06.11.1978

Der Vertrag gefährdet die Sowjet-Union

Chinesen-Delegationen in westlichen Industriestaaten, die modernste Waffen kaufen wollen und Milliarden-Aufträge zur Entwicklung Chinas austeilen; Chinesen-Führer Teng gar beim historischen China-Feind, dem Kaiser von Japan: Peking und Tokio verbündeten sich durch einen Freundschaftspakt. Dagegen Moskauer Rückschläge an vielen Stellen der Welt, wo der Kreml bis vor kurzem vorzurücken schien: Die Sowjet-Union fühlt sich eingekreist.

Wie alljährlich steigen die Herren des Kreml am Dienstag dieser Woche auf das marmorne Lenin-Mausoleum am Moskauer Roten Platz, stärken sich an der Huldigung durch bewaffnete Macht und städtische Jugend und ziehen zum 61. Jahrestag der Oktoberrevolution Bilanz.

Der Auftrieb kann bei den Politbüromitgliedern und Marschällen kaum Illusionen wecken: Der Oktober 1978 war ein Monat der Niederlagen.

Am Freitag, dem 13. Oktober, hatte ein Vorfall den ganzen Ernst der Lage demonstriert: In Japan feierte Takeo Fukuda, Regierungschef der großen Industrienation vor der Ostgrenze des russischen Reiches, Verbrüderung mit Helmut Schmidt, dem Regierungschef der großen Industrienation vor der Westgrenze des Sowjet-Imperiums.

Der Deutsche versicherte dabei zwar, er könne sich "von der gegenwärtigen Rivalität zwischen Peking und Moskau" nichts Gutes versprechen. Doch dann lobte er den neuen Freundschaftsvertrag zwischen Japan und Rußlands Erzfeind China; Schmidt: "Ein konstruktiver Beitrag zur regionalen Entspannung und Stabilisierung."

Selbentags wurde bekannt, daß ein westdeutsches Konsortium mit eben diesen Chinesen über einen Auftrag von 28 Milliarden Mark verhandelt, eine Investition, die Moskau so gerne im unterentwickelten Sibirien sähe. Und in Washington begannen an jenem Tag die Friedensverhandlungen zwischen Ägypten und Israel -- im Gästehaus der US-Regierung, ohne UdSSR.

Die Nachrichten des 13. Oktober offenbarten dramatisch die Isolierung Moskaus in der Weltpolitik. Mit einem Male scheint sich die halbe Welt gegen die Moskowiter verschworen zu haben. Wohin sie auch sehen, Feinde oder schwierige Nachbarn ringsum.

In Nahost hat die UdSSR, die dort Milliarden Rubel investierte, vorerst nichts mehr zu melden. Auf Kuba sucht der teure und abenteuerliche Verbündete Castro Kontakte zu den USA -- ebenso wie Angolas Präsident Neto im südlichen Afrika.

In Rom wählte sich dann noch am 16. Oktober die katholische Kirche einen Polen zum Papst, der lehrreiche Erfahrungen im Umgang mit Kommunisten hat und mit den Sowjetkatholiken in Litauen und mit den Gläubigen der Slowakei in ihrer Muttersprache redet.

Heute kann die Sowjet-Union keinen einzigen Anrainer ihres Imperiums Freund oder Verbündeten nennen. Selbst das kleine Finnland, weltweit im Ruf besonderer Moskau-Hörigkeit, lehnte diesen Herbst das Ansinnen ab, gemeinsam mit der Sowjet-Union Manöver stattfinden zu lassen. Mit dem noch kleineren Norwegen zankte sich der Kreml um den Fahrtenschreiber eines abgestürzten sowjetischen Spionageflugzeugs, den neutralen Österreichern warf er den einzigen Moskau-Korrespondenten aus dem Land.

Weil Jugoslawiens Staatschef Tito mit Chinas Hua Bruderküsse tauschte, wurde er von einem seit langem geplanten Moskau-Besuch wieder ausgeladen. Rumäniens Ceausescu erhielt aus demselben Grund so schwere Drohungen aus Moskau -- wahrscheinlich die Forderung nach Durchmarschrechten -, daß er sofort alle politischen Gespräche mit seinem chinesischen Gast einstellte.

Der türkische Premier Ecevit benutzte eine verheißungsvolle Ostpolitik vor allem als Druckmittel gegen die Amerikaner, die ihm nun wieder Waffen senden, wofür sie ihre gegen Rußland gerichteten Horchstationen wieder betreiben dürfen.

Immerhin besuchte Indiens Außenminister im September Moskau -- wenigstens ein Verbündeter der Sowjets in einer Welt voller Feinde? Vorige Woche aber fuhr der Inder nach Peking, sein Land wolle "mit jedem Freund und niemandes Feind" sein.

