bengalen, nun ist es umgekehrt.
Zwei Hauptströmungen bringt der Winter-Monsun mit sich: Die eine kommt von Norden, fließt längs der Ostküste des Subkontinents auf Sri Lanka zu, wird um die Insel herumgelenkt und trifft auf Höhe der Südspitze Sri Lankas auf die zweite Strömung. Diese verläuft ungefähr auf einer Linie, die vom Norden Sumatras bis an den Süden Sri Lankas reicht. So wie in der Andamanensee vor Thailand der Tsunami den örtlichen Strömungen folgt, so nimmt er hier, vor Indien, den Weg der Monsunströmungen. Nur schneller.
Sri Lanka, Meteorologisches Institut, 8.55 Uhr (9.55 Uhr Sumatra-Zeit)
Sarath Premalal, Angestellter am Meteorologischen Institut von Colombo, und sein Boss, der stellvertretende Institutsleiter Jayatilaka Banda, diskutieren, was zu tun sei. Sie hatten aufgeregte Anrufe von Einwohnern der Stadt erhalten, deren Häuser ins Wanken gerieten. Sie hatten im Internet Informationen über das Beben, seine Stärke und seinen Ort erhalten, aber sie wussten nicht, ob ein Tsunami droht. Sollen sie die Radiostationen an den Küsten Sri Lankas auffordern, die Menschen zu warnen? Sollen sie die Fernsehstationen informieren? Reicht ihr Datenmaterial für so einen drastischen Schritt? Reicht ihre Erfahrung? Was, wenn sie grundlos eine Panik verursachen? Dies sind die Fragen, die sich die Männer stellen, als das Telefon wieder klingelt. Der Anrufer steht im Osten des Landes, in Trincomalee, an der Küste. Dieser Ort, meldet er, wurde von einer Welle überschwemmt.
1300 Kilometer über dem Indischen Ozean, 9.00 Uhr (10.00 Uhr Sumatra-Zeit)
Der französisch-amerikanische Satellit Jason-1 ist am Himmel unterwegs, um Verformungen der Erde aufzuspüren. Innerhalb von zehn Tagen umkreist er 254-mal die Erde. Er befindet sich jetzt kurz vor Track 129, das ist die Flugbahn genau über dem Golf von Bengalen. Jason-1 hat ein Altimeter an Bord, ein Höhenmessgerät. In jeder Sekunde schickt er 1700 Radarimpulse zur Erde und misst deren Laufzeit. Daran lässt sich errechnen, wie hoch wo das Wasser steht.
Messungen aus dem All zeigen, dass die Erde keine gleichmäßige Kugel ist, in Wahrheit ähnelt sie eher einer verbeulten Kartoffel. Auch der Ozean ist keine glatte Fläche, sondern hügelig wie ein Golfplatz. Das Meer verformt sich zu Bergen und Tälern, es läuft sogar durch regelrechte Steilkurven. Nicht wandernde Wellenberge wie Ebbe und Flut sind damit gemeint, sondern ortsfeste Hügel aus Wasser, die nicht abfließen.
Solche Berge entstehen, weil das Schwerefeld der Erde nicht überall gleichmäßig wirkt. Wo die Anziehungskraft schwächer ist, steigt der Wasserspiegel in die Höhe. Wandernde Hoch- und Tiefdruckgebiete wiederum können die Wasseroberfläche verbeulen, und große Strömungen wie etwa der Golfstrom sorgen mit ihren Kreiselbewegungen dafür, dass das Wasser schräg steht - so wie der Tee in einer Tasse beim Umrühren.
Zum ersten Mal können nun die Ozeanologen ihre Tsunami-Ausbreitungsmodelle an der Wirklichkeit messen - die Computersimulationen schneiden ziemlich gut ab. Die Ausbreitung einer Welle können die Forscher recht präzise berechnen, ihr Verhalten beim Auftreffen allerdings nicht.
Die Südspitze von Sri Lanka wird jetzt gleich getroffen, die indische Küste nördlich davon ebenfalls. Nach Südwesten hin breitet sich die Welle weiter aus. Sie ist 60 Zentimeter hoch. Mit 500 bis 800 Kilometer Abstand folgt die zweite, winzige 40 Zentimeter stark.
Erst nahe der Küste verwandeln sich diese Wellenhügel in Monster: Der vordere Teil, in flachem Wasser, wird immer langsamer, der hintere Teil der Welle aber saust noch ungebremst durchs tiefe. Er beginnt den vorderen Teil einzuholen, die Welle wird immer kürzer - und immer höher.
