19.12.1977

Frauen fließen, Männer schießen

Frank und frei, viele lesende Männer können das Gebarme vieler schreibender Frauen über die Jahrmillionen währende Unterdrückung der Frau nicht mehr ausstehen. "Frauen haben es ja auch nicht leicht", sagt Tucholsky, "aber wir Männer müssen uns rasieren." Richtig. Und falsch.
Klaus Theweleit aus Ebenrode, 35, hat zur Erlangung der Doktorwürde der Philosophischen Fakultäten der Albert-Ludwigs-Universität zu Freiburg im Breisgau eine Inaugural-Dissertation erarbeitet, die den Titel trägt Freikorpsliteratur: Vom deutschen Nachkrieg 1918-1923
Die Beziehungen zum eigenen Körper, dem Körper der Frauen und der Masse, dem Körper des Heeres und der Erde in der Sprache soldatischer Männer und ihre Funktion in der Genese des deutschen Faschismus. Die Dissertation mißt 774 Seiten, Anhang und Apparat nicht gerechnet. Die erste Hälfte ist bereits als Buch erschienen unter dem Titel "Männerphantasien"**, dic zweite folgt demnächst, beides zusammen vielleicht die aufregendste deutschsprachige Publikation dieses Jahres.
Von der "ungezügelten Intelligenz", die die Freiburger Professoren dem Doktoranden Theweleit bescheinigten, um ihm die Abhaltung eines Proseminars zu verwehren, geben beide Bände Zeugnis. So heißt der Untertitel des ersten Buchs: "Frauen, Fluten, Körper, Geschichte".
Was Theweleit in der Freikorpsliteratur sucht und findet, ist die schriftge-
* Sie versperrt den Männern den Weg zur Kirche und lädt dazu ein, ihren Körper zu besteigen.
** Klaus Theweleit: "Männerphantasien", 1. Band: Frauen, Fluten. Körper, Geschichte Verlag Roter Stern. Frankfurt am Main; 612 Seiten; 25 Mark.
wordene Unterdrückung der weiblichen Sexualität, ihre Aufspaltung in höhere nichtgeschlechtliche Wesen und in niedere kastrationswütige Huren. Geschult an Freud, den er gelegentlich respektvoll-respektlos am Bart zupft, nimmt er die Sprache wörtlich und entbirgt, was hinter den Wörtern verborgen lauert.
Da der Faschismus nicht vom Himmel gefallen ist, entlarvt Theweleit nicht so sehr die Freikorpssoldaten und -literaten (denen er mit einer Art höherem Recht Ernst Jünger hinzuschlägt), sondern die gesamte männerrechtlichpatriarchalische Geschichte (leider nur) Europas, die er im Faschismus auf die Spitze getrieben sieht. Opfer, mehr als die Männer selbst, sind die Frauen, deren Wirklichkeit von Theweleit ausgespart bleibt. Sie kommen nicht als eigene Wesen vor, sondern nur als die Ausgeburten männlicher Phantasie. Was er anhand seiner Freikorpsmänner und sonstiger "faschistischer" Militärpersonen und -schriftsteller (unter ihnen der Auschwitz-Kommandant Rudolf Höß und der junge Goebbels), was er aus Briefen, Selbstbiographien und Romanen zu Tage gefördert hat, muß auch jenen männlichen Leser verblüffen, der sich bislang für einen "Nicht-Faschisten" gehalten hat. Er findet Chiffren. die er tags gedacht und nachts gesagt, nach denen er erst recht gehandelt hat. Zugespitzt so: Kratz an der Oberfläche des Mannes, und ans Licht kommt der Faschist vom Anfang der Welt.
Die Situation der Freikorps 19181923 muß ins Gedächtnis einberufen werden. Deutschland nach verlorenem Krieg ("Dolchstoß") am Boden und zur Hure erniedrigt, Lustobjekt des roten Pöbels innen und der bolschewistischen Bestie außen.
Weiber, in den Phantasien der Männer, sind in diesem Kampf zwischen weiß (= hehr) und rot (= niedrig) "die schlimmsten". So beschrieb Ernst von Salomon, Mithelfer bei der Ermordung Rathenaus, eine Demonstration gegen das Freikorps Berthold in Hamburg:
Die Weiber, breit, in blauem Zeuge, mit nassen Schürzen und zerschlampten Röcken, fauchrot die faltigen Gesichter unter wirrzerzaustem Haar, mit Stöcken, Steinen, Schläuchen und Geschirren, sie hämmern auf uns los. Sie spucken, keifen, kreischen ... Die Weiber sind die schlimmsten. Männer prügeln, Weiber spucken auch und keifen, und man kann so ohne weiteres nicht die Faust in ihre Fratzen pflanzen.
