09.07.1979

Aufbruch in die Todeszone

Das Abenteuer in der verwalteten Welt / Von SPIEGEL-Reporter Wilhelm Bittorf

Was könnte ich Dir alles von dieser Reise erzählen! Und wieviel besser war sie doch, als daheim zu sitzen in zu großer Bequemlichkeit! Robert F. Scott im Abschiedsbrief an seine Frau vor seinem Erschöpfungstod in der Antarktis, 1912.

Sie nehmen zwanzig Schritte Anlauf. Sie springen von der Felskante ab Und reißen mit Geheul die Knie zur Brust wie jemand. der sich in einen Swimming-pool plumpsen läßt.

Aber sie plumpsen in keinen Swimming-pool. Sie fallen in einen exakt 1067 Meter tiefen Abgrund, immer entlang an der senkrechten Granitwand des "El Capitan", hinab in das kalifornische Yosemite-Tal.

"Der Fels rast immer schneller an dir vorbei und gibt dir ein enormes Tempogefühl", sagt ein junger Mann namens Carl Boenish, einer der Springer. "Du darfst allerdings nicht zu nahe an die Wand kommen, weil du dir sonst den Hintern abhobelst."

Weniger als zweihundert Meter über der Talsohle ziehen die Springer die Reißleinen ihrer Fallschirme und schweben genießerisch einem weiteren Spannungsmoment entgegen der Frage, ob sie nach der Landung den Parkpolizisten des Yosemite-Nationalparks entwischen können. Denn das Springen vom Capitan ist bei einer Geldstrafe bis zu 500 Dollar verboten.

Gleichwohl ist es ein leidlich preiswerter Spaß in der wachsenden Vielfalt der Aktivitäten, bei denen Menschen mit voller Absicht und ohne jede Notwendigkeit Kopf und Kragen riskieren.

Ulm nicht "daheim zu sitzen in zu großer Bequemlichkeit", nehmen immer mehr Zeitgenossen mit immer mehr Aufwand mutwillig die größten Gefahren und Strapazen auf sich. Um auf einem gezähmten Planeten Abenteuer zu finden und Tatenruhm zu erwerben in einer Welt. in der schon alles getan scheint, stürzen sich die Kinder des Komforts in immer ausgefallenere Unternehmungen.

Mit dem Fahrrad durch die Sahara. Mit dem Schlauchboot durch die schlammigen Katarakte des wilden Omo-Flusses in Äthiopien. Mit dem Rucksack durchs hintere Borneo.

In einem selbstgebastelten Boot aus Ochsenhaut fährt der Engländer um Severin über den Nordatlantik, um zu beweisen, daß irische Mönche schon im 6. Jahrhundert, lange vor den Wikingern und Columbus, nach Amerika gereist sein könnten, In 195 glühenden Tagen durchmißt eine junge Frau namens Robyn Davidson allein mit drei Kamelen die zentralaustralische Wüste.

In 57 klirrenden Tagen und Nächten quält sich der Japaner Naomi Uemura von Cape Columbia in Kanada zum Nordpol. Weitere 119 Tage braucht der erste Einzelreisende der Arktis für den Rückweg quer durch Grönland. Auch die drei Geschäftsleute aus New Mexico, die im vergangenen Sommer den Atlantik erstmals im Ballon überquerten, rechnen mit einem langen und ungewissen Trip bei dem Vorhaben, in ihrem "Double Eagle" auch über den breiten Pazifik hinwegzudriften.

Der Franzose Yves Morin dagegen hatte den Ehrgeiz. der erste Mensch zu sein, der auf Skiern vom Gipfel eines Achttausenders zu Tal fährt. Er versuchte es im Mai am Annapurna in Nepal, verfing sieh aber in dem Sicherungsseil, das er für den Aufstieg über den Abhang gespannt hatte. Er erdrosselte sich damit.

"Ich würde mich nicht wundern. wenn jemand diese Sache nicht überlebt." So kommentierte der britische Skipper Chay Blyth jüngst das riskanteste Ozean-Ereignis des Jahres: "Transat 79", ein Nonstop-Rennen für Segler quer über den Atlantik zu den Bermudas und wieder zurück nach Europa, ausgetragen mit konventionellen Booten und mit neuentwickelten Trimaranen, die mit ihren beiden Auslegern schnell, aber instabil sind.

Erst im vergangenen November ist einer der führenden Hochsee-Segler Frankreichs, Alain Colas, mit seinem Trimaran "Manuréva" ohne eine Spur. ohne auch nur einen Hilferuf im Atlantik verschwunden. Ein anderer Einhand-Konkurrent in dem Rennen über die "Rum-Route" zur Karibik überlebte wundersamerweise sechs Tage lang im Mittelrumpf seines gekenterten Trimarans.

