02.02.1976

DIESE WOCHE IM FERNSEHEN

Montag, 2 2.
19.30 Uhr. ZDF. Stichproben
Thema des Verbrauchermagazins: Geschäfte an der Haustür. Schätzungsweise 7,5 Milliarden Mark werden pro Jahr in der Bundesrepublik umgesetzt.
20.15 Uhr. ARD. Panorama
Moderator: Gerhard Bott. Zur "menschenfeindlichen Sexualmoral des Vatikans" werden der Sexualforscher Volkmar Sigusch und die Theologin Uta Ranke-Heinemann befragt. Außerdem ein Beitrag über "das Gerede vom Volksfront-Virus in Westeuropa" und dazu ein Gespräch mit Horst Ehmke. Das NDR-Magazin will ferner zeigen, wie durch die Unternehmerspekulationen des Augsburger Textilkönigs Glöggler beinahe 11 000 Arbeitsplätze verlorengegangen wären. 20.15 Uhr. ZDF. Gesundheitsmagazin "Praxis"
Moderator: Hans Mohl. Vorgestellt wird unter anderem Europas modernstes Gerät zur Diagnose von Kopfschmerzen, das jetzt auch in Kiel eingesetzt wird.
21.45 Uhr. ARD. Moskaus Spione
"Der Osten nützt die Entspannung kaltblütig aus", und "die Sowjetagenten leben bei uns wie die Maden im Speck". Mit derlei Parolen sorgte Gerhard Konzelmann für Wirbel um seinen Film über den sowjetischen Geheimdienst in der Bundesrepublik, "dem die Arbeit noch nie zuvor so leichtgefallen ist wie derzeit". Die 45-Minuten-Reportage bringt Bilder von Agenten-Treffs, das Tonband-Protokoll eines KGB-Anwerbegesprächs und Aufnahmen verdächtigter Bonner Sowjet-Diplomaten, die Konzelmann (Photo, r.) im getarnten VW-Variant verfolgen und filmen ließ. Moskaus Botschafter Falin drohte Ärger an, gegen den ARD-Mann in Moskau wurden Repressalien erwartet. Konzelmann: "Der brisanteste Film, den ich je gemacht habe."
Dienstag, 8.2.
19.30 Uhr. ZDF. Truxa (Sw)
Mit dem NS-Zirkusfilm wurde La Jana (Photo), Männer-Schwarm der 30er Jahre und Görings Lieblingstänzerin, 1936 auch als Kino-Star berühmt. Regie: Hans H. Zerlett.
21.00 Uhr. Nord III. Die Hausmänner TV-Autorin Erica Reese über "Familien mit Rollentausch".
21.15 Uhr. ZDF. Blickpunkt: Adoption in der Bundesrepublik
45-Minuten-Dokumentation zur Reform des 76 Jahre alten Adoptionsrechts, die voraussichtlich im Frühjahr vom Bundestag verabschiedet wird. 22.00 Uhr. ZDF. Aspekte
Ein Gespräch mit Regisseur Louis Malle über seinen neuen Film "Black Moon" (mit Therese Giehse in ihrer letzten Rolle). Außerdem eine Betrachtung über "die angepaßte Jugend und ihre geistige Verarmung" und eine Reportage über die Ski-Citys und Pisten-Industrie in den Alpen.
Mittwoch, 4.2.
14.25 Uhr. ZDF. XII. Olympisch. Winterspiele
Live-Übertragung der Eröffnungsfeier in Innsbruck. Bis Sonntag, 15. Februar, werden ARD und ZDF -- täglich alternierend -- insgesamt mehr als 100 Stunden berichten.
20.15 Uhr. ARD. Im Brennpunkt 45-Minuten-Dokumentation des WDR zur Ministerpräsidenten-Wahl in Niedersachsen. Leitung: Rudolf Rohlinger.