Wie böse Moskaus außenpolitische Bilanz derzeit aussieht, können Sowjetbürger sogar den sonst alleweil optimistischen Äußerungen der "Prawda" entnehmen. Parteichef Breschnew wird wiederholt mit Klagen über die "Kompliziertheit" der Weltlage zitiert. Die Sowjetagentur "lass" meldete eine "fortschreitende Erschwerung der internationalen Lage".

Vor wenigen Jahren noch schienen Sowjetkommunisten vielerorts auf dem Vormarsch zu sein, heute ist die Schar seiner Freude übersichtlich: der aktive China-Feind Vietnam, dazu die PLO des Jassir Arafat und das Uganda des Idi Amin.

So befällt die Planer im Kreml der Alptraum von einer antisowjetischen Weltkoalition -- sie vermuten hinter all ihren Mißgeschicken die planende Hand ihres Angstgegners in Peking. "Eine breite internationale Einheitsfront gegen die UdSSR" sieht das außenpolitische Fachblatt "Nowoje wremja" am Horizont, eine "Blockbildung Chinas mit dem Imperialismus und der Reaktion gegen den Weltsozialismus und die internationale kommunistische und nationale Freiheitsbewegung".

"Das Besondere ist momentan der Umstand", fährt das Blatt fort, "daß die Bildung dieser Front in ihr praktisches Stadium tritt."

Das war nicht mal besonders hysterisch gesehen. Denn nach all den Rückschlägen und Rückzügen bescherte der Monat Oktober den Sowjets auch noch den schrecklichsten der Schrecken: den unerhörten Pakt von rund einer Milliarde Menschen und japanischer Massen Geld -- an des Reiches Ostgrenze' der Nato vis-a-vis.

Als Japans Kaiser Hirohito den neben Parteichef Hua mächtigsten Mann der chinesischen Volksrepublik, Teng Hsiao-ping, im "Raum des ewigen Lichts" im Tokioter Kaiserpalast zu französischen Delikatessen an seine Tafel bat, konnte man denken, die fast 2000 Jahre alte Geschichte der Erbfeindschaft zwischen Japan und China habe sich auf spektakuläre Weise selbst dementiert (siehe Seite 142).

Die beiden Greise feierten ein "Jahrhundertereignis", den Plan für eine gemeinsame Zukunft -- eine wahre Horrorvision für Moskau.

Denn der Friedens- und Freundschaftsvertrag zwischen dem kapitalistischen Japan und dem kommunistischen China, dessen Ratifizierungs-Urkunden Teng und der japanische Pre-

* Bei der Flußregulierung. Unten: Steuerpult einer Testanlage in der Automobil-Industrie.

mier Fukuda wenige Stunden nach dem Kaiser-Diner austauschten, soll weit mehr sein als Aussöhnung mit der Vergangenheit.

In wenigen Monaten ist es den Moskau-Feinden in Peking gelungen, die führende Industriemacht Japan als Entwicklungshelfer für den Aufbau einer modernen Wirtschaft des Riesenreiches zu gewinnen -- was Moskau für sich jahrelang vergebens versucht hatte.

Schon im Februar waren chinesische und japanische Manager übereingekommen, für 40 Milliarden Dollar mit achtjähriger Laufzeit Wirtschaftsaustausch zu treiben: Japan soll hochwertige Maschinen und Anlagen liefern, China vor allem mit Erdöl und Kohle bezahlen.

Als Teng am 22. Oktober mit 72 Begleitern -- der größten Chinesen-Delegation, die je auf Reisen ging -- in Tokio landete, waren bereits mehr als 16 Milliarden des Abkommens durch feste Lieferverträge aufgebraucht.

So konnte Chinas Vize als Morgengabe die Vertragssumme "auf 80 bis 100 Milliarden" verdoppeln. Für Japans Finanzexperten ist auch das noch nicht die Grenze des beiderseits Möglichen. "Schon im nächsten Jahr", frohlockte Yoshihiro Inayama' Doyen der japanischen Stahlbranche, "wird China die USA als unser bester Kunde ablösen."

Die USA wollen das gern verdauen, die Sowjets müssen konsterniert sein: Das rohstoffarme Japan, das so gut wie alles produzieren kann, und das rohstoffreiche China, das so gut wie alles braucht, und beide voneinander nur durch einen Tag Schiffsreise entfernt -- diese traumhafte Kombination imponiert auch der nichtsowjetischen Welt an der plötzlichen Aussöhnung der beiden Erbfeinde am stärksten. Zu Chinas Partnern gehören der Schah und General Pinochet.

