12.11.1979

Iran - „ein Land mit tausend Sheriffs“

In nur neun Monaten führte das sogenannte inoffizielle Staatsoberhaupt Chomeini Persien namens seiner Islamischen Republik ins staatliche und wirtschaftliche Chaos. So kam ihm denn die Konfrontation mit der Weltmacht USA gerade recht: Er braucht das Feindbild Amerika, um das Volk von seiner Katastrophen-Bilanz abzulenken.
Die Weltlage schien so vielversprechend wie lange nicht: Breschnew voll Abrüstungseifer, Hua auf Europa-Kurs, keine Kriegsgefahr in Nahost,, keine neuen Kubaner in Afrika.
Da brach sich schierer Irrationalismus Bahn: Weil ein frommer Rachegreis zu Teheran, der Ajatollah Ruhollah Chomeini, 77, seinen Todfeind, den todkranken Ex-Schah Mohammed Resa Pahlewi, 60, nicht in einem Bett. schon gar nicht in einem amerikanischen, sterben lassen will, sondern ihn vor ein heimisches Peloton zerren möchte, sah sich Amerika der schlimmsten außenpolitischen Herausforderung gegenüber, seit es 1975 schmählich aus Südostasien vertrieben wurde.
Was für eine Herausforderung aber! So demütigend wie lächerlich, so gefährlich wie absurd. Da zitterte der Welt stärkste Militärmacht, die durch Knopfdruck Kontinente in Schutt und Asche zu legen vermag, tagelang um das Leben von 60 diplomatischen Geiseln in der Teheraner US-Botschaft.
Da blieb dem Präsidenten dieser Weltmacht tagelang nichts, als auf die Fürsprache jener von ihm nicht anerkannten PLO zu vertrauen, die sich beflissen als Vermittler anbot. Orientalische Revolutionäre im Religionswahn, das weiß man nun, können stärker sein als das Arsenal, das Staaten für das Geschäft der sogenannten Krisenbewältigung bereithalten.
Für den ehemaligen Präsidenten Ford war es die "schlimmste Krise seit dem Zweiten Weltkrieg" -- Kuba und Vietnam hatte er offensichtlich erfolg* Auf den Plakaten sind Photos der Köpfe Carters und des Ex-Schah auf Bilder hingerichteter Schah-Anhänger montiert.
reich verdrängt. Und der amtierende Carter gestand, die letzten Tage seien "die schwerste Zeit meines Lebens".
Denn auch der kleinste Fehler in der Behandlung der unberechenbaren Herausforderer Amerikas konnte zum Tod der Geiseln und zum Stopp der Erdöllieferungen an die USA führen und damit zu einem neuen Ölschock für die Industriestaaten.
So konnten denn Millionen amerikanischer Fernsehzuschauer am Bildschirm miterleben, wie die Besetzer ihrer Botschaft in Teheran die US-Fahne auf dem Gebäude einholten und johlend verbrannten.
Jene geheiligten Stars and Stripes, die der letzte Saigoner US-Botschafter, Graham Martin, bei seiner überstürzten Flucht auf den Leib gebunden noch heil nach Hause brachte, wurden nun als verkohlter Fetzen in den Rinnstein von Teheran getreten. Eine Puppe, die Carter darstellte, ging gleichfalls in Flammen auf.
Vorige Woche überwogen in Washington noch Vernunft und die Entschlossenheit, trotz aller Demütigungen kühlen Kopf zu bewahren. Präsident Carter richtete einen permanent tagenden Krisenstab ein und ließ die aufgeschreckte Nation schon am Dienstag wissen, eine militärische Intervention komme nicht in Frage. Er sperrte dem Iran die Rüstungsexporte aus den USA, appellierte an die Uno und setzte zwei hohe Emissäre in Richtung Teheran in Marsch: Der ehemalige Justizminister Ramsey Clark, bekannt als scharfer Kritiker des Schah-Regimes, und der Geheimdienst-Experte William Miller sollten dem Ajatollah eine persönliche Botschaft Carters überbringen.
Auf die Frage von Journalisten, ob er sich von dem Schreiben Erfolg verspreche, antwortete Carter, ganz im Chomeini-Stil: "Wir beten dafür."
Doch vorerst nutzte die Fürbitte nichts: Die beiden Briefträger saßen am Freitag noch in der türkischen Stadt Istanbul, weil Chomeini seinem Revolutionsrat verboten hatte, mit den Amerikanern zu verhandeln.
