05.03.1979

DDR-Spionage: „Das läßt die mächtig wackeln“

Kofferweise Geheimakten und Mikrofilme schleppte der bislang wichtigste Überlaufer aus der Spionage-Zentrale der DDR in den Westen -- peinliche Schlappe für den Ost-Berliner Auslandsnachrichtendienst des Generalleutnants Markus Wolf. Bundesdeutsche Abwehrleute sind noch immer beim Sichten: „Uns gehen die Augen über.“
Das Schwarzweiß-Photo zeigt, auf den ersten Blick, eine alltägliche Straßenszene in Stockholm. Unter einer Linde spaziert ein sportlicher Mittfünfziger mit Sonnenbrille; neben ihm eine Begleiterin.
Für westliche Geheimdienstier ist das eine "Sensation". Denn das Photo, aufgenommen mit einem Teleobjektiv, zeigt in voller Größe die mysteriöseste Figur der europäischen Geheimdienst-Szene: den DDR-Spionagechef Markus Johannes Wolf, 56, Generalleutnant, Vizeminister und Chef der "Hauptverwaltung Aufklärung" (HVA) im Ost-Berliner Ministerium für Staatssicherheit (MfS)*.
Zwei Jahrzehnte lang hatte es der Geheimdienstier zu verhindern gewußt, daß aktuelle Photos von ihm publiziert wurden, fast ebenso lange wie sein ebenso legendärer einstiger Gegenspieler General Gehlen. Vom Präsidenten des westdeutschen Bundesnachrichtendienstes (BND) kursierte bis 1972 ein und dieselbe betagte Aufnahme, die ihn mit schwarzem Hut und dunkler Brille zeigt.
Daß der Agentenchef der DDR sein Gesicht just jetzt verlor, hat Symbolcharakter. Denn zur selben Zeit, als es gelang, Wolf auf dem Stockholm-Photo zu entdecken, fiel grelles Licht auch auf den gigantischen HVA-Apparat, den er seit Anfang der fünfziger Jahre dirigiert und dessen "operative Handschrift" Geheimdienstlern in Ost und West seit je Bewunderung abnötigt.
Derlei doppelte Erhellung verdanken Bonns Dienste dem seit Jahrzehnten gewichtigsten Überläufer aus Ost-Berlin, dem im Januar in den Westen übergesiedelten MIS-Oberleutnant
Werner Stiller, 31. Er identifizierte nicht nur den Mann auf dem Stockholm-Bild, sondern offenbarte der Spionageabwehr im Kölner Bundesamt für Verlassungsschutz (BfV) und der Gegenspionage im Pullacher BND eine Fülle geheimer Fakten aus jenem grauen Gebäudekomplex -- 16 Bauten auf vier Hektar, das Haupthaus 13 Etagen hoch -- in der Ost-Berliner Normannenstraße 21-22, in dem laut DDR-Spott der "VEB Horch und Greif" residiert.
"Fast nackt", schwärmen Stiller-Vernehmer, biete sich nun die MfS-Infrastruktur dar. Weithin enttarnt sei die Arbeitsweise des gefürchteten "Stasi" (Volksmund Ost), der im Innern des Landes mit knapp 30 000 hauptamtlichen und rund hunderttausend "Inoffiziellen Mitarbeitern" siebzehn Millionen DDR-Bürger kontrolliert und dessen rund 3000 "Kundschafter" in Westdeutschland Industriekonzerne und Militärdienststellen ebenso zu penetrieren vermochten wie Parteizentralen und -- bisheriges Meisterstück -- das Bonner Kanzleramt.
Selbst der DDR-Bevölkerung scheint die HVA nicht allein Furcht einzuflößen. Mittlerweile habe sich aufgrund der Erfolge der Wolf schen "Kundschafter" im Ausland bei manchem Ostdeutschen, wie die Zürcher "Weltwoche" jüngst notierte, "ein gewisser Stolz" breitgemacht: "Umschreiben läßt sich die Stimmung mit einer Art Wettkampfatmosphäre, so nach dem Motto "Wir haben nicht nur die besseren Sportler, sondern auch die besseren Agenten."
Exakt dies jedoch ist fraglich geworden, seit sich, nach Stillers Seitenwechsel, im Westen die Verhaftungen häufen. Und blamabel muten auch die -- bislang unbekannten -- Umstände an, die dazu führten, daß ausgerechnet das Spionage-As gegnerischen Diensten in die Stockholmer Photofalle lief.
Wolf habe, höhnt ein hoher Verfassungsschützer, entgegen allen Geheimdienst-Usancen und den eigenen Spielregeln zuwider gehandelt, als er im Juni letzten Jahres mit DDR-Diplomatenpaß über Finnland nach Schweden gereist sei. Neben einem Decknamen "Kurt Werner" hatte sich Wolf auch den Doktortitel zugelegt -- was westliche Geheimdienstler erst veranlaßte, die offenbar bedeutende DDR-Persönlichkeit zu observieren.
