31.10.1977

Krebs durch Seelenschmerz und soziale Qual?

Ist die aufwendige Suche nach Krebsviren, sind die Anstrengungen, immer weitere krebsauslösende Chemikalien in der Nahrung oder Umwelt des Menschen zu entdecken, ein Irrweg? Einige Wissenschaftler mutmaßen, tief ins Unbewußte verdrängte Konflikte seien die eigentlichen Ursachen für die Menschheitsgeißel Krebs.
So soll er sein, der brave Bürger: gewissenhaft und verantwortungsbewußt, hilfsbereit, entgegenkommend, seine eigene Stärke richtig einschätzend, ein Realist.
Scheinbar frei von Angst und ohne Furcht vor Streß; unfähig, feindselige Gefühle oder Aggressivität zu empfinden; bereit, die Autorität des Staats und der Konventionen klaglos hinzunehmen. Dazu religiös im weiteren Sinne, mit Hang zu sozialem Engagement -- ein guter Mensch, wer wär"s nicht gern?
Doch wer so ist, der hat den Text seines Totenscheins vielleicht schon entworfen: gestorben an Krebs, weit vor der Zeit und als Opfer seiner eigenen Seele.
Denn hinter der Fassade des braven Bürgers, treuen Ehemannes und zuverlässigen Arbeitnehmers verbergen sich oft Einsamkeit und emotionale Isolation, tief ins Unbewußte der Seele verdrängte Konflikte. Ober kurz oder lang, meinen nun etliche Mediziner, bringe das den Menschen um.
Sowenig, wie es ein Zufall ist, wenn der ehrgeizige Vertreter ein Magenge-
* Szene aus der TV-Serie "Ehen vor Gericht"
schwür bekomme und der Vorarbeiter einen Herzinfarkt, der Politiker Kreislaufstörungen und der Psychiater Selbstmordideen -- sowenig erleide ein dunkles Schicksal, lautet die Hypothese, wer an Krebs sterben muß.
Vielmehr, sagt Professor Claus Bahne Bahnson, der diese Theorie vom typischen Psycho-Profil des Krebskranken aufgestellt hat, "die Sache ist doch so: Krebskrankheit und Krebssterblichkeit sind ohne Zweifel mit einer Reihe von sozialen, ökonomischen und psychischen Bedingungen verknüpft".
Bahnson, ein 55jähriger Däne, der seit 20 Jahren in den USA lebt, gilt weltweit als Großmeister einer medizinischen Richtung, die bislang eher belacht und verspottet wurde, nun aber an Bedeutung und Renommee gewinnt: der "psychosomatischen Krebsforschung". Ihr liegt ein ganzheitliches Konzept von Körper (griechisch "soma") und Seele ("psyche") zugrunde, das zwar schon von Schopenhauer, Leibniz und Kant beschrieben wurde, bislang aber kaum Spuren im Alltag einer dualistisch geprägten Medizin hinterlassen hat, die statt dessen sagt: hie Leib -- da Seele.
Mit solchem Dualismus ist dem Krebs, den die Mediziner als "größte und letzte Seuche unserer Zeit" einordnen, offensichtlich nicht beizukommen. Selbst optimistische Experten bestreiten nicht die traurige Erkenntnis: Der Krebs ist unbesiegt.
Jahr für Jahr steigt in den großen Industrienationen die Zahl der Krebsopfer. Schon stirbt in Deutschland fast jeder vierte an der Schreckenskrankheit (1900: jeder dreißigste). 152 000 Menschen im letzten Jahr, alle vier Minuten einer, ebenso viele Männer wie Frauen.
Entgegen allen beschönigenden Reden haben sich die Heilungschancen für die meisten Krebsleiden in den letzten 20 Jahren kaum gebessert: Wer an einem "Bronchialkarzinom" erkrankt, der als "Lungenkrebs" gefürchteten häufigsten Krebskrankheit des Mannes, hat ebensowenig Heilungschancen wie ein Mensch mit Magen-, Bauchspeicheldrüsen- oder Leberkrebs.
Echte therapeutische Fortschritte wurden bei Krebserkrankungen des Blut- und Lymphsystems erzielt, bei Leukämien und dem Morbus Hodgkin. Bessere Früherkennung bei einigen wenigen Krebsarten -- etwa Gebärmutterhals- und Brustkrebs -- vermochten auch bei diesen Leiden die Heilungschancen zu steigern. "Endergebnis eines Prozesses, der in der Kindheit beginnt."