Andere Drähte aber standen den USA gar nicht mehr zur Verfügung. Denn jenes Persien, das seit neun Monaten ein sogenanntes inoffizielles Staatsoberhaupt hat, für dessen Walten jede Rechtsgrundlage fehlt, hat seit vorigen Dienstag auch keine Regierung mehr: Premier Mehdi Basargan, auch nur dank der Gnade des Ajatollah ins Amt gekommen, trat zurück, nicht mehr bereit, die Politik Chomeinis zu decken (siehe Interview Seite 165).
Damit dürfte Persien, dessen Stabilität der Schah zu seinen Glanzzeiten immer wieder gepriesen hatte, heute das Land mit der absonderlichsten Regierungsform der Welt sein, zurückgekehrt zur Theokratie früherer Zeiten, verwaltet durch einen Revolutions-Rat, dessen Mitglieder größtenteils namentlich nicht offiziell bekannt gemacht wurden.
Die Abschiedsrede des Premiers, der dem Kirchenmann oft wider seine Überzeugung die Treue gehalten hatte, klang im Teheraner Rundfunk wie ein Nachruf: "Zu regieren war nicht mehr möglich. Iran ist ein Land, in dem es tausend Sheriffs gibt."
Wenn der Ajatollah Chomeini, der hagere Alte mit dem schwarzen Turban, die Konfrontation mit Amerika nicht zielbewußt herbeigeführt hat, brauchen konnte er sie gut. Wahrscheinlich ist seine Erklärung, er habe von dem Sturmplan gegen die Botschaft nicht mal etwas gewußt, eine fromme Lüge, wie so vieles, was er sagt.
Einer der Besetzer gab in einem Interview mit der Teheraner Zeitung "Bamdad" an, die Entscheidung für den Sturm auf die Botschaft sei gefallen, nachdem Chomeini in mehreren Reden vor zwei Wochen "die Studenten aufgefordert hatte, nachdrücklich gegen die USA vorzugehen".
Eine dieser Reden, die er am 28. Oktober, also genau eine Woche vor der Botschaftsbesetzung, vor Theologie-Studenten in Gnom hielt, ist im Wortlaut bekannt, eine maßlose Hetze gegen Amerika:
So können Sie sehen, mit welcher Art gemeiner Geschöpfe wir es in Amerika zu tun haben ... So können Sie sehen, wie die Supermachte uns behandeln, und doch verbeugen wir uns nicht vor ihnen in Demut und arbeiten für sie. Sollen die Federn, die für sie arbeiten, zerbrechen. Sollen die Zungen, die für sie eintreten, abgeschnitten werden. Denken Sie daran: Sie senden Drogen, die sie in ihrem Land nicht erlauben, in die Dritte Weit. Zur Hölle mit dem, was uns geschieht, solange sie ihr Geld bekommen. Dies war der Zustand von Anfang an. Sie gaben uns niemals etwas, was für uns nützlich war. Alle Probleme des Ostens kommen von diesen Ausländern, vom Westen und im Moment von Amerika ... Alle Probleme der Moslems kommen von Amerika von einem Amerika, das den Zionismus in solchem Maß stärkt, daß er unsere Brüder in großen Mengen hinmetzelt ...
Solche Reden wiederholte der Ajatollah täglich und fast immer vor jugendlichen Anbetern. Als die aufgestachelte Jugend dann zur Tat schritt, zögerte Chomeini nicht, den Piratenakt nachträglich zu sanktionieren. Er nannte den Sturm, der gleich gegen ein halbes Dutzend völkerrechtlicher Normen verstößt, einen "revolutionären Akt" und erklärte, "er könne die berechtigte Wut der iranischen Jugend gut verstehen".
Tausende feierten ihren kleinen Sieg über die großen USA.
Der verzweifelte Versuch der Regierung Basargan, gegen den von höchster Autorität abgesegneten Gewaltakt, etwa durch Aufkündigung des noch zu Schah-Zeiten abgeschlossenen Freundschafts- und Beistandspaktes mit den USA, die Geiselnehmer milder zu stimmen, scheiterte kläglich.
Denn inzwischen waren aus den Terroristen Helden geworden. Durch ihren Erfolg aufgeputscht, feierten auf der Straße vor dem Botschaftsgebäude Tausende ihren kleinen Sieg über die verhaßte Großmacht USA.
