23.07.1979

BERUFLICHESSaddam Hussein, Per Wästberg

Saddam Hussein, 42, bislang stellvertretender Chef des Kommandorats der im Irak regierenden Baath-Partei, wurde in der vergangenen Woche nach dem Rücktritt des kränkelnden Staatschefs Ahmed Hassan el-Bakr zum neuen Präsidenten des Irak ernannt. Damit wurde Saddam Hussein, schon seit langem der eigentlich starke Mann im Staat am Persischen Golf, jetzt auch offiziell die Nummer eins im Land. Den zweiten Rang hatte er seit 1969 bekleidet. Mit 19 Jahren war er der Baath-Partei beigetreten und hatte 1959, nach einem Attentat auf den irakischen Diktator General Kassim, sein Land verlassen müssen. 1963 kehrte Saddam Hussein aus dem ägyptischen Exil zurück, 1968, nach dem unblutigen Putsch der Baathisten, begann sein Aufstieg. Gemeinsam mit dem Staatschef des Nachbarlandes Syrien, Assad, der wie die Iraker den Separatfrieden Ägyptens mit den Israelis mißbilligt, will Saddam Hussein die Organisation eines irakisch-syrischen Einheitsstaates vorantreiben. Saddam Hussein Anfang Juli in einem SPIEGEL-Gespräch (27/1979): "Wir werden ein einziger Staat sein: eine Armee, ein Außenministerium, eine Nationalhymne, eine Flagge, eben alles, was zu einem Staat gehört"
Per Wästberg, 45, schwedischer Autor und Journalist, wurde auf dem 44. Weltkongreß des internationalen PEN-Clubs in Rio de Janeiro zum neuen Präsidenten der Schriftsteller-Vereinigung gewählt. Wästberg, von 1967 bis 1978 Vorsitzender der schwedischen PEN-Sektion, gewann die Abstimmung gegen den türkisch-amerikanischen Schriftsteller Talat Halman, der ebenfalls für das Amt kandidiert hatte. Eine seiner Hauptaufgaben sieht Wästberg darin, die nationaten und politischen Fronten aufzulockern, die in den vergangenen Jahren die Arbeit im Schriftstellerverband erschwert hatten. Zudem will Wästberg sich vermehrt für die Gründung neuer nationaler PEN-Zentren in den Ländern der Dritten Welt wie auch in China einsetzen. Der Schwede, seit drei Jahren einer der Chefredakteure der Tageszeitung "Dagens Nyheter", galt Anfang der siebziger Jahre als Berater des damaligen schwedischen Premierministers Olof Palme.

DER SPIEGEL 30/1979
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