Doch bezogen auf die jeweilige Größe der Geschwülste oder das Stadium der Erkrankung, gibt es auch beim Brustkrebs, der häufigsten Tumorerkrankung der Frau, seit 25 Jahren kaum therapeutischen Fortschritt: Jede zweite Patientin erliegt noch immer ihrer Krankheit. Unterderhand geben selbst einige Tumorforscher des "Deutschen Krebszentrums" in Heidelberg zu, daß "eigentlich noch immer alles sehr, sehr traurig ist".
Und dies, obwohl seit zwei Jahrzehnten weltweit Milliarden in die Krebsforschung investiert worden sind (allein in den USA in den letzten drei Jahren zwei Milliarden Dollar. in der Bundesrepublik etwa 400 Millionen Mark); obwohl einige zehntausend Wissenschaftler, davon 1200 in der Bundesrepublik, nichts anderes tun, als den Krebs zu erforschen; obwohl die Krankenkassen Vorsorgeprogramme finanzieren und die Deutsche Krebshilfe mit dem Klingelbeutel für bessere (vor allem teurere) Apparate klappert.
Die Expertenhoffnung der sechziger Jahre, bald einen verläßlichen Test zur Frühdiagnose der verbreiteten Krebsarten vorweisen zu können, erwies sich als ebenso trügerisch wie die von viel Halali begleitete Jagd nach dem Krebserreger.
Noch immer gibt es kaum wirksame Medikamente, erst recht keine Schutzimpfung gegen Tumore, nicht einmal standardisierte Therapie*. Es ist, als ob das Heer der Krebskämpfer (wie einst die kaiserlich österreichische Armee bei gemeinsamen Manövern mit den Preußen) auf die zweite Strophe von "Ein feste Burg ist unser Gott" eingeschworen sei: "Mit unsrer Macht ist nichts getan".
Diese Hilflosigkeit kontrastiert auf merkwürdige Weise mit den "gesicherten wissenschaftlichen Erkenntnissen", die mittlerweile umfängliche Bibliotheken füllen: Mehr als tausend Faktoren sind beschrieben, die Art oder Ort der bösartigen Zellwucherung, die Geschwindigkeit ihres Wachstums und die Chancen der Therapie beeinflussen.
Legion ist die Zahl der von Wissenschaftlern georteten krebsauslösenden
* Standardisierte Therapie: das Bemühen, die aufgrund der Erfahrungen vieler Kliniken jeweils als optimal betrachtete Krebstherapie einheitlich in allen Kliniken anzuwenden.
Umweltstoffe. sogenannter Karzinogene. Dazu gehören nicht nur Tabakrauch, Teer, Asbest und Ruß, sondern auch nahezu unzählige "Eigen-, Neben- oder Abfallprodukte der modernen Technik" (Krebsforscher Karl Heinrich Bauer), beispielsweise Autoabgase.
So viele Mosaiksteinchen der Rätselkrankheit auch entschleiert sind, unklar bleibt bisher: Weshalb wird der eine starke Raucher krebskrank, der andere aber nicht?
Wie kommt es, daß von der tödlichen Unordnung im Bauplan der Zellen scheinbar ganz willkürlich junge und alte Menschen, Vorsichtige und Hasardeure gefällt werden? Und wieso stirbt, trotz universeller Krebsgefährdung, überhaupt noch jemand an Altersschwäche? Auf solche Fragen nach der persönlichen Dimension des Urübels weiß die etablierte Forschung keine Antwort.
Für Bahne Bahnson und seine vornehmlich in Philadelphia, New York und Heidelberg forschenden Anhänger gilt das nicht. "Wir glauben", sagt der Däne und streicht sich den eisgrauen. Bart, "daß die Krebsgeschwülste das Endergebnis eines psychobiologischen Prozesses sind, der in die frühe Kindheit zurückreicht."
Krebskranke, so Bahnsons Hypothese, haben während der ersten Lebensjahre sehr enge Bindungen an einen Elternteil, freilich "weder glückliche noch unkomplizierte". Vielmehr ist die Kindheit überschattet von "Konflikten und Tragödien": Tod, Scheidung, Eifersucht, Inzest.