20.15 Uhr. Nord III, Bayern III und Hessen III, 20.30 Uhr, West III. Ein Mann sucht sich selbst
Ein Jahr nach seinem "Easy Rider"-Erfolg spielte Jack Nicholson (Photo), derzeit Amerikas erfolgreichster Kino-Star, in diesem Anti-Hollywood-Film (1970) wieder einen Drop-out, der "überall nur Dreck und Scheiße" sieht. Die Begeisterung von US-Kritikern, die "Five Easy Pieces" zum "Film des Jahres" wählten, konnten deutsche Kritiker nicht teilen. Die "SZ" ärgerte sich über "die taube, halbentschlossene Wehmut", die "Frankfurter Rundschau" über die "Bilder, die sich wie Milchdosen gleichen".
20.15 Uhr. Südwest III. Straßen der Großstadt (Sw)
Gary-Cooper-Krimi (1931) von Rouben Mamoulian.
21.15 Uhr. ZDF. Vater im Knast Erster TV-Report über die soziale Lage, die Diskriminierung und die Sexual-Probleme der Ehefrauen von Strafgefangenen, etwa 6000 in der Bundesrepublik. Bei 120 "Knastfrauen" hat der Fernsehjournalist Markus Schächter recherchiert, acht trauten sich -- "in dem Gefühl, höchstens gewinnen und nichts mehr verlieren zu können" -- vor die Kamera: mit Klagen über ihre Isolation, über "den Mann, der im Bett fehlt" und über die "unerbittlichen Fürsorgeämter".
21.45 Uhr. ARD. Amazonas 2000 Tausende Quadratkilometer des brasilianischen Urwaldes werden mit staatlicher Billigung abgebrannt und abgeholzt, uni Ackerland und Weiden zu gewinnen. "Wenn das so weitergeht", prophezeit Lateinamerika-Korrespondent Rolf Pflücke in seiner Reportage, wird aus dem größten Regenwald der Welt in zehn Jahren eine neue Sahara.
Donnerstag, 5.2.
8.45 Uhr. ARD-Olympiastudio
Bis etwa 23.30 Uhr (mit Unterbrechungen) Berichte vom Langlauf, Rodeln, Eisschnellauf und Herren-Abfahrtslauf. 21.15 Uhr. ZDF. Kontrovers: Reformuniversität Bremen
Über die Konsequenzen des neuen Hochschulrahmengesetzes für Bremen diskutieren der rheinland-pfälzische Kultusminister Vogel, der Bremer Senator für Wissenschaft und Kunst, Horst-Werner Franke, der Historiker Thomas Nipperdey und der Theologe Rolf Rendtorff.
22.00 Uhr. ZDF. Coilin und Platonida Experimentalfilm aus der ZDF-Werkstattreihe "Das kleine Fernsehspiel", eine "wilde, umständliche und unglaublich schöne Bild-Erzählung" (ZDF), die der Londoner Film-Außenseiter James Scott mit Laien an der irischen Westküste gefilmt hat.
Freitag, 6.2.
8.15 Uhr. ZDF-Olympiastudio
Bis etwa 23.30 Uhr (mit Unterbrechungen) Berichte vom Biathlon, Rodeln, Eishockey und Zweierbob.
21.45 Uhr. Nord III. Der Deserteur (sw)
Kurz vor Hitlers Machtergreifung drehte der sowjetische Regisseur Pudowkin 1933 in Hamburg diesen pathetischen Agitationsfilm über die Politisierung eines jungen Werftarbeiters. Wiederholung der Originalfassung. 22.45 Uhr. ARD. Zwei kluge Männer und die Treue einer Frau (Wh.)
Die "sanfte Gewalt der Männermoral", die "Moral als raffiniertes Unterdrückungsinstrument", wollte Jungfilmer Georg Lehner in seinem TV-Stück nach Goethes "Unterhaltungen deutscher Ausgewanderten" darstellen. Das behutsame Emanzipationsstück erzählt von einem venezianischen Kaufmann aus dem 15. Jahrhundert (Lehner: "Ein Prototyp des Kapitalisten") und seiner jungen Frau, die ihre erzwungene Tugendhaftigkeit schließlich als "höheres ethisches Gut betrachtet".
Samstag, 712.