So fehlte es denn nicht an weiträumigen Perspektiven: "Weht der Atem der Geschichte oder winkt nur das große Exportgeschäft?", fragte der um mundige Worte nie verlegene "Welt"-Watcher Herbert Kremp aus Peking. Der liberale "Guardian" aus London gab gleich die Antwort dazu: "Von nun an sind China und Japan wie Himmel und Erde für immer vereint."

Während sich die übrige Westpresse vom gelb-gelben Arrangement eher Konkretes verspricht, etwa "Stabilität in Ostasien und im Pazifik" ("Washington Post"), sieht Moskau natürlich Schlimmes voraus. Die "Prawda": "Der Vertrag gefährdet die unmittelbar an China grenzenden Staaten" -- ergo auch die Sowjet-Union.

Denn die Sowjets sind nicht nur die großen Verlierer von Tokio. Mit einer weltweiten Offensive, die in der modernen Geschichte ohne Beispiel und deren Tragweite vorerst noch gar nicht abzusehen ist, hat die chinesische Führung in den zwei Jahren nach Maos Tod die bis dahin selbstgewählte Isolation durchbrochen und Moskau herausgefordert.

Seit dem Oktober 1976, als Parteichef Hua in Peking den Machtkampf um das Erbe Maos gegen die Mao-Witwe Tschiang-Tsching und ihren Anhang für sich entschied, schwärmten 43 chinesische Delegationen in 35 Staaten aus und sorgten für eine radikale Veränderung des Chinabildes.

Die da im Ausland vorsprachen, waren weder die wilden Revoluzzer der Kulturrevolution noch die ängstlich auf Linientreue bedachten Apparatschiks früherer Jahre. Gut präparierte Experten, Techniker, Wissenschaftler, aber auch Generäle warben mit Offenheit und gelassener Weltläufigkeit um Vertrauen und lockten mit Geschäften.

Für die Reiseroute holten sich die Pekinger Führer beim toten Mao die Absolution. Denn der Große Vorsitzende hatte kurz nach dem Zweiten Weltkrieg in einer strategischen Schrift die "Theorie der drei Welten" entworfen: Die Supermächte USA und Sowjet-Union gehören danach -- als Bedrohung für alle anderen -- zur ersten Welt, die Industrieländer sind die zweite, die Entwicklungsländer die dritte Welt, zu der nach eigenem Selbstverständnis auch China zählt.

Diese rein schematische, fast unpolitische Aufteilung der Erde -- von Mao mit Sicherheit auch nicht so gemeint -- schockte nicht nur Chinas Feinde. Chinas Vorposten in Europa, Albanien, kündete die Freundschaft auf, als die Emissäre aus Fernost ungerührt enge Kontakte zu Albaniens Todfeind Jugoslawien aufnahmen und Tito nach Peking einluden.

Aber auch das vom revolutionsbedrohten Schah autoritär-feudal regierte Persien und das vom antikommunistischen Putschoffizier Pinochet unterdrückte Chile gehören zum Partnerkreis der Erben Mao Tse-tungs. Und dito die blutrünstigen Führer Äthiopiens ebenso wie die neuen Machthaber in Kamputschea, die für ihren Steinzeit-Kommunismus Hunderttausende, wenn nicht Millionen Landsleute umkommen ließen.

Schließlich nahmen es Hua und der schon zum zweiten Mal rehabilitierte Teng auch mit der Welt der Supermächte, ausgenommen Moskau, nicht so wörtlich. Der Kontakt zwischen Peking und den USA läuft immer besser, seit jüngstem sogar per Touristengeschäft. Teng empfing in den letzten Monaten persönlich mehr als ein Dutzend hochqualifizierter US-Wissenschaftler chinesischer Abstammung.

Hauptziel der weitreisenden Chinesen-Delegationen sind die westlichen Industrienationen -- außer dem Nachbarn Japan vor allem Westeuropa und Kanada.

Denn vom hochtechnisierten Westen versprechen sich die Pekinger Führer die Ausrüstung für das ehrgeizige Ziel, China in knappen acht Jahren zur Industrienation, bis zur Jahrtausendwende zur industriellen Großmacht zu entwickeln (SPIEGEL 42/1978).

Deutsche sollen eine Steppe von der Größe Frankreichs aufforsten.

Was Peking sich dafür vornimmt, sprengt selbst für die Top-Manager der westlichen Produktionsriesen den gewohnten Rahmen und muß biedere Sowjet-Funktionäre geradezu futuristisch anmuten: "Bis 1985 allein will China für neue Industrieanlagen 350 Milliarden Dollar (665 Milliarden Mark) ausgeben" -- so der japanische Außenhandelsminister Toshio Komoto, der nicht gerade als Schwarmgeist gilt.