Wolf nutzte eine dienstliche Reise, um seine dritte, 1977 geheiratete Ehefrau erstmals in den Westen auszuführen und um mit ihr Teile der Wohnungseinrichtung einzukaufen, auf Sightseeing-Tour zu gehen und einen Porno-Klub zu besuchen.
Das Paar logierte in einer konspirativen Wohnung, die vom Stasi-Residenten in der Stockholmer DDR-Botschaft eigens angemietet worden war. Mehrmals traf sich der Gast aus Ost-Berlin, so die Beschatter, mit dem -- kürzlich festgenommenen, inzwischen gegen Kaution auf freien Fuß gesetzten -- bayrischen SPD-Abgeordneten Friedrich Cremer (SPIEGEL 6/1979).
Letzte Zweifel über die wahre Identität des zunächst Unbekannten schwanden, als diverse Stockholm-Photos dem ehemaligen Wolf -Mitarbeiter Stiller vorgelegt wurden. Die Enthüllung versetzte die westdeutsche Abwehr, die jahrelang mit teils nur geringem Erfolg gegen die Invasion der Wolf-Agenten hatte angehen müssen, ebenso in Entzücken wie Stillers Aussage, deren "gewaltiger" Umfang gerühmt wird.
Dieser Werner Stiller war kein x-beliebiger, der aus der Kälte kam, vielmehr ein Arrivierter, ein guter Sohn der DDR. Der Diplomphysiker war unter den Höherrangigen als dynamischer "Mann der neuen Generation" sowie als "uneingeschränkt abgecheckt und zuverlässig" wohlgelitten -- einer. der fast alles wissen durfte.
Dank proletarischer Abkunft und Naturwissenschaftsstudium war der als "scharfsinnig und cool" eingeschätzte Sachse schon mit 31 zur Technokratenelite durchgestiegen. Bürgerliches Zuhause mit Weib und Kind sowie eine glänzende Kaderakte vervollständigten das Bild vom Musteraufsteiger in der sozialistischen Menschengemeinschaft.
Erwiesene Linientreue und "sehr solide psychische Struktur" hatten ihn beim MfS für höhere Aufgaben empfohlen. Nach Behördenrang war Oberleutnant Stiller zwar nur Sachbearbeiter, doch in der SED-Gliederung am Arbeitsplatz immerhin Erster Sekretär, was in der Funktionärshierarchie allemal weit mehr Einfluß garantiert als der berufliche Rang. Dadurch saß Stiller "mitten im Kader", und, wichtiger noch, mitten unter den HVA-Chefs: Er nahm an den "Leitungsbesprechunggen" teil, mit den dienstlichen und Parteiführungskräften vom Referatsleiter und SED-Sekretär aufwärts.
Privilegiert war er auch noch im Abgang: Schwerbepackt mit Koffer und Aktentasche, betrat er am 18. Januar, kurz vor Mitternacht, den S-Bahnhof Friedrichstraße durch das Hintertürchen für amtliche Insider; Nur S-Bahner und Leute vom Stasi dürfen durch diesen schleusenartigen Gang, hinter dem sich ein fensterloser Polizeiraum befindet; keine Visitation, keine der üblichen Grenzkontrollen.
Die Papiere werden hier mehr routinemäßig vorgezeigt, und daß im Ausreisedokument eine am 1. Januar 1979 neu eingeführte Eintragung fehlte, konnte jedenfalls einen Stiller nicht stoppen. Der Reisende gab sich ganz beiläufig, pochte zugleich auf seinen dienstlichen Auftrag, Gepäck für einen anderen Abholer auszulagern, und durfte passieren. Am Bahnhof Zoo stieg er in die U-Bahn bis zur Station Reinickendorf. Stiller verließ West-Berlin mit einer amerikanischen Kuriermaschine in Richtung Bundesrepublik. Hausklatsch über
die Tochter des Stasi-Ministers.
Was der Mann mit den Koffern dort, in der Pullacher BND-Zentrale, auftischte, brachte die ost-westliche Geheimdienstszene in Bewegung. Stiller zog "unzählige Mikrofilme" hervor, Kopien kompletter MfS-Akten, Stapel von Notizen, Kleinstbildphotos, Papiere, Listen und Register.,, Uns gingen immer wieder die Augen über", summierte ein deutscher Spionageexperte das Mitgebrachte; es füllt, obwohl erst in Ansätzen analysiert, schon meterweise Aktenordner.
Den Stiller-Aussagen entnahmen die westdeutschen Experten mit Genugtuung neue Einsichten in
>Ausbildung, Ausstattung und Nachrichtentechnik von MfS-Agenten,
* Übersichten über einen Großteil der Geheimdienstoffiziere und bislang noch unausgewertete Hinweise auf weitere DDR-Agenten sowie > östliche Spionageaktivitäten im Bereich Wissenschaft und Technik.