In Augenblicken der Ernüchterung spotten Hochsee-Segler selber über die kostspielige Unwirtlichkeit ihres Sports. Ebensogut, sagen sie, könne man sich in voller Bekleidung tagelang unter eine eiskalte Dusche stellen und dabei am laufenden Band Hundertdollarscheine zerreißen. Oder, wie es der englische Atlantikfahrer John Ridgway ausdrückte: "In dieser entsetzlichen Sturmnacht, die nur noch aus schneidender Gischt und heranheulenden Wassermassen bestand, fragte ich mich, ob wir nicht kranke, traurige Sonderlinge sind, die so etwas freiwillig auf sich nehmen, um sich, weiß der Teufel wofür, zu bestrafen."

Doch wenn ein Einhand-Rennen nach Bermuda schon eine absurde Schinderei ist, womit wäre dann das Besteigen der höchsten Berge dieser Erde zu vergleichen? Mit russischem Roulett in einer luftleeren Tiefkühltruhe, die mit einem morschen Strick an einer DC-10 hängt?

Ken Wilson, Mitarbeiter der britischen Kletterzeitschrift "Mountain", jedenfalls beansprucht für das Bergsteigen kokett den Rang der "sinnlosesten und unverantwortlichsten von allen Sportarten, zumindest im Himalaja" ...

Trotzdem ist das Erklimmen von felsigen Auffaltungen der Erdkruste die bei weitem populärste Methode, sich mit Vorbedacht in Lebensgefahr zu begeben. Das gilt für die vielen tausend Aktiven, die Jahr für Jahr die schroffen Flanken der Alpen berennen und auf den besuchteren Gipfeln Abfallhaufen und Uringeruch hinterlassen.

Das gilt mehr noch für die sprunghaft steigende Zahl von Passionierten, die alle ihre Urlaubstage und jede übrige Mark darauf verwenden, sich im Himalaja (zu deutsch "Heimstatt des Schnees") Frostbeulen und Gletscherbrand zu holen.

Die große Mehrheit zieht es freilich vor, sich ihren "Abenteuer-Urlaub" von Touropa und Karstadt so arrangieren zu lassen, daß nichts Unvorhergesehenes geschieht. Doch selbst bei denen, die sich damit begnügen, die Wagnisse von anderen schmökernd in der Sofaecke nachzuvollziehen, hat die Lust am Risiko offenbar kräftig zugenommen.

"Die Deutschen haben einerseits ein geradezu hysterisches Sicherheitsbedürfnis. Man meint, ihre Hauptsorge sei, daß sie alle ihre Versicherungsraten nur pünktlich bezahlen. Zwanzigjährige liegen nachts wach, weit sie sich fragen, ob sie wohl eine ausreichende Pension bekommen werden.

"Andererseits hassen sie dieses Sicherheitsbedürfnis und die Existenzangst, die dahintersteckt. Sie spüren, wie der Sicherheitswahn ihre Lebensgeister lähmt, wie er sie gefangenhält. Deshalb sind sie vom Abenteuer fasziniert wie ein Sträfling von der Freiheit."

Der Mann, der dies sagt, verkörpert heute mehr als jeder andere das Abenteuer, das die Deutschen -- und nicht nur sie -- beschäftigt, beunruhigt, anlockt und mit höchst zwiespältigen Empfindungen erfüllt. Reinhold Messner, Jahrgang 1944, ist selbständiger Expeditions-Teilnternehmer, Schriftsteller, Vortragsreisender, Werbeträger, Fernseh-Talker, alpiner Sensationsdarsteller und hauptberuflicher Selbstverwirklicher.

Als erster und bisher einziger Mensch ist er fünfmal auf Achttausender-Gipfel gestiegen. Neben Rennfahrer Niki Lauda hat er den international bekanntesten deutschsprachigen Namen seiner Generation.

"Er ist mir wie der Bote eines fast vergessenen Menschenschlags erschienen .- großmütig, ohne Furcht, mit einem gefräßigen Lächeln und dem Kreislaufsystem eines Marathonläufers", schreibt James Salter, einer seiner amerikanischen Bewunderer.

Ein anderer, Galen Rowell: "Reinhold Messner ist der Muhammad Ah des Alpinismus. Er macht tollkühne Vorhersagen und harsche Bemerkungen über seine Kontrahenten. Dann sorgt er aber auch dafür, daß sich seine Prophezeiungen erfüllen."

Antonio Miotto, italienischer Psychologe: "Messner ist eine Art Glücksspieler, der alles riskiert, um alles zu gewinnen, ein Akrobat ohne Netz, der

*Als Goldsucher in Ecuador.

mit dem Tod spielt, um das Leben zu finden."

