29.11.1976

Rommel: Dieser Räuberhauptmann!

Das Monument vom unfehlbaren Feldherrn Rommel wird angekratzt. Nach drei Jahrzehnten blindgläubiger Verehrung auf deutscher und britischer Seite kommen in einer neuen Rommel-Biographie zum erstenmal Kritiker aus seiner Umgebung zu Wort: Für Siege ließ er sich feiern, Niederlagen lastete er Untergebenen an.

Das Stabsquartier des Deutschen Afrika-Korps (DAK), ein ehemaliger Reisebus, südlich von Tobruk zwischen Lastwagen und Panzern stationiert, erzitterte von feindlichem Motorenlärm. Britische Jagdflugzeuge stießen auf die Ansammlung herab und feuerten aus ihren Bordwaffen.

Aus dem Bus rannten drei Männer heraus. Einer verschwand in einem Panzerluk, der andere kroch unter den Panzer. Der dritte Soldat sprang auf ein Halbkettenfahrzeug und schoß mit dem Maschinengewehr hinter den Jägern her. Sekunden später war wieder Ruhe.

Unter dem Panzer kroch Generalleutnant Ludwig Crüwell, Kommandierender General des DAK, hervor. Aus dem Panzerluk krabbelte Oberstleutnant Fritz Bayerlein, Chef des DAK-Stabes. Und von der MG-Karosse federte Erwin Rommel herunter, damals Oberbefehlshaber der aus Deutschen und Italienern zusammengewürfelten "Panzergruppe Afrika", zu der auch das DAK gehörte. Grinsend betrachtete der "Wüstenfuchs" (so nannten ihn die Briten) die aus der Deckung hervorkommenden Untergebenen.

Als Rommel bald darauf gegangen war, polterte Crüwell: "So ein Verrückter, als MG-Schützen sind wir alle doch etwas überbezahlt." Und dann zischte er noch allerlei Unfreundliches über seinen Oberbefehlshaber: "Räuberhauptmann! Glücksritter!"

Die Szene in der Wüste -- sie spielte Ende 1941 -- schildert der Journalist Wolf Heckmann in seinem jüngst erschienenen Buch "Rommels Krieg in Afrika" als einen Beleg für die Gewohnheit des Feldherrn, seine Offiziere auch dann zu ducken, wenn kein dienstlicher Anlaß dafür vorlag*.

Nach drei Jahrzehnten blindgläubiger Rommel-Verehrung auf deutscher und mehr noch auf britischer Seite ist Heckmann der erste Autor, der gründlich am Rommel-Mythos kratzt und begründet, warum Rommel zu Lebzeiten und erst recht nach seinem Tode erheblich überschätzt wurde. Heckmann: "Das überlebensgroße Monument schmolz auf menschliche Größe zusammen."

Der Autor gewann diesen Eindruck aus dem Studium bislang nicht zugänglicher Archivalien sowie aus zahlreichen Gesprächen mit Wüsten-Veteranen in Deutschland, England und Australien.

* Wolf Heckmann: "Rommels Krieg in Afrika". Gustav Lübbe Verlag, Bergisch-Gladbach; 464 Seiten; 39.80 Mark.

Die ehemaligen deutschen Afrika-Krieger waren sich zwar einig, daß Rommel von ihnen nicht mehr verlangte als von sich selbst, aber das, meint Heckmann, "war Übermenschliches". Sie leisteten es in den Jahren 1941 bis 1943 im nördlichen Afrika.

Rommel verdankte seinen Ruhm den Niederlagen des italienischen Verbündeten im Herbst 1940. Damals hatten britische Truppen die dreimal so starken Italiener aus der Cyrenaika verjagt. Um die Italiener vor dem völligen Zusammenbruch zu bewahren, sollte Rommel mit zwei deutschen Divisionen eingreifen.

Anfang 1941 ging Rommel mit der 5. Leichten Division in Tripolis an Land. Vor dem Eintreffen seiner zweiten Division sollte der General nur aufklären. Doch während die Verstärkung noch auf der Anreise war, hatte Rommel bereits innerhalb einer Woche die ganze Cyrenaika zurückerobert.