Matara, 9.05 Uhr (10.05 Uhr Sumatra-Zeit)
Pfarrer Hewawasam steht bereit, in der Kirche "Our Lady of Matara" die Kommunion
zu erteilen, er beugt sich über eine der Gläubigen, die Hostie in der Hand, als er den Schrei einer Frau vernimmt. Er hebt den Kopf und blickt zum Portal hinaus. Er sieht eine Frau auf die Kirche zulaufen, sie ruft: "Das Wasser kommt! Das Wasser kommt!" In der vorletzten Bank hört auch Velukrishnan, der Straßenfeger, den Schrei, er kennt die Stimme. Es ist seine Frau Lechami, sie war mit dem kleinen Prasada nach draußen gegangen, weil er schrie.
Der Pfarrer sieht kein Wasser. Sieht nur einen Wagen, der merkwürdig wackelnd auf die Kirche zukommt. Hewawasam lässt die Schale mit den Hostien fallen und ruft den Gläubigen zu, durch die Türen hinter dem Altar zu flüchten. Dann rennt er.
Velukrishnan aber sieht das Wasser. Sieht zwei Wellen kurz hintereinander, etwa drei Meter hoch. Er wartet darauf, dass sie brechen. Aber da ist kein Schaum, keine Krone, der Horizont ist glatt wie ein Spiegel. Er hat noch nie solche Wellen gesehen.
Seine Frau Lechami läuft durch das Portal, in ihren Armen den schreienden Sohn. Velukrishnan zieht sie zur Seite, und dann kommt schon der Wagen und mit ihm das Meer. Der Wagen rammt das Portal, verkantet sich und bleibt in ihm hängen. Doch das Wasser bricht wie eine Sintflut herein. Es reißt alles mit sich, die Gläubigen, die Bänke, auch den Weihnachtsbaum und die Krippe mit dem Heiligen Kind. Die Welle macht sie alle zu Figuren, Objekten ihres Willens. Sie nimmt sie und wirft sie vor den Altar.
Dort liegt Velukrishnan und spürt eine Last auf sich. Er öffnet die Augen, sieht, es sind die ineinander verkeilten Bänke. Seine Frau und die Kinder liegen in seiner Nähe, Wasser schwappt über ihre Köpfe. "Vater!", ruft Prasad, und Velukrishnan sieht, wie sein Gesicht im Wasser verschwindet. Er stemmt sich mit all seiner Kraft gegen die Bänke, doch sie bewegen sich nicht. Er versucht es wieder, jetzt hebt sich die Masse ein paar Zentimeter, und es gelingt ihm, Lechami und die Kinder zu befreien.
Sie stehen vor dem Altar, benommen, um Gleichgewicht ringend, die Kinder triefende Bündel. Velukrishnan dreht sich, sucht einen Ausweg und entscheidet sich für die Tür hinter dem Altar. Sie greifen die Kinder, er Prasad, sie den kleinen Prasada, die Schwägerin hält Niroshanis Hand. Sie müssen an den Trümmern vorbei, irgendwie. Velukrishnan geht zwei Schritte nach links, zwei nach rechts, da bricht die nächste Welle herein. Sie drehen sich um und sehen, wie die Welle den Wagen durch das Portal drückt. Sie trägt ihn bis zum Altar, es ist ein grauer Nissan Sunny, er gehört einem Mitglied der Gemeinde.
Und dann erfasst sie die Welle. Hebt sie über die Trümmer und wirft sie gegen die Wand hinter dem Altar. Velukrishnan, den Sohn in seinem linken Arm, spürt, wie das Wasser sie immer höher die Wand hinaufschiebt, bis er neben sich das große Kreuz mit der Jesus-Figur sieht. Er greift nach den aufeinander genagelten Füßen und klammert sich mit der rechten Hand an die Fesseln des Jesus. Doch das Wasser hört nicht auf an ihm zu zerren, und Velukrishnan spürt, wie die Kraft aus seinen Armen weicht.
Er dreht den Kopf und sieht auf der anderen Seite des Kreuzes Lechami und den kleinen Prasada. Sie sind nur wenige Meter entfernt, aber er kann sie nicht erreichen. Niroshani und die Schwägerin sind verschwunden. Das Wasser geht jetzt zurück, und als es sinkt, zieht es Velukrishnan mit sich. Seine Hand löst sich von den Füßen des Jesus, er hört noch, wie Lechami ruft: "Halt das Kind fest!" Doch da entgleitet ihm schon der Sohn, er geht unter, und das Wasser spült Velukrishnan durch die Tür links hinter dem Altar.
