Im Bemühen, den anhaltenden Abwärtstrend bei Plattenverkäufen zu stoppen, setzt die Musikindustrie immer mehr auf neue Tonträgerformate. Ab Ende August soll nun die "Dual Disc" in die deutschen Plattenläden kommen, die CD und DVD auf einem Silberling vereint: Auf der einen Seite befindet sich das reguläre CD-Musikalbum, auf der anderen Seite eine DVD mit Musikvideos, Künstlerinterviews und Dokumentarfilmen. Zunächst erscheinen die rund 20 Euro teuren Alben von rund 30 Künstlern als Dual Disc, darunter die aktuellen Titel von Destiny's Child, Bruce Springsteen und Peter Maffay. In den USA verkauften sich seit der dortigen Einführung Ende vergangenen Jahres mehr als sechs Millionen Stück des neuen Formats. Die Einführung der Dual Disc wird vor allem vom Plattenkonzern Sony BMG und dessen Chef Andrew Lack vorangetrieben, der aus der Fernsehbranche kommt und auf eine starke Verknüpfung von Musik und Bild setzt. So gründete Sony BMG jüngst etwa eine eigene "audiovisuelle" Konzerntochter, die musikorientierte Spielfilme und TV-Shows entwickeln soll.
DER SPIEGEL 33/2005
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