Der in Pakistan festgenommene mutmaßliche Qaida-Anhänger Osama Bin Yousaf hat offenbar keinen Anschlag in Deutschland geplant. Die pakistanischen Sicherheitsbehörden teilten deutschen Ermittlern Ende vergangener Woche mit, dass es bei der jüngsten Terror-Razzia im pakistanischen Faisalabad "keinen Deutschlandbezug" gegeben habe. Mit der Depesche dementieren die pakistanischen Behörden Informationen, wonach bei Yousaf rotmarkierte Pläne mehrerer deutscher Städte gefunden worden seien. Bei den Plänen soll es sich lediglich um eine CD mit allgemeinen Karten verschiedener Länder handeln. Zudem habe der Islamist nicht wie berichtet mehrfach mit Kontaktleuten in Deutschland telefoniert. Die Meldungen hatten vergangene Woche zu Krisensitzungen im Berliner Anti-Terror-Zentrum und zu einer Erklärung von Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) geführt. Yousaf, der am vorvergangenen Wochenende inhaftiert worden war, soll Kontakt zum Anfang Mai festgenommenen, hochrangigen Qaida-Funktionär Abu Faradsch al-Libi gehabt haben.
DER SPIEGEL 33/2005
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