Das waren dann ja wohl Arbeiterfrauen. Dem Weltkriegs-Major Maximilian Delmar widerfuhr bei der Einnahme eines Bordells in einem umkämpften Industriegebiet folgende Schmach:
Nur die Rothaarige stellte sich nackt vor mich hin und lachte mir frech ins Gesicht. Ihre vollen Brüste hüpften dabei auf und nieder. Die Ringe daran waren groß und braun. Der Anblick ekelte mich an. Sie mußte es bemerkt haben, denn plötzlich drehte sich der rote Satan um und zeigte mir aufkreischend den Hintern, während sie mit der Hand daraufklatschte.
"Puff, Kneipe, Verbrecher, Kommunisten" sind in den Augen Ernst Ottwalts, später KPD, vorher Verfasser des Freikorpsromans "Ruhe und Ordnung", identische Begriffe, "unlösbar und unentwirrbar miteinander verknüpft".
Frauen sind, so der Freikorpsmann F.W. Heinz, die "Hyänen der Revolution", von deren -- nächtens verübten -- "viehischen Blutorgien" die männliche Streikleitung in Berlin -- nächsten Tages -- abrückt (dieser Schriftsteller kannte damals die Rumänin Anna Pauker und die Spanierin Dolores Ibarruri, "die Pasionaria", noch nicht, sondern nur Rosa Luxemburg, sonst hätte es ihn wohl noch ärger geschüttelt).
Als die wirkliche Drahtzieherin der Münchner Räte-Republik wird von Hans Zöberlein in seinem Roman "Befehl des Gewissens", für den er den halben Kulturpreis der SA für 1937/ 1938 erhielt, eine gewisse Katja vorgestellt. Sie veranstaltet eine Orgie: Jetzt dürfen endlich einmal die Proletarier so etwas mitmachen. Das hat man ja noch gar nicht gewußt, wie herrlich das Leben sein kann. Schau nur diese Katja, die hat ja den Teufel in ihrem russisch. orientalischen Leib. Jede Biegung und jede Bewegung ist eine Herausforderung. Mit jedem lacht sie und jeden küßt sie. Vorne hat sie ein durchsichtiges seidenes Efeublatt und hinten gar nichts an. Und erst die anderen Weiber alle! Das ist je toller wie in einem Bordell -- und kostet nichts!
Theweleit geht wohl nicht fehl, wenn er hier männliche Ängste aufdeckt' die von den Autoren in das Schubfach "Kommunismus, weiblicher" weggedrängt worden sind. Rudolf Höß, der Kommandant von Auschwitz, sieht sich in seinem nach dem Hitler-Krieg abgefaßten Lebensbericht "vor Liebeleien und Bordellen bewahrt" durch ein Liebeserlebnis, das er während des Ersten Weltkriegs als I7jähriger Soldat in Palästina mit einer Lazarettschwester hatte. Die weiße (= reine) und die rote (= dirnengeile) Krankenschwester sind Stereotypen der männerbündlerischen Freikorpsliteratur.
Als der Vollzugsrat Oberhausen, ein Organ der aufständischen Arbeiter, die Oberhausener "Eintrachtstraße", als Bordellrevier weithin bekannt, auflöste, meldete der Verbindungsoffizier Mittelberger am 27. März 1920 dem Reichswehrministerium:
Charakteristisch für den Geist und den moralischen Tiefstand der roten Truppe ist die Indienststellung der sogenannten Rote-Kreuz-Schwestern. Diese Sanitätshilfe rekrutiert sich ausschließlich aus Dirnen, besonders aus Oberhausen. Die Bordellinsassinnen sind als Rote-Kreuz-Schwestern in Dienst gestellt.