Im Innenhof hinter der Kirche bekommt Velukrishnan wieder Boden unter die Füße. Er sieht Parwathi, seine Schwägerin, in der obersten Etage des Gemeindezentrums am Fenster stehen. Er läuft die Treppen hinauf, er findet die Schwägerin zwischen Verletzten und Toten und halb verrückt Gewordenen, und sie weint, sie sagt: "Ich habe Niroshani verloren!"
Velukrishnan läuft die Treppen hinunter, das Wasser geht ihm jetzt nur noch bis über die Knie. Er läuft über den Innenhof und folgt der Strömung des Wassers. Er kommt zu einer Schule hinter dem Gemeindezentrum, ein Teil des Dachs ist eingestürzt. Stühle, Tische und Holzbalken liegen auf einem Haufen. Er geht näher und sieht einen kleinen Körper. Und dann sieht er die zwei langen Zöpfe. Es ist Niroshani.
Sie liegt auf den Trümmern, als hätte sie dort jemand vorsichtig gebettet. Sie trägt noch ihre blauen Jeans, aber ihr Oberkörper ist nackt. Sie hat Schaum vor Nase und Mund, und Velukrishnan weiß sofort, dass sie tot ist. Über dem linken Auge klafft ein Loch in ihrem Schädel, ein Holzbalken hat sie getroffen.
Sri Lanka, vor Galle, 9.15 Uhr (10.15 Uhr Sumatra-Zeit)
Die Insel Sri Lanka bildet für den Tsunami ein Hindernis, die Wellenfront bricht, aber sie läuft, als sie die Südspitze der Insel bei Matara erreicht, nicht einfach geradeaus weiter nach Westen. Sie wandert auf der abgewandten Seite, also im Wellenschatten der Insel die Küste hoch, Richtung Colombo.
In tiefem Wasser behalten normale Wellen ihre Laufrichtung immer bei, es gibt nichts, was sie ablenken kann. Eine Flachwasserwelle, also eine mit Bodenkontakt, kann jedoch an Hindernisse stoßen, und jedes Hindernis ändert dann ihre Marschrichtung. Sie dreht ab, aber sie verliert ihre Energie nicht. Konventionelle Wellenbrecher, mit denen man Hafenanlagen schützt, stoppen Wellen in der Regel nicht, sie lenken sie nur um.
Warum das so ist, hat der niederländische Gelehrte Christiaan Huygens im 17. Jahrhundert herausgefunden. Huygens
ging davon aus, dass eine Welle kein Wesen von Dauer ist, sondern in jedem Augenblick immer wieder neu entsteht. Jeder Punkt einer Wellenfront kann der Ausgangspunkt einer neuen Welle sein - stößt die Welle also unten an ein Hindernis, dann entstehen neue Wellen, die einfach in eine andere Richtung laufen, um das Hindernis herum. Von oben sieht das so aus, als würde die Welle knicken, in Wahrheit ist aber eine neue entstanden.
Die Landschaft auf dem Meeresboden kann die Welle nicht nur umlenken oder trennen, sie kann auch ihre Kraft konzentrieren. Vor Galle passiert beides gleichzeitig: Der Tsunami schlägt um die Südspitze Sri Lankas herum, das ist die Umlenkung. Im Meer vor Galle verläuft ein Canyon, durch ihn schießt das Wasser wie durch einen Trichter Richtung Norden - der "Königin des Meeres" entgegen.
Sri Lanka, Pereliya, 9.30 Uhr (10.30 Uhr Sumatra-Zeit)
Am Signalposten 582 leuchtet ein rotes Licht auf, der Lokführer stoppt den Zug. "Es gibt keinen Grund", denkt Zugchef Wanigaratne im letzten Waggon der "Königin des Meeres", er will aussteigen, um herauszufinden, warum der Zug nicht fährt. Da hört er ein lautes Zischen und Knistern, es klingt wie ein Kurzschluss. Wanigaratne sieht, dass die Signallampen flackern, gleichzeitig gelb und rot blinken. Dann hört er Schreie, und als er den Kopf zum Meer wendet, sieht er sie, diese Wand aus Wasser. Sie kommt auf den Zug zu. Es sieht unwirklich aus, und Wanigaratne bleibt ruhig. Er dreht sich zu seinem Kollegen Kamal Rathembegoda, der mit ihm fährt, er sagt: "Das Meer kommt an Land."