Stiller brachte Honorarlisten und Dossiers, vermittelte aber auch Informationen über den Positionskampf der SED im mächtigen Ministerium für Staatssicherheit unter Erich Mielke. Die Ungewißheit, was Stiller sonst noch gebracht haben mag, ließ überall im Westen, besonders in der Bundesrepublik, DDR-Agenten in Scharen und panikartig abtauchen oder das Feld räu-
* Sowjetisches Dossier über das Kernforschungs-Zentrum Karlsruhe.
men. Viele, die nicht mehr flitzen konnten, sitzen nun -- in der Bundesrepublik wurden mit Stillers Hilfe bis Ende letzter Woche 13 mutmaßliche Kundschafter Ost-Berlins eingebuchtet.
Dank Stillers akribischer Berichte können sich Pullachs Experten nun sogar am MfS-Hausklatsch ergötzen. Zum Beispiel darüber, wie das MfS bei hausinternen Parteiwahlen das Wahllokal so arrangiert, daß kein Kandidat unbemerkt von der Liste gestrichen werden kann und so die Liste hundertprozentig durchkommt. Die Folge: Beschwerden der MfS-Belegschaft über fehlende "parteiinterne Demokratie".
Von Mielke selbst präsentierte Ex-Mitarbeiter Stiller eine streng geheime Brandrede, in welcher der Stasi-Minister das Bestehen einer feindseligen Opposition in der Bevölkerung einräumt (SPIEGEL 9/1979) und, noch enthüllender, widersetzlichen "Elementen" die "volle Härte unserer Macht" in Aussicht stellt. Zugleich aber scheut sich Mielkes Tugendpolizei nicht, dem Chef zuliebe Kaderakten so zu schönen, daß der Freund der 31jährigen Mielke-Tochter Kerstin nun korrekte proletarische Papiere vorweisen kann.
Dem Chef Wolf attestiert das Stiller-Paket Familienwirtschaft. Die West-Einkäufe, mit denen der Chef das häusliche Leben ausstaffiert, seien HVA-Gespräch; vermerkt werde auch, wie Markus Wolf seinen Bruder Konrad protegiert: Der renommierte Defa-Regisseur, Präsident der DDR-Akademie der Künste, sah sich wegen seiner Kontakte zum verfemten Sänger Wolf Biermann amtlich abgestempelt und bedroht ("Zum Wahrnehmen öffentlicher Funktionen in unserer Gesellschaft nicht mehr geeignet"). Nur des Bruders Bürgschaft bewahrte den Filmmann vor dem Verdammungsgeschick anderer Biermann-Freunde unter den DDR-Intellektuellen.
Insider Stiller verblüfft westdeutsche Spionageabwehrleute durch sein "phänomenales Gedächtnis". Freilich speichert er darin seit langem auch speziell, was den Westen interessieren könnte -- seit Jahren arbeitet der MfS-Offizier mit dem Bundesnachrichtendienst zusammen. Wann er kommen, wie lange er aushalten sollte, überließen die BND-Leute unter ihrem neuen Chef Klaus Kinkel dem Risikogespür des Ost-Berliners.
In seiner Dienststelle wußte Stiller hinter der Fassade des coolen Profis und kontaktfreudigen Kollegen seine Abwendung vom System zu verbergen. Schon bei der CSSR-Besetzung durch Truppen des Warschauer Pakts, unter DDR-Beteiligung, hatte Stillers Loyalität gelitten. Fälle wie der Bahros und Nico Hübners. die Einschüchterungen kritischer Parteibürger nach dem Motto "Fragen fragen ist immer verdächtig", gingen ihm "an die Nerven", wie er seinen BND-Vernehmern offenbarte.
Auch private Probleme tauchten auf. Persönlichen Rückhalt gibt das Betriebsklima des MfS nicht, es wirkt viel eher mit Dirigismus und Repression ins Privatleben seiner Bediensteten hinein. Solcher Geheimdienstkodex, gemischt mit verklemmten Moralvorstellungen, dürfte das
Auseinanderdriften von Amt und Offizier beschleunigt haben.
Kritisch für ihn hätte es vor einiger
Zeit werden können, als im MfS ein Mann vom BND aufflog. Die Quelle arbeitete zwar nicht im gleichen MfS-Bereich, aber mit deutlichem personellem Bezug zu Stiller (der im MfS-Auftrag gelegentlich in die Bundesrepublik fuhr). Diesen roten Faden übersahen die Rechercheure aber, weil ihnen offenbar der Blick für die Zuordnung fehlte.
So konnte die Quelle S. ihre Sammlung vervollständigen. Zustatten kam dem qualifizierten Jungoffizier dabei der hohe Kredit, den er bei Kollegen und Vorgesetzten genoß, aber auch Schlamperei im Sicherheitsbereich des Amtes. Noch kurz vor seinem Abgang holte sich Stiller Gewichtiges aus einem nur mangelhaft gesicherten Blechschrank. "Weil der Schrank aus schlechtem Material und schlecht montiert war" (Stiller), gingen die Türen schon auf, als der Interessent das Möbel anhob und verkantete. Heraus fielen Listen mit den Namen von MfS-Agenten im Westen.
