DER SPIEGEL



ROBOTER

Sprechender Blechkasten

Ingenieure um Atsuo Takanishi von der Waseda-Universität in Tokio haben einen sprechenden Roboter entwickelt, dessen Artikulationsapparat dem des Menschen nachempfunden ist. Bevor der "Waseda Talker 4" (WT-4) losplappert, muss er seine künstlichen Lungen mit Luft füllen. Seine Gummizunge kann sieben verschiedene Positionen einnehmen, er hat Stimmbänder, Lippen, Zähne und einen Gaumen. "Wir wollen die komplexen Mechanismen besser verstehen, die dem Sprechprozess zugrunde liegen", erklärt Kotaro Fukui, einer der Entwickler der Plaudermaschine. Langfristig wollen die Forscher Hilfsmittel für Sprachbehinderte entwickeln - etwa künstliche Stimmbänder. Schon jetzt kann der Roboter Wörter nachahmen, die die Forscher in ein Mikrofon sprechen: Eine spezielle Software analysiert das Gehörte und wandelt es in Befehle für den Sprechapparat um. Rund 50 verschiedene Laute bringt der Roboter auf diese Weise hervor; das genügt, um sich im Japanischen verständlich auszudrücken. Seinen Vorgängern, die die Forscher in den letzten fünf Jahren entwickelt haben, hat der sprechende Blechkasten trotz seiner monotonen Stimme Entscheidendes voraus. WT-1 beherrschte noch keine Konsonanten, WT-1R nuschelte.


DER SPIEGEL 22/2005
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