Auch in der Bundesrepublik versuchten Wissenschaftler, das Phänomen Messner und seine Resonanz im Publikum zu analysieren. So hat der Saarbrücker Soziologe Kurt Weis mit seinen Studenten junge Messner-Fans, die seine Vorträge besuchen, ausgiebig befragt.

Aus dem Fazit: "Messner wird als Ausbrecher aus der Gesellschaft anerkannt. Den Leuten imponiert, daß er den Oberlebenskampf nicht gegen andere Menschen, sondern in der Natur und gegen die Naturgewalten austrägt."

"Ausbrechen" ist ein Schlüsselwort der Abenteuer-Renaissance, für die Messner steht. Ausbrechen, und sei es nur vorübergehend oder nur in der Phantasie, ausbrechen aus dem hauen Wohlstandszoo, aus dem spannungslosen Behagen und der Verwöhnung, die auf die Dauer so schwer zu ertragen sind besonders für die Jüngeren, die nur diese Wattewelt kennen und nicht das Chaos der ersten Hälfte des Jahrhunderts.

Ausbrechen als ein Ausdruck der bohrenden Zivilisationsfeindlichkeit, die sich, paradoxerweise, gerade bei den Hätschelbabys der Konsumgesellschaft regt.

"Ich kannte nichts als Sicherheit, Bequemlichkeit und Frieden. Ich hungerte nach Gefahr und Gewalt." So erklärt der amerikanische Autor Philip Caputo ("A Rumor of War"), warum er sich freiwillig zum Krieg in Vietnam meldete. Ein ähnliches Verlangen nach starken Erfahrungen durchdrang ohne Frage auch die rebellischen Studentenscharen, die auf den Straßen von Chicago und Berlin gegen diesen Krieg kämpften.

"Maschinen werden kaputtgehen, das System wird kaputtgehen. Dann werden nur die Leute überleben, die sich darauf vorbereitet haben. Dann werden diese Leute in die Berge gehen und ganz von vorn anfangen", erklärt Lewis, die Hauptfigur in James Dickeys Abenteuerstory "Flußfahrt".

Lewis hat einen gutbezahlten Bürojob und ein gemütliches Heim mit Weib und Kind in Atlanta, Georgia.

Aber jedes Wochenende fährt er in den Hinterwald, um mit Pfeil und Bogen fürs Überleben in der Wildnis zu trainieren. Er findet das Stadtleben "so beschissen und so kompliziert", daß er dessen unvermeidlichen Untergang herbeiwünscht und den erfrischenden Rückfall ins Barbarentum "gar nicht mehr erwarten" kann.

Immer mehr Männer scheinen dieses Gefühl zu teilen. Sie verbringen ihren Urlaub im Urwald und nähren sich von Fröschen und Schlangen wie der Hamburger Konditor Rüdiger Nehberg. Sein halbes Leben verbrachte der Abenteuer-Tourist Heinz Rox-Schulz in der Fremde, mal zog es ihn "ins tiefe Afrika und dunkle Indien", dann wieder trampte er als Goldsucher nach Ecuador. "Wir haben", klagt er, "in der genormten, glatten und sterilen Moderne unseren sechsten Sinn verloren und dumme Füße bekommen."

Sie reißen sich los, diese Flüchtigen, von allen Komfortapparaten, in die sie sich "eingezwängt" fühlen "wie ein Schwerkranker in eine Herz-Lungen-Maschine" (Lewis), und beweisen sich, daß sie ganz aus eigener Kraft existieren können. Diese Unabhängigkeit, heißt es in "Flußfahrt", erfülle sie mit "namenlosem Stolz".

"Wenn ich die Zivilisation hinter mir lasse, fühle ich mich sicher", pflegte Heinrich Harrer zu sagen, der österreichische Bergsteiger und Asien-Abenteurer ("Sieben Jahre in Tibet"), der auch eines der Vorbilder Messners ist. Doch die Abenteurer von heute lassen die Zivilisation per Düsenflugzeug hinter sich und haben Kassettenrecorder im Gepäck, mit denen sie in der Einsamkeit Beethoven-Symphonien abspielen (wie die Amerikaner am K-2 im letzten Jahr) oder Rock von Elton John (wie Reinhold Messner).

Nur selten reißt die Verbindung zum Rest der Menschheit gänzlich ab. Bei seinem Solotrip zum Nordpol hatte Naomi Uemura einen Sender am Schlitten, der über einen Nachrichtensatelliten angepeilt werden konnte. So war jederzeit die genaue Position des Japaners zu ermitteln.

Überdies kreuzte mehrere Male während der Reise an vereinbarten Punkten ein Flugzeug neben ihm auf. Es brachte ihm frische Lebensmittel, ausgeruhte Schlittenhunde und einen Photographen, der Uemuras Verlassenheit in der weißen Ödnis dokumentierte.