Licht fällt nun auch auf eine bewährte Kaderschule des MfS, die schon Scharen von Agenten hervorgebracht hat: das Heer der "Inoffiziellen Mitarbeiter". Stiller selbst hat diese Nachwuchsschulung durchgemacht -- als nebenberuflicher Stasi-Mitarbeiter während der Überprüfung und Ausbildung in der Physikalischen Gesellschaft der DDR.
"Inoffizielle Mitarbeiter" (IM) sind in der DDR privilegiert. Ärgernisse wegen mißverständlicher Äußerungen werden ihnen erspart, Hindernisse der wissenschaftlichen Karriere weggeräumt, Prüfungsnoten notfalls auch mal geschönt. Kleinen Verpflichtungen im Inland folgen lukrative Kongreßteilnahmen im Westen, Probeeinsätze sollen die Zuarbeiter auf operative Begabung testen.
Danach dürfte künftig bei westlichen Fachveranstaltungen den DDR-Teilnehmern gesteigerte Aufmerksamkeit zuteil werden. Denn Stiller hat unter anderen auch einen hochangesehenen Wissenschaftler wie den Vorsitzenden der Physikergesellschaft, Robert Rompe, als prominenten IM bloßgestellt.
Solche Enthüllungen sind für die DDR um so gravierender, als der Sektor Aufklärung bei Wissenschaft, Technik und Industrie immer mehr Gewicht bekommen hat. Denn das machen die Stiller-Aussagen insbesondere deutlich: Die Technologiespionage, derer sieh vier der 20 Abteilungen der HVA widmen, hat hohe Priorität bekommen. Das Interesse gilt vor allem Bereichen, wo die DDR auf internationalen Anschluß erpicht ist, so der Kerntechnik oder Mikroelektronik, und "allen Versuchen, vom Erdöl wegzukommen" (Verfassungsschutz). Aber auch auf Energieplanung, Firmenverflechtungen oder Auslandsbeziehungen sind die Stasi-So~zialisten neugierig.
"Die holen, was sie können", mutmaßt Heribert Hellenbroich, Chef der Spionageabwehr-Abteilung im Bundesamt für Verfassungsschutz, "was irgendwann einmal interessant sein könnte." Und die Bandbreite der von Wolfs Konfidenten angezapften Bereiche ist denn auch verblüffend.
Der verdächtigte Atomphysiker Rolf Dobbertin, 45, in Paris festgenommen, war 15 Jahre beim französischen "Nationalen Rat für Wissenschaftliche Forschung", seit Ende 1977 in einer Filiale des Europäischen Kernforschungszentrums CERN in Genf tätig.
Der Maschinenbau-Ingenieur Günter Sänger, 32, soll bei Siemens seit 1971 im Bereich der Elektronik spioniert haben; gewissermaßen als Hobby, so der Vorwurf, photographierte er nebenbei Brücken und Bahnhöfe und gab auch schriftlich Bericht über die Kennzeichen von Militärfahrzeugen.
Der Betriebswirt Reiner Paul Fülle, 40, firmierte offiziell als Bilanzbuchhalter der "Gesellschaft für Wiederaufbereitung von Kernbrennstoffen" beim Kernforschungszentrum in Karlsruhe -- für Stiller, der ihn regelmäßig traf, ein "Top-Mann". Bei wiederholten Treffen soll er Informationen über Firmeninterna und Führungspersonal gegeben haben.
Fülle gilt als ungemein geselliger und kontaktfreudiger Typ, ein Kneipenmensch, der sich überall Zugang zu verschaffen wußte, dreist noch dazu, und Stiller sagt, "nur einer Figur wie Fülle konnte auf diese Weise die Flucht gelingen" -- Fülle entsprang geistesgegenwärtig, als sein BKA-Begleiter auf Glatteis ausrutschte.
Stichwortgeber und Verbindungsmänner könnten auch Karl-Heinz Glocke, 44, und Johannes Koppe, 47, beide in der Stromversorgungsbranche, gewesen sein. Physiker Koppe von den Hamburgischen Electrizitäts-Werken (HEW) machte sich als PR-Mann und publizierender Atomkraftbefürworter ("66 Fragen -- 66 Antworten zum besseren Verständnis der Kernenergie") verdient, Glocke war Sachbearbeiter in der Personalabteilung der Essener RWE. Dort könnte man, so glauben Verfassungsschützer, leicht ausbaldowern, "ob jemand in finanziellen Schwierigkeiten ist, eine Freundin oder andere Schwachpunkte hat". Stiller nennt Koppe und Glocke "Topagenten".