Das Paradoxe an dieser Herausforderung war, daß der Schlag Amerika zu einer Zeit traf, da es sich im Iran notgedrungen stärker zurückhielt als je seit dem Zweiten Weltkrieg.
Die berüchtigten amerikanischen Berater, die jahrelang unter dem Schah Militär und Geheimdienst Savak geschult hatten, sind längst aus dem Land gejagt, die vom Schah gerufenen und begünstigten Geschäftemacher haben Macht und Einfluß verloren.
So sind denn auch die Requisiten, von den Besetzern der gestürmten Botschaft im iranischen Fernsehen vorgestellt -- Dossiers über Kurdistan und Chusistan, telephonische Schaltanlagen
weniger ein Beweis für den "Hort von Spionage und Verschwörung", wie Chomeini die US-Botschaft nannte, als für die Naivität seiner Revolutionäre. Daß es die USA waren, die ihm für den Kampf gegen die Kurden erneut Waffen und Ersatzteile geliefert hatten, verschwieg der Ajatollah verständlicherweise seinem Publikum.
Der alte Mann hütete sich vorige Woche, sämtliche Brücken hinter sich zu verbrennen: Die Drohung seines Ölministers, notfalls den USA auch den Ölhahn abzudrehen, ließ Chomeini vorerst unbestätigt.
Er nutzte die Herausforderung an die USA vor allem, um mit dem antiamerikanischen Feuer im Land wieder anzuheizen, was er die islamische Revolution nennt.
Als er vor neun Monaten, von einer millionenstarken Menge frenetisch gefeiert, in Teheran einzog, versprach er, das vom weltlichen Despoten befreite Land zu einem islamischen Gottesstaat zu machen -- geworden ist daraus eine neue, eine geistliche Despotie.
Der Ajatollah Ruhollah Musawi Chomeini, seit seinem Sieg über den Schah selbsternannter "Erleuchteter Führer des Volkes", hat Persien tief ins Chaos geführt, und es ist zweifelhaft, ob er das geprüfte Land daraus noch befreien kann.
Denn die Bilanz nach einem Dreivierteljahr Revolution ist düster, die Lage im Land heute instabiler als in den Zeiten des Aufstandes gegen den Schah. Die große Koalition der Schah-Gegner, die den von der Armee geschützten Kaiser außer Landes jagte, ist längst zerbrochen. In fast der Hälfte des Landes führt der Ajatollah heute Krieg gegen sein eigenes Volk -- ohne Erfolg.
Sein blutiger Kampf gegen die auf Autonomie drängenden Kurden brachte allenfalls ein Patt. Die von der Armee unter großen Verlusten eroberte Kurden-Hauptstadt Mahabad steht wieder unter der Kontrolle der Kurden. Der Chef der Streitkräfte, Generalmajor Hussein Schakir, mußte bekennen: "Für die Krise in Kurdistan gibt es keine militärische Lösung."
Eine friedliche Lösung, in der Chomeini nur Hochverrat sehen kann, bereitet sein schärfster Rivale, der Ajatollah Schariat Madari, vor: Gegen den Willen Chomeinis hat er mit den Kurdenfürsten Kontakt aufgenommen und Verständnis für deren Forderung nach Autonomie gezeigt. Die Industrie produziert
nur mit 40 Prozent ihrer Kapazität.
In Aserbaidschan, wohin sich Schariat Madari grollend zurückgezogen hat, läßt das Verteidigungsministerium inzwischen heimlich Waffen an die Großgrundbesitzer verteilen, um einem Aufstand der Armen zuvorzukommen. So schützte sich auch schon der Schah vor Unzufriedenen und Separatisten.
In der überwiegend von sunnitischen Arabern bewohnten Ölprovinz Chusistan, die vergeblich von Chomeini autonome Rechte gefordert hat, werden fast täglich angeblich im Irak ausgebildete Saboteure und Spione verhaftet und hingerichtet.
Die Belutschen in Südost-Persien an der unruhigen afghanischen Grenze weigern sich, ihre Waffen abzuliefern, solange Chomeini nicht über ihre Forderungen nach mehr Selbständigkeit verhandelt.