Als Rommel nach diesem taktischen Bravourstück seine erschöpften Soldaten und seine verbeulten Panzer sogleich frontal gegen die starke Festung Tobruk jagte, kostete dieses simple Verfahren Ströme von Blut. Tobruk fiel nicht, Rommel mußte den Angriff schließlich abbrechen und zur Belagerung übergehen.

So selbstverständlich, wie Rommel den Lorbeer des siegreichen Raids durch die Cyrenaika beanspruchte, so unbedenklich distanzierte er sich von dem Tobruker Desaster. Er erklärte, daran sei im wesentlichen der Kommandeur der 5. Leichten Division. Generalmajor Johannes Streich, schuld. Er habe es nicht vermocht, "durch Zusammenfassen aller Waffen einen Schwerpunkt zu bilden, dort einen Durchbruch zu erzwingen, nach den Seiten aufzurollen und blitzartig, ehe der Gegner reagiert hat, ins Innere zu stoßen".

Dem Oberst Olbrich, Kommandeur des 5. Panzerregiments, warf Rommel vor, er habe "die Infanterie im Stich gelassen". Tatsächlich hatte Olbrich durch einen Rückmarsch-Befehl sein von 36 auf 19 Panzer dezimiertes Regiment vor der völligen Vernichtung bewahrt. Und auch Streich hatte, wie Heckmann im einzelnen darlegt, "zumindest vor Tobruk in seiner Lagebeurteilung erheblich klarer gesehen als sein ehrgeiziger Korps-Chef~".

Rommel schickte beide Kommandeure nach Hause. Da er aber schon häufiger derart abrupte Personalentscheidungen getroffen hatte, raffte sich der betuliche Oberbefehlshaber des Heeres, Generalfeldmarschall von Brauchitsch, zu einer Rüge auf.

Er habe den Eindruck gewonnen, schrieb Brauchitsch am 9. Juli 1941 dem "sehr geehrten Herrn Rommel", daß der OB der Panzergruppe Afrika bei Maßnahmen gegen Offiziere verschiedentlich "nicht sachgemäß" gehandelt habe.

Rommel konterte nicht sehr kameradschaftlich: Er habe die Ablösung der beiden Kommandeure beantragen müssen, weil sie "mehrmals völlig versagt hatten und der Kampfwert der ihnen unterstellten Truppen durch sie wesentlich gemindert wurde".

Außer Rommel und seinen Verehrern hatte das freilich niemand so gesehen. Trotzdem erhob sich kein Widerspruch, denn Rommel galt als Hitlers Liebling. Nicht nur das: Rommel war zu jener Zeit der Welt bekanntester General. Die internationale Presse, stets auf der Suche nach Helden, hatte einen wahren Rommel-Rummel entfacht. So mußte es selbst hohen Offizieren unratsam erscheinen, einen so populären Heerführer zu kritisieren.

Nach dem Ende des Dritten Reiches aber war Rommel, als ein von Hitler in den Tod geschickter Quasi-Verschwörer des 20. Juli, erst recht gegen Kritik gefeit. Erst viele Jahre später wagten es Offizierskameraden aus afrikanischen Tagen, einander brieflich anzuvertrauen, was sie wirklich von dem Wüstenfuchs hielten.

So schrieb Generalleutnant a. D. Kirchheim, ehedem OKH-Beobachter in Afrika, 1959 an Streich: "Ich werde an die Zeit ungern erinnert, weil soviel Blut ganz unnütz vergossen wurde ... Ich stehe bezüglich Rommel auf dem Standpunkt: Seine Person ist durch die Propaganda, erst von Goebbels, dann von Montgomery und schließlich, nachdem er vergiftet war, durch die Propaganda aller ehemaligen Feindmächte, zum Symbol besten Soldatentums geworden."