Als Kontaktpfleger für das MfS böte sich auch ein Mann wie Francois Lachenal an, Berater und PR-Mitarbeiter beim Pharma-Werk Boehringer Ingelheim. Lachenal, 60, der auf vielen Tagungen, auch im Ostblock, Wissenschaftlerbeziehungen pflegte und 1978 in Ingelheim "Polnische Wochen" aufzog, soll jahrelang MfS-Mann gewesen sein. Personen wie Lachenal gelten als ideale Anlaufstelle für Geheimdienstier in Fragen "WKW", Branchenkürzel für "Wer kennt wen?"
Senior der mutmaßlichen Spione wäre der Göttinger Professor Karl Hauffe, 65, Spezialist für Physikalische Chemie. Er soll seit 1961 spioniert und beraten haben, zuerst im Dienst des KGB, dann des MfS. Hauffe kam 1953 als Flüchtling in den Westen. Zunächst war er bei der Max-Planck-Gesellschaft für Eisenforschung, dann am Zentralinstitut für Industrielle Forschung in Oslo. 1956 wurde er Professor in Göttingen, im April 1978 ging er in Pension; er lehrte aber weiterhin am Institut für Physikalische Chemie.
Auch beim Luftfahrtunternehmen MBB wurde durch Stiller ein mutmaßlicher MfS-Mann ausgemacht -- Alfred Bahr, 58, seit zehn Jahren in der Raumfahrtabteilung und kenntnisreich in der Produktion von Sonnenzellen-Auslegern, die für Satelliten benötigt werden. Bahr war zuletzt am europäischen Satelliten "Exosat" beschäftigt.
Wie den Atomfachleuten Koppe und Fülle gelang noch zwei weiteren Verdächtigen aus dem Kernkraftbereich die Flucht. Beide arbeiteten bei einer Tochter der KWU (Kraftwerk Union), die für Siemens im In- und Ausland den Kraftwerkbau betreibt.
Abgängig ist dort der 44jährige Diplomphysiker Klaus Schmidt, der den Bereich Experimentelle Forschung und Entwicklung geleitet hat. Abgesetzt hat sich auch der Interatom-Techniker Horst Katzmann, 46, aus der Konstruktionsabteilung für Kernreaktoren vom Typ Schneller Brüter. Schmidt und Katzmann kennen beispielsweise die gesamte Planungsarbeit des Brüterprojekts Kalkar.
Aber was kann der Stasi in der DDR mit alledem anfangen? "Alles, so lächerlich es klingt, alles kann interessant für die sein", urteilt Richard Meier, Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz. Eine von einem Überläufer mitgebrachte Spionageanleitung aus Ost-Berlin lautet schlicht: "Es ist alles zu erkunden, was bei dem Gegner vor sich geht."
Ausspähungsziel können ganz globale Forschungsübersichten sein, etwa zum Stand der westdeutschen Reaktorentwicklung, aber auch Spezialwissen, etwa darüber, wie die Westdeutschen die Brennelemente in ihren Kugelhaufenreaktoren anordnen.
Daß Ost-Berlins Technologieschnüffler querbeet operieren, ohne erkennbaren Schwerpunkt, erschwert den Ansatz der Fahnder und die Absicherungsstrategie der Wirtschaft gleichermaßen. Als Antrieb für den Spionageeifer erschließt sich weithin nur das "übergroße Mißtrauen eines totalitären Regimes", wie etwa die von der> Spitzenverbänden eingerichtete Arbeitsgemeinschaft für die Sicherheit der Wirtschaft vermutet.
Ergiebig war auch immer noch die Stasi-Schiene, auf der Perspektiv-Agenten in einflußreiche Zonen ziehen -- auch bei Industrie und Wissenschaft. Denn aus diesem Bereich werden zunehmend Spitzenleute für politische Schaltstellen rekrutiert. Geduld, sagen Staatsschützer, sei da "das beherrschende Operationsprinzip".
Der Späherfolg in der westdeutschen Wirtschaft ist leicht zu erzielen, da die hartnäckigen wie geduldigen Bemühungen, DDR-Agenten in die Nähe der Entscheidungszentren heranwachsen zu lassen, dem Blick westdeutscher Aufpasser meist entgehen. Vor Ort geht dann die Agentenarbeit um so unkomplizierter von der Hand, da die Geheimhaltung oft erst beim halbwegs fertigen Produkt beginnt; die Spionage, so klagt der Kölner Abwehrchef Hellenbroich, beginne schon "am Reißbrett der Zulieferer und nicht erst in der Waffenschmiede oder im Kernkraftwerk".
Die Kontaktanbahnung zwischen MfS und Zuträgern verläuft in der Regel unproblematisch (siehe Kasten Seite 74). Auf internationalen Kongressen, bei Kooperationsverhandlungen oder auch nur zu Besuch im Kollegenheim werden Kandidaten getestet; schon im Vorfeld ermittelt der Talentsucher vom MfS, "wie arglos und gesprächsbereit der westliche Partner ist". "Auf diese Weise
spart der Osten Millionen."