Separatismus an der Peripherie, Chaos in der Wirtschaft. Der Ajatollah hat zwar Banken und Großindustrien per Dekret verstaatlicht, doch die nötigen Durchführungsbestimmungen ergingen nicht. Die Mehrheit der Fabrikbesitzer weiß nicht, ob ihnen der Betrieb noch gehört, und zeigt wenig Interesse, die Produktion wieder in Gang zu bringen.
Nur in wenigen Betrieben haben die Arbeiter das Management übernommen. Resultat: Die Industrie produziert nur mit 40 Prozent ihrer Kapazität. Um die ins Ausland abgewanderten Gelder auszugleichen, verkündete die Regierung ein Kreditprogramm über zwei Milliarden Dollar. Doch die Unternehmer zahlten damit vorrangig ihre Auslandsschulden ab, um wieder kreditfähig zu sein.
Selbst die Basarhändler, zu Beginn der Revolution Chomeinis Verbündete und Geldgeber, lassen sich ihre Waren nur noch mit Bargeld bezahlen. Davon ist freilich eine Menge vorhanden, weil vermögende Iraner ihr Geld ungern zur Bank bringen: aus Angst, dort nach der Herkunft der Moneten gefragt zu werden.
Millionen Arme müssen wie zu Zeiten des Schah von der Hand in den Mund leben. Einzelne Nahrungsmittel wie Fleisch, Butter und Reis sind knapp geworden, die Preise stiegen um 40 Prozent.
Gehälter und Löhne sind an eine von Chomeini befohlene "islamische Gerechtigkeit" gebunden, die aber nicht ausschließt, daß wichtige Sparten, wie die Ölarbeiter, Lohnerhöhungen und Nachzahlungen bis zu 400 Prozent durchsetzen konnten.
Kein Kunstdünger, kein Saatgut, keine Ersatzteile.
Als die Regierung das Budget der Armee von zehn auf vier Milliarden Dollar kürzte und aufwendige Großprojekte wie das in Deutschland georderte Atomkraftwerk Buschihr stoppte, wurden davon in erster Linie die Baustellen betroffen. 80 Prozent aller Baufirmen, des größten Industriezweigs im Iran, machten Pleite.
Folge: Jeder vierte der zwölf Millionen arbeitsfähigen Iraner ist heute ohne Arbeit, obschon die Staatsbetriebe keinen Mann entlassen dürfen. Anfang des nächsten Jahres drängen weitere 80 000 Schulabgänger auf den Arbeitsmarkt.
Nicht besser steht die Landwirtschaft da, die Chomeini besonders zu fördern versprach. Die Bauern sind nur zögernd bereit, sich zu den vom Ajatollah befohlenen islamischen Genossenschaften zusammenzufinden unter anderem, weil die Funktionen in den Händen der alten Großgrundbesitzer liegen. Aber selbst bei bestem Willen konnten die Bauern in diesem Jahr nicht mehr ernten. Chaotische Verteilung und Mängel im Transportsystem machten Kunstdünger und Saatgut, Ersatzteile für die Bewässerung und landwirtschaftliche Geräte vielerorts rar. In Täbris, der viertgrößten Stadt des Iran, lagerten hungernde Einwohner demonstrativ auf den Straßen.
So spricht alles dafür, daß der Iran wie zu den Zeiten des Schah auch in den nächsten Jahren einen Großteil seiner Lebensmittel im Ausland beziehen muß -- vor allem Getreide, eingekauft beim "Erzfeind" USA und in der Türkei. Die Ausgaben für Lebensmittel-Importe stiegen von drei Milliarden Dollar im vergangenen auf etwa neun Milliarden in diesem Jahr.
Geld dafür hat Chomeini zur Zeit noch genug -- aber selbst das ist nur ein schwacher Trost. Denn die Quelle des Reichtums ist einmal mehr der Export von Öl, von dem sich Chomeini doch gerade so weit wie möglich unabhängig machen wollte.
Im August mußte der Ajatollah seine Ölgelder sogar für den Kauf von Öl einsetzen: Der damalige Chef der staatlichen Ölgesellschaft "NIOC", Hassan Nasih, inzwischen abgelöst, kaufte in den USA für 47 Millionen Dollar Heizöl und Kerosin.
Aber auch mit den "gottlosen Kommunisten" macht der Ajatollah gern Geschäfte. Das Stahlwerk Isfahan, von den Sowjets unter dem Schah errichtet, wird weiter ausgebaut. Schah-Kritiker hatten es noch vor einem Jahr als "In vestitions-Ruine des größenwahnsinnigen Resa" angeprangert.