Wegen des Mangels an liebevoller Zuwendung während der frühen Jahre gelingt es solchen Menschen im späteren Leben nur mit Mühe, eine wertvolle Partnerbeziehung herzustellen. Nach außen hin ist oft alles in Ordnung -- und wie es innen aussieht, das geht keinen was an.
Triebe, Bedürfnisse und Spannungen werden verneint, "verdrängt", mithin weder im Alltag noch in der Phantasie der Umwelt zugewendet, "sondern in das biologische Medium, in den Organismus selber hinein entladen". Das kann lange gutgehen. Am Ende aber präsentiert der durch ungelöste seelische Konflikte arg geschundene Leib die Rechnung: Er erkrankt. Bahnson und andere Psychosomatiker sind sich über die Stufen auf dem Pfad zur Krankheit mittlerweile ziemlich einig.
Den letzten Rest, meinen die Bahnson-Anhänger, gleichsam einen tödlichen Stoß in die Krebskrankheit, gibt dem Körper ein psychosoziales Ereignis: Erleidet ein durch üble frühkindliche Erfahrungen traumatisierter Mensch im Erwachsenenalter noch einmal einen schweren Verlust, so bringen ihn Depression, Trauer, Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit ums Leben -- "ein, zwei Jahre danach, durch Krebs" (Bahnson).
Diesen Mechanismus haben die psychosomatischen Karzinomforscher an Hunderten von Einzelfällen verfolgt. Da ist die Geschichte vom alten Mann am Meer, der erst seine Arbeit verliert und damit den Selbstrespekt, dann das Haus und schließlich seine einzige Tochter, an der er hängt, als sei sie seine Geliebte. Der Not gehorchend ist die junge Frau landeinwärts in die große Stadt gezogen, den alten Vater im Schlepptau. Als sie einen Mann zum Heiraten findet, nimmt das dem Vater die Luft zum Leben -- der Nichtraucher bekommt Lungenkrebs.
Die letzten Monate machte Bahne Bahnson dem Alten leicht. In tiefer Hypnose suggeriert er ihm immer wieder einen Spaziergang am Meer, gemeinsam mit der Tochter (doch ohne den Schwiegersohn). Ein Videoband, archiviert im "Eastern Pennsylvania Psychiatrie Institute" in Philadelphia, zeigt das glückliche Gesicht des Sterbenden.
In Bild und Ton ist dort auch der Leidensweg eines 17jährigen Mädchens dokumentiert. Die blonde Schönheit entstammte einer wohlhabenden New Yorker Familie. Als der Vater mit seiner Textilfabrik pleite geht, emigriert der ganze Clan nach Südamerika. Die Tochter bleibt allein zurück. Zu materieller Not kommt, Schlag auf Schlag, ihr berufliches Versagen in einer Kunstschule und der Verlust des Freundes. Sieben Monate später nimmt der Tod sie in die Arme. Diagnose: Lymphdrüsenkrebs.
"Natürlich" weiß Bahne Bahnson, ein warmherziger Psychiater von scharfem Verstand, daß solche Krankengeschichten seine Hypothesen von der Psychodynamik der Krebsentstehung zwar eindrucksvoll illustrieren, aber nicht stichhaltig beweisen.
Die Verkettung der unglücklichen Lebensumstände kann auch zufällig sein, mithin gar keine Ursachenkette, sondern ein Potpourri voneinander völlig unabhängiger Ereignisse. Oder auch: Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung der Krebskranken sind nicht die Ursache ihrer Krankheit, sondern deren Folge.
Gegen solche Einwände führen die Psychosomatiker unter den Tumorforschern zahlreiche Argumente ins Feld -- auch aus Tierversuchen: Junge Ratten, die während der ersten Lebensmonate von ihren Pflegern liebevoll betreut und immer wieder gestreichelt werden, erweisen sich als ungewöhnlich widerstandsfähig, wenn ihnen später ein krebsfördernder Faktor unters Fell gespritzt wird: Nur vier Prozent erkranken. Bei der Kontrollgruppe, Jungtieren, die ohne emotionale Zuwendung aufwuchsen, sind es 96 Prozent.
cm Tumortod besonders bedroht sind auch solche Tiere, denen die Krebsforscher mit Streß -- etwa Lärm oder Elektroschocks -- zusetzen.