Kirchheim weiter: "Seine Führereigenschaften werden glorifiziert, auch seine Charaktereigenschaften, insbesondere die Ritterlichkeit, Güte und Bescheidenheit! ... Jede öffentliche Kritik an dieser schon mythisch gewordenen Persönlichkeit würde dem Ansehen deutschen Soldatentums schaden."

Der ehemalige OKH-General gab damit nur wieder, was so mancher Offizier in Rommels Armee damals schon gedacht hatte, Nicht wenige kriegsgefangene Rommel-Soldaten beklagten sich bei den Briten über die rüden Methoden ihres Oberbefehlshabers, wie ein Befehl des britischen Rommel-Widersachers, General Sir Claude Auchinleck, offenbart.

Auchinleck schrieb an seine Kommmandeure: "Es besteht die höchst greifbare Gefahr, daß unser Freund Rommel bei unseren Truppen, die viel zuviel über ihn reden, zu einer Art Magier und Kinderschreck wird. Ich ersuche Sie daher, mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln die Auffassung aus der Welt zu schaffen, daß Rommel mehr ist als ein gewöhnlicher deutscher General, und zwar ein sehr unangenehmer, wie wir aus dem Munde seiner eigenen Offiziere wissen.

Das Rundschreiben Auchinlecks wurde durch eine Rommel-Biographie des britischen Brigadiers Desmond Young schon 1950 bekannt -- zum Teil, denn Rommel-Verehrer Young hatte den Halbsatz über die Rommel-Beurteilung durch gefangene deutsche Offiziere gestrichen. Autor Heckmann suchte diesen Passus noch 25 Jahre später auch in anderen Publikationen vergebens. Dazu Heckmann: "Man kann auch Denkmalpflege übertreiben."

Noch ärger als manche Soldaten des Afrika-Korps urteilte Heeres-Generalstabschef Franz Halder über den Hitler-Liebling, den er mit einem Gemisch aus Haß und Neid verfolgte. Seinem privaten Tagebuch vertraute er an: Rommels charakterliche Fehler lassen ihn als eine besonders unerfreuliche Erscheinung hervortreten, mit der aber niemand gern in Konflikt geraten will wegen der brutalen Methoden und wegen seiner Stützung an oberster Stelle."

Halder fand, "daß Rommel seiner Führungsaufgabe in keiner Weise gewachsen ist. Er rast den ganzen Tag bei den weitverstreuten Truppen herum, setzt Erkundungsvorstöße an, verzettelt seine Truppen. Kein Mensch hat einen Überblick über die Verteilung der Truppen und ihre Gefechtskraft".

Das Urteil Halders über den "verrückt gewordenen Soldaten" Rommel ist freilich überzogen. Der Generalstabschef, der den afrikanischen Kriegsschauplatz nie betreten hatte, war nur über Rommels vermeintliche Amokläufe informiert. Sich die zuweilen schwachsinnig anmutenden Führungsmethoden der Briten auszumalen überstieg Halders Vorstellungskraft.

Die meisten britischen Generale in Afrika waren auf dem Stand der Kriegsführung von 1918 stehengeblieben und demonstrierten die Wahrheit eines Axioms" das der britische General und Militärschriftsteller J. F. C. Fuller geprägt hatte: "Es gibt zwei große konservative Mächte unter dem Himmel -- die katholische Kirche und das englische Heer."

Was Halder an Rommels Kriegsführung verrückt fand, waren in Wirklichkeit dessen Reaktionen, die von den britischen Kommandeuren geradezu provoziert worden waren. Sie operierten bedächtig, durchsichtig und vorschriftsbesessen -- Gelegenheit genug für Rommel, sich die aberwitzigsten Eskapaden zu erlauben, meist straflos und oft mit Erfolg.

"Rommel und seine Offiziere", schwärmt der britische Historiker Correlli Barnett, "waren wie Nelson und dessen Seeoffiziere derart erfahren und so aufeinander eingespielt, daß das DAK jederzeit eine Schlacht mit leichter Beweglichkeit und örtlicher Initiative zu liefern vermochte. Die Deutschen glichen Meistertänzern -- alle ihre Bewegungen verliefen instinktiv."

