06.06.2005

SPD

Nachwuchs plant für die Zeit nach Schröder

Rund ein Dutzend SPD-Nachwuchskräfte von der Parteilinken und dem "Netzwerk" beginnen damit, Pläne für den Neuaufbau der Sozialdemokratie in der Nach-Schröder-Ära zu schmieden. Initiiert von der Parteilinken Andrea Nahles, 34, dem niedersächsischen Oppositionsführer Sigmar Gabriel, 45, dem Ex-Juso-Chef Niels Annen (Hamburg), 32, dem Saarländer Heiko Maas, 38, und dem Europapolitiker Martin Schulz, 49, hatten sich die Junggenossen für den 5. Juni zu einem diskreten Treffen in Berlin verabredet. Ziel ist eine programmatische Grobskizze und ein personelles Tableau für den Bundesparteitag im November, unabhängig vom Ausgang der Bundestagswahl. Mit von der Partie ist auch der frühere Bundesgeschäftsführer Matthias Machnig, 45. Nahles und Gabriel spekulieren auf die Posten der stellvertretenden Parteivorsitzenden, weil Wolfgang Clement, 64, und auch Heidemarie Wieczorek-Zeul, 62, nach einer verlorenen Wahl womöglich aus ihren Ämtern scheiden.

Wichtigste Gegner der Nachwuchsgenossen: die älteren Parteifreunde, die erneut prominent und zahlreich in den Bundestag drängen. Nach Otto Schily, Renate Schmidt, Peter Struck, Ulla Schmidt und Edelgard Bulmahn haben sich in der vergangenen Woche auch Hans Eichel (Kassel) und Brigitte Zypries (Darmstadt) Wahlkreise gesichert. Ex-Arbeitsminister Walter Riester, der seinen Rückzug aus dem Parlament bereits in Aussicht gestellt hatte, kandidiert jetzt doch und will sich im Falle eines Erfolgs wieder den Themen Arbeit und Soziales zuwenden.

Noch offen ist die Perspektive des abgewählten NRW-Ministerpräsidenten Peer Steinbrück, der auch als Nachfolger für Fraktionschef Franz Müntefering im Gespräch ist. Am vergangenen Mittwoch forderte ihn Generalsekretär Michael Groschek in der NRW-Landesgruppe in Berlin zu einer Kandidatur für den Bundestag auf: "Peer, du musst das jetzt machen." Ernsthaften Widerstand leistete Steinbrück nicht. "Ich weiß, dass ich in der Verantwortung bin. Aber drängt mich nicht - ich will mir noch 14 Tage Zeit lassen."


DER SPIEGEL 23/2005
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