"Chronischen Streß" macht auch eine Studie an vierzig Heidelberger Krebspatientinnen als mögliche Tumorursache aus. Die Untersuchung, deren Ergebnisse demnächst in der "Münchener Medizinischen Wochenschrift" publiziert werden sollen, galt ausschließlich dem Lebensschicksal und den Persönlichkeitsmerkmalen der Frauen, von denen 30 an Brust-, sechs an Magen- und vier an Bronchialkrebs erkrankt sind,
Mit einem von Professor Bahnson entwickelten und für deutsche Verhältnisse modifizierten Fragebogen wurden die Patientinnen nach Hunderten, oft scheinbar banalen, Fakten befragt. Eine Kontrollgruppe, die in Alter, Familienstand und sozialer Schicht mit den Karzinompatientinnen übereinstimmte, unterzog sich der gleichen Prozedur.
Am Ende bestätigte der mit den Fragebögen gefütterte Computer, daß sich die "Krebspatientinnen in bestimmten Persönlichkeitsmerkmalen deutlich von den Kontrollpersonen unterscheiden".
Die Krebskranken halten "Kirchenzugehörigkeit für wesentlich" (85 Prozent gegenüber 47,5 Prozent der gesunden Kontrollpersonen), und 85 Prozent der Krebskranken glauben, daß "Gehorsam gegenüber Autoritätspersonen die wichtigste Tugend für Kinder" sei.
Mehr als andere scheuen Krebskranke Konflikte -- "Ich vergebe eher jemandem, als daß ich versuche, ihn fertigzumachen" -, und häufiger als Gesunde glauben sie, daß "es menschlich ist, bei allem, was man tut, an den eigenen Vorteil zu denken". Was andere Leute" von ihnen halten, wollen sie meist "nicht wissen".
Die Heidelberger Untersuchung. eine Gemeinschaftsarbeit aus dem Sozialmedizinischen Institut der Universität, von Bahne Bahnson mit Rat und Tat gefördert, bestätigt, was der Däne aufgrund tiefenpsychologischer Studien schon vor Jahren vermutet hat: Zukünftige Krebskranke führen gleichsam "zwei Leben". Ein "normales, realistisches und am gesunden Menschenverstand orientiertes", in welchem sie ihre soziale Rolle in einer eher "zwanghaften, unpersönlichen Art" ausfüllen.
Und ein zweites Leben, von dem keiner etwas weiß, "in dem ein verborgenes, verwundetes, bettelndes und hoffnungsloses Selbst" ohne Beziehung zum bewußten und sozialen Leben dahinvegetiert. Bahnson: "Dieses verborgene Selbst ist primitiv, kindlich und verletzt und sehnt sich nach Zuneigung, Wärme und persönlicher Befriedigung." Doch eben damit sieht es traurig aus. Als unlängst 184 Krebspatienten der Chirurgischen Uni-Klinik Heidelberg vertraulich gefragt wurden, ob Sexualität in ihrem Leben eine besondere Bedeutung gehabt habe, antworteten 167 mit "Nein" (Kontrollgruppe der gleichaltrigen Gesunden: 55). 140 der 184 Krebskranken haben angeblich in ihrem ganzen Leben nur einen einzigen Sexualpartner gehabt (Kontrollgruppe: 40) und 39 Krebskranke gar keinen (Kontrollgruppe: 1).
Auch anderen Ortes, so in der Frauenklinik der Universität Erlangen, fand man Betrübliches: "Sexuelle Zurückhaltung und Brustkrebs", ergaben Beobachtungen an rund 7000 Patientinnen, "sind positiv korreliert": Frauen mit unbefriedigenden oder seltenen Sexualkontakten sind unter den Brustkrebsopfern überrepräsentiert. Bahnson: "Sie heiraten spät oder gar nicht, stillen nicht oder nicht gern. Sex ist für sie etwas Schmutziges." Logischerweise ist Brustkrebs bei Nonnen eine überdurchschnittlich häufige Todesursache.
Das gleiche gilt für den Krebs des Gebärmutterkörpers ("Korpuskarzinom"). An ihm erkranken vornehmlich Frauen, die nie, selten oder erst sehr spät einen männlichen Sexualpartner fanden.
