18.07.2005

GESTORBENTilly Fleischer

Tilly Fleischer , 93. Der vorletzte Speerwurf ihrer Karriere machte die Metzgerstochter aus Frankfurt am Main berühmt. Mit der Weite von 45,18 Metern im fünften Durchgang wurde sie erste Goldmedaillengewinnerin bei den Olympischen Spielen 1936 in Berlin. Adolf Hitler empfing sie - zum Ärger des Internationalen Olympischen Komitees, das die Gastgeberrolle exklusiv für sich beanspruchte - in seiner Loge; beim Schlussbankett in der Reichskanzlei war sie seine Tischdame. Die vielseitige Athletin - Weltrekordlerin im Kugelstoßen und bei den Spielen in Los Angeles 1932 auch in der Sprintstaffel am Start - bekam von der Stadt Frankfurt einen Opel Olympia im Wert von 2940 Mark für den Sieg; den Eichenbaum, den man ihr neben dem Lorbeerkranz überreichte, pflanzte sie am Waldstadion. 1943 gewann sie noch mit der Frankfurter Eintracht den Meistertitel im Handball. Später eröffnete sie zwei Lederwarenläden. Tilly Fleischer starb am 14. Juli in Lahr im Schwarzwald.

DER SPIEGEL 29/2005
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