Daß dieser gewaltige Kuchen nicht unnötig zerkrümelt wird, dafür sorgen

* Aufschrift auf der Ente: "Bedrohung aus dem Norden; auf dem Pfeil rechts: "Rüstungswettlauf".

die Chinesen selbst. Mammut-Projekte wie die Lieferung modernster Bergbauanlagen in Höhe von acht Milliarden Mark, über die mit einer bundesdeutschen Firmengruppe verhandelt wird, zeigen die Größenordnung (SPIEGEL 39/1978). Noch umfangreicher ist der Auftrag, für rund 28 Milliarden Mark in der Provinz Hopei das größte Hüttenwerk der Welt zu bauen -- auch für diese Order sind deutsche Firmen im Gespräch.

Anfang nächsten Jahres wird der chinesische Landwirtschaftsminister Jan Li-kung in die Bundesrepublik kommen, um einen bereits ausgearbeiteten Plan vorzulegen, wie deutsche Firmen die Steppen der Provinz Kansu (so groß wie Frankreich) im Nordwesten Chinas aufforsten sollen: "ein Projekt vom Baumsamen bis zum fertigen Möbel", wie deutsche Unterhändler verrieten.

Alles, was im Erdölgeschäft einen Namen hat -- von der amerikanischen Exxon und der japanischen National-Oil-Corporation über Petro-Canada' Royal Dutch-Shell, die französische Compagnie Francaise des Pétroles, British Petroleum bis zur italienischen Firma Eni -, möchten in dem vorgesehenen Unternehmen dabeisein, Chinas Offshore-Ölreserven zu erschließen. Geschätzt werden die Reserven unter dem Meer vor der chinesischen Küste auf etwa 5,4 Milliarden Tonnen; die gleiche Menge hoffen die Explorateure noch unter dem chinesischen Festland zu finden. Damit hätte China Ölreserven, die größer sind als die des arabischen Ölstaates Kuweit.

Neben den Deutschen bewerben sich englische und französische Firmen um das Stahlgeschäft. An Japans Nippon Steel ist bereits ein Auftrag über etwa sechs Milliarden Mark für den Bau eines Stahlwerkes in Schanghai vergeben. Aber insgesamt zehn neue Eisen- und Stahlwerke sehen Chinas Planer bis Mitte der 80er Jahre vor, um die angesteuerten 60 Millionen Jahrestonnen produzieren zu können -- beinahe doppelt soviel wie zur Zeit die Bundesrepublik.

Bei der Lieferung modernster Bergbaumaschinen sind die englische Firma Dowty und die japanische Mitsui Miike im Geschäft, das rund 370 Millionen Mark ausmacht. Chinesisches Förderziel für 1988: eine Milliarde Tonnen Kohle.

Einen Kohlenhafen am Jangtsekiang baut eine holländische Firmengruppe im Kompensationsgeschäft gegen chinesisches Öl, die Kopenhagener East Asiatic Company wird in Schanghai und Tientsin Container-Häfen anlegen.

Der schärfste Konkurrenzkampf ist um die chinesischen Aufträge für bisher 30 Schiffsneubauten entbrannt. Japans Werften haben die meisten Chancen, den Zuschlag zu bekommen. Chinesische Experten interessierten sich aber auch für die deutschen Tankerriesen, die seit Jahren arbeitslos in der Geltinger Bucht dümpeln.

Angebote für Diesel- und Elektroloks holte sich der Pekinger Eisenbahnminister in der Bundesrepublik, England, Frankreich und Japan. Auch für die gesamte Erneuerung und den Ausbau des chinesischen Schienennetzes sprachen die Chinesen bei der Japan National Railways vor; doch der war der Happen so groß, daß die Chefs das japanische Außenministerium um Weiterverhandlung baten.

Kernreaktoren, von der US-Firma Westinghouse entwickelt, möchte China vom französischen Lizenzträger Framatome beziehen, wie der Firmensprecher betont, "einen standardisierten Typ, den die Chinesen am Ende selbst bauen könnten".

Doch ausschließlich friedlich sind die Posten auf der chinesischen Wunschliste nicht. Mit allen Mitteln versucht die Pekinger Führung, mit dem Westen auch ins Waffengeschäft zu kommen. Denn der technische Entwicklungsstand der Chinesischen Volksbefreiungsarmee hat sich in den letzten 14 Jahren kaum verändert.

Vom neuen Freundschafts-Partner Japan möchten die Chinesen Panzerabwehr-Raketen, Luft-Boden- und Luft-Luft-Raketen kaufen, was die japanische Regierung erst kurz vor dem Teng-Besuch erneut höflich, aber bestimmt, ablehnte.

Mehr Glück haben die Chinesen möglicherweise in England und Frankreich. Von den Briten erhoffen sie die gründliche Modernisierung ihrer gesamten Triebwerk-Industrie, dazu den britischen Senkrechtstarter "Harrier".