Der Umkehrschluß, daß nämlich frühzeitige, häufige und intensive Kohabitationen dem Krebs Paroli bieten, ist umstritten. Zwar hat der berühmte Chirurg Ferdinand Sauerbruch schon vor vierzig Jahren seinen Oberärzten vertraulich empfohlen, auf diese Weise mit den Krankenschwestern Krebsvorsorge zu treiben, doch gilt andererseits als gesichert, daß sexuell sehr aktive Frauen weit häufiger an einer bösartigen Wucherung der Zellen am Gebärmuttermund, einem "Portiokarzinom", erkranken als ihre enthaltsam lebenden Geschlechtsgenossinnen.
Freilich, die um Theorien nie verlegenen psychosomatischen Krebsforscher haben auch dafür eine Erklärung: Es komme eben nicht so sehr auf die Quantität der Sexualkontakte, sondern auf deren Qualität an ("Es sollte immer Liebe sein").
Als der Doktorand Michael Holm-Hadulla, auch er ein Heidelberger, im letzten Jahr 72 Patientinnen mit der "Verdachtsdiagnose Portiokarzinom" experimentalpsychologisch untersuchte, fand er "einige überraschende Ergebnisse", die in die gleiche Richtung weisen. Frauen, bei denen -- später -- tatsächlich Krebs diagnostiziert wurde, unterscheiden sich danach von den -- ebenfalls später -- als gesund befundenen Patientinnen durch
* ein unerfülltes Sexualleben, in dem das Gefühl der Unzufriedenheit und Bedeutungslosigkeit vorherrscht,
* den Verlust wichtiger Bezugspersonen, besonders den eines Kindes, einer engen Eheverbindung, einer sehr nahe erlebten Elternbeziehung, > eine eigenbrötlerische Gefühlsstruktur, das Gefühl, auf sich selbst zurückgeworfen zu sein und mit seinen Problemen selber fertig werden zu müssen.
Die Depression, lange bevor das Krebsurteil feststeht, führt zu der Vorstellung, mit "anderen Menschen wie durch eine Glaswand zu verkehren". Sie mündet für die Krebskranken in dem Wunsch, "alles vergessen zu können", womöglich für einen nahestehenden Menschen das Leben hinzugeben.
Die kühnsten Krebstheorien, gleich im Dutzend, entwickelt derzeit jedoch ein anderer Heidelberger, der 36jährige Ronald Grossarth-Maticek (Eigenkürzel: ROM). Im Selbstverlag hat er allein in diesem Jahr zehn Schriften zum Thema Krebs und Seele herausgebracht. In der Hinterhand hält der umtriebige Dr. phil. weitere "unveröffentlichte Manuskripte", und zu Weihnachten soll es von ihm ein Buch geben, das Resümee "meiner 13jährigen Forschungsarbeit".
Maticek, der die Tinte jetzt nicht mehr halten kann: "Ich gebe exakte Antworten, ob und wie psychische und soziale Faktoren im Krebsproblem eine Rolle spielen."
Solche Erkenntnisse sind der Deutschen Forschungsgemeinschaft allein in diesem Jahr rund 400 000 Mark wert. Mit diesen Steuergeldern wird ein "interdisziplinär-koordiniertes Forschungsprojekt" der "Sozialwissenschaftlichen Onkologie" unter der "gesamtwissenschaftlichen Leitung" von Maticek gefördert.
Dafür verspricht Deutschlands umstrittenster Krebsforscher, "eine neue Perspektive der Krebsforschung" zu eröffnen -- nachdem er, eigenem Zeugnis zufolge, vorher schon das "experimentelle Niveau etabliert" hat. Das geschah, lang ist"s her, 1964 auf dem Balkan, im jugoslawischen Dorf Crvenka.
Dorthin hatte es den 1940 in Budapest geborenen Arztsohn nach Kriegsende verschlagen. Im 50 Kilometer entfernten Novi Sad studierte Maticek, damals noch jugoslawischer Staatsbürger, seit 1960 Medizin. Viel Freude machte ihm das nicht. Seiner Lieblingsidee nämlich, daß der Krebskrankheit auch seelische und soziale Ursachen zugrunde liegen, standen die akademischen Lehrer strikt ablehnend gegenüber.
