DER SPIEGEL



SIEMENS

Nachsitzen in der Chefetage

Beim Münchner Siemens-Konzern stehen Ende des Monats wichtige Weichenstellungen für verlustträchtige Geschäftsbereiche an, darunter die Kommunikations- und Logistiksparte sowie der IT-Dienstleister SBS. Konzernchef Klaus Kleinfeld will am 29. August im strategischen Entscheidungsgremium des Elektroriesen, dem Zentralvorstand, eine Krisensitzung abhalten. Dort soll diskutiert werden, wie die notleidenden Ableger bis Frühjahr 2007 die von ihm selbst festgelegten, strengen Renditevorgaben erreichen. Hauptsorgenkind ist die Servicetochter SBS, die allein von April bis Juni Verluste von über 100 Millionen Euro erwirtschaftete. Der Siemens-Vorstand hatte die drei Chefs des Problembereichs bereits im Juli vor der turnusmäßigen Aufsichtsratssitzung einbestellt, um sich deren Sanierungspläne erläutern zu lassen. Doch die Truppe fiel mit ihrem Vorschlag durch, der vor allem einen drastischen Arbeitsplatzabbau vorsah. Sollte es Bereichschef Adrian von Hammerstein und seinen Kollegen bis Anfang übernächster Woche nicht gelingen, ein überzeugendes Zukunftskonzept für SBS vorzulegen, könnte es für ihn und seine Mitstreiter eng werden. Nach Aussagen von Konzernkennern erwägt Kleinfeld in diesem Fall, die gesamte Bereichsspitze abzulösen und Siemens-Vorstand Thomas Ganswindt als kommissarischen Chef einzusetzen. Ein Siemens-Sprecher: "Personalspekulationen kommentieren wir grundsätzlich nicht."


DER SPIEGEL 33/2005
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