In Frankreich ist China am Kampfflugzeug "Mirage" und dem Panzer AMX 30 interessiert und war über die Lieferung von 16 000 Panzerabwehr-Lenkwaffen vom Typ "Hot" und "Milan" aus der deutsch-französischen Gemeinschaftsproduktion schon im Geschäft, als die Sowjets lautstark protestierten.

Eins haben die chinesischen Unterhändler bei ihren Gesprächen mit westlichen Rüstungsfachleuten und Militärs deutlich gemacht und insofern sowjetische Befürchtungen durchaus bestätigt: China sieht sich in der Globalstrategie des westlichen Verteidigungs-Bündnisses als wichtiger Partner.

Denn, so argumentierten die chinesischen Gäste, die allzugern fürs Photo auf Westwaffen posieren: Schon heute wird ein Viertel der sowjetischen Land- und Luftverbände an der russisch-chinesischen Grenze gebunden. Eine Modernisierung der Chinesischen Volksbefreiungsarmee, so wird im Nato-Hauptquartier inzwischen offen spekuliert, komme letztlich der Nato zugute.

Als die Chinesen mit der Europäischen Gemeinschaft, die von den Sowjets immer noch nicht voll anerkannt wird, ein fünfjähriges Handelsabkommen schlossen, nannte die sowjetische Nachrichtenagentur "Tass" diesen Schritt "antisowjetisch", weil er China den "Zugang zu den Nato-Arsenalen" öffne.

Im eigenen Bereich, in Fernost und Südostasien, empfahl sich die Pekinger Führung als besonnene Ordnungsmacht. Wichtigste politische Stelle im Vertrag mit Japan ist die gemeinsam unterschriebene "Anti-Hegemonial-Klausel" -- deutlich gerichtet gegen die Sowjet-Union.

Moskau, durch die plötzlichen Aktivitäten Pekings aufgeschreckt, schickte den vietnamesischen Premier Pham Van Dong durch die Staaten des Asean-Paktes, einer südostasiatischen Allianz, bestehend aus den Philippinen, Malaysia, Indonesien und Singapur sowie Thailand. Der Mann aus Vietnam warnte vor der chinesischen Gefahr ebenso wie vor dem militärischen Einfluß der USA im Asean-Pakt. Teng, diese Woche nicht zufällig auf der gleichen Tour, fand für das Bündnis seiner Gastgeber mit Amerika kein kritisches Wort. Ob in Bukarest, Paris, Tokio oder Bonn, nie haben Chinas Spitzenfunktionäre es versäumt, vor Übermacht und Aggressivität der sowjetischen Feinde zu warnen, aber nie äußerten sie den Wunsch nach Änderung von Bündnissystemen wie die Sowjets.

Zudem sind die Unterhändler, die jetzt zu Hunderten durch Europa pilgern, überraschend kompetent und haben sich gegenüber den im Ostgeschäft sonst üblichen Aufmerksamkeiten bislang als unbestechlich erwiesen.

Das so ganz andere Bild, das die chinesischen Emissäre im Gegensatz zu den Sowjets in Europa prägen, stärkt das China-Image von einem Volk fleißiger und disziplinierter Menschen.

Neben manch seltsamer Emotion lassen aber auch kalkulierbare Gründe den Erwartungshorizont für das Geschäft mit den Chinesen in der westlichen Weit so ungleich höher erscheinen als vor acht Jahren der Aufwind im Ostgeschäft als Folge der Entspannung.

Rußlands Kompensations-Geschäfte: "Rückfall in die Steinzeit".

Damals, von 1970 bis 1973, stand die westliche Wirtschaft noch im Zeichen des Booms, der Osthandel war eine von vielen Chancen. Heute steckt die westliche Wirtschaft in einer anhaltenden Flaute. So haben es Branchen wie der Schiffsbau, die Stahlindustrie oder die Hersteller kompletter Werksanlagen schwer, noch Absatz zu finden. Für sie bietet China einen neuen Markt, selbst wenn offenbleibt, ob die Chinesen westliche Milliarden-Lieferungen tatsächlich bezahlen können.

Die Sowjets hingegen möchten Schiffe und Stahl gern selbst exportieren, sie drängen im Kompensationsgeschäft mit Kraftwagen Marke "Lada", mit Textilien und Halbfertigwaren auf den ohnehin übervollen westlichen Markt.

Zudem hat sich in den westlichen Industrieländern längst herumgesprochen, wie wenig attraktiv das Ostgeschäft ist, vor allem mit den Russen. Die sprunghaft gestiegenen Schulden des devisenarmen Ostblocks -- augenblicklicher Stand: über 50 Milliarden Mark -- dämpfen die Erwartungen.