Noch weniger spektakulär zapft hinfort der neugewonnene Kontaktmann seine Quellen. Faktenbeschaffung läuft auf der Ebene von Kantinengespräch, Zeitschriftenlektüre, Sachdiskussion. Ein Blick in Firmenunterlagen dann und wann wird nicht weiter auffallen, Blaupausen gehen im täglichen Routinestapel mit über den Kopierer -- nur im geringsten beruht Ost-Berliner Klarsicht auf Konspiration.
So sind auch die Aufklärer mit Justizmitteln oft nur schwer zu fassen. Die Landesverratsbestimmungen des Strafrechts steilen auf die Übermittlung von Staatsgeheimnissen ab -- der MfS-Spion jedoch hilft vielfach nur dem im Westen unumstrittenen Erfahrungsaustausch von Technikern und Wissenschaftlern nach. Staatssekretär Manfred Schüler aus dem Bundeskanzleramt: "Man muß überlegen, ob hier der Strafrechtsschutz ausreicht."
Bei Forschungseinrichtungen und Spitzenindustrie ist freilich umstritten, wie wertvoll die vom Osten abgezapften Informationen sein können, und vor allem: ob solche Erkenntnisse den pompösen Beschaffungsapparat des MfS rechtfertigen. Horst Wagner von der Frankfurter Degussa rezitiert spöttisch Rilkes "Stunden-Buch": "Und manchmal kommt ein ernster Hergereister, / geht wie ein Glanz durch unsre hundert Geister / und zeigt uns zitternd einen neuen Griff."
Als kürzlich nach dem Verschwinden des mutmaßlichen DDR-Spions Fülle in Karlsruhe ein "Status-Seminar Schneller Brüter" mit 500 Experten stattfand, fragte ein anwesender SPIEGEL-Redakteur den Chef der Hanauer Kernbrennstoff-Firma Nukem, Peter Jelinek-Fink, wie viele Agenten er wohl noch im Saal vermute. Antwort: "Und wenn. Die sollen gut aufpassen. Ist doch alles bekannt." Kanzleramtschef Manfred Schüler: "Ich glaube nicht, daß unserer Wirtschaft auf breiter Front großer Schaden entsteht, im Einzelfall kann er allerdings erheblich sein.
Verfassungsschutz und Bundesnachrichtendienst vermuten zwar, daß die Wirtschaft nun, nach den Festnahmen, das Gewicht der Enttarnten "verharmlost und herunterspielt"; im Einzelgespräch werde nämlich die Gefahr der Technologiespionage "doch sehr deutlich" gesehen und zugestanden.
Ähnlich pessimistisch sah es vor geraumer Zeit das Wirtschaftsministerium mit seinem der Industrie zugedachten Sicherheitsleitfaden "Geheimnisjäger, Geheimnisträger": "Ob Kraftfahrzeuge, physikalische Geräte, chemische Herstellungsverfahren oder Patente -- die kommunistische Wirtschaft nutzt alle Erfahrungen des Westens rUcksichtslos aus. Auf diese Weise spart sie Millionen."
"Gravierende Dinge brauchen
denen nicht eingeflüstert zu werden."
Gleichwohl sind wirtschaftliche. Direktprofite der DDR nicht ohne weiteres möglich:
* Westlich zugeschnittene Erzeugnisse und Verfahrensweisen kann die anders organisierte und meist rückständige Ostindustrie kaum in ihre Produktion einpassen.
* In besonders spionageträchtigen Zweigen, wie etwa Mikroelektronik, lassen hektische Innovationsschübe' manchmal im Vierteljahresrhythmus, das frisch Erspähte im Nu veralten.
* Es gibt nur wenige industriell nutzbare Techniken, die nicht in internationaler Diskussion breit und eingehend erörtert werden, also als Spionageobjekt lohnten.
In wirklich nennenswertem Maße fließt dagegen das Know-how bei ganz legalen und oft noch staatlich geförderten Kooperationen Richtung Osten ab. Norbert Hammacher vom Wirtschafts-Sicherheitskreis: "Das geht oft sehr weit ins Eingemachte."
Der fachliche Austausch in Ost-West-Richtung läuft auch bei der Forschung auf hohen Touren, westliche Grundlagenforschung hat reichlich offiziellen Ostbesuch. In Experimentieranlagen wie dem schweizerischen CERN zum Beispiel haben russische Physiker Bewegungsfreiheit.
Und auch in der industriellen Nutzung der Kernenergie dürfte es für die Östlichen wenig praktisch Verwertbares geben. Wie schon der mutmaßliche MfS-Mann Koppe von der HEW in einer Aufklärungsbroschüre verbreitete, betreibt die UdSSR seit dem Bau ihres weltersten Reaktors 1954 eigene Atomkraftsysteme.