Statt die Wirtschaft anzukurbeln, verwenden der schiitische Gottesmann und seine Berater weit mehr Zeit und Gedanken darauf, den Sittenkodex ihrer Untertanen Monat für Monat zu verschärfen -- und machen damit die iranische Revolution vollends zur Karikatur.
So sind nicht nur Besitz und Ausschank von Alkohol streng verboten, zu dem nach jüngstem Dekret nun auch das Malzbier zählt. Glücksspiele, selbst das Würfeln um ein paar Rial, sind nicht erlaubt. Dafür aber darf ein Iraner seinen ganzen Monatslohn beim Pferderennen verlieren, denn, so der Ajatollah, "das gab es auch schon zu Zeiten von Mohammed".
Filme, selbst die harmlosesten, in denen Tanz- oder Liebesszenen vorkommen, sind auf den Index gesetzt. Dafür dürfen die Kinos selbst die primitivsten blutrünstigen Kriegsfilme zeigen, die meisten aus westlicher Produktion.
Musik, und dabei macht der fromme Kirchenfürst keinen Unterschied zwischen klassischer Musik und seichten Schlagern, ist nach seiner Meinung "schlimmer als Opium", selbst das klassische Ballett ist "sittenlos". Die jahrhundertealte persische Musik- und Bühnentradition ist vorerst erloschen.
Männliche Friseure dürfen Frauen im Salon nicht mehr bedienen, weil nach den Islam-Regeln des Ajatollah nur der Ehemann das Haar seiner Frau sehen, also auch scheren oder ondulieren darf.
Nach Neuseeland, woher der Iran in seiner Versorgungsnot Gefrierfleisch bezieht, mußte eine Delegation von Mullahs reisen. Ausgehandelt wurde ein Vertrag, nach dem die Schlachter nur Moslems sein dürfen und das Rindvieh mit dem Kopf in Richtung Mekka stehen muß, wenn es den letzten Hauch tut. Die Firma war zu allen Konzessionen bereit, ging es doch um einen Auftrag über 20 Millionen Pfund.
Während des Fastenmonats Ramadan mußte das ohnehin auf revolutionäre Propaganda oder frommen Stoff beschränkte Fernseh- und Rundfunkprogramm schon am frühen Nachmittag seine Sendungen beenden, "damit die Moslems nicht daran gehindert werden, in die Moschee zu gehen".
Trotz aller Predigten über den Sinn der islamischen Tradition fällt es dem Ajatollah immer schwerer, die Mehrheit der Iraner davon zu überzeugen, daß dies die Freiheiten sind, auf die sie gewartet haben.
Dabei wäre der ebenso unduldsame wie ungeduldige Eiferer auf dem Weg zu seinem erträumten Gottesstaat am liebsten noch sehr viel weiter gegangen. An sich wollte er sein Volk gänzlich von materiellen Ansprüchen und Konsumdenken befreien, um damit dessen "spirituelle" Kräfte zu stärken.
"Tatsächlicher Fortschritt ist für uns, daß als eigentliches Ziel der materiellen Tätigkeit die Entwicklung und Entfaltung des eigenen Selbst des Menschen gesetzt werden" -- so Chomeini vor einem Jahr in einem Interview mit dem SPIEGEL.
Eine Alternative zum Zeitgeist also, so ungewöhnlich wieder nicht, ein Weg, den auch in der westlichen Gesellschaft manche gehen, die einen mit, die anderen ohne religiöse Motive. Doch der Ajatollah zwingt jeden mit Feuer und Schwert, ihm auf seinem Marsch ins Paradies zu folgen.
Dennoch machen die rigorose Überzeugungskraft, mit der Chomeini seine Askese vertritt, die Integrität, die Mensch und Programm verbindet, auf viele Iraner Eindruck, auch wenn sie ihn mehr fürchten als lieben.
Mit Islam hat das freilich nur bedingt zu tun, dessen Wurzeln sind viel eher Humanität und Toleranz. Das erklärt auch die Furcht der arabischen Nachbarn, der Alte von Ghom könnte die iranische Revolution exportieren -- so wie in Teheran möchten die meisten Moslems nicht leben, die meisten Führer in ihren Staaten nicht gewirtschaftet sehen.