Dirnen also, und bewaffnet auf jeden Fall, mit Handgranaten unterm Rock, Pistole im Strumpf, oder auch "mit verschiedenen Giften" (so in einem Bericht aus dem Ort Raesfeld), mit Arzneien also vielleicht. "Hurerei", meint Theweleit, "das sind freiwillige erotische Beziehungen zwischen Männern und Frauen, die geschehen, ohne daß der Mann von der Pflicht oder vom Tier gepackt, krank oder todwund ist" (kleine Anfrage: Gibt es derlei nicht auch als "Frauenphantasien", wird die Frau per definitionem niemals "vom Tier gepackt"?).
Der "weißen Krankenschwester", die sich nicht hingibt, weil der Leutnant dem Tode geweiht oder weil sie einem anderen versprochen ist, stellt Theweleit in einem seiner vergnüglichsten Kapitel die Ehefrauen von sieben Kriegshelden zur Seite: wie sie in den Lebensberichten ihrer Männer vorkommen respektive nicht vorkommen.
Der Afrika-General Paul von Lettow-Vorbeck setzt im März 1919, damals 49 Jahre alt, den Termin für seine erste Hochzeit fest, nachdem er die von ihm Erwählte zu seinen Eltern nach Berlin beordert hat. "Mitgeteilt habe ich ihr meine Absicht, sie zu heiraten, nicht." Sie weigert sich, dem Leser noch nicht mit Namen vorgestellt, "entschieden", nicht entschieden genug: Am nächsten Tag findet die Trauung "am Bett meines Vaters statt, der mit EK 1 von 1870 aufrecht saß, neben ihm, im Rollstuhl meine Mutter" (die Lettows wurden alle steinalt).
Warum hat er so spät geheiratet? Weil er so gerne auf die Jagd ging? Mitnichten: "Wirtschaftliche Gründe standen nicht mehr im Wege, aber leider hatte ich aus anderen Gründen einen so ernsten Konflikt mit meinem Vater, daß ich kein Mädchen in unsere Familie einführen mochte." Die, der er diese "preußische Gruselhochzeit" (Theweleit) zumutete, bleibt in seinen Memoiren dann immer noch anonym, obwohl der Leser bereits ein Mädchen namens Lotte Heckscher kennt, das ihm bei seiner Rückkehr aus Afrika den Begrüßungsstrauß überreicht hat.
Beredt wird Lettow-Vorbeck nur, wenn er über seine Jagderlebnisse informiert oder auf Angehörige zu sprechen kommt, von denen man ahnt, daß ihr Tod gemeldet werden soll. So auch bei seiner Frau: Sie liebte die Geselligkeit und hatte "als Nachkomme des Goethe-Malers Tischbein" einen auserlesenen Geschmack geerbt.
Gewöhnliche Berufskrieger mußten auf respektables Kennenlernen, auf Legitimierung Wert legen. Rudolf Höß lernt seine Frau kennen, weil sie "mit ihrem Bruder den Weg zu den Artamanen gefunden hatte" (einem völkischen Jugendbund, dem Himmler als "Gauführer Bayern" angehörte). Auch diese Frau bleibt namenlos. Was ihren Mann "zutiefst bewegte" (Auschwitz?), konnte er "auch ihr nicht offenbaren
U-Boot-Kommandant und Kapitänleutnant Martin Niemöller, unter Hitler KZ-Insasse, war 1919 ein geschworener Feind der Republik. Auch er stellt uns seine Frau nicht namentlich vor, er lernt sie als "die älteste Schwester meines Kameraden und Schulfreundes Hermann Bremer" kennen.
Der Freikorpskommandeur Gerhard Roßbach, nach dem Röhm-Massaker 1934 eine Weile in Haft, schreibt über seine erste Frau ohne Namen: Daheim fand ich meine Frau an einem schweren Nervenleiden erkrankt. Sie lebte nur noch kurze Zeit.
Auch die zweite bleibt anonym: Die Hochzeitsreise mit meiner zweiten Frau, einer Schauspielerin an Heinrich Georges Schillertheater, gab mir Gelegenheit (ins Ausland zu reisen). Immerhin, Heinrich George. Theater. Schiller. Die Frau des Chefs der Marinebrigade Ehrhardt -- er war der wichtigste Mann beim Kapp-Putsch 1920 (Seeckt: "Truppe schießt nicht auf Truppe") -- erwähnt nur eine seiner beiden Frauen mit Namen, die Prinzessin Hohenlohe-Oehringen.
Sie verbüßte ein halbes Jahr Gefängnis, als der Kapitän nach dem Putsch bei ihr gefunden wurde. Er lobt an ihr "das fürstliche Gefühl der Treue gegen den Schützling". Daß sie später seine zweite Frau wurde, und wie die erste abgeblieben ist, darüber kein Wort.