Maticek brach das Medizinstudium ab und begann 1964 mit einem Großversuch auf eigene Faust. Unterstützt von drei medizinischen Laien -- seiner Mutter, einer Frau Tante und einem Maschinenbaustudenten -, rückte er 1353 Dorfbewohnern mit dem Erstdruck des "RGM-Fragebogens" zu Leibe. Das Ziel: die Krebsgefährdeten allein durch Fragen nach ihren Lebensgewohnheiten und Empfindungen herauszufiltern. Körperlich untersucht wurde niemand.
Erinnert sich Maticek: "Ein geschulter Interviewer" (gemeint ist der Maschinenbaustudent) "und ich fanden schließlich 38 Personen heraus, die wir für Krebskandidaten hielten." Die Namen dieser Unglücklichen verschloß er in einem Kuvert, das er der Frau Tante hinterließ, als er 1966 nach Heidelberg aufbrach. Dort schrieb er sich nun nicht mehr bei den Medizinern ein, sondern studierte fortan Soziologie.
Das Dorf Crvenka sah Grossarth-Maticek, der verlorene Sohn, zehn Jahre lang nicht wieder -- und keinen seiner Krebskandidaten. Denn von den 38 Stigmatisierten, deren Schicksal er voraussah, sind inzwischen 37 gestorben "alle an Krebs".
"Sie sind umgefallen wie die Fliegen", soll, laut Maticek, der Dorfdoktor die erstaunliche Prognose kommentiert haben. Dieser Arzt hatte das geheimnisvolle Kuvert 1969 von der alten Tante überreicht bekommen und ist Maticeks einziger Zeuge.
Protokolle, Sektionsbefunde, Gewebeproben, Gutachten, verläßliches Beweismaterial also, ist bisher keinem angesehenen Krebsexperten vorgelegt worden. "So geht es doch wirklich nicht", sagt Altforscher Bahne Bahnson, "37 von 38? Das ist zu schön, um wahr zu sein. Da wär" er ja besser als Einstein."
Maticek, diese Vermutung bestätigend: "Der 38. und letzte Patient ist jetzt an Krebs erkrankt." Zweifel an der Qualität seiner frühen Balkanstudie plagen ihn nicht: "Im Hinblick auf die Vorhersage der Krebserkrankung" sei das, was er vor zehn Jahren in Crvenka vollbracht habe, "besser als jegliche prospektive* Studie in der Geschichte der Testpsychologie".
Solche vollmundigen Sprüche, auch schwarz auf weiß zu haben und als Wissenschaft deklariert, verbittern die anderen Psycho-Krebsforscher. Mit Maticek sind denn auch fast alle über Kreuz. Der "Beutegermane" (ein Heidelberger Arzt) wird im Jargon der Seelenkundler als "megaloman" (größenwahnsinnig) und "ideenflüchtig", als Fall für einen richtigen Psychiater, abgetan.
Diese Einschätzung hat sich Grossarth-Maticek zum guten Teil wohl selbst zuzuschreiben. Der Soziologe mißachtet alle herkömmlichen Etepetete-Regeln akademischen Verhaltens. Wenn es sich gerade trifft, hypnotisiert der unruhige Leptosome mit wirrem Haarkranz ä In Einstein die Raucher und Alkoholiker, nimmt auch schon mal einem Zahnkranken das Weh und reklamiert für sich die "ärztliche" Schweigepflicht.
Mit schnellen Worten von der heilsamen Wirkung der "Psyche und so wei-
* prospektiv = vorausschauend. von Lat. prospicere.
ter bummbummbumm" nähert er sich Krebskranken notfalls auch mit der in Hypnose suggerierten Einrede: "Ich empfinde große Sympathie zu Ronald", zu RGM also. Das soll helfen.
Maticeks "obskures Verhalten" (Professorenschelte) beweist nun freilich nicht, daß seine Krebsstudie geschönt oder gar gefälscht, die Vorhersage vielleicht erst nach der Erkrankung gewagt wurde. Daß die etablierte Krebsforschung den Außenseiter Maticek durch Spott oder demonstrative Nichtbeachtung straft, erlaubt auch nicht unbedingt Rückschlüsse auf die Qualität seiner Hypothesen: Viele bedeutende Ärzte und Naturforscher sind zu Lebzeiten vom glanzlosen Rest der Zunft als "Scharlatane" verfolgt worden -- so Paracelsus, der größte Arzt des ausgehenden Mittelalters, oder Ignaz Semmelweis, der herausfand, daß es die Ärzte waren, die das tödliche Kindbettfieber übertrugen.