Auch als Sir Francis Chichester 1966/67 in 226 Tagen einhändig den Globus umsegelte und vor Kap Hoorn an die schwierigste Passage seiner Reise kam, kreiste (und zwar ungebeten) ein Flugzeug mit Kameraleuten über ihm. Sir Francis war ergrimmt und schimpfte danach über Funk: "Der eine Platz in der Welt, an dem man erwarten darf, in Ruhe gelassen zu werden -- der hätte doch wohl vor Kap Hoorn sein sollen!"

Sie springt nicht immer so ins Auge, aber sie umkreist den modernen Abenteurer permanent: die Paradoxie, die Absurdität seiner Situation und seiner Unternehmungen. Unweigerlich erinnern die Chichesters, Uemuras und Messners an die komische und rührende Gestalt des wohledlen Hidalgos Don Quijote de la Mancha, der ein Ritter sein wollte in einer Zeit, die keine Ritter mehr brauchte.

Kein Abenteurer kann mehr den Lauf der Geschichte verändern wie Kolumbus. Kein Weltumsegler kann von nie gesehenen Küsten, von unbekannten Pflanzen, von ungeahnter Fauna in Tier- und Menschengestalt berichten wie Magellan und Drake. Kein Forscher kann noch wie David Livingstone 16 Jahre lang (1840 bis 1856) durch Schwarzafrika ziehen und mit jedem Schritt unentdecktes Land betreten.

Schon die Reisen zu den Polen der Erde am Anfang dieses Jahrhunderts waren strenggenommen nur mehr Gladiatorenkampf und Showbusiness, bei dem die Verlierer (wie Captain Scott und seine Gefährten) den Tod fanden und die Gewinner Ruhm und Reichtum: Südpol-Sieger Roald Amundsen verdiente mit Vorträgen und Büchern so viel Geld, daß er sich eine Reederei kaufen konnte.

"Das zwanzigste Jahrhundert blickt nieder auf eine geheimnislose Welt", schrieb Stefan Zweig 1930. "Alle Länder sind erforscht, die fernsten Meere zerpflügt. Landschaften, die vor einem Menschenalter noch selig frei im Namenlosen dämmerten, dienen schon knechtisch Europas Bedarf.

"Die Viktoriafälle, erst vor einem halben Jahrhundert vom ersten Europäer erschaut, mahlen gehorsam elektrische Kraft, die letzte Wildnis, die Wälder des Amazonasstromes, ist gelichtet, der Gürtel des einzig jungfräulichen Landes, Tibets, gesprengt ... Unbetretene Bahn ist nur noch im Himmel zu finden ..."

Doch auch in der Raumfahrt wurde die Figur des Pioniers und Abenteurers fragwürdig. Der Astronaut ist kein Ausbrecher, sondern ein Teil der Maschinerie, Teil eines computergesteuerten Milliardenprojekts, bei dem er kaum mehr als die Rolle einer menschlichen Kanonenkugel spielt: auf den Mond gefeuert mit einem Minimum an Tatfreiheit, eher Versuchstier als Held.

"Der Mond reizt mich nicht", sagt Reinhold Messner, eben weil man nur als "Maschinenmensch" hinaufkomme. Er bedauert vielmehr, "daß ich nicht wie Marco Polo nach China ziehen und erst zehn Jahre später wieder zurückkommen kann".

Aber Abenteuerlust verkümmert nicht einfach wie ein nutzlos gewordenes Organ, nur weil es keine unerforschten Kontinente und keine Eroberungskriege mehr gibt. Denn Abenteuerlust wird nicht nur durch äußere Gelegenheiten und die Aussicht auf Profit geweckt, durch frisch entdeckte Länder oder Goldadern.

Sie entspringt den Tiefen des menschlichen (und besonders des männlichen) Gemüts ganz unabhängig von praktischen Erwägungen. Wenn sie kein nützliches Betätigungsfeld mehr findet, dann tobt sie sich in verrückten Spielen aus, die gleichwohl eine starke Ausstrahlung haben und voller verborgener Bedeutung stecken.

Das, auf eine kurze Formel gebracht. ist die Geschichte moderner Abenteuer, insonderheit der Bergsteigerei, dieser von vornherein und in jedem Falle völlig unnützen Aktivität, die eigentlich erst vor gut hundert Jahren von ein paar gelangweilten Engländern erfunden wurde.

Es ist auch die Geschichte des Reinhold Messner, den seine Mutter noch heute einen "Trotzkopf" nennt und von dem sein Vater halb sarkastisch sagt, er sei "ein Spinner", aus dem wohl "nichts Vernünftiges mehr" werde.