Der Rowohlt-Autor Ernst von Salomon (Bestseller: "Der Fragebogen") lernt SiE kennen, bevor er Rathenau umbringen hilft. Nach Entlassung aus fünfjähriger Zuchthaushaft geht er zu IHRER Wohnung. Sie deckt den Teetisch, und er verbittet sich "bitter jedes Mitleid".
Am Abend findet sich ihr Bruder ein. Mit ihm, nicht mit ihr, seiner ersten und einzigen Frau, geht er in ein Café. Aber, als er sie zehn Jahre vorher kennenlernte: "Auf einen Wink von IHR war ich bereit, mich, das Haus, die Stadt, die Welt, in die Luft zu sprengen." Und die Frau? Und Rathenau?
Sich die geschlechtlichen Beziehungen dieser Ehepaare vorzustellen, wäre vielleicht etwas fürwitzig. Nur mag man Theweleit nicht widersprechen, wenn er anmerkt, auch die "weiße", die "anständige"' die "hohe" Frau sei nicht dagegen gefeit, sexuell ent-lebendigt, getötet zu werden. Siehe den "Pour le mérite"-Träger Ernst Jünger nach der Schlacht: "Ich tauche meine Blicke in die Augen vorbeischreitender Mädchen. flüchtig und eindringlich wie Pistolenschuß..
Nun handelt Theweleits aus den richtigen Autoren erlesenes Erzählwerk nicht nur von Frauenkörpern; auch die Körper der Masse, des Heeres, der Erde kommen zur Sprache. dazu Sumpf, Schlamm, Schleim, Breie. Lava, auch "die Vagina als Meer der Meere". Durch dieses Urstromtal muß man sich als Besprecher (nicht als Leser!) eine Furt suchen; durch diesen wuchernden Dschungel eine Schneise schlagen. Theweleit behauptet die "künstliche Aufrechterhaltung des Mangels in der Beziehung der Geschlechter
Die fließenden Wünsche der Frau ängstigen den Dämme errichtenden Mann, der sich, siehe Faust II, nur vom
Entsexualisierten, Ewigweiblichen in
Himmelshöhen, laut Theweleit, in die Vorstellung von "der Einzigen", hinanziehen läßt.
Wieder hat Theweleit in Elias Canetti den richtigen Autor zur Hand. Canetti sieht in mythischer Vorzeit den "Drang nach Permanenz und Härte" im Menschen entstehen.
Wieso, fragt Theweleit, "mußte" (Canetti) der Mensch in sich den "Drang nach Permanenz und Härte" entwickeln, wieso das Fließen seiner Ströme, das Fluide seiner Form, wieso seine Lüste einschränken? Dem Wunsch der Menschen selbst habe das sicher nicht entsprochen.
Aber sie "mußten" dann auch laut Theweleit, der Damm sei "viel eher von äußeren, gesellschaftlichen sowie widrigen Naturzwängen errichtet" worden. Wieso "viel eher"? Ohne Zwänge ist nichts entstanden, voran die Naturzwänge (Ernst Bloch: "Kalte Schulter der Natur"), dann erst gesellschaftliche Zwänge.
Der Fehler muß für typisch gelten. Gesellschaftliche Zwänge scheinen leichter behebbar als solche aus vorgesellschaftlichem, aus biologischem, aus evolutionärem Fließen. Der Körper der Frau, Theweleit variiert das Thema bis ins Unendliche, ist Fließen, ist Meer, ist das noch nicht eingegrenzte Wünschen, ist Lust schlechthin. Die Frau, so klingt es ja von anderer Seite, ist der Natur näher.
Der Mann hat die Frau sexuell unterdrückt, um sie zu beherrschen nicht nur, sondern ebenso, um seine eigenen sexuellen Wünsche einzudämmen. Beide, Mann wie Frau, wurden dann von den jeweils Herrschenden mittels unterdrückter Sexualität beherrscht.
Die Parole heißt also Fließen und Entgrenzen, damit auch der Mann wieder seinen Zwängen entkommt und zu seinen entgrenzten Wünschen zurückfindet. Lustvolles Leben wird dann wieder möglich. Trägt diese Konstruktion, oder haben wir es hier mit einer Regenbogenbrücke zu tun?
