Ilse Werner , 84. Kurz vor ihrem 24. Geburtstag war der glanzvollere Teil ihrer Karriere vorbei: Die Alliierten erteilten der jungen Schauspielerin 1945 Berufsverbot - NS-Propagandafilme wie "Wunschkonzert" (1940) oder "U-Boote westwärts" (1941) und Truppenbesuche, bei denen sie erstmals ihre Pfeifkünste demonstrierte, hatten die Tochter eines holländischen Kaufmanns in Deutschland zum Star gemacht. Von 1938 an verkörperte die Werner für die Ufa meist fröhliche, treusorgende Frauen von nebenan; der Titel eines dieser Werke, "Das Leben kann so schön sein" (1938), von Joseph Goebbels kurzzeitig verboten, sollte ihr Motto in der Nachkriegszeit werden. Die patente Vielzweckunterhalterin spielte Theater, sang, moderierte Fernsehrevuen ("Eine Frau mit Pfiff") und Talkshows. Ihre letzte bedeutende Filmrolle war die eines alternden Showstars in "Die Hallo-Sisters" (1990). Ilse Werner starb am 8. August in Lübeck.
DER SPIEGEL 33/2005
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