Er war der zweite von acht Brüdern nebst einer Schwester und ging schon früh daran, sich von der Geschwisterschar abzuheben, besonders gegenüber dem Ältesten. Da dieser aber als untadeliges Kind galt (er ist heute Pädagoge in der Schweiz), blieb Reinhold nur die Rebellenrolle, in die er sich offenbar von klein auf hineinsteigerte.

Sein Vater amtierte als Lehrer im Villnößtal mit seinen 2250 Seelen -- was die Beziehung zu seinem eigensinnigen Sohn nicht gerade erleichterte. Sepp Messner ist ein verschlossener, auch pedantischer, durch und durch skeptischer Mann, ein Eigenbrötler mit bissigem Witz. Ein bundesdeutsches Fernseh-Team begrüßte er jüngst mit den Worten: "Gleich vier Vertreter einer Sache, von der ich nichts halte!"

Reinhold konnte und wollte dem Herrn Lehrer nicht allzuviel recht machen. Er schwänzte die Schule, um im leuchtenden Fels der Geislerspitzen, die über dem Villnößtal stehen, zu klettern. Er erregte Skandal in der Kirche, als er, 16jährig, während einer Predigt aufstand und unter Protest gegen die vom Pfarrer geäußerten rückständigen Ansichten den Schauplatz verließ.

Er rasselte beim ersten Anlauf durchs Abitur -- auch für ihn "ein schwerer Schock", weil er zuvor gute Zensuren hatte und sicher war, daß er es mühelos schaffen werde. Nach wiederholter Reifeprüfung studierte er in Padua Mathematik und Landvermessung -- doch ohne Abschluß. Durch Vermittlung seines älteren Bruders fand er gleichwohl eine Anstellung als Mathematiklehrer an der Mittelschule von Eppan bei Bozen.

Der Vater prophezeite ihm beizeiten eine "verkrachte Existenz". Seine Mutter aber hielt zu ihm, seine Mutter, eine strahlend sanguinische, selbstbewußte Frau, gleichfalls gelernte Lehrerin, die noch heute in der Dorfschule aushilft und von den Kindern dort geliebt wird.

Wenn sie von Reinholds Missetaten erzählt, von dem Auftritt in der Kirche etwa, kann sie unter gespielter Entrüstung nur schlecht das Vergnügen verbergen, das ihr die Erinnerung daran bereitet. Aus jeder Bemerkung, jedem Blick spricht ihr Stolz auf den außergewöhnlichen Sohn.

Reinhold Messner verhehlt seine Gefühle für seine Mutter noch weniger. In seinem Everest-Buch bekannte er: "Meine Mutter weiß, daß diese Abenteuer zu meinen Lebensäußerungen gehören, daß ich sie wagen muß. Sie gehört zu den wenigen Personen, die mich wirklich verstehen. Sicher hat sie manchmal auch Angst um mich, aber sie vertraut mir so sehr, daß sich ihre Sorgen nicht auf mich übertragen. Allein weil es sie gibt, fühle ich mich stärker, und weil ich weiß, daß sie mich liebt, habe ich keine Angst vor dem Tod."

Es ist die klassische Konstellation, die nicht zum erstenmal ein normenwidriges Mannsbild hervorgebracht hat, so wie Messners Extremtouren nicht die ersten Wagestücke sind, die unternommen wurden, um der Mutter zu imponieren und den Vater zu widerlegen und zu übertrumpfen.

Sonst müßte es der schiere Zufall sein, daß Shakespeares egomanischer römischer Haudegen Coriolan ebenso ein Mama-Liebling ist wie Ibsens rastlos abenteuerndes Großmaul Peer Gynt, gar nicht zu reden vom Sagenkönig Ödipus oder von Napoleon.

Der englische Poet Wystan H. Auden, der selbst gern kletterte und ein starkes Gedicht darüber schrieb ("Ich steige auf den Berg meiner Furcht"), ging in seiner Deutung des Abenteuer-Motivs speziell beim Bergsteigen noch weiter.

Auden verfaßte 1936 gemeinsam mit Christopher Isherwood eine "Tragödie in zwei Akten" mit dem Titel "Der Aufstieg auf den F-6", einen unbezwungenen asiatischen Gipfel, dessen Bezeichnung offenkundig vom K-2 angeregt ist und von dem die Einheimischen sagen, er werde von einem Dämonen bewacht.

Auch Audens alpiner Held, Michael Ransom, ist seiner Mutter innig verbunden. Beim Abschied sagt sie zu ihm: "Du brauchst dich nicht zu fürchten. Mutter ist bei dir. Sie läßt dich nicht allein. Niemals. Sie wird auch bei dir auf dem Berg sein ..."