Gelächter begleitete Fritz Schaudinn, einen dicken Zoologen, aus dem Vortragssaal, als er 1905 Medizinprofessoren Unterm Mikroskop den Syphilis-Erreger zeigen wollte. Und den spanischen Doktor Miguel Serveto, der die ersten zutreffenden Vorstellungen über den Herz-Lungen-Kreislauf entwickelt bat, verbrannte man lebendigen Leibes auf einem Scheiterhaufen.
"Meine Crvenka-Studie war prospektiv", schwört Maticek, während "alle" prospektiven Krebsstudien anderer Forscher "theoretisch und methodisch ungenügend abgesichert" gewesen seien und deshalb als "brauchbare Instrumente für die Früherkennung" der Krebskrankheit nichts laugten.
In der Tat sind die meisten "prospektiven" Studien bei näherem Hinsehen in Wirklichkeit "retrospektiv"*:
Die Psycho-Experten legten ihre Fragebogen solchen Patienten vor, deren Krebserkrankung von ärzten bereits vermutet wurde oder gar feststand, und kommentierten das Testergebnis wie sonst Franz Josef Strauß die Polit-Szene: "So mußte es ja kommen. Das haben wir schon immer gewußt" Bahne Bahnson, der seine Studien nie als prospektiv ausgab und retrospektiv ungewöhnlich penibel forscht, will die Misere wenden, indem er echter Krebs-Vorhersage das Etikett "prädiktiv"** verleiht.
Daran versucht sich Maticek, unterstützt von 20 Interviewern, derzeit im Heidelberger Raum. Eine erste Gruppe von 930 Personen, die nicht an Krebs erkrankt waren, hat den Test bereits hinter sich.
Derzeit wird eine zweite Studie, diesmal an 1000 Gesunden, deren Adressen das Einwohnermeldeamt herausgab, mit Hausbesuchen vorangetrieben. Befragt werden dabei auch die Angehörigen, um die vermuteten Faktoren -- psychosozialer Streß, aggressionsarmes Sozialverhalten, objektiv ungünstige ökonomische Lage und dazu noch ein "exponierendes Verhalten" mit Genußmittelmißbrauch, Schlafentzug und Arbeitswut -- möglichst korrekt zu erfassen.
Wie gewöhnlich hat Maticek noch Größeres im Sinn: Er plant schon eine dritte prospektive Studie an zehn- bis zwanzigtausend Personen. Am dafür nötigen Geld mangelt es zumindest derzeit nicht, Maticeks "sozialwissenschaftliche Onkologie" wird von der "Deutschen Forschungsgemeinschaft", der privaten "Stiftung für Bildung- und Behindertenförderung" (einem Kind der Stuttgarter Industriellenfamilie Bosch) und gelegentlich auch von Dr. Mildred Scheels "Deutscher Krebshilfe" gefördert.
Soviel Zuwendung ärgert manchen anderen Krebsforscher." Damit könnten wir uns als Deutsche doch nur blamieren", urteilt etwa Professor Wolfgang Jacob, Heidelberg, über die Art, wie der Außenseiter gefördert wird. Die meisten Experten im "Deutschen Krebsforschungszentrum", alles wohlbestallte Beamte, denken ähnlich.
Aus dem Blick gerät ihnen dabei, daß sie selbst seit Jahren Hunderte von Millionen Mark verforscht haben, ohne daß bislang dabei Nennenswertes herausgekommen ist.
Maticek will sich das nicht vorwerfen lassen. Er trägt sich mit dem Gedanken, eine repräsentative Zahl der Krebskandidaten aufzulisten, die Vorhersage bei einem Notar versiegelt zu hinterlegen und so, freilich erst in acht oder zehn Jahren, die Richtigkeit seiner Krebstheorie zu beweisen -- oder auch nicht.
Denn: Auf welche Weise die erfragten Lebensschicksale, Ein-
* retrospektiv = rückblickend, von lat. retrospicere.
** prädiktiv = vorhersagend, von lat. praedicere.
stellungen, Ängste und Vorurteile der Patienten einigen von deren Körperzellen so zusetzen, daß irgendwann irgendwo ein Krebsherd entsteht, ist Maticek "unbekannt". Es muß, spekuliert er, dahinter ein noch nicht entschleiertes "Organisationsprinzip der Zellen" stecken. Andere Experten sind da weiter.
