30.05.2005

HILFSORGANISATIONENZweifel an Kinderpatenschaften

Heftige Kritik an der Werbung für Kinderpatenschaften in Deutschland übt eine Studie der Universität Erlangen-Nürnberg. Insgesamt werden 21 in Deutschland tätige Organisationen (darunter World Vision, Plan International, Kindernothilfe und CCF Kinderhilfswerk) aufgelistet, die Patenschaften vermitteln und damit weit über 100 Millionen Euro jährlich einnehmen. Organisationen, die Kinder in Katalog-ähnlicher Werbung präsentieren, so heißt es in der Studie, transportierten "einen instrumentellen Zugang zu Kindern, der dem Gedanken der Entwicklungszusammenarbeit substantiell widerspricht". Fotos und Lebensläufe eröffneten "eine Marktplatzsituation, die der vertrauensvollen Entwicklungszusammenarbeit konzeptionell abträglich ist". Und schließlich: Solche Werbung "schadet potentiell dem Anliegen, in der bundesdeutschen Bevölkerung Wissen und Verständnis für die Entwicklungszusammenarbeit und den strukturellen Zusammenhang zwischen Über- und Unterentwicklung zu wecken". Kinderpatenschaften sind in der Helferszene seit langem heftig umstritten. Bei "Venro", einem Verband deutscher Entwicklungsorganisationen, hat die Untersuchung eine kontroverse Debatte ausgelöst. "Da geht es auch um Geld und Marktanteile", sagt Venro-Vorsitzender Reinhard Hermle. Seine Sorge: "Das könnte für den Verband eine Belastungsprobe werden."

DER SPIEGEL 22/2005
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HILFSORGANISATIONEN:
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