01.08.2005

AUSSTELLUNGEN

Als TV noch ein Spiel war

Die Fünf-Mark-Stücke waren aus Holz, das Sparschwein immerhin schon aus Plastik: "Was bin ich?" - der Sendetitel eines TV-Ratespiels aus der Steinzeit des Fernsehens - ist auch der Name eines der ersten Gesellschaftsspiele, die sich in den fünfziger Jahren an das neue Medium hängten. Seither ließen sich die Spielehersteller kaum ein erfolgreiches Quiz oder eine beliebte Fernsehserie entgehen, ohne ein Karten- oder Würfelspiel dazu auf den Markt zu bringen.

Eine Privatsammlung von Regina Laser und Jörg Bohn aus Rheinberg umfasst etliche dieser "Fernsehspiele" - sie ist bis zum 15. Oktober in der Zentralbibliothek in Moers (Niederrhein) ausgestellt. Der Bogen spannt sich dabei von Peter Frankenfeld über "Lassie" und "Bonanza" bis zu "Gute Zeiten, schlechte Zeiten". Hans Rosenthal ist mit "Gut gefragt ist halb gewonnen" aus den sechziger Jahren und "Dalli, Dalli" ebenso vertreten wie Glatzkopf Kojak und die Ewing-Familie aus "Dallas". Die Spielesammlung ist überdies im Internet (www.das-spielzeugmuseum.de) zu finden. Im Zeitalter der Computerspiele wirken die alten Gesellschaftsspiele mit ihren meist simpel gestrickten Ideen zwar eher rührend, doch ihr Erscheinungsbild sagt viel über den Zeitgeist und die Entwicklung des Produktdesigns seit den fünfziger Jahren aus - und das anzuschauen, ist höchst vergnüglich.


DER SPIEGEL 31/2005
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