Theweleits fast immer aufschlußreiche, niemals langweilige, wenn auch selten schlüsselfertige Phantasien würde man nämlich mißverstehen, schätzte man in ihnen nur die intellektuelle Kurzweil. Dahinter steckt System.
Anders als Marx will er "das Schwergewicht nicht auf politisch-ökonomische Fragen" gelegt wissen -- das nicht im Jahre 1977; anders als Freud will er die Psyche der Frau nicht als dunklen Erdteil beiseite lassen. Schon den Gedanken, die Geschlechter könnten isoliert voneinander verstanden werden, tut er -- nachdem er auf 774 Blatt nichts anderes unternommen hat -- als einen typischen Gedanken des bürgerlichen Mann-Individuums ab.
Ja, dem Faschismus bringt er sogar gut, daß es ihm gelungen sei, dem Manne die Herrschaft über das feindliche "Weibliche" im Manne selbst, die Zusammenfügung dieser feindlichen Teile also, unter ertragbaren Bedingungen zu versprechen. Theweleit fällt es nicht schwer, den Faschismus in die umgebenden Weittendenzen einzustellen. Er sieht im Faschismus etwas besonders Verwerfliches, aber nichts isolierbar Besonderes.
Er reklamiert für sich keinen archimedischen Punkt, die aus den Fugen geratene Welt wieder fügsam zu machen. Seine Sache ist das Entgrenzen und die freifließende Welle, ist das Verwischen und das Vermischen, man könnte auch sagen das Entfügen. Und dennoch wünscht man sich einen Fingerzeig; man verlangt von ihm ja nicht gleich die Lösung des Nord-Süd-Konflikts.
Da geht es nun dem Klaus Theweleit nicht anders als dem Faust des von ihm "alter Bürgerpriester" benannten Goethe; auch Theweleit gibt uns keinen Hinweis, wie man "den alten Sauerteig verdaut".
Er propagiert die "Lustproduktionen freier gleicher Körper", und das hört sich ja gut an. Nur sind die Körper nun einmal weder frei noch gleich, und Lust können sie auch nicht immer produzieren:
Die Masse (d. h. wir alle) leidet aber zunächst an "falschen" d. h. pervertierten, ihren Zielen entfremdeten, ins Gegenteil verkehrten Gefühlen. Daß die Körper verkrampfen, wo sie Lust empfinden wollen, daß der Schweiß ausbricht statt der Liebe. daß aus der Weichheit des erigierten Gliedes der unbefriedigte Knochen wird und aus dem Wunsch, in den Körper das anderen einzudringen, eine Tötungsaktion, daß aus der gegenseitigen Berührung zweier Häute, zweier Leiber, nicht Entspannung entsteht, Reinigung und Neugeburt, sondern Spannung, Schmutz und Tod -- das ist das Problem
"Die in unsere Leiber installierte Herrschaft" müßten wir loswerden, predigt Theweleit. Hoffentlich verkehrt er mit genug jungen Leuten, von denen man meinen müßte, sie seien die in ihre Leiber installierte, die monogame, die verschiedengeschlechtliche Herrschaft losgeworden. Empfinden sie mehr Lust? Produzieren sie mehr Lust?
Zwischen jungen Frauen und jungen Männern unserer Gesellschaft sind repressive Ungleichheiten oft schon gar nicht mehr auszumachen -- warum entziehen sie sich so beharrlich der ihnen von Theweleit gestellten Aufgabe, "lustvolles Leben zu produzieren"? Die Antwort fällt dem Systemkritiker leicht: Es ist das System, das durch seine Zwänge die Lust tötet, immer wieder und immer noch.
Wenn Theweleit von den "produzierenden Frauen" spricht, ohne die er sich eine kommunistische Gesellschaft unter Gleichen nicht vorstellen kann, so meint er schwerlich, daß sie sich in die Produktion begeben sollen, schon gar nicht in die Fabriken. Zwar scheint er die kommunistischen Fabriken auch nicht zu schätzen, aber nur über die nichtkommunistischen heißt es:
Die Maschine produziert zweierlei: die Ware (mit Hilfe der Arbeiter) und die Arbeiter selbst (durch die Art ihrer Konstruktion). In der kapitalistischen Produktion produziert sie die Arbeiter als Abfall, als "Schmutz". Ist sie schrottreif geworden, sind die Arbeiter es schon längst: die qualvollen Positionen, die monströse Maschinen ihnen aufzwangen (und nicht nur aus technischen Mängeln waren sie so konstruiert und sind es noch), führten dazu, daß die Proletarier der Ausbeuter selbst auf dem Nachtlager nicht verließ (Zum zweiten enthielt die industrielle Produktion von vornherein die Komponenten der Erzeugung speziellen Oberflusses im allgemeinen Mangel: Spielzeug, Tandkram für die Reichen, Modisches, alle Sorten Müll).