Ein persischer Savonarola des 20. Jahrhunderts ist da also am Werk. Aber wie viele Ajatollahs im schiitischen Klerus ist dieser auch in die Macht verliebt, und um sie zu behalten, manipuliert er wie ein machterfahrener Politiker.
Schon bei dem Plebiszit, das im März über die Neuordnung des Iran in einer Islamischen Republik entschied, bekam der Ajatollah über 90 Prozent aller Stimmen, ohne daß auch nur ein Wähler wußte, was Chomeinis Republik konkret sein sollte. Der politisierende Priester ließ über die einfache Alternative "Ich oder der Schah" abstimmen, obschon der längst weggefegt war.
Das gleiche gerissene Spiel, diesmal noch besser präpariert, wiederholte er bei der Wahl zum sogenannten "Expertenrat", der den Entwurf der neuen Verfassung prüfen und zur Abstimmung stellen soll. Durch Manipulation des Wahlkampfes schlug er alle Konkurrenten aus dem Feld, seine Partei, die vom ehemaligen Hamburger Imam, Ajatollah Beheschti, gegründete "Partei der Islamischen Republik", nahm 60 von 73 möglichen Sitzen ein.
* Im zentrum van Teheran.
Welche Vorteile das für Chomeini bringt, konnten die Iraner in den letzten Wochen erleben. Der Verfassungs-Ausschuß, in dem Beheschti den Vorsitz hat, peitschte mit knapper Mehrheit einen Paragraphen durch, wonach der "Fakih" (wörtlich: geistiger Führer; gemeint ist das Oberhaupt der schiitischen Gemeinde) künftig im Iran noch über dem Staatspräsidenten steht, so es diesen wieder geben sollte.
Diese "Lex Chomeini", einmalig selbst in der islamischen Welt, ging sogar dem sonst gehorsamen Sohn des greisen Ajatollah, Ahmed Chomeini, zu weit: "Was geschieht, wenn der Nachfolger meines Vaters aus dem Ausland kommt, möglicherweise sogar aus dem Irak?" fragte er verstört. Der Ajatollah honorierte die Selbstaufgabe der KP.
Doch auch ohne Amt und Mandat nahm sich Chomeini bisher ungehindert alle Freiheiten und berief sich dabei stets auf Gott oder die Massen.
Gott oder die Menge, wie Kritiker in Teheran ihm vorwerfen, "beides Instanzen, bei denen man nicht nachfragen kann", sind Chomeinis einzige, ständig wiederholte Legitimation, so auch am 27. Oktober, als die 15 000 örtlichen Revolutions-Komitees überall im Land wieder einmal die Straßen für Chomeini mobilisierten. Allein in Teheran waren über eine Million Anhänger des Ajatollah unterwegs.
Doch schon drei Tage später kam in der Teheraner Universität der Rückschlag: Linke Studenten, die für die Kurden und gegen das Verbot politischer Diskussionen in der Uni protestierten, lieferten sich mit Chomeini-Anhängern eine Schlacht -- und waren in der Mehrheit.
Die organisierte Linke hat indes ihren Einfluß auf den Gang der Revolution schon wieder verloren. Die mitgliedstärkste Gruppe, die kommunistische "Tudeh"-(Massen-)Partei, im Sommer vom Ajatollah als "Feind des Islam" verboten, nimmt an den Straßenaufmärschen teil -- an der Seite der Mullahs.
Die Kommunisten bieten sich dem Ajatollah als Partner für eine Volksfront-Regierung mit dem Heiligen an, und ihre Selbstaufgabe wird von Chomeini auch huldvoll honoriert: Seit Mitte Oktober darf das Parteiblatt "Mardom" wieder erscheinen.
Gefährlicher sind die Brigaden der marxistischen "Fedajin-i-Chalk" und ihrer linksreligiösen Genossen von den "Mudschahidin-i-Chalk", beide mit geheimen Querverbindungen zur PLO. Die meisten der über tausend Mitglieder kämpfen wieder im Untergrund.
Fünf Tage nach der Schlacht mit den linken Studenten wurde die amerikanische Botschaft gestürmt -- wahrscheinlich von den damals geschlagenen Chomeini-Anhängern. Nun, da es gegen die USA ging, hatte der Ajatollah die Massen wieder hinter sich.