Hans-Lothar Brandt, Sprecher des Stromversorgers und Atomenergie-Gewinnlers RWE: "Es ist kein Geheimnis, daß der Ostblock den gleichen Wissensstand hat wie wir. Gravierende Dinge brauchen denen nicht eingeflüstert zu werden."
Planungssystem und Fertigungsmethoden des Ostens sind nach Ansicht bundesdeutscher Industrieller fast schon Garant dafür, daß West-Erkenntnisse nicht so schnell schadenstiftend einfließen können. Was der Osten beispielsweise auf dem Gebiet der elektronischen Datenverarbeitung vorzuweisen und zu vertreiben hat, sei, so Alexander Großmann von Siemens, "mehrere Jahre hinter westlichen Standards zurück". Siemens: "Die Elektronik veraltet so schnell. Neuheiten in der Bauelementetechnik sind in drei Jahren nicht mehr marktgängig."
So ist nach Firmenauskunft am Weltmarkt noch nichts Östliches aufgetaucht, von dem man "sagen könnte, das riecht nach Siemens, das. haben die bei uns abgekupfert". Und auch bei der Firma Degussa -- Edelmetalle, Chemie, Farben, Pharma -- ist bislang "nichts abhanden gekommen
Derlei Bewertungen freilich legen die Frage nach dem Sinn der Wolfschen Technologie-Spionage nahe: Wenn sich denn durch Ost-Berlins geheime Forschungs- und Industrierecherchen kaum jemand im Westen ernstlich geschädigt fühlt, wenn vieles ohnehin offen zu beschaffen ist -- wie kann die Agenten-Beute dann der DDR von Nutzen sein?
Eine bündige Antwort hat BW-Chef Meier parat. Für ihn sind die kommunistischen Dienste schlicht "Opfer ihrer Mentalität": "Sie trauen den vorhandenen Veröffentlichungen nicht. Sie versuchen, alles und ständig durch eigene Agenten nachzuprüfen."
Tiefverwurzelter Argwohn bringt die MfS-Oberen dazu, sich keineswegs damit zu begnügen, nach Möglichkeit in jedwedem Institut, in jedem Spitzenunternehmen der Bonner Republik einen geheimen Informanten zu plazieren. Sitzt irgendwo ein Agent, wird vielmehr häufig versucht, ebendort, ohne dessen Wissen, auch noch einen zweiten einzusetzen -- Kontrolle ist besser.
Zudem kann jeder Vertrauensmann in Produktions- oder Forschungsstätten -- auch da, wo es gar nichts Geheimes zu holen gibt -- dem MfS als "Tipgeber" behilflich sein, den Kreis der Mitarbeiter zu vergrößern: Hinweise auf politische Einstellung oder persönliche Verfehlungen von Bundesbürgern helfen Ost-Berlins Agentenwerbern, "neue Quellen" zum Sprudeln zu bringen.
Während der letzten Jahre haben sich denn auch die Arbeitsschwerpunkte des MfS verschoben. Die. Bedeutung der HVA-Abteilung 5, die Erkenntnisse aus Wissenschaft und Technik auswertet, stieg zusehends, ebenso der Arbeitsanfall in der 13., 14. und 15. Abteilung, die derlei Material zu beschaffen haben. Nach wie vor freilich rangiert die Technologiespionage, hinter der Polit- und Militär-Ausspähung, der Zahl der Arbeitsaufträge nach auf dem dritten Platz.
Mit zunehmendem Stellenwert der Wirtschafts- und Wissenschaftsinformationen hat ein neuer Typ von Nachrichtenleuten Einzug ins MfS gehalten, dessen Veteranen aus der Zeit des. Kalten Krieges völlig andere Formen konspirativer Arbeit gewohnt waren: In den fünfziger Jahren etwa zündeten MfS-Agenten Flugblatt-Raketen vor CDU-Parteitagsgebäuden oder betäubten und entführten westliche Gegenspieler.
HVA-Chef Wolf entsendet die von ihm geförderten, akademisch ausgebildeten Technologie-Experten nun in "Staatskomitees für die Koordinierung wissenschaftlicher Forschung". In diesen Gremien prüfen die Nachrichtendienstler gemeinsam mit qualifizierten Wissenschaftlern, welche Innovationen zur Erfüllung der Volkswirtschaftspläne erforderlich sind, welche Erkenntnisse sich in Fachjournalen "abschöpfen" lassen, welche ausgespäht werden müssen.
Und da scheint eben doch ein wenn auch begrenzter ökonomischer Nutzen solcher Spionage erkennbar: Die DDR-Wirtschaft, die das Erspähte nur ausnahmsweise direkt für die eigene Produktion einsetzen kann, ist über den jüngsten Stand der Technik informiert; und das erspart zumindest Fehlinvestitionen.
Die HVA-Abteilungen 13 bis 15 verstehen sich mithin als eine Art Dienstleistungsunternehmen für die DDR-Wirtschaft. Die Aufklärer lassen sich, wie Stiller den westdeutschen Abwehrexperten bestätigte, für diesen Service von der Industrie regelmäßig bezahlen -- durchweg in Devisen, mit denen sie wiederum ihre Auslandsaktionen finanzieren.