Er kann niemals in Polen gewesen sein. Sonst wüßte er, wie viele arbeitende Frauen unter nichtkapitalistischer Herrschaft Sehnsucht nach Tandkram für die Reichen, nach Modischem, nach Spielzeug und nach allen Sorten Müll haben, ganz ohne westlichen Konsum-Terror. Auch in Polen lebt die Frau nicht vom Fleische allein (wo, übrigens, müssen denn Arbeiter-Unruhen mit Gewehren, und nicht innerfleischlich durch Sexualverbote, unterdrückt werden)?
Jeden Gaul kann man zu Tode reiten, und Theweleit versteht sich auf Texaner-Sporen:
Kein Liebesakt mehr, kein Arbeitsprozeß mehr, in denen nicht zugleich ein Stück Selbstvernichtung sich vollzieht. Lieben und Arbeiten werden zu Einübungen ins Sterben, und nur noch zu einem Teil sind sie schöpferische, lebenzeugende Vorgänge. Mit jedem Stück Ware produziert der Arbeiter ein Stück seines eigenen Todes; jeder Liebesakt führt tiefer in die Schuld, die sich zum Tod summiert ... Der Liebende wie der Arbeiter produzieren letzt Schmutz', sobald sie tätig werden; die Bürger einer Gesellschaft, die begann, "aus lauter Behutsamkeit dem Piano mit einer Decke die Beine zu verhüllen", richteten sich damit ein, beiden fern zu bleiben: den Fabriken wie der Liebe (den Flüssen wie den Maschinen). Die Menschheitsgeschichte reduziert sich, folgt man Theweleit, auf eine einzige Abfolge von Unlust und Schmutz. Da die beklagten Zwänge ja früher zumindest nicht geringer waren, bleibt kein Raum für irgendeine lebenswerte menschliche Entfaltung irgendwann, es sei denn in sagenhafter Vorzeit, als die weiblichen Hominiden, noch sprachlos, im ozeanischen Wasser Rettung vor ihren tierischen Verfolgern suchten und fanden (hier spinnt Theweleit einfach oder auch doppelt).
Das "Wasserleitungssystem für private Haushalte" bringt ihn zu der Vermutung, derlei sei erforderlich gewesen, "um die Unterdrückung der menschlichen Wünsche (durchgeführt als Sexualunterdrückung und Isolierung der Geschlechter voneinander) in der bürgerlichen Gesellschaft durchzusetzen". Ist ja wahr, an den Dorfbrunnen, diesen laut Theweleit "Denkmälern kanalisierten weiblichen Geschlechts", hatten die Frauen wenigstens schwatzen können.
Was Theweleit seinen Freikorpshelden mit soviel Vergnügen vorhält, die
* Gemälde von Franz von Stuck. 1906.
gleichmacherische monokausale Vereinfachung und Vermischung von rot, Flut, Menstruation, Fotze, Schleim, Flintenweib, etc., etc., leistet er selbst, wenn es um die Kritik am kapitalistischen Patriarchat geht.
Zu kurz kommt dabei, was Theweleit offenbar für so selbstverständlich und unerläßlich hält, daß er sich die gedankliche Durchdringung gar nicht erst abverlangt: "die Revolution". Welche? Kriegen wir vielleicht später:
Wer die Frau des Herrn nimmt, die Frau der Ferne liebt, ein Frauenbild der Höhe anfertigt, gibt seine revolutionäre Potenz für einen Anteil an der bestehenden gesellschaftlichen Macht auf
Aus dem potentiellen Revolutionär wird der Emporkömmling:
Der Preis für den Besitz der höheren Frau ist die Einwilligung in die eigene gesellschaftliche Kastration. "Potent" kann dieser Mann von da an nur sein, solange das System, in dem er "aufstieg', potent ist; sein Schwanz als Ausdruck seiner überlegenen gesellschaftlichen Macht ist Ihm bloß geliehen, angeklebt: eine Attrappe im Namen des Gesetzes. Jeder, der "Revolution" sagt, sagt damit für die Ohren dieser Männer auch "Kastration". Wer die Attrappe wegnehmen will, deckt die Wunde auf.