Dort, wo das Ufer war, etwa 170 Meter entfernt, reißt das Wasser die Häuser der Fischer fort, als sammelte es sie ein. Dann zermahlt es sie und treibt ihre Trümmer dem Zug entgegen. Es geschieht in Sekunden, doch für Wanigaratne scheint sich die Zeit jetzt zu dehnen. Er steht wie ein Unbeteiligter am Zugfenster und betrachtet, mit welcher Selbstverständlichkeit das Meer das Land unterwirft. Es kommt ihm absurd vor, und er kann nicht glauben, dass die Welle auch seinen Zug erfassen wird. Da sieht er drei Frauen auf den Zug zulaufen, eine von ihnen schreit, halb verrückt: "Mein Kind ist verloren!"
Jetzt begreift Wanigaratne, sieht, dass die Welle ihre Kraft nicht verliert, dass sie kommt, jetzt, und dann schwappt sie gegen den Zug. Sie trifft die Waggons unterhalb der Fenster, doch das Wasser strömt durch die offenen Türen und flutet die Abteile. Der Zug taumelt, aber er kippt nicht.
Wanigaratne macht sich auf den Weg nach vorn zur Lok. Er watet durch das Wasser und schaufelt sich mit den Händen vorwärts. Dann verliert er den Boden unter den Füßen und schwimmt. Überall steigen Menschen aus den Fenstern der Waggons und versuchen, auf das Dach zu klettern. Andere zerren an den Fenstern und versuchen sie zu schließen. Wanigaratne ruft ihnen zu, es nicht zu tun. Aber er trägt seine weiße Uniform nicht mehr, er hat sie ausgezogen, um sie nicht zu beschmutzen, und ohne die Uniform sieht er nicht mehr aus wie der Zugchef, er ist nur noch ein halbnackter Mann. Sie hören nicht auf ihn.
Auf halber Höhe des Zugs sieht Wanigaratne, dass die Welle den zweiten Waggon fortgespült hat. Er steht etwa zehn Meter landeinwärts, aufrecht, und aus den Fenstern und Türen klettern Passagiere auf das Dach. Das Wasser sinkt langsam, es reicht Wanigaratne nur noch bis zur Hüfte. Er arbeitet sich vor zu dem fortgespülten Waggon. Hier trifft Wanigaratne den Underguard Gunaratne, und gemeinsam helfen sie den Passagieren, in die Waggons auf den Schienen zu steigen.
Wanigaratne geht weiter zur Lok und klettert hinauf in das Führerhaus. Lokführer Fernando erkennt ihn zunächst nicht, er hat den Zugchef noch nie in Unterwäsche gesehen. Doch dann sieht er, dass es Wanigaratne ist, die Männer umarmen sich.
Im Führerhaus der Lokomotive beschließen Zugchef Wanigaratne und Lokführer Fernando weiterzufahren, sobald das Wasser abgeflossen ist. "Ich gehe mich wieder anziehen", sagt Wanigaratne und verabschiedet sich. Er steigt aus der Lok und macht sich auf den Weg ans Ende des Zugs.
Er passiert gerade die Lücke zwischen dem ersten und dritten Waggon, als er ein
tiefes Geräusch hört. Es klingt, als riefe eine gewaltige Stimme: "Hooh!" Wanigaratne wendet sich dem Meer zu, und was er sieht, lässt ihn zittern. Er sieht etwas Schwarzes, es erinnert ihn an die Form eines Drachens. Dann begreift er, dass es eine Welle ist, die auf ihn zurast, und sie sieht aus, als wäre sie wütend.
Wanigaratne springt auf den dritten Waggon. Drinnen im Abteil blicken die Menschen aus den Fenstern, starren die Welle an und schreien: "Wir sind verloren!" Andere wenden sich dem Meer zu und beten, Hinduisten und Buddhisten, sie alle rufen jetzt ihren Gott. Wanigaratne steht auf dem Gang und hält sich an den Armlehnen rechts und links von ihm fest. Dann kommt die Welle, wirft Menschen gegen den Zug. Sie schwappt dann über ihn, und der Waggon kippt auf die Seite. Es kommt Wanigaratne alles sehr langsam vor, wie in Zeitlupe.
Er spürt, wie der Wagen langsam aufsteigt. Wanigaratne hat noch ein Gefühl dafür, wo die Fenster sind, und er versucht, in ihre Richtung zu schwimmen. Er sieht Licht über sich, er steigt auf, dann taucht sein Kopf aus dem Wasser. Er klettert aus dem Fenster und stellt sich darüber. Ein Kopf nach dem anderen taucht auf aus dem Wasser, er greift nach den Körpern und zieht sie nach oben. Der Waggon treibt landeinwärts, 10, 20 Meter, dann bleibt er zwischen einem Haus und einem Baum stecken. Wanigaratne steht auf dem Wagen und denkt: "Wenn jetzt noch eine Welle kommt, sind wir erledigt."