Zwar wuchs der deutsch-sowjetische Warenaustausch von 3,7 Milliarden Mark im Jahr 1972 auf elf Milliarden 1977, aber die angekündigten Großvorhaben kamen nur zögernd voran.

Alle Projekte, etwa ein riesiges Chemiewerk im sibirischen Tomsk, sollen sich auf Wunsch der Sowjets durch Kompensationsgeschäfte finanzieren: durch die Produkte des fertigen Werkes, die dann in die Bundesrepublik exportiert werden. Krupp-Abgesandter Berthold Beitz: "Rückfall in die Steinzeit"

Moskau kann mehr nicht bieten: Die oft und laut prophezeite Generalkrise des Kapitalismus ist ausgeblieben -- statt dessen hat sich erwiesen, daß die sowjetische Staatswirtschaft die Probleme ihres relativ entwickelten Landes nicht mehr zu lösen vermag.

Schon vor acht Jahren sollte die sowjetische Industrieproduktion laut gültigem Parteiprogramm die amerikanische überrundet haben -- heute erreicht das sowjetische Sozialprodukt ungefähr ein Drittel des amerikanischen. Die USA geben auch fast dreimal soviel wie die Sowjet-Union für ihr Erziehungswesen aus, fast doppelt soviel für das Gesundheitswesen, und der Sowjetarbeiter muß sechsmal so lange für ein paar Schuhe arbeiten wie sein US-Kollege.

Der Vergleich geht allerorts zuungunsten der Staatswirtschaften aus: Südkoreas Wachstumsrate ist neunmal höher als die Nordkoreas. In Taiwan besitzt jeder vierte Einwohner ein Radio, in Festland-China jeder achtzigste. In Kenia gibt es viermal mehr Autos je 1000 Einwohner als in Tansania.

Bei der großen Sowjet-Union ist die Misere am augenfälligsten. Denn sie hat, immerhin, ein riesiges Gebiet mit unermeßlichen Reichtümern, das den Westen anlocken müßte: Sibirien.

Aber selbst den Moskauer Planern wird die Erschließung Sibiriens langsam zu teuer: Die Kosten der neuen Eisenbahnlinie "Baikal-Amur-Magistrale", die 1971 mit acht Milliarden Rubel veranschlagt war, haben sich inzwischen verdoppelt. Was Wunder, daß die erwartete großzügige Hilfe des Westens ausblieb. 1976, so meldete die "Prawda", wurde zum ersten Mal seit 15 Jahren der Plan zur Erdölerschließung im westsibirischen Gebiet Tjumen nicht erfüllt.

Besonders erfahren im tristen Geschäft mit der Großmacht Sowjet-Union sind die Japaner. Sieben Jahre lang hatten sie mit den Sowjets um die Erschließung Sibiriens gefeilscht. Die Fündigkeit der angeblichen Bodenschätze durften japanische Ingenieure nicht prüfen, dafür stellten die Russen immer neue Bedingungen für den Erschließungsvertrag: Bau einer Pipeline, dann einer Bahnstrecke, schließlich eines neuen Hafens.

Entscheidend dafür aber, daß die großen Geschäfte zwischen Moskau und Tokio schließlich platzten, war die sowjetische Ungeschicklichkeit, eine für Moskau unbedeutende, für Japan aber hochwichtige Territorial-Frage zu lösen -- die der Kurilen-Inseln Habomai und Shikotan.

An sich hatten die Japaner den russischen Nachbarn stets als ein Volk des Westens -- von ihnen aus gesehen -- empfunden, von dem man nur lernen konnte. Die Sympathie überdauerte sogar den russisch-japanischen Krieg von 1904/05.

"Von den Flanken her Westeuropa in die Zange nehmen."

Trotz des Anti-Komintern-Pakts, dem Japan wie Deutschland angehörten, konnte Stalin im April 1941 mit Japan einen Neutralitätsvertrag schließen: Der Georgier wollte um jeden Preis einen Zweifrontenkrieg vermeiden. Er verabschiedete den japanischen Außenminister Matsuoka auf dem Moskauer Bahnhof mit einer Umarmung: "Wir sind doch beide Asiaten!"

Den Vertrag brach Stalin erst, als Deutschland im Westen niedergerungen war. Am 18. August 1945, drei Tage nach Japans Kapitulation, besetzte die Rote Armee Japans nördliche Territorien -- darunter jene beiden Inselehen der Kurilen-Kette, die Moskau fortan nicht mehr herausrücken wollte, sosehr ihm an der großartigen Zukunftsperspektive der Entwicklung Sibiriens gelegen war, gewiß ein absurder Einsatz.

Noch im Januar erklärte Premier Kossygin "extrem obstinat" (so Japans Vize-Außenminister Takashima), es gebe zwischen den beiden Staaten keine territoriale Frage. Darauf schloß Japan mit China ab -- die außenpolitische Katastrophe an Moskaus Fernost-Front war da.