8.30 Uhr. ZDF-Olympiastudio
Bis 23.00 Uhr (mit Unterbrechungen) Berichte vom Rodeln, Langlauf, Eisschnellauf, Skispringen, Zweierbob und der Kür der Paare.
20.15 Uhr. ARD. Der furchtlose Rebell
Der gefühlvolle Historien- und Kostüm-Film (1961) von Roberto Rossellini um die Leidenschaft einer römischen Prinzessin (Sandra Milo) zu einem Verschwörer (Laurent Terzieff) wird neuerdings von Cineasten hoch geschätzt. Bei der deutschen Kino-Premiere hatten Zuschauer demonstrativ den Saal verlassen, Kritiker über den "kitschnah aufbereiteten" und "larmoyanten Mummenschanz" geschimpft.
21.00 Uhr. Nord III. Jugend der Welt
(SW)
"Idee und künstlerische Oberleitung" dieses offiziellen NS-Films über die Winter-Olympiade 1936 in Garmisch-Partenkirchen, der für Goebbels' Propagandaministerium produziert wurde: der ehemalige SS-Obersturmführer und spätere Bundeswettbewerbsleiter der "Stern"-Aktionen "Jugend forscht" und "Jugend trainiert für Olympia", Hans Weidemann, den ZDF-Moderator Löwenthal 1970 (zu Unrecht) einer Beteiligung an Hinrichtungen im oberitalienischen Bevilacqua bezichtigte. Photo: Hitler verteilt Autogramme an die kanadische Mannschaft.
23.05 Uhr. ZDF. An einem Freitag in Las Vegas
Konfektions-Krimi (1967) mit Elke Sommer, Jean Servais und Lee J. Cobb. Regie: Antonio Isasi-Isasmendi.
Sonntag, 8.2.
8.45 Uhr. ARD-Olympiastudio Bis etwa 23.00 Uhr (mit Unterbrechungen) aus Innsbruck Berichte vom Langlauf, Eisschnellauf, Abfahrtslauf der Damen, vom Kombinationsspringen und vom Eishockey,
15.20 Uhr. ZDF. Rosen in Tirol (sw) Operetten-Schnulze von 1940 mit Johannes Heesters, Hans Moser, Theo Lingen und Leo Slezak. Regie: Geza von Bolvary.
21.00 Uhr. Nord III und Hessen III, 21.50 Uhr, West III. Drei nach neun Talk-Show mit Karl Ravens, der Chansonnette Margot Werner, dem Berliner Arzt und Pharma-Kritiker Ullrich Möbius sowie Apothekern und einem Vertreter der Arzneimittel-Industrie.
21.15 Uhr. ZDF. 30 Jahre danach: Vertreibung und Vertriebene Der zweiteilige Report (Autoren: John Lionel Bandmann und Jost von Morr) will "an die Tragödie der 50 Millionen Europäer" erinnern, die durch den letzten Weltkrieg heimatvertrieben worden sind. Erstmals in der Bundesrepublik werden -- in US-Archiven gefundene -- Bilder von Massakern an Deutschen gezeigt, die Amerikaner kurz vor Kriegsende beim Einmarsch in die CSSR aufgenommen haben. Der zweite Teil der Dokumentation untersucht die Situation der Vertriebenen heute.
21.15 Uhr. ARD. Roxie Hart (sw) Die sarkastische Komödie (1942), in der Hollywood-Regisseur William A. Wellman ("Man geht ins Kino, um seine Steuern und Kinder zu vergessen. Amen") die amerikanische Justiz karikiert" fand die "New York Times" eine "geschmacklose Travestie". In einem spektakulären Mordprozeß lassen sich Geschworene und Richter von den Prachtbeinen und Heulkünsten einer publicitysüchtigen Tingeltangel-Tänzerin (Ginger Rogers, Photo, mit Adolphe Menjou) verwirren. Deutsche Erstaufführung.
23.30 Uhr. West III. Schmutz TV-Essay von Christian Enzensberger über "den Schmutz als Erfahrung des Menschen".

DER SPIEGEL 6/1976
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