Ransom verliert beim Aufstieg nacheinander sämtliche Mitglieder seiner Expedition und erreicht allein mit letzter Kraft das Gipfelplateau des F-6. Dort findet er eine verhüllte Gestalt, die er für den Bergdämonen hält. Unter Donner und Lawinengetose fallen die Hüllen der Figur, und zum Vorschein kommt "Frau Ransom als junge Mutter".

Ransom: "Mutter!"

Mutter: "Mein Junge! Endlich!" Er sinkt vor ihr nieder und legt den Kopf in ihren Schoß. Schlußvorhang.

Eine phantastische Übersteigerung, gewiß. Aber wenn es beim Alleingang auf den Nanga Parbat nicht mehr weitergehen will, sagt sich auch Reinhold Messner den "Lieblingsausspruch" seiner Mutter vor: "Es wird schon gehn." Wenn er seine letzte Stunde gekommen glaubt, dann ist ihm "als letzter Mensch" seine Mutter gegenwärtig.

Und wenn er darüber nachdenkt, "warum wir auf diese Berge steigen", kommt er darauf, "daß dies alles vielleicht damit zu tun hat, daß wir Männer keine Kinder gebären können". Wie denn überhaupt in seinen Augen "Frauen uns Männern unerreichbar überlegen" sind.

So stark identifiziert er sieh in Teilen seines Wesens mit dem Weiblich-Mütterlichen, daß er behauptet, er hätte zwar gern ein Kind, aber "nicht von einer Frau": "Ich möchte es selber zur Welt bringen." So tief geht seine Sohnesrevolte gegen die patriarchalische Ordnung, daß ein Vatergott für ihn nicht einmal als Vorstellung existiert. "Reinhold glaubt an keinen Gott", sagt Peter Habeler, Messners frömmerer Everest-Partner. "Beten findet er überflüssig. Er glaubt, daß er seine Kraft nur aus sich selber schöpft" -- jedenfalls nicht aus dem Beistand einer männlichen Macht.

"Chomolungma" nennen die Nepalesen den Mount Everest: "Mutter der Götter des Landes". So intensiv wie dieses Bild ist auch die Beziehung Messners und die vieler anderer Bergsteiger zu ihren Bergen.

Wo das normale Auge nur mehr oder minder dramatisch geschichtete Felshaufen erblickt, empfangen sie magische Botschaften. "Ein großartiger Berg", schwärmt der Amerikaner James Salter, "liegt in deiner Erinnerung wie das Bild einer unvergeßlichen Frau." Doch eine Frau aus Fleisch und Blut hat gegen die steinernen Verführerinnen kaum eine Chance. Das gibt auch Reinhold Messner zu verstehen, der über eine müßige Stunde im Basislager am Hidden Peak 1975 berichtet:

"Ich denke an alle die Mädchen, die ich gekannt habe, und frage mich, was sie jetzt wohl machen werden. Bald aber komme ich mit meinen Gedanken doch wieder zum Lagerplatz und den Karakorum-Bergen zurück, und ich merke, daß ich mich deutlich an jeden Gipfel erinnern kann, auch an all die anderen, die ich in Südamerika, Afrika, Neuguinea und im Himalaja gesehen habe. Immer war irgend etwas Neues, Aufregendes an ihnen, während die Mädchen, wenn ich sie in meiner Erinnerung vorbeimarschieren lasse, verschwimmen. Ich kann mich an ihre Gesichter im einzelnen kaum noch erinnern."

Nur eine Frau außer der Mutter hat bislang bleibenden Eindruck auf ihn gemacht: die in der Tat unalltägliche Bajuwarin Uschi Demeter, die zunächst einen schwäbischen Baron heiratete, diesem drei Kinder schenkte (und überlassen mußte), sich dann für Reinhold Messner entschied und bis Sommer 1977 für fünf Jahre sein Eheweib war.

"Ich wollte ihn ja als den, der er war. Ich wollte keinen Stubenhocker aus ihm machen", sagt sie. "Aber auf die Dauer hin ich mit seiner Monomanie doch nicht zurechtgekommen" Auch nicht mit seinen "Allmachtsphantasien", die dazu führten, daß "alles immer grad so gehen mußte, wie er wollte". Heute nennt sie ihn "Narziß mit Goldmund".

Daß sich Uschi Demeter von ihm trennte -- noch dazu nach einer Expedition, mit der er gescheitert war bei dem Versuch, die Südwand des Achttausenders Dhaulagiri erstzubesteigen

hat Messner noch fürchterlicher getroffen, als er selbst es seinem Publikum in seinen letzten Büchern bekennt: "Wo ist meine Selbstsicherheit? Beruhte sie allein auf ihr, auf Uschi? In meinem ausgeleerten Zustand habe ich plötzlich wieder furchtbare Angst ... In meiner Einsamkeit und Verzweiflung beschloß (ich), auf alle "großen Wände" zu verzichten ..."

