18.07.2005

ERMITTLER Kunst als Terrorfinanzierung?

Die Hamburger Todespiloten haben nach neuen Erkenntnissen des Bundeskriminalamts (BKA) möglicherweise versucht, die Anschläge vom 11. September 2001 durch illegalen Kunsthandel zu finanzieren. Der Kopf der Gruppe, der Ägypter Mohammed Atta, sprach 2000 oder 2001 die Göttinger Professorin Brigitte G. an und offerierte "antike afghanische Kunst mit dem Ziel der Weitervermittlung". "Er wollte wissen, wo man Antiquitäten vermarkten kann", erinnert sich die Wissenschaftlerin. Dabei habe Atta, so das BKA, am Rande als Begründung möglicherweise auch geäußert, er brauche das Geld, um den Ankauf eines Flugzeugs zu finanzieren. Der Kontakt nach Göttingen war über die Technische Universität Harburg vermittelt worden, an der Atta damals studierte. Weil die Professorin ihn auf das Auktionshaus Sotheby's verwies, kam kein Geschäft zustande. Atta war Anfang 2000 aus den Qaida-Ausbildungslagern in Afghanistan zurück nach Deutschland gekommen, um die Anschläge auf die USA vorzubereiten.

DER SPIEGEL 29/2005
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