Von Anfang an war klar, daß US-Präsident Carter den todkranken Ex-Schah nicht zur Hinrichtung nach Teheran überstellen konnte, und die Stimmung in den USA wurde vorige Woche fast von Tag zu Tag kriegerischer.
Auf den Stufen des Rathauses von Springfield, Massachusetts, verbrannten aufgebrachte Bürger eine iranische Flagge. Viel lieber hätten sie, so einer der Demonstranten, "die iranische Botschaft in Washington angesteckt".
Auch Kongreßabgeordnete erfuhren telephonisch vom amerikanischen Volkszorn über die "knieweiche Nicht-Politik der Administration", so der Abgeordnete Sam Devine aus Ohio, und sie gaben ihn weiter. Unberechenbare Risiken eines militärischen Eingreifens.
Der Kongreßabgeordnete George Hansen aus Idaho verstieg sich gar zu der hysterischen Forderung: "Carter muß endlich handeln, oder er sollte seines Amtes enthoben (impeached) werden" -- Erinnerung an das schmachvolle politische Ende des Präsidenten Nixon.
Obwohl Carter angesichts dieser Stimmung im Volk zweifellos "20 Punkte an Popularität gewänne", wenn er "einmarschieren und losballern" würde -- so Nahost-Unterhändler Robert Strauss -, verzichtete Carter die ganze Woche über auf jeden Anschein von "Macho-Gehabe" (New Yorks "Daily News").
Die Alternativen waren freilich auch nicht verlockend -- vielleicht gab es überhaupt keine. Die USA waren konfrontiert mit einer "total irrationalen Situation" (Robert Strauss).
Zwar wurden militärische Optionen im Pentagon nach allen Richtungen durchgespielt, aber sich für eine zu entscheiden, schien, jedenfalls bis zum Ende der letzten Woche, nicht ratsam.
Was den Israelis in Entebbe und den Deutschen in Mogadischu mit ihren Überraschungscoups gelang -- Geiseln fast ohne Verlust zu befreien -, müsse auch der Supermacht Amerika möglich sein, dachten viele Amerikaner.
In Wahrheit war die Situation in Teheran unvergleichbar schwieriger als in Entebbe und Mogadischu. Jede Militäraktion zur Befreiung der Geiseln, so betonten amerikanische Militärspezialisten, hätte mit fast unüberwindlichen Schwierigkeiten zu rechnen:
* Der lange Luftweg über iranisches Gebiet nach Teheran -- vom Nato-Land Türkei aus etwa 600 Kilometer, vom Persischen Golf aus mindestens genausoweit -- mache eine unerkannte Flugzeugannäherung praktisch unmöglich.
* Die Botschaft der USA, in der die Geiseln festgehalten wurden, liege mitten im Stadtgebiet von Teheran, mehr als 15 Kilometer vom Flughafen entfernt.
* Jede Interventionstruppe müsse in der Stadt, vor allem in Botschaftsnähe, mit Tausenden fanatisierter und bewaffneter Chomeini-Anhänger rechnen -- ein unkalkulierbares Risiko, etwa für landende oder startende Hubschrauber. Jedenfalls bliebe den Revolutionären genug Zeit, die Geiseln zu erschießen.
Nur für den äußersten Notfall, etwa wenn die Botschafts-Besatzer mit der Erschießung der Geiseln begännen, erwogen die US-Planer als militärischen Ausweg eine Luftlande-Operation direkt auf das Botschaftsgelände: Weitreichende und in der Luft betankbare Transporthubschrauber vom Typ CH-53 mit einer Ladekapazität von 60 Personen oder Langstreckenflugzeuge vom Typ C-130 könnten von Saudi-Arabien oder von Bahrein aus im Tiefflug versuchen, Teheran zu erreichen und die Botschaft im Handstreich zu nehmen.
In der Zwischenzeit könne der reguläre Flughafen durch eine Kommandoeinheit, die von den Transportflugzeugen abgesetzt werde, genommen werden. Sie hätte den Auftrag, den Widerstand persischer Einheiten niederzukämpfen und den Rückweg zu decken.
Die Militärs gaben aber zu, daß ihrer Meinung nach auch diese Möglichkeit im Grunde zu viele unkalkulierbare Risikofaktoren enthaLte. "Die Chance eines Erfolges", so ein Luftwaffen-Spezialist, "ist minimal."
Zur Beruhigung der Nation zeigte das US-Fernsehen Bilder eines kampfstarken amerikanischen Flottenverbandes mit dem Flugzeugträger "Midway", der im· Indischen Ozean kreuzte -kaum mehr als eine politische Drohge* Vor dem Cornell-Hospital, in dem der Schah operiert wurde.
bärde, erklärten die Fachleute: Die Flugzeuge des Trägers könnten Teheran nicht erreichen, und jeder Versuch der Schiffe, in den Persischen Golf einzulaufen, um damit näher an den Ort des Geschehens heranzukommen, werde die Situation sofort dramatisch verschärfen.
Wie wenig tragfähig direkte Kontakte mit dem Restbestand an Regierung im Iran waren, zeigte die Mission der Carter-Sendboten Clark und Miller:
Nach langen Telephongesprächen zwischen US-Außenminister Vance und seinem zurückgetretenen iranischen Kollegen Jasdi hatten Chomeini und sein Revolutionsrat bereits einem Kompromiß zugestimmt: Freilassung der Geiseln gegen die Ausweisung des Schah in ein drittes Land. Zum Erstaunen der Amerikaner und wohl auch seines eigenen Revolutionsrats lehnte der Ajatollah am Mittwoch in seiner abendlichen Radioansprache dann jeglichen Kontakt mit den Amerikanern ab -- Indiz für den derzeitigen Regierungswirrwarr in Teheran. Clark und Miller saßen in Istanbul fest.
So mußten die USA schließlich zu jenem Bundesgenossen Zuflucht nehmen, auf den sie lieber verzichtet hätten: die PLO des Jassir Arafat. Als die PLO jedoch -- nach anfänglicher Bereitschaft, zu vermitteln -- plötzlich erklärte, sie werde das nur auf ausdrückliche Aufforderung durch die amerikanische Regierung tun, blieb Washington notgedrungen unverbindlich, wenigstens öffentlich.
So sah sich Amerika einmal mehr darauf zurückgeworfen, anstatt zu handeln, Gewissenserforschung zu betreiben und entsetzt festzustellen, daß sich Washington das neueste Debakel selbst mit eingebrockt hatte.
Nach dem Sturz des Schah, dessen Land Jimmy Carter noch an der Jahreswende 1977/78 als "Insel der Stabilität" gepriesen. hatte, setzten die USA ihre Politik der Illusion nahezu nahtlos auch gegenüber dem neuen Regime fort.
Kern dieser Illusion war die simple Überlegung, daß der Fluß des iranischen Öls in die USA schon gesichert und die strategischen Interessen Amerikas gewahrt seien, wenn Washington nur rückhaltlos die jeweiligen Machthaber im Iran unterstütze.
So fingen die USA denn beflissen an, den Ajatollah zu hofieren. Sie übersahen, daß die neue Diktatur mit ihrem bizarren Oberpriester und ihren Unrechtstribunalen Amerika schon bald zu der peinlichen Erkenntnis bringen mußte, schon wieder auf das falsche Regime gesetzt zu haben.
Naiv unterschätzten die Amerikaner die iranische Reaktion auf eine Aufnahme des noch so kranken Schah in ein amerikanisches Hospital, obschon sie voraussahen, daß so etwas gefährlich werden könne. So versicherte ein Memo aus dem State Department der Botschaft in Teheran, daß der Schah erst ins Land gelassen werden sollte, nachdem der Schutz für die Botschaft verstärkt worden sei -- die besetzenden Studenten veröffentlichten das Papier triumphierend.
Aber dann beugte sich die Regierung doch den Worten so gestandener Schah-Freunde wie Henry Kissinger und David Rockefeller und gestatteten dem Schah die Einreise in die USA.
Rettung aus der schweren Krise schien es für die Weltmacht USA gegen Wochenende fast nur noch von seiten des todkranken Ex-Kaisers zu geben -- soweit wäre es denn mit Amerika gekommen. Am Montag bot der an Krebs und gebrochenem Herzen dahinsiechende Resa Pahlewi an, er wolle freiwillig nach Mexiko zurückkehren.
Seine Ärzte rieten ab. Inzwischen aber hat der Druck der Umstände ihre Opposition gemildert. Ein Transport des Kranken nach Mexiko, hieß es aus dem Kreis der medizinisch Sachkundigen, sei "kompliziert und teuer -- aber nicht unmöglich".

DER SPIEGEL 46/1979
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