Und sogar: "Die Idee des Freitodes ist mir geläufig, und noch nie war der Wunsch, davonzulaufen von allem, was ich kenne und mag, so stark."

Doch dann gewann der Gedanke an die Berge, die nicht davonlaufen, wieder Oberhand: "Indem ich an die "weiße Einsamkeit" der großen Wände zurückdachte, eröffnete sich mir eine Idee der Befreiung, nicht nur ein Trost. In der "weißen Einsamkeit" konnte die "schwarze Einsamkeit" überwunden werden. Also beschloß ich, dort weiterzumachen, wo ich aufgehört hatte."

Seitdem schwört er, daß er seine Unabhängigkeit nie mehr aufgeben werde. Gleichwohl erfreut er sich der Gesellschaft von Bewunderinnen, die sich um ihn bemühen, ihn hilfreich begleiten oder sein Haus im Villnößtal hüten. Wie Peer Gynt braucht er zum Fortgehen nicht nur eine Mutter, sondern auch eine Solveig, die er zurücklassen kann.

Ein Südtiroler Landsmann namens Jakob Stauder hat für seine psychologische Doktorarbeit an der Universität Salzburg im Laufe des letzten Jahres 24 Extrembergsteiger mit Fragebögen und Interviews gründlich zu durchleuchten versucht -- Messner war freilich nicht darunter. Auch Stauder wollte wissen was diese Männer dazu treibt, Wände, Pfeiler und Grate der höchsten Schwierigkeitsgrade zu erklettern.

In geradezu verdächtiger Einhelligkeit ergab Stauders Untersuchung: "Alle 24 Testpersonen litten unter einem schwerwiegenden Vater-Problem. In den meisten Fällen erschien der Vater als harte, unerbittliche Autorität. Aber auch jener Vater, der als Schwächling und Versager empfunden wurde oder gar nicht in Erscheinung trat, weil häufig abwesend oder verstorben, verursachte in dem heranwachsenden Buben einen Vaterkomplex ... Dagegen äußerten sich alle Testpersonen mit nur einer Ausnahme über ihre Mutter liebevoll und lobend selbst dann, wenn sie herrschsüchtige Zuge zeigte ...

Durch extreme -- extrem männliche -- Aktionen versuchen solche Wagehälse sich eine eigene männliche Identität aufzubauen. Sie brauchen diese (übertriebene) Männlichkeit vor allem auch, um gegen ihre femininen Züge und ihre kindlichen Neigungen anzukämpfen. Denn Mutterbindung weckt auch den elementaren Drang, sie zu überwinden, sich loszureißen, wie es alle taten und tun mußten: Hänschenklein und Jung Siegfried ebenso wie Euphorion, der verwöhnte Sohn von Faust und Helena, den Goethe vor den Augen der entsetzten Eltern bei einem ollkühnen Flugversuch sieh den Hals brechen läßt. Seine letzten Worte "aus der Tiefe":

Laß mich im düstern Reich, Mutter, mich nicht allein!

Eine weniger hintersinnige Interpretation dagegen behauptet schlicht, daß Menschen die Gefahr suchen, weil sie ihnen guttut: Es gebe kein schneller und gründlicher wirkendes Mittel gegen seelische Konflikte, nervöse Leiden, Überdruß und Grübelsucht als ein wenig authentische Todesangst.

Hat nicht der deutsche Psychiater Kurt Kolle schon nach dem Ersten Weltkrieg zu erkennen geglaubt:" Im Angesicht des Todes gibt es keine Neurose mehr"? Gehen nicht die Selbstmordrate und die Zahl der psychischen Störungen tatsächlich im Krieg auffällig zurück? Hätte es so viele Kriege geben können, wenn der Krieg den Männern perverser-weise nicht auch Lust verschaffte, weil Bedrohung ihr Lebensgefühl schärft?

"Sobald der Mensch in seiner vitalen Existenz bedroht ist, verzetteln sich seine Lebenskräfte nicht mehr im Kampf mit sich selbst, er rafft sich, gewiß nicht nur bewußt und willentlich, sondern auch unbewußt und getrieben, zusammen, um dem Druck von außen mit gesammelter Kraft zu begegnen", schreibt der Baden-Badener Psychotherapeut Helmut Schulze in seiner Abhandlung "Der progressiv domestizierte Mensch und seine Neurosen

Schulze packt seine von imaginären Schrecknissen zerrütteten Patienten in ein Motor- oder Segelflugzeug, um ihnen zu demonstrieren, wie rasch sie ihre Leiden bei einer echten Risikoerfahrung vergessen. Oft sei dies schon der erste Schritt zur Besserung. Auch ein ganz normaler Rummelplatzbesucher, der in eine Loopingbahn klettert, suche ja Gefahrensensationen, um die Last des täglichen Krams wie im Rausch abzuschütteln.

