RFID-Chips, winzige Funketiketten, gelten Kritikern als Datenschutzrisiko. Nun könnten sie obendrein noch zu Ruhestörern und Nervensägen aufgerüstet werden: Wer ein RFID-bestücktes Produkt kauft, könnte in Zukunft an der Kasse beim Einscannen des Codes mit einer Werbemelodie belohnt werden. Dieses Szenario hat der Karlsruher Informatikstudent Florian Wesch entwickelt, mitsamt einem dafür notwendigen Bonsai-Programm. Im Rahmen einer Hausarbeit speicherte er auf dem winzigen Funkchip nicht nur eine Produktnummer, sondern zusätzlich auch noch eine kurze Melodie, die zum Lesegerät gesendet und abgespielt wird. Die Musikdaten komprimierte er mit einer Methode, die noch aus einer Zeit stammt, als Speicherplatz teuer und knapp war: mit der Audiotechnik "SID" seines alten C64-Rechners. Auf eine Note allerdings wartet er derzeit noch immer: die seines Professors.
DER SPIEGEL 15/2005
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGEL-Verlag Rudolf Augstein GmbH & Co. KG.
Dieser Artikel ist ausschließlich für den privaten Gebrauch bestimmt. Sie dürfen diesen Artikel jedoch gerne verlinken.
Unter http://corporate.spiegel.de finden Sie Angebote für die Nutzung von SPIEGEL-Content zur Informationsversorgung von Firmen, Organisationen, Bibliotheken und Journalisten.
Unter http://www.spiegelgruppe-nachdrucke.de können Sie einzelne Artikel für Nachdruck bzw. digitale Publikation lizenzieren.