Matara, 10.30 Uhr (11.30 Uhr Sumatra-Zeit)
Velukrishnan, der Straßenfeger, betritt die Kirche durch die Tür, durch die er hinausgespült wurde. Was er sieht, erinnert ihn an eine Szene aus der Bibel. Auf den Stufen zum Altar liegen die Leichen zweier alter Frauen, eine von ihnen hat Schaum vor dem Mund, die andere liegt auf dem Bauch. Auch unter dem Kreuz, an dem er sich festhielt, liegen die Leichen von zwei Frauen. Der Nissan steht im Seitenschiff, als hätte ihn dort jemand geparkt. Und selbst auf dem Altar liegt die Leiche einer alten Frau. Sie hat Schaum vor dem Mund und eine Wunde auf der Stirn. Ihre Augen stehen offen. Sie liegt dort wie ein vor Gott erbrachtes Opfer.
Velukrishnan blickt auf zu dem Kreuz, an dem er sich festhielt, und jetzt sieht er, dass die Jesus-Figur fehlt. Da sind nur seine ans Kreuz genagelten, flehenden Hände.
Er wird seine Familie finden, einen Tag später, im Garten beim Krankenhaus. Seine Frau, seine Kinder, alle sind tot. Wann immer ich Jesus Christus um etwas bat, sagt sich Velukrishnan, als er vor ihnen steht, da gab er es mir. Jetzt muss er gedacht haben: Was kann ich ihm nehmen?
Sri Lanka, Pereliya, 11.00 Uhr (12.00 Uhr Sumatra-Zeit)
Die "Königin des Meeres" liegt auf der Seite wie ein zerhackter Wurm. Kein Wagen ist mehr mit dem anderen verbunden. Wanigaratne und sein Kollege Rathembegoda klettern auf den letzten Wagen, legen sich flach auf den Bauch, blicken hinab durch die Fenster. Horchen nach Leben und hören nur ihren eigenen Atem.
Unter ihnen liegen die Körper, verrenkt, verschlungen, als fürchteten sie sich vor etwas.
Später erst wird man erfahren, von den mehr als 30 000 Menschen, denen die Welle in Sri Lanka das Leben nahm, starben mehr als 1000 in diesem Zug.
Die beiden Männer gehen zum nächsten Wagen, klettern hinauf, horchen hinein, dann zum nächsten. Aber sie finden nur Leichen. Und die Dinge, die diesen Menschen im Leben etwas bedeuteten. Das Buch von P. K. A. Shaman. Den Kontoauszug von Miss Kumari. Die Patientenakte von Mrs. Iruka Fernando. Die Spermienanalyse von Mr. Prasad. Das Ultraschallbild von Amitha Senaraths ungeborenem Kind. MARIO KAISER;
ANITA BLASBERG, MARIAN BLASBERG, KLAUS BRINKBÄUMER, UWE BUSE, GEORG DIEZ, FIONA EHLERS, ULLRICH FICHTNER, MARC FISCHER, HAUKE GOOS, RALF HOPPE, ANSBERT KNEIP, CORDULA MEYER, ALEXANDER OSANG, MATHIEU VON ROHR, BARBARA SCHMID, ALEXANDER SMOLTCZYK, BETTINA STIEKEL, BARBARA SUPP
Von Mario Kaiser, Anita Blasberg, Marian Blasberg, Klaus Brinkbäumer, Uwe Buse, Georg Diez, Fiona Ehlers, Ullrich Fichtner, Marc Fischer, Hauke Goos, Ralf Hoppe, Ansbert Kneip, Cordula Meyer, Alexander Osang, Mathieu von Rohr, Barbara Schmid, Alexander Smoltczyk, Bettina Stiekel und Barbara Supp

DER SPIEGEL 10/2005
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DER SPIEGEL 10/2005
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TSUNAMI:
Die letzte Fahrt der Königin

  • Legendärer Modedesigner: Karl Lagerfeld im Interview (1997)
  • Unfall bei Flugshow: Kampfflieger kollidieren in der Luft
  • Hirnforschungs-Selbstversuch: Gefangen im Labyrinth
  • Auf Grund gelaufen: Havarie mitten in der Donau