"Angstlust" nannte es der Sigmund-Freud-Schüler Michael Balint. Er sah

* Nach der Rückkehr von einem Himalaja-Gipfel.

in ihr eine fast vollkommene Parallele zur sexuellen Erregung. Der Psychoanalytiker Robert Stoller meint sogar, daß die sexuelle Erregung und ihre Höhe überhaupt von dem Risikogefühl abhänge, das ein Mensch dabei verspüre: ohne Angst keine Lust. Und Lust wiederum sei überwundene Angst.

Deshalb sei es nicht weiter verwunderlich, daß es Risikosportler und Abenteurer gebe, die von der Gefahr stärker stimuliert werden als vom Sex. Im "Aufstieg auf den F-6" fassen Auden und Isherwood diesen Tatbestand ironisch, wenn sie den Expeditionsleiter Ransom über seinen Teamgefährten sagen lassen:

David hat immer Angst, wenn er klettert. Sonst täte er's nicht. Angst ist sein Hauptvergnügen im Leben. Er hat Angst, wenn er einen Rennwagen fährt oder die Frau eines anderen verführt. Im Moment bevorzugt er das Bergateigen, weil es ihn am allermeisten ängstigt.

Doch nicht nur Gefahr, schon die bloße Strapaze und das Verausgaben aller Körperkräfte wirken dämpfend und lösend auf innere Nöte. Jeder entschlossene Jogger erfährt das. Und wenn Bruce Maxwell durchs Tal des Todes gerannt ist und Diana Nyad das Eiland Manhattan umschwommen hat, sind sie so am Ende, daß sich auch ihre psychischen Traumen eine Zeitlang nicht mehr rühren. Askese und Selbstkasteiung" von allen Religionen als Mittel gegen Seelenpein und Gewissensqual empfohlen, kehren da unter den Tarnbezeichnungen Sport, Rekord oder Gesundheit wieder.

"Der Reinhold geht so lange, bis er seine eigene Frau nicht wiedererkennt." So umschrieb Uschi Messner vor der Trennung die Fähigkeit ihres Mannes, unerhörte Energieleistungen zu vollbringen. Er selber sagt: "Ich gehe los, und alle Unruhe fällt von mir ab, alle Grübeleien sind verflogen."

Es ist der Kernsatz eines Mannes, der das, was er tut, nicht nur als Beruf, Geschäft und Befriedigung seines Geltungstriebs betreibt, sondern als Versuch einer Selbstheilung, als Kur oder auch nur Betäubung seiner immer wieder eingestandenen "Zerrissenheit" und seiner "Alpträume" -- wobei er "krankhafte Motive" durchaus nicht ausschließt.

Mehr noch: Messner kann sich mindestens so melancholisch, wehleidig, weinerlich und verlassen geben wie Andre Heller, Peter Handke und die anderen Weltsehmalz-Produzenten seiner Generation, von denen er selber sagt: "Sie sind Gefangene einer künstlichen Welt und falscher Wichtigkeiten ... weil sie nie wirkliche Not bestanden haben."

Messner, der "Ausbrecher", aber steigt in die Todeszone der Achttausender, um gegen seine Lebensangst anzugehen, um "mein Leben zu vereinfachen".

Ob krankhaft, idiotisch oder heroisch: Seine Unternehmungen und andere Abenteuer können ihre Wirkung auf den Rest der Menschheit nicht verfehlen. Denn seit Menschen wissen, daß sie sterben müssen, gibt es für sie nichts Spannenderes, nichts Bedeutsameres als die Auseinandersetzung mit der Todesfurcht.

"Vielleicht erklärt diese Furcht vor der Vergänglichkeit unsere Gier nach den wenigen Brocken roher Erfahrung im modernen Leben", meint der Amerikaner Peter Matthiessen, der gerade ein vielgerühmtes Buch ("Der Schneeleopard") über eine Himalaja-Wanderung geschrieben hat. "Vielleicht erklärt das, warum Gewalttätigkeit Lust erzeugen kann, warum Erregung uns verzehrt, warum Soldaten ihre Schreckenstage nicht vergessen können und nicht vergessen wollen. Wir klammern uns an solche extremen Momente, in denen wir zu sterben scheinen und doch neu geboren werden." Im nächsten Heft

Aufstieg zum Basislager -- Messner: "Der Everest war ein Spaziergang dagegen" -- Der Todessturz des Trägers Ali Quasir


DER SPIEGEL 28/1979
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Aufbruch in die Todeszone