"Selbst wenn die Firmen nur zehn Prozent des Marktwertes für das von der HVA beschaffte Material aufbringen müßten", meint ein Kölner Verfassungsschützer, "dann wäre das noch immer ein gutes Geschäft."
Als wertvoll gelten Informationen über alle Handelspartner im Westen. "Wenn die unsere Auftragslage und die Kalkulationen kennen", weiß Norbert Hammacher vom DIHT-Arbeitskreis Sicherheit, "drücken sie auf die Preise. Da haben die richtig kapitalistische Grundsätze."
Für Erkenntnisse, die DDR-Manager und -Forscher mangels eigener Kapazitäten nicht selber verwenden können, finden sich allemal Interessenten in anderen Comecon-Ländern, insbesondere in der UdSSR. Stiller brachte Dokumente mit, die detailliert Aufschluß über derlei Lieferungen (und Gegenlieferungen) bieten, darunter ein in kyrillischen Lettern gedrucktes Papier über das "Zentrum für Kernforschung in Karlsruhe", Moskau 1977, "geheim" gestempelt und numeriert ("539").
Viele der Geheimkontakte und der Geheiminformationen aus dem Westen helfen schließlich den MfS-Oberen, ihren innenpolitischen Einfluß zu vergrößern. Der im Stasi-Ministerium angesammelte Wissensschatz, folgern westdeutsche Analytiker aus Stillers Erzählungen, sei inzwischen derart umfangreich, daß die SED-Spitze das MfS als konkurrierenden Machtfaktor fürchte.
Verstärkt habe die Partei daher in jüngster Zeit versucht, die innere Struktur des Wolfschen Dunkeldienstes zu kontrollieren -- mit Leuten, ausgerechnet, wie dem SED-Sekretär Stiller. Daß der Frontwechsel des Oberleutnants für das MfS die größte Schlappe seit der Enttarnung des Kanzierspions Günter Guillaume bedeutet, scheint denn auch eine angemessene Einschätzung westdeutscher Sicherheitsbeamter. "Das hat die", frohlockt Kanzleramts-Staatssekretär Schüler, Geheimdienst-Koordinator der Bundesregierung, "mächtig wackeln lassen."
Schiere Spekulation freilich, ob sich dadurch auch die Position des Stiller-Vorgesetzten Wolf destabilisieren lasse. Denn der Spionagechef, DDR-Aktivist der ersten Stunde, wurde wegen seiner Professionalität und seiner Linientreue von Ost-Berlins Regierenden ebenso geschätzt wie von den Sowjets. West-Kollegen über Wolf:
"Ausgezeichneter Nachrichtenmann."
Der weltläufige, kultivierte Volvo244-GLS-Fahrer, Sohn eines schwäbischen Bühnenschriftstellers, hatte als Emigrant von 1934 bis 1945 Schulungsstätten in Moskau, in Alma Ata und im baschkirischen Kuschnarenkowo absolviert. Und schon bald nachdem er mit der "Gruppe Ulbricht" nach Berlin zurückgekehrt war, berichtete er als Sonderkorrespondent "Mark F. Wolf" über den Nürnberger Kriegsverbrecherprozeß' fungierte er als sowjetischer Kontrolloffizier im Berliner Rundfunk, wo er unter dem Pseudonym "Michael Storm" politische Kommentare sprach.
Der Brillenträger, den Freunde seit jenen Tagen "Mischa" nennen, machte rasch Geheimdienst-Karriere: 1951 trat er in das "Institut für wirtschaftswissenschaftliche Forschung" ein, die Keimzelle des Auslandsnachrichtendienstes HVA' dessen Leitung er fünf Jahre später übernahm.
Seither bewies der "ausgezeichnete Nachrichtenmann", wie es in einem Dossier westlicher Dienstmänner heißt, "hervorragende Führungsqualitäten". Und daß sein Spitzenmann in Bonn, Kanzleramtsspion Guillaume, aufflog, machte letztlich nur Idar, von welcher Qualität Wolfs Agenten sein können.
Gravierender für die Ost-Berliner Aufklärer war da schon, daß die westdeutsche Spionageabwehr, auch mit Hilfe der Computer-Fahndung, seit einigen Jahren den DDR-Agenten gleich dutzendweise auf die Spur kam. Und die Panne von Stockholm, die HVA-Chef Wolf sich höchstpersönlich leistete, deutet auf ein Gesetz der Serie zu seinem Nachteil hin.
Der Abgang des Stasi-Oberleutnants Stiller bringt ihm nun womöglich sogar Ärger mit den "Freunden" ein, wie der Sowjetgeheimdienst KGB im Jargon bei Mielkes heißt. Denn Stiller wartete auch mit KGB-Beständen auf.

DER SPIEGEL 10/1979
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