Wie Insel-Probleme auf chinesisch zu lösen sind, demonstrierte Vize-Premier Teng bei seinem Besuch in Japan. Auf die Senkaku-Inseln zwischen Okinawa und Taiwan angesprochen, die von Japan wie China beansprucht werden, empfahl Teng mit listigem Lächeln: "Lassen wir das Problem doch einfach mal für einige Zeit. Unsere Generation ist wohl zu dumm für eine Antwort. Vielleicht ist die nächste weise genug."

Warum hat Moskau sich nicht ebenso klug verhalten? Kaum wegen des Grundsatzes, einmal eroberte Territorien -- seien sie noch so winzig -- nicht herauszugeben, ein Prinzip, das im vorigen Jahrhundert ein Sibirien-Gouverneur in die Worte faßte: "Wo einmal die Fahne des Zaren weht, darf sie nicht mehr eingeholt werden."

In Wahrheit hat Rußland nach dem letzten Weltkrieg oftmals die Fahne gestrichen: in Finnland und in Österreich, Nordpersien und der Mandschurei, Sinkiang und Port Arthur. Und aus Rumänien wie der Tschechoslowakei hatten sieh die Sowjettruppen schon einmal zurückgezogen.

Die Gründe müssen tiefer liegen. Sie kommen zum Vorschein, wenn etwa Moskau China, das im Unterschied zur Sowjet-Union außerhalb seiner Landesgrenzen keinen einzigen Soldaten stationiert hat, so anklagt:

Mit manischer Sturheit rufen die Hegemonisten aus Peking zu Aufrüstung und Kriegsvorbereitung auf. Die Interessen des Friedens, die Interessen aller Völker sprechen dafür, daß es notwendig ist, den chauvinistischen und expansionistischen Bestrebungen der Maoisten eine entschiedene Abfuhr zu erteilen.

Chinas "Volkszeitung" blieb die Antwort nicht schuldig. als sie "den allgemeinen strategischen Plan" Moskaus beschrieb:

Westeuropa von den Flanken her in die Zange nehmen, um einen neuen Weltkrieg vorzubereiten ... Moskau versucht, aus Vietnam ein zweites Kuba zu machen. Der sowjetische Imperialismus ist die gefährlichste Quelle eines Weltkrieges und der schlimmste Feind der Völker aller Länder. Wohin die Sowjet-Union ihre Hand auch ausstreckt, dort müssen wir sie abhacken.

So ähnlich sagte es auch Mao-Nachfolger Hua im Februar vor dem Pekinger Volkskongreß, und über sowjetische Kritiker-", Laßt diese Zwerge schwatzen und toben."

Er sagte auch, wie Moskau die Beziehungen zu Peking verbessern könne: "Die Situation wieder herstellen, wie sie in den frühen 60er Jahren bestand" -- nämlich Abzug der Sowjet-Truppen aus der Mongolei und von der ganzen chinesischen Grenze. So schlug es eine chinesische Note am 9. März vor, woraufhin Parteichef Breschnew schleunigst eine Beruhigungsreise durch ganz Sibirien unternahm. Noch niemals hatte sich ein Zar oder Sowjet-Chef in diese Wüsteneien begeben.

"Geheimer Militärpakt zwischen Westdeutschen und Maoisten."

Seltsames passierte daraufhin: Die Mongolische Volksrepublik, bislang sicherster Außenposten der UdSSR in Asien, beschwerte sich in ihrer Parteizeitung, daß die Chinesen ihre Forderung nach Abzug der russischen Truppen "unter Umgehung" der mongolischen Regierung gestellt hätten, was ein Versuch sei, die. Mongolei "als unabhängigen Staat zu ignorieren".

Die Sowjetgarnison stehe nämlich nur auf Bitten der Mongolei im Lande, für ihre Präsenz gebe es keinen Anlaß mehr, wenn Ulan-Bator keinen Anschluß an China mehr zu befürchten habe.

Das Angebot wurde noch deutlicher: Die Zeitung erinnerte an die goldenen 50er Jahre, als keine Sowjet-Truppen im Lande standen, die mongolischen Streitkräfte auf ein Minimum reduziert und die Grenztruppen überhaupt abgeschafft waren.

Schon führen Sowjetbürger eine plötzliche Fleischknappheit in der UdSSR auf geheuchelte Lieferschwierigkeiten des wichtigsten Fleisch-Importeurs Mongolei zurück. Ginge aber sogar die ferne Viehhüter-Nation auf Eigenkurs, würde sich die UdSSR noch stärker als Opfer chinesischer Umtriebe fühlen.