Und er fügt spöttisch hinzu: "Die Briten schlurften dagegen wie eine Anfängerklasse auf dem Schlachtfeld umher."

Selbst als Rommel -- von seinem erfolgreichsten Gegner, Bernard Montgomery, bei El-Alamein geschlagen -- fast keine Panzer, keinen Treibstoff und keine Munition mehr besaß, konnte er sich trotzdem in guter Ordnung und fast unbehelligt auf den Rückzug begeben. Barnett: "Montgomerys Verfolgung wurde mit der geschäftigen Zuversicht betrieben, die ein geistlicher Herr beim Betreten eines Freudenhauses an den Tag legt."

Der Schwabe Rommel konnte seinen Verfolgern entkommen, weil er sich Methoden bediente, die sich den traditionellen Vorstellungen britischer und deutscher Militärs entzogen.

Heckmann weiß: "Zu den wenigen Papieren, die Rommel ausgab, gehörten gelegentlich aus dem Kurzstart-Aufklärungsflugzeug "Fieseler Storch" geworfene Zettel mit der Aufforderung, voran zu machen, sonst käme er mal runter. Denn er flog selbst Aufklärung, dirigierte die hastig zusammengewürfelten Kampfgruppen nach den Ergebnissen, und es war unvermeidlich, daß seine Befehle sich gelegentlich aufhoben."

Zuweilen kamen überhaupt keine Befehle, weil der OB Rommel verschwunden war -- so am 24. November 1941, als er fast alle seine mechanisierten und motorisierten Truppen "in eines der meistdiskutierten Unternehmen des Zweiten Weltkrieges führte" (Heckmann). Es war Rommels "Ritt zum Zaun" ein Raid aus der Gegend von Tobruk an den Grenzzaun zwischen Libyen und Ägypten und wieder zurück.

Rommel brauste südlich ausholend mit seinen beiden Panzerdivisionen los, um den Briten zunächst die Nachschublinien abzuschneiden. Da er ihre Angst vor Überflügelungen kannte, rechnete er mit ihrem Rückzug. Sich selber sah er im weiteren Verlauf des Raids schon in Ägypten einbrechen.

Wie schon so oft war Rommel schneller als sein Funkwagen. Er jagte, für niemanden mehr erreichbar, zwischen seinen Truppen herum. So entstand ein arges Durcheinander bei den rückwärtigen britischen Verbänden und auch beim DAK.

Im Stabsquartier der Panzergruppe Afrika war derweil der Erste Generalstabsoffizier, Oberstleutnant Westphal, damit beschäftigt, zwei Tage lang blind hinter Rommel herzufunken, ohne ihn zu erreichen oder auch nur zu ahnen, wo er sich aufhielt. Zwischendurch beschwichtigte er Rommeis italienischen Vorgesetzten, General Bastico (von Rommel "Bombastico" genannt), der wütend war, weil ihn Rommel ins Hauptquartier gebeten und nun versetzt hatte, Und in den Meldungen an OKW und OKH mußte Westphal listenreich verschleiern, daß Rommel verschwunden und nicht erreichbar war.

Da von Rommel nur gelegentliche Mitteilungen eintrafen, die weder verständlich waren noch Ortsangaben enthielten, wurden zwei Kurierflugzeuge losgeschickt, um ihn zu suchen. Sie wurden abgeschossen. Und zu allem Überfluß drohte die britische Besatzung in Tobruk den deutsch-italienischen Einschließungsring zu sprengen.

Da Westphal immer noch nicht wußte, wo sich Rommel aufhielt und was er eigentlich plante, funkte er an das Afrika-Korps, es habe "unter Aufhebung aller entgegenstehenden Befehle" unverzüglich zurückzukehren.

Irgendwo erfuhr auch Rommel von diesem Befehl Westphals, den er mangels Funkverbindung nicht mehr rückgängig machen konnte. Er donnerte los: "Das ist eine Falle von den Engländern! Oder dieser verdammte Westphal. Den stelle ich vors Kriegsgericht." Aber auch er kehrte zurück.