Zu fragen bleibt dabei, ob der Germanist Theweleit, dessen Blick auf die schönen Dächer des schönen Freiburg den Hinterdeckel des Buches ziert, die gesellschaftlichen Verhältnisse so, wie sie bei uns dingfest gemacht werden können, noch im Blick hat. Von welchen Höhere-Frauen-Erwerbern ist denn hier die Rede?
Hintersinnig, vielleicht, rechtfertigt er seine Freikorpsmänner, denen die rote Flut der menstruierenden Flinten-Huren gleichbedeutend war mit Revolution und Kastration. Revolution der Frauen, wo sie die Dämme der Männer überspült ("Dammriß"), ist, nimmt man Theweleit beim Wort, mit Kastration gleichzusetzen. Die rote Flut droht und locht.
Es stimmt, die Männer haben sich von den Frauen positive (geschlechtslose) und negative (hurenhaft-kastrierende) Bilder gemacht, haben die Frauen solcherart definiert, eingegrenzt und unterdrückt, ja, haben sich mit dem Bild auch die Frau geschaffen und angeeignet. Aber halt, stimmt das wirklich?
Wird hier die Schöpferkraft "des" Mannes nicht bis ins Lächerliche übertrieben? Prägt der Unterworfene, gerade als fließend-passiver Teil, in den man eindringen kann, nicht auch den Sieger und Unterdrücker? Haben Griechen und Etrusker Roms bäuerlichen Kriegern nicht ihre Prägung gegeben? Man hat noch nie gehört, daß Frauen als Galeerensklaven Verwendung gefunden hätten. Herrschten über die weitaus größte Strecke unserer ja vielleicht dem Ende zustrebenden Geschichte nicht Zustände, in denen zwischen versklavten Männern und ihren versklavten Frauen "absolute Unterdrückungsgleichheit bestand?
Wo steckt der große Mabuse, der dies vertrackte Gewirr in seinen Pole-Poppenspäler-Händen hält? Wo gab es denn je eine Freiheit der Männer, die Frauen nicht zu unterdrücken, und welchen Preis, siehe Theweleits Freikorpsmänner und nicht nur sie, welchen hohen und kümmerlichen Preis haben diese Männer bezahlt?
Da es am Nötigsten fehlt, außer an Müll, Tand, Spielzeug und sonstigem Überfluß, da es vor allem an der Einsicht aller fehlt, die nicht als berufsmäßige Kassandren ihre Suppe löffeln: Was soll uns da jene Mittelklasse-Frau, die, laut Theweleit, "Prozeß wird, Produzentin, die ihre Wunschträume freisetzt und Verhältnisse zum Fließen bringt" -- ein Traum, und nicht einmal ein schöner, denn sie selbst wird mit diesem schwammigen Lustprinzip nicht fertig, von ihren Kindern nicht zu reden, die bei Theweleit nur als Säuglinge auftreten dürfen.
Ganz sicher, das Prinzip der Monogamie hat mehr der Unterdrückung der Frau als der des Mannes gedient. Nur, das Prinzip der Nicht-Monogamie, der Frauen-Entgrenzung, des weiblichen Hin- und Herfließens, dies alles anstelle einer lernfähigen Partnerschaft, ist wieder nur ruinös. Seid produktiv, aber nicht nur im Fließen, Vermischen, Verwischen, Anfassen, nicht ausschließlich im lustvollen Überbau und im Überbau der Lüste! Wollten die Mittelklasse-Frauen (um die es einzig geht) nur noch sich selbst produzieren ("verwirklichen"); wollten sie nur noch ihrem fließenden und entgrenzenden Lustprinzip leben: Dann sollte man ihnen, nicht als Betroffener, sondern als Philosoph, einen abgewandelten Rat des alten Theodor Heuss auf den Weg geben Dann produziert mal schön! Schließlich wird es höchste Zeit, daß die Frauen ihren Part an der Menschheitszerstörung auch noch halbwegs gleichberechtigt übernehmen.