Jetzt schon fürchtet sie, mit der Entspannung auch gen Westen zu scheitern -- deshalb die Warnungen speziell an die deutsche Adresse, nicht mit der "chinesischen Karte" ("Literaturnaja gaseta") zu reizen.

Allerdings redet nur Moskau in seiner seltsamen Betroffenheit über dieses Spiel der Deutschen. "Kann man den Gedanken eines Militärgeheimabkommens zwischen den westdeutschen Revanchisten und den chinesischen Maoisten als ernste Bedrohung ansehen?", fragte die "Literaturnaja gaseta". Antwort: "Von einem Phantasiegebilde kann wirklich nicht die Rede sein."

Anlaß war der Peking-Trip pensionierter Bundeswehrgeneräle, die in Moskauer Sicht den Zweiten Weltkrieg nur deshalb glauben verloren zu haben, weil Hitler sich mit Japan statt mit China verbündet hatte. Mit Hilfe "einflußreicher politischer Kreise der BRD" suchen sie nun angeblich Revanche -- "für die Schaffung einer "zweiten antisowjetischen Front' bietet sich das maoistische China ihnen als unersetzlicher Bündnispartner an".

Sowjet-Funktionäre tragen diese Phantasmagorie in so vielen Varianten vor, daß unsicher ist, ob sie die Sache nicht doch glauben -- Realitätsverlust durch Isolation.

Warum die Russen auf jeden Peking-Pilger und jeden chinesischen Handlungsreisenden schon vor dem Milliardengeschäft Chinas mit dem Westen so allergisch reagierten, ist mit Sicherheit nicht auszumachen. Vielleicht glauben sie ernsthaft an gelbe Gefahr -- obwohl ihre angebliche Geschichtserfahrung mit 300 Jahren Tatarenherrschaft von den Chinesen geteilt wird: Sie fielen den Reiterscharen des Dschingis Khan noch früher zum Opfer als die Moskowiter. Für die sind aber nun Chinesen, Mongolen oder Tataren eins, sie kommen eben aus den Steppen und Gebirgen des Ostens.

Vielleicht glauben die Russen auch den Formeln des Zukunftsforschers Wilhelm Fucks, der annimmt, daß die Chinesen die Amerikaner noch vor Ablauf des Jahrhunderts wirtschaftlich überrunden. Sie verdrängen dabei eigene Erfahrungen: daß China mit einem wahrscheinlich nicht effizienteren staatswirtschaftlichen System geschlagen ist als Moskau, so daß die Gegenlieferungen im großen West-Geschäft immer begrenzt bleiben dürften.

"Die Schildwache unseres Vaterlandes steht Tag und Nacht bereit"

Vielleicht fürchten die Russen auch wirklich einen Krieg. Nervös registrierte die Sowjetpresse Tengs Plädoyer in Tokio für US-Präsenz in Ostasien und "eine eigene Verteidigungskapazität Japans". Tengs Begründung: "Es ist doch klar, woher die Bedrohung kommt. Wir müssen uns gemeinsam gegen die gemeinsame Bedrohung wehren." Die Chinesen fürchten Moskaus Einkreisungsversuche in Südostasien -- Angsttrauma vice versa.

Beim Besuch des Pekinger Vize-Generalstabschefs in Tokio sangen chinesische und japanische Militärs gemeinsam frisch-fröhliche Soldatenlieder aus dem russisch-japanischen Krieg von 1904/05, den der Zar so schmählich verlor und der ihm die erste Revolution eintrug.

Schon warnte die Regierungszeitung "Iswestija" die Japaner mit der Erinnerung an die Schlacht bei Chassangol, die -- 1938 -- Japan nun schmählich gegen Rußland verlor: Damals habe Tokio von einem "Großjapan bis zum Baikalsee und Tibet" geträumt. Heute aber "steht Tag und Nacht die Schildwache unseres Vaterlandes bereit".

Vielleicht auch drückt die China-Phobie nur die Verbitterung von Menschen aus, denen es nicht gelang, das rote Byzanz dem roten Rom wieder einzugemeinden, und die den Zeitpunkt eines vor Jahren in Moskau diskutierten Präventivschlags gegen China verpaßt haben -- oder Zorn darüber, daß Chinas erfolgreiche Public Relations die Unzulänglichkeiten der UdSSR jedermann vor Augen führen.

Sicher ist: Moskau spürt die politische Bedrohung Chinas, das der UdSSR überall entgegenwirkt, bis hinein ins Sowjetland selbst, wo die Pekinger Propaganda die nichtrussischen Nationalitäten aufwiegelt. Die aber, das dürfte die Volkszählung im Januar ergeben, sind jetzt im Vielvölkerstaat UdSSR den Russen gegenüber in der Mehrheit.


DER SPIEGEL 45/1978
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