Für Bahne Bahnson und seine Schüler sieht die Lunte so aus: Alle Veränderungen der "sozialen Umwelt, Gefühle und Gemütsbewegungen", Schmerz und Schreck etwa, aber auch Erregung, äußern sich zugleich im Verhalten und in körperlichen Vorgängen. Bahnson: "Alle emotionalen Spannungen haben ein stoffliches Äquivalent."
Gesteuert vom Zwischenhirn, schüttet die kirschgroße Hirnanhangdrüse (Hypophyse) in Sekunden der Not Hormone aus, die beide Nebennieren aktivieren. Deren Hormone wiederum, die "Kortikoide" und "Katecholamine", beeinflussen ihrerseits nicht nur den Blutkreislauf, sondern auch die Abwehrkraft des Organismus. Solche "Immunreaktionen" richten sich offenbar nicht nur gegen Fremdstoffe, sondern auch gegen Körperzellen, die zu unkontrolliertem Wachstum entarten.
"Möglicherweise", vermutet Bahnson, "entwickelt der Körper ständig bösartige Zellen, die jedoch von einem intakten Abwehrsystem als fremdartig erkannt und abgestoßen werden." Schlußfolgerung: Krebskrank wird der Mensch erst dann, wenn die körpereigene "Immunabwehr zusammenbricht und keine effektive Überwachung der entarteten Zellen mehr gewährleistet". So gesehen, wäre Krebs das Endresultat eines durch Seelenschmerz und soziale Qual "aus der Balance geratenen Organismus", dem vorher schon Umweltschmutz oder Genußgifte arg zugesetzt haben.
Eher bizarr muten dagegen die Krebsspekulationen an, die einige Psychoanalytiker vertreten: Sie werten das explosive Wachstum entarteter Körperzellen als den untauglichen Versuch des Organismus, einen noch frischen Verlust zu ersetzen.
"Auf lange Sicht jeden zweiten Krebskranken erkennen.
Erläutert Bahnson stellvertretend solche Ideen: "Wie eine Mutter, die ihr Kind verloren hat, sehr oft versuchen wird, es sofort durch eine neue Schwangerschaft zu ersetzen", so könne, möglicherweise, der Krebskranke auf -- am Ende tödliche -- Art probieren, die "Amputation eines Teils seines psychobiologischen Selbsts" auszugleichen.
Für den Psychoanalytiker A. Mezei ist noch Schlimmeres vorstellbar: Krebskranke befinden sich in einer "unmöglichen Situation"" weil sie sich immer zu schwierige Aufgaben gestellt haben. Also müssen sie, sagt Mezei, sich selbst zerstören, um es möglich zu machen, in ihrer Phantasie stärker und unabhängiger wiedergeboren zu werden, wie Phönix aus der Asche.
Andererseits: Eine hoffnungslose Verzweiflung, wie sie der New Yorker Psychoanalytiker Lawrence LeShan bei allen seinen Karzinompatienten als Krankheitsursache ermittelte, kann natürlich auch, ganz ohne "Phönix-Komplex", als eine Form des endgültigen, wiewohl passiven und unbewußten Selbstmords gedeutet werden. LeShan gibt sich damit nun nicht mehr ah: "Die Psychotherapie von Krebspatienten hat mich ausgelaugt."
Wie und ob überhaupt den durch Fragebogen und Tests herausgefilterten zukünftigen Krebskranken das traurige Los erspart oder wenigstens gelindert werden könnte, wagen die psychosomatischen Tumorforscher nur anzudeuten.
"Naiv" findet Bahnson, wenn einem Krebsgefährdeten geraten wird: "Seien Sie weniger gehemmt" oder "Schlaffen Sie ab". Realistischer sei da schon eine ausführliche Lebensberatung und vermehrte Vorsorgeuntersuchungen.
In fünf, längstens zehn Jahren, so Bahnson zuversichtlich, werde es aber möglich sein, durch Psychotests "auf lange Sicht 50 Prozent der zukünftigen Krebskranken, auf kurze Sicht sogar 70 Prozent zu erkennen
Er selber, ein starker Raucher, und seine Kollegen sehen sich nicht darunter: "Wir verdrängen nichts", sagt Bahnson, "deshalb stirbt ein Krebsforscher eigentlich nicht an Krebs."

DER SPIEGEL 45/1977
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