Und so endete der 300-Kilometer-Rakl der beiden Panzerdivisionen da, wo er begonnen hatte -- bei Tobruk. Das "große Abenteuer", resümiert Heckmann, "hatte Rommels mobile Kräfte entscheidend geschwächt und zugleich seinen Gegnern Gelegenheit gegeben, sich zu reorganisieren und zu verstärken".

DAK-Kommandeur Crüwell und sein la Bayerlein zürnten ihrem OB noch lange wegen der unüberlegten Zaun-Geschichte, wie sich DAK-Veteranen erinnern. Heckmann aber wundert sich: "Nach dem Krieg pries Bayerlein allerdings in Publikationen Rommels Weisheit, auch in bezug auf das umstrittene Unternehmen. Aber das scheint tatsächlich eine Art Generalskonvention geworden zu sein.

Die Männer vom Afrika-Korps nahmen Rommel derlei Unternehmungen freilich nie lange übel. Mit ihnen ging der Wüstenfuchs auch bedeutend weniger ruppig um als mit seinen Offizieren. Selbst die Italiener, die er für unsägliche Soldaten hielt, vergötterten den Deutschen.

Rommel schätzte Soldaten seines Schlages. Er mochte auch die Empire-Truppen, vor allem die Neuseeländer, weil er sie für eisenharte Draufgänger hielt.

Männer dieser Art zählten auch zu der britischen Kommandoeinheit, die nachts mit einem U-Boot dicht bei Rommels vermeintlichem Hauptquartier an Land gesetzt wurde, um den gefürchteten Wüstenfuchs zu kidnappen oder zu töten. Doch das Unternehmen scheiterte. Einige Briten fielen, andere wurden gefangen.

Da die Briten nicht in regulären Uniformen, sondern in einer Art Räuberzivil hinter den deutschen Linien gestellt worden waren, hätte Rommel sie nach Kriegsrecht erschießen lassen können; er behandelte sie als Kriegsgefangene.

Anders erging es im Frankreich-Feldzug einem gefangenen französischen Oberstleutnant, der Rommel, wie dieser meinte, "haßerfüllt und fanatisch" anstarrte. Als er den Rommel-Befehl, auf einen deutschen Panzer zu klettern, dreimal verweigerte, ließ ihn der Deutsche kurzerhand erschießen.

Rommel war, wie sein Führer bewundernd festgestellt hatte, ein "unglaublich harter Mann". Er blieb bis zu seinem Ende, was er gewesen war: ein unpolitischer Nur-Soldat, ohne Sensibilität für die Fragen der Zeit.

Nie las er ein nichtmilitärisches Buch, und als er, der Generalfeldmarschall, sich schließlich den Verschwörern des 20. Juli 1944 zugesellte, tat er es eher aus Gründen militärischer Lagebeurteilung als aus ethischen Skrupeln. Seinem Freund, dem Vizeadmiral Ruge, vertraute Rommel an: "Wenn wir die Atombombe hätten, glaube ich, daß wir weiterkämpfen sollten."

Die Frage, die Rommel-Autor Heckmann an diesen Ausspruch knüpft, ist ebenso naheliegend wie lebensfremd: "Wo bleibt da das Bild des geläuterten, aus moralischen Gründen zur Opposition gegangenen Mannes, der aus Entsetzen über die Nazi-Verbrechen, die ihm erst im Widerstandskreis bekannt wurden, Schluß machen wollte?"

Die Antwort ist ebenfalls naheliegend: Ein totaler, politisch instinktloser Soldat wie Rommel mußte es zwangsläufig für militärisches Versagen halten, ein so wirkungsvolles Kampfmittel wie die Atombombe nicht einzusetzen.

Erwin Rommel bestätigte damit nur, was Auchinleck über ihn schrieb: "Wenn es je einen General gab, der nur von einem Gedanken erfüllt war, von dem Gedanken, den Gegner zu vernichten, dann war es Rommel. Er gab keinen Pardon und verlangte keinen."


DER SPIEGEL 49/1976
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