"Eine Kultur mag noch so ragend sein -- erlischt der männliche Nerv, ist sie Koloß auf tönernen Füßen"; so die Phantasie des jungen Ernst Jünger. Kathedralen, Fernsehtürme, Hotelburgen: Soll all das männlich-phallischen Geschlechts sein, und die Frau nur ozeanisch fließen?
Denn, nun wieder Theweleit: "Nicht anerkannt zu werden, als das, was man ist, oder wofür man sich hält, das ist eine zentrale Leidenssituation des Kindes gegenüber seinen Eltern, gegenüber der Erwachsenenwelt überhaupt." So kann man die Dinge auf den Kopf stellen. Nicht anerkannt zu werden von der Umgebung, den "Vorgesetzten", vom Mann, der Frau, vom Freund, der Freundin, das ist nicht die Frage der Kinder gegenüber den Erwachsenen, sondern die Frage schlechthin. Dem Paulus ist sie so wichtig, daß er sie ins Jenseits schiebt,
Schon das Kind will, wie später der Erwachsene, das Erzbecken von Longwy und Briey (ohne das man sehr gut leben kann, wie das Deutsche Reich einsehen mußte), will den Knochen, um den sich Hunde balgen. will das Playmobil des Spielgefährten. auch wenn es deren selber zweie hat. Hier beginnen die Zwänge der Erwachsenenwelt, oder auch der "Herrschenden".
Der "nichtfaschistische schöpferische Mann" (Theweleit nennt uns, offenbar als den Normalfall, Bertolt Brecht) hilft sich aus der Klemme der zu bekämpfenden "falschen Gefühle", indem er die Gefährtin alle zwei Jahre wechselt oder sie zu wechseln sich vornimmt. Auf wessen Kosten, muß wohl nicht erst gesagt werden. Brecht mit seiner unerschöpflichen Produktivkraft war seine eigene Fabrik, in der er die Frauen übel ausgebeutet, abgerichtet und zugerichtet hat.
Denn was sind die "richtigen Gefühle"? Offenbar nur noch die unbewußte Lust des Säuglings, der "Wunsch, zu wünschen". Produziert Lanzelot, der den Körper von Ginevra und nichts sonst an ihr liebt (immerhin die Frau seines Chefs Artus!), nun das falsche oder das richtige Gefühl? Und der Züricher Erste Staatsschreiber Gottfried Keller, der eine ihm unerreichbare, gesellschaftlich weit unter ihm stehende schöne Person "liebt"? Falsches Gefühl, muß bekämpft werden. Der Wunsch nach "der Einzigen", "dem Einzigen" -- immer nur pervers, manipuliert?
Sähe Theweleit sich in seiner Lesergemeinde um, würde er wohl kein frauliches Lustdefizit gegenüber den männlichen Kollegen mehr entdecken. Werden denn etwa die beiden Geschlechter immer noch per Sexual-Tabu von den "Herrschenden" manipuliert? Er sollte die "Bild"-Zeitung lesen.
Fazit: Ein vermischendes, ein entgrenztes, ein verschwenderisch überfließendes Diagnostizieren der männerrechtlichen Eroberungskultur, eine Mehr-als-Doktorarbeit. Aber Wissen ist hier Ohnmacht. Mir fehlt, Theweleit mag mir verzeihen, Bonifazens christliche Nutzanwendung. Da denn die Menschenwelt krank ist, so krank wie jede Organwelt, die einmal nicht mehr sein wird, darf, ja muß man der Therapie hinterherhetzen. Sie führt auch bei Theweleit nur wieder in die Privatheit kleiner Zirkel, in eine Lust, die, weil ohne Begrenzung, in Unlust mündet. So lautet der Schlußabsatz der beiden ergötzlichen und wichtigen Bände: Während die "Vermittlung" als der Betrug erscheint, der sie das nicht gewahr werden lassen will; nicht das "Ganze", nicht das "Eine", nur das Viele, Halbe, das Vereinzelte, das Verdoppelte, das Verwirrte, die Mikroanarchie kann, soll, wird ... jedenfalls nicht im letzten Satz auf die Höhe einer Theorie gehoben oder zu einer tiefen Wahrheit versenkt werden ...
Punkte beide Male nicht von mir, sondern von ihm. Das bleibt: Die "Mikroanarchie", nicht auf die Höhe einer Theorie gehoben, nicht zu einer tiefen Wahrheit versenkt. Nur so.
Von Rudolf Augstein

DER SPIEGEL 52/1977
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