11.04.2005

TSUNAMIFalsche Opfer

Offenbar hat der Tsunami in Asien nicht nur viele Unschuldige in den Tod gerissen, sondern auch ein paar Schuldigen zu einem neuen Leben verholfen. Scotland Yard untersucht derzeit rund 170 Fälle, bei denen Briten in den Riesenwellen umgekommen sein sollen. Der Verdacht: In etwa zehn Fällen könnten Kriminelle versucht haben, ihren Tod vorzugaukeln und sich eine neue Identität zu verschaffen - Betrüger, Verschuldete, Bankrotteure, die ein Interesse daran haben, vom Erdboden zu verschwinden. Die unter dem Codenamen "Bracknell" operierende Einheit hat bei den zuständigen Behörden Einblick in Bankkonten und Mobilfunk-Abrechnungen der Toten beantragt, um Betrügern auf die Schliche zu kommen. Fast vier Monate nach dem Desaster sind erst 95 tote Briten eindeutig identifiziert. Die DNA-Analyse unbekannter Opfer gestaltet sich äußerst schwierig: Anhand der ersten 500 Gewebeproben, die zu Testzwecken in ein Labor nach Peking geschickt worden waren, konnte kein einziges weiteres Opfer eindeutig bestimmt werden. Insgesamt sollen beim Tsunami am 26. Dezember bis zu 300 000 Menschen umgekommen sein.

DER SPIEGEL 15/2005
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


DER SPIEGEL 15/2005
Titelbild
Abo-Angebote

Den SPIEGEL lesen oder verschenken und Vorteile sichern!

Jetzt Abo sichern
Ältere SPIEGEL-Ausgaben

Kostenloses Archiv:
Stöbern Sie im kompletten SPIEGEL-Archiv seit
1947 – bis auf die vergangenen zwölf Monate kostenlos für Sie.

Wollen Sie ältere SPIEGEL-Ausgaben bestellen?
Hier erhalten Sie Ausgaben, die älter als drei Jahre sind.

Artikel als PDF
Artikel als PDF ansehen

TSUNAMI:
Falsche Opfer

  • Legendärer Modedesigner: Karl Lagerfeld im Interview (1997)
  • Unfall bei Flugshow: Kampfflieger kollidieren in der Luft
  • Hirnforschungs-Selbstversuch: Gefangen im Labyrinth
  • Auf Grund